Karl Ludwig Johann Joseph Laurentius von Österreich-Teschen

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Karl Ludwig, Erzherzog von Österreich.jpg

Karl Ludwig Johann Joseph Laurentius, Erzherzog von Österreich und Herzog von Teschen (Lebensrune.png 5. September 1771 in Florenz; Todesrune.png 30. April 1847 in Wien) aus dem Haus Habsburg-Lothringen im Erzherzogtum Österreich war ein deutscher Reichsgeneralfeldmarschall (seit 1796), ruhmreicher Feldherr des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und bis zur Niederlegung der Reichskrone 1806 Feldmarschall der Kaiserlichen Armee.

Der Hochmeister des Deutschen Ordens Karl von Österreich-Teschen war ein Verfechter der Deutschheit und ist ein Genosse Walhallas.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Karl kam als dritter Sohn des Großherzogs der Toskana und späteren Kaisers Leopold II. und der Maria Ludovica von Spanien zur Welt und war der jüngere Bruder vom römisch-deutschen Kaiser Franz II.. Karl verließ Florenz, nachdem sein Vater Kaiser geworden war und nahm am 9. Oktober 1790 in Frankfurt a. M. an dessen Krönung teil.

Mit Einverständnis des Vaters wurde er im Januar 1791 von seiner kinderlos gebliebenen Tante Erzherzogin Marie Christine und deren Mann Albert von Sachsen-Teschen (Reichs-Generalfeldmarschall und ein bedeutender Kunstmäzen) adoptiert und war damit Erbe deren bedeutenden Landbesitzes. Am 1. Oktober 1791 erschien er bei seinen Adoptiveltern in Brüssel und erhielt im Palais Royal eine eigene Hofhaltung. Im März 1792 starb sein kaiserlicher Vater in Wien, im Mai folgte Karls Mutter Maria Ludovika ins Grab.

Zu seinem Wirken heißt es:[1]

Dritter Sohn des Großherzogs von Toscana, nachmaligen Kaisers Leopold II., der berühmteste österreichische Held in den Kämpfen gegen die Franzosen, gleich ausgezeichnet durch hohes Feldherrntalent, wie durch seltene Humanität und edle Pflege von Wissenschaft und Kunst. Sein Genie zeigte sich besonders in Ueberwindung der durch die österreichische Militärverfassung, welche er später als Kriegsminister kräftigst zu reformiren begann, ihm entgegengestellten Hindernisse. Seine glänzendste Waffenthat ist die Schlacht bei Aspern und Eßlingen, 21. und 22. Mai 1809, wo er zuerst den Unbesiegten besiegte, während der gegen Napoleon bei Wagram unterlag. Klassisch sind seine kriegswissenschaftlichen Werke „Grundsätze der Strategie“ und „Geschichte des Feldzugs von 1799 in Deutschland und der Schweiz“. Sein Reiterstandbild in Wien trägt die Inschrift: „Dem heldenmüthigen Führer der Heere Oesterreichs“. - „Dem beharrlichen Kämpfer für Deutschlands Ehre“.

Feldzüge (Auswahl)

Im ersten Koalitionskrieg besiegte der Erzherzog Karl von Österreich am 24. August 1796 mit seinen deutschen Truppen der Kaiserlichen Armee in der Schlacht bei Amberg das Heer des französischen Marschalls Jean-Baptiste Jourdan.

„Seine große militärische Karriere begann am 10. Februar 1796, als er an Stelle des Feldmarschalls Graf von Clerfayt zum Reichsgeneralfeldmarschall ernannt wurde. Als Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee in Deutschland gelang es ihm durch die Schlachten bei Wetzlar (15. Juni 1796) und Uckerath (19. Juni 1796), die französische Sambre-Maas-Armee unter Jourdan über den Niederrhein zurückzuwerfen. Sein größter militärischer Erfolg waren die Siege bei Amberg (24. August 1796) und Würzburg (2. September 1796), durch die er die französische Sambre-Maas-Armee Jourdans, nach ihrer zweiten Offensive, über den Rhein zurücktrieb und Böhmen vor einem feindlichen Einfall rettete. Nun konnte er nach Süden gegen die französische Rhein-Mosel-Armee Moreaus vorgehen, welcher am Oberrhein stand. Er schlug Moreau bei Emmendingen (19. Oktober 1796) sowie bei Schliengen (24. Oktober 1796) und zwang ihn schließlich am 26. Oktober 1796bei Hüningen über den Hochrhein zurückzugehen. Danach belagert er den französischen Brückenkopf Kehl bis zur Kapitulation am 10. Januar 1797. [...] Nach dem Abschluß des Waffenstillstandes von Judenburg wurde Erzherzog Karl am 23. September 1797 zum Gouverneur und Generalkapitän von Böhmen ernannt.“

Er fügte als Generalissimus der kaiserlich-königlichen Armee der Angriffstruppen in Süddeutschland Napoleon (IV. Korps kommandiert von Masséna, dem sächsischen IX. Korps kommandiert von Bernadotte) in der Schlacht bei Aspern am 21./22. Mai 1809 mit 160 Bataillonen und 148 Eskadronen eine erste herbe Niederlage auf dem Schlachtfeld zu.

Kurz darauf unterlag Karl am 5./6. Juli 1809 jedoch in der Schlacht bei Wagram, er schloß mit Napoleon eigenmächtig den Waffenstillstand von Znaim, wofür er von Kaiser Franz am 23. Juli suspendiert wurde. Das Kaisertum Österreich mußte am 14. Oktober 1809 den Frieden von Schönbrunn schließen.

Nachkommen

Aus der am 17. September 1815 geschlossenen Ehe mit Henriette Alexandrine von Nassau-Weilburg (1797–1829) gingen sieben Kinder hervor:

Zitate

  • „Der in der Kriegsgeschichte rühmlichst bekannte deutsche Feldherr, Erzherzog Karl, hatte drei Tage lang in Italien gegen einen der vorzüglichsten französischen Marschälle, Massena, mit dem größten Ruhme gefochten und seine Stellung an der Etsch behauptet.“ — Joseph von Mussinan, in: Geschichte der französischen Kriege in Deutschland, S. 129
  • „Ich kann nicht genug ausdrücken, welchen tiefen Schmerz ich fühle, das edelmüthige und treue Volk verlassen zu müssen. Ich ersuche Sie, meine Gesinnungen den guten und treuen Tyrolern zu eröffnen. Die Unglücksfälle, welche die deutsche Armee erlitten hat, fühlte auch die Armee in Italien, und dies zieht auch für Tyrol die traurigsten Folgen nach sich. [...]“ — Erzherzog Johann an die Stände Tirols, nachdem er von Erzherzog Karl den Befehl bekommen hat, Tirol zu verlassen, um das restliche Österreich zu schützen.

Werke (Auswahl)

  • Grundsätze der Strategie. Erläutert durch die Darstellung des Feldzugs von 1796 in Deutschland (PDF-Dateien: I. Theil, III. Theil)
  • Geschichte des Feldzuges von 1799 in Deutschland und in der Schweiz (PDF-Dateien: I. Theil, II. Theil)

Literatur

  • Friedrich von Rabenau: Erzherzog Carl, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Fünfter Band, S. 128–142
  • Eduard Wertheimer: „Erzherzog Carl und die Zweite Coalition bis zum Frieden von Luneville, 1798-1801“ (1885) (PDF-Datei)
  • Eduard Duller: „Erzherzog Carl von Oesterreich“ (1847) (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Franz Joseph Adolph Schneidawind: „Carl, Erzherzog von Oesterreich und die österreichische Armee unter ihm“ (1840) (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Charles Freiherr von Waldstätten: „Erzherzog Karl - ausgewählte militärische Schriften“ (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Dreihundert Bildnisse und Lebensabrisse berühmter deutscher Männer“ von Ludwig Bechstein, Karl Theodor Gaedertz, Hugo Bürkner, Leipzig am Sedantage 1890, 5. Auflage (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
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