Kaisers Geburtstag

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Im deutschen Kaiserreich war der Geburtstag des Kaisers am 27. Januar ein staatlicher Feiertag. Nachdem Wilhelm II., der am 27. Januar 1859 in Berlin geboren wurde, im Dreikaiserjahr 1888 den Thron bestiegen hatte, wurde dieser Tag offiziell als Staatsfeiertag begangen. Wo immer die deutsche Flagge wehte, war der Geburtstag des Kaisers ein Grund zum Feiern. Für die meisten seiner Untertanen war der 27. Januar der höchste Feiertag im Jahr. Freude und Jubelstimmung erfaßten das ganze Volk.

Kaiser Wilhelm II.

Inhaltsverzeichnis

Verehrung für den Kaiser

Man feierte diesen Tag in großem Rahmen mit Festansprachen, Festtagsessen, Aufmärschen, Flaggenparaden und Aufführungen. Die Verehrung für den Kaiser erreichte alle Schichten und Altersstufen.

In den deutschen Schulen war der Kaisergeburtstag ein ganz besonderer Tag, der für die Kinder eine willkommene Abwechslung mit sich brachte. Schon Tage vorher wurden die Klassen mit Tannengrün, Efeu und Stechpalmen geschmückt und die Bilder der kaiserlichen Familie, die ohnehin in jedem Klassenraum zu finden waren, mit Moos umkränzt. Diese Ehrenkränze durfte nicht jeder herstellen: In manchen Schulen wurden eigens die besten Schüler ausgesucht, um diese wichtige Aufgabe zu übernehmen. Die Feiern in der Aula fanden am Kaisergeburtstag selbst statt. Sie waren gesetzlich vorgeschrieben und beinhalteten sowohl Ansprachen und Lobreden der Lehrpersonen als auch das Singen von Liedern, die zumeist religiösen, militärischen oder kaiserverherrlichenden Inhalts waren:

Der Kaiser ist ein lieber Mann
Der Kaiser ist ein lieber Mann und wohnet in Berlin,
und wär es nicht so weit von hier, so lief ich heut noch hin
und was ich bei dem Kaiser wollt, ich reicht ihm meine Hand
und reicht die schönsten Blumen ihm, die ich im Garten fand
und sagte dann: "Aus treuer Lieb bring ich die Blumen dir,
und dann lief ich geschwind hinfort und wär bald wieder hier.

Vorgeschichte

In den deutschen Einzelstaaten wurden die Geburtstage der herrschenden Fürsten schon lange vor 1871 gefeiert. Die Kaisergeburtstage unter Wilhelm I. und besonders unter Wilhelm II. waren mit diesen Festlichkeiten in keiner Weise zu vergleichen, weil sie von einer nationalen Begeisterung und einem patriotischen Hochgefühl getragen waren, die Deutschland davor und danach nur selten erlebt hat. Die Feiern waren Demonstrationen der Größe und Geschlossenheit des Reiches, das unter Wilhelm II. einen rasanten Aufstieg erlebte und sich anschickte, die Weltmacht England auf vielen Gebieten zu überflügeln. Deutschlands Bevölkerung wuchs jährlich um eine Million Köpfe und die Gesamtbevölkerung war um 1900 ebenso hoch wie die der USA, die damals noch keine Weltmacht waren. Der Optimismus und die nationale Aufbruchsstimmung eines jungen Volkes fanden im Geburtstag des Kaisers ihren Ausdruck.

Kaiserkult und Volksfeststimmung

Meist befand sich am 27. Januar die gesamte Bevölkerung auf den Beinen, um den Ehrentag des Kaisers zu begehen und in der Figur des Kaisers die eigene Großartigkeit und Stärke zu genießen. Ein dicht gedrängtes Programm mit Festreden, Geschichtsvorträgen, Hymnen und Lobpreisungen trug dazu bei, die Person des Kaisers zu verherrlichen. Nachdem für das Wohl des Kaisers gebetet worden war, machte man sich meist auf den Weg in ein Kaffee- oder Wirtshaus, um dort mit Familie, Freunden und Bekannten weiterzufeiern. Wilhelm II. war für die Menschen seiner Zeit eine Ikone, eine Lichtgestalt, der eine bis dahin ungekannte Verehrung entgegengebracht wurde. Ulrich Schamoni hat dies in seinem Porträt "Majestät brauchen Sonne" filmisch verarbeitet.

Kritische Stimmen

Im Dritten Reich wurde an die Tradition der Kaiser-Geburtstage dadurch angeknüpft, daß man den Geburtstag des Führers feierte, der in ähnlicher Weise zur Kultfigur erhoben werden sollte. Dieser ersten Umwidmung folgte seit den 1990er Jahren der Versuch, den 27. Januar zu einem Gedenktag für die „Schrecken der jüngeren Geschichte“ zu machen. Dies steht in größtmöglichem Gegensatz zu der Bedeutung, die der 27. Januar ursprünglich hatte. Vor hundert Jahren war der 27. Januar ein Ausdruck der deutschen Identität, die durch Zuversicht, Selbstwertgefühl, Leistungsbereitschaft und Lebensfreude bestimmt war. Freude über die Einheit der Deutschen und das Glück, ein Deutscher zu sein, verbanden sich mit einem Gefühl des Stolzes und der Ehre. Einheit und Würde der Nation sah man im höchsten Repräsentanten des Reiches verkörpert.

Der 27. Januar war der Tag, an dem die Deutschen ihre Einheit (in Stolz und Freude) feierten. Heutige Kritiker sehen jedoch im Kaiser-Geburtstag ein „perfekt inszeniertes Großereignis, daß darauf abzielte, die nationale Gesinnung zu verschärfen (...) und andere Staaten dadurch einzuschüchtern“.

Wiederbelebung der Tradition

Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde der 27. Januar von treuen Anhängern des Kaiserhauses im kleinen Kreise als Feiertag begangen. Seit 1999 versucht die Junge Landsmannschaft Ostpreußen (JLO) die Tradition des 27. Januar durch jährliche Feiern wiederzubeleben, ohne dabei der Monarchie das Wort zu reden.

„Kaisers Geburtstag“ sei als ein Feiertag geeignet, an dem sich die Deutschen auf die lange Geschichte von Kaiser und Reich besinnen und ein positives Verhältnis zu ihren Traditionen gewinnen könnten. Im Rahmen der ersten Feier am 27. Januar 1999 wurden zahlreiche Vorträge zu historischen und politischen Themen gehalten.

Der Vortrag über Wilhelm II. schloß mit dem Resümee: „Das Bild des letzten Kaisers - wie das Bild Deutschlands allgemein - ist unter dem Schutt einer barbarischen Zeit begraben. Das, was das Selbstbewußtsein des deutschen Volkes in früheren Zeiten ausmachte, gilt es wiederzuentdecken. Der jährlich wiederkehrende Geburtstag Wilhelms II. am 27. Januar sollte uns ein Anlaß zur wahrhaftigen Erinnerung sein“.

Siehe auch

Verweise

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