Kessel von Halbe

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Der Kessel von Halbe bezeichnet den Einschluß deutscher Truppen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Gebiet der Ortschaft Halbe.

Inhaltsverzeichnis

Stärke

Die letzten gepanzerten Truppen brachen auf Befehl von General der Infanterie Theodor Busse, der zuvor ein Kapitulationsdiktat abgelehnt hatte, unter großen Verlusten zwischen dem 25. und 28. April 1945 aus dem Kessel aus.

In der Schlacht von Halbe standen sich gegenüber:

  • Rote Armee mit 45 Schützendivisionen, 13 Panzer-/mechanisierte Brigaden (etwa 700 Panzer), eine Artilleriedivision (300 Geschütze/Werfer).
    • über 280.000 Soldaten
  • Wehrmacht mit 11 Infanteriedivisionen, 2 motorisierte Divisionen, eine Panzerdivision.
    • kaum 50.000 kampffähige Soldaten

Kampfverlauf

Halbe mit den allgemeinen Durchbruchsrichtungen.jpg

Anfang April 1945 war die Oder-Front von den Bolschewisten durchbrochen worden. Massenhaft preßte der Russe seine Verbände durch den Einbruch und versuchte, die deutschen Verbände einzukesseln, was ihm bei Teilen der 9. Armee auch gelang. Auf zunächst 1.200 Quadratkilometern war ein wandernder „Kessel“ entstanden, in dem deutsche Truppen sich tapfer kämpfend in Richtung Westen zurückzogen. Der Kessel wurde immer kleiner und war zum Schluß auf ca. 80 Quadratkilometern im Raume Märkisch Buchholz zusammengedrückt.

Die Rote Armee unternahm mehrere Versuche, den Kessel in mehrere kleine zu zerspalten, was aber am entschlossenen Widerstand der eingeschlossenen Truppen scheiterte. Kleine Gruppen der Nachhut und ähnlichem konnten jedoch in kleine Kessel abgespaltet werden. Auch Teile der SS-Panzerjagdabteilung 32 (Kampfgruppe Krauß) konnten dies nicht verhindern.

Jahrzehnte später, im Jahr 1977, schrieb Krauß darüber:

„Im Raume südlich Berlin war die 9.Armee schon im großen Kessel von Berlin, der wiederum in mehrere kleine Kessel aufgespalten war, z. B. Müllrose, Prieros usw. Der Kessel Prieros hatte ca. 16–21 qm Durchmesser. In dem Kessel waren ca. 10.–14.000 deutsche Soldaten aller Waffengattungen und dazu an die 20.000 Zivilisten mit Viehherden, Einzelvieh, Hausgerät, mit Familien, Frauen mit Kindern, teils zu Fuß, teils mit bespannten Fahrzeugen, Handkarren. Dies unter andauerndem Artillerie-Granatwerferbeschuß und Schlachtenfliegerangriffen der Russen.
Straße im Kessel Halbe.jpg
Etwas trafen sie immer. Der Zustand im Kessel war grauenhaft. Soldaten, Zivilisten, Kinder, Frauen und Fahrzeuge bewegten sich im Kreise, um dem Beschuß zu entgehen. Wie ein tausendfüßiger Riesenwurm, sich selbst in den Schwanz beißend. Um der russischen Soldateska zu entgehen, erschossen sich Offiziere, Soldaten, Zivilisten mit ihren Familien, ganz Gruppen deutscher Menschen. Erschüttert, fassungslos, hilflos stand ich diesem Geschehen gegenüber.“

In dem immer kleiner werdenden Kessel wurde die Versorgungslage immer kritischer. Es mangelte den deutschen Verbänden an Treibstoff und Munition. Die deutschen Verbände verfügten etwa über 50.000 Mann Kampftruppen, 10.000 Mann Volkssturm, alles in allem mit rückwärtigen Diensten (Wehrmachtshelferinnen, Stäben, Verwaltungseinheiten, Feldbäckereien usw.) ca. 140.000 Mann. Diese hatten ca. 1.000 Geschütze und Granatwerfer und ca. 120 Panzer.

Dem gegenüber standen 280.000 Mann Kampftruppen der Russen, 7.400 Geschütze und Granatwerfer, 280 Panzer und vor allem 1.500 Flugzeuge, in der Hauptsache Kampf- und Schlachtenflieger. Diese verfügten selbstverständlich über reichlich Munition und Treibstoff.

Der Kessel wurde verteidigt im Norden vom XI. SS-Panzer-Korps, das waren in der Hauptsache die schwere SS-Panzer-Abteilung 502, die 23. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nederland“ (niederländische Nr. 1) und Kampfgruppen der 303., 169. und 212. Infanterie-Divisionen und andere. Im Osten verteidigte den Kessel das V. SS-Gebirgskorps, das waren die 32. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „30. Januar“ und die 286. Infanterie-Division und andere.

Im Süden wurde der Kessel verteidigt vom V. Armeekorps, das waren in der Hauptsache die 35. SS- und Polizei-Grenadier-Division, Reste der 275., 212., 342. Infanterie-Division und Teile der 36. Waffen-Grenadier-Division der SS, der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ und anderen. Überall im Kessel befanden sich Arbeitsdienst, Angehörige der Kriegsmarine und der Luftwaffe sowie der Organisation Todt und ca. 150.000 Flüchtlinge.

In Halbe wurde faktisch eine Falle aufgebaut für die deutschen Truppen. Halbe war von drei Seiten von Panzern und Sturmgeschützen und Artillerie umstellt. Halbe selber war natürlich auch von den Russen besetzt, was an einer Panzersperre am Ortseingang zu Stauungen bei der Ausbruchbewegung führte. In diese Stauungen schoß der Russe mit schweren Kalibern und sogar mit Phosphor-Granaten.

„Am 18. April treibt die Krise beim CI. Armee-Korps dem Höhepunkt zu. Die am rechten Flügel des Korps - an der Naht zur 9. Fs.Jg.Div. - stehende Division 309 (Berlin) und die nördlich anschließende Division 606 werden in der Hardenberg-Stellung durchbrochen. Die von Generalmajor Voigtsberger geführte 309. Infanterie-Division [Anm.: Infanterie Division „Berlin“] wird von starken russischen Panzerkräften und Infanterie angegriffen und verliert Ringenwalde, Batzlow und Reichenberg.“[1]

Die abgekämpften und teilweise führungslosen Resteinheiten konnten die Front fast nirgendwo mehr halten und nur der Tapferkeit einzelner Männer und Führer war es zu verdanken, daß der Kessel nicht in sich zusammenbrach. Die wiederholten heldenhaften Angriffe unserer Panzer und der begleitenden Infanterie hatten schließlich Erfolg. Im Morgengrauen des 29. April 1945 war der russische Sperr-Riegel aufgebrochen und seine Stellungen konnten überrannt werden. Ein Einwohner von Teupitz erinnerte sich an diesen Tag:

„Ich habe im ersten Weltkrieg das Trommelfeuer in der Champagne erlebt, machte die Sommeschlacht mit und lag auch im zähen Ringen vor Verdun. Aber was sich an diesen Tagen im Halber Kessel zutrug, stellte alles durchlebte in den Schatten. Mit der Präzision eines Uhrwerks rollte tagsüber bis in die Dunkelheit ein Bombengeschwader nach dem anderen heran, um seine todbringende Last in die Wälder um Halbe, Teupitz und Märkisch Buchholz und die mit Kolonnen vollgestopften Landstraßen abzuladen. Pausenlos fauchten die Raketengeschosse heran, zerhämmerten die Granaten der Geschütze die notdürftig ausgehobenen Stellungen der deutschen Truppen.“

Ausbruch

Die Ausbruchsgruppierung führte am 28. April 1945 die Panzer-Grenadier-Division „Kurmark“ unter Generalmajor Willy Langkeit und die schwere Panzer-Abteilung der SS, unterstützt von Artillerie und Werfern, an. Der nördliche Stoßkeil, der die Abschirmung des Ausbruchs nach Norden zur Aufgabe hatte, führte die Panzer-Abteilung (die vereinten Reste der I. und II. Abteilung) der Panzer-Grenadier-Division „Kurmark“ und Teile der Division, Reste SS-Panzeraufklärungs-Abteilung 10. Den südlichen Stoßkeil bildeten die schwere SS-Panzer-Abteilung 502 mit Werfer-Batterie, eine Schützenpanzerwagen-Kompanie und das Grenadier-Regiment der Panzer-Grenadier-Division „Kurmark“. Diesen folgten der Divisionsstab der „Kurmark“, Stab des XI. SS-Panzerkorps, Stab 9. Armee, Einheiten des V. SS-Gebirgskorps, V. AK. Die Nachhut bildeten Korpseinheiten des XI. SS-Panzerkorps und Reste der SS-Panzerjäger-Abteilung 32.

Ca. 35.000 bis 45.000 Mann gelang somit der Ausbruch, darunter eine große Anzahl Frauen und Kinder. Sie gelangten bei Beelitz südlich von Potsdam zur 12. Armee unter General der Panzertruppe Walther Wenck, mit der sie sich über die Reste der zerstörten Elbbrücke in Tangermünde in westallierte Kriegsgefangenschaft begaben. Etwa 120.000 deutsche Soldaten gerieten nach den Kämpfen in sowjetische Gefangenschaft.

Über 30.000 deutsche Soldaten starben, dazu geschätzte 10.000 deutsche Zivilisten. 23.000 deutsche Soldaten und Zivilisten fanden ihre letzte Ruhe auf dem Soldatenfriedhof in Halbe.

Schändungen des historischen Ortes und Spuren

1990 und 1991 kamen Militariasammler aus ganz Europa in die Wälder von Halbe, Märkisch-Buchholz und Teupitz und durchsuchten sie nach Verwertbarem. Dieses verwerfliche Verhalten ist ganz klar die Schändung eines historischen Ortes. Während man davor den einen oder anderen Stahlhelm, Gebeine und dergleichen mehr antraf, war danach nichts mehr davon zu sehen. Heutige Besucher können noch Schützengräben, Panzersperrgräben und Bombentrichter entdecken.

Siehe auch

Quelle

Verweise

Fußnoten

  1. Vgl.: Das Ende zwischen Oder und Elbe – Der Kampf um Berlin 1945 von Wilhelm Tieke, Motorbuch Verlag
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