Kabul

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Kabul, 1932

Kabul ist die Hauptstadt Afghanistans.

Volk

Die äußerst schnell wachsende Stadt zählt im Jahre 2012 ungefähr drei Millionen Einwohner. Schätzungsweise sind 45 % der Kabuler Tadschiken, gefolgt von je einem Viertel Hasaren und Paschtunen. Die Mehrheit der Bewohner (v. a. Tadschiken und Hasaren) hat somit Persisch als Muttersprache, der Rest beherrscht es zumindest fremdsprachlich.

Glaube

Neben dem alles beherrschenden Islam, der hier vor allem in sunnitischer, zuweilen aber auch schiitischer Ausprägung zu Tage tritt, lebt auch eine kleine, aber bekannte Hindugemeinde in Kabul. Christen sind hauptsächlich ausländische Verwaltungs- und Streitkräfteangehörige und Diplomaten. Wiewohl stark anzunehmen ist, daß auch Einheimische dem Christentum anhängen, ist es aufgrund des islamistischen Druckes für Afghanen nahezu unmöglich, dies auch öffentlich kundzutun. Buddhistische, zoroastrische und jüdische Gemeinden sind mehr oder weniger vollständig vernichtet.

Geschichte

Deutsche der Niedermayer-Hentig Expedition in Kabul, Mai 1916
Während US-amerikanische Soldaten und deutsche Fallschirmjäger der Division „Schnelle Kräfte“ (DSK) den Flughafen beschützen, fliehen im August 2021 tausende Ausländer und Afghanen aus der Hauptstadt Kabul. Bild: rund 640 afghanische Flüchtlinge in einer C-17 Globemaster III der USAF auf dem Flug nach Katar, 17. August 2021.

Unter den Kuschanen wurde Kabul ein Hauptort der buddhistisch-iranischen Kultur der Region, wurde aber wenig später von den Sassaniden erobert und wieder dem - zoroastrischen - Perserreiche einverleibt.

Nadir Schah von Persien (1688–1747) nahm die Stadt im Jahre 1738 ein, und sie wurde erst unter Timur Schah Durrani, dem zweiten Sohne Ahmad Schah Durranis (des Begründers Afghanistans), im Jahre 1776 zur Hauptstadt des Landes und löste damit Kandahar ab.

Kabul wurde von den imperialistischen Briten im Jahre 1839 während des Ersten Anglo-Afghanischen Krieges eingenommen und 1842 aus Rache nach der Niederlage beim Rückzuge von dort teilweise niedergebrannt. Die Briten nahmen die Stadt 1879 nach einem Massaker am britischen Gesandten Louis Cavagnari und seinem Stab im Zweiten Anglo-Afghanischen Kriege abermals ein.

Im Ersten Weltkrieg wirkten zahlreiche deutsche Offiziere und Agenten in Kabul, um Emir Habibullah Khan dazu zu bewegen, im Kampf gegen die englischen Besatzer an der Seite des Deutschen Kaiserreiches zu streiten, darunter waren Oberleutnant Oskar Niedermayer und Leutnant Dr. Werner Otto von Hentig.

Offiziere der Wehrmacht modernisierten ab 1937 von Kabul aus Afghanistans Heer. Auch Polizei und Geheimdienst wurden von Deutschen reorganisiert. Deutschland wurde für die gesamte landwirtschaftliche und industrielle Planung sowie den Ausbau des Straßenwesens Afghanistans federführend. Auch in das gesamte Erziehungs- und Ausbildungswesen schalteten sich die Deutschen auf Bitten der Afghanen ein. Trotz enger Handelsbeziehungen zu Deutschland, Italien und Japan, erklärte der undankbare Sahir Schah zu Beginn des Zweiten Weltkriegs die Neutralität des Landes.

Im Zweiten Weltkrieg wirkten in Kabul im Auftrag der Abwehr unter anderen die „Brandenburger“ Dr. Manfred Oberdörffer und Dietrich F. Witzel (Unternehmen „Tiger“).

Die Sowjetunion besetzte die Stadt am 23. Julmond 1979 und machte sie zu ihrem Hauptquartier während des zehnjährigen Streites zwischen der mit der Sowjetunion verbündeten kommunistischen Regierung und den von den VS unterstützten islamistischen Mudschahedin. Die Kommunisten versuchten mit radikalen Methoden, die Gesellschaft zu erneuern; wobei gesagt werden muß, daß das Kabul der 50er, 60er und 70er zweifelsfrei moderner gewesen war als zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Durch Mißwirtschaft und Zwangsmodernisierung wurde jedoch das genaue Gegenteil bezweckt: Nicht nur am flachen Lande, auch in Kabul regte sich Widerstand, der sich in immer stärker werdenden Islamisten zeigte.

Nach dem endgültigen Zusammenbruche der kommunistischen Regierung unter Präsident Nadschibullah 1992 wurde Kabul Schauplatz des Bürgerkrieges, in dem sich die verschiedenen Gruppierungen gegenseitig bekämpften. In dieser Zeit verloren in den Straßen von Kabul über 50.000 Menschen ihr Leben.

1995 standen die von Pakistan unterstützten Talibanmilizen bis 15 Kilometer vor der Stadtgrenze und eroberten Kabul im darauffolgenden Jahre. Die Taliban riefen in Kabul mit seinen 1,2 Millionen Einwohnern einen streng islamistischen Staat aus.

Am 12. Nebelung 2001 übernahm die Nordallianz die Stadt, nachdem sich die Taliban aus Kabul zurückgezogen hatten. In Kabul befand sich bis August 2021 das Hauptquartier der Besatzertruppen der ISAF (HQ ISAF).

Europäischer Friedhof

Der Friedhof (Christ Cemetery) im Stadtteil Schar-e Nau nördlich des Regierungsviertels von Kabul, wo auch zahlreiche Deutsche ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, wird seit 2000 wieder stark gepflegt, auch rege Ehrenbesuche durch Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan finden statt.

Bekannte, in Kabul geborene Personen (Auswahl)

Verweise