Kesselschlacht von Demjansk

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Kessel von Dejansk.jpg

Die Kesselschlacht von Demjansk in der sogenannten Festung Demjansk fand Anfang 1942 während des Zweiten Weltkrieges südöstlich des Ilmensees statt. Dabei wurden um die Stadt Demjansk sechs deutsche Divisionen von sowjet-bolschewistischen Truppen eingekreist, denen am 7. Januar 1942 der Durchbruch durch die deutschen Abwehrlinien gelang.

Inhaltsverzeichnis

Kämpfe im Kessel

Standorte der sowjetischen Verbände zu Beginn der Januaroffensive der Roten Armee. Die obere Karte ist ungenau. Die 1. Stoßarmee war nicht im Süden. Die dortige 3. Stoßarmee wurde verstärkt durch abgegebene Verbände der an der linken Flanke stehenden 4. Stoßarmee. Deren Kommandeut Jeremenko war darüber nicht sehr erfreut.[1]

Eingeschlossen waren sechs Divisionen mit ursprünglich fast 100.000 Soldaten, darunter auch die 3. SS-Panzer-Division „Totenkopf“ unter Obergruppenführer der SS und General der Waffen-SS Theodor Eicke. Ihnen gegenüber standen zirka 400.000 Soldaten der Roten Armee. Die Truppenstärke beider Seiten haben sich mit dem Fortlauf der Schlacht erheblich erhöht.

Im Kessel eingeschlossen war auch das II. Armeekorps unter der Führung von General der Infanterie Graf Brockdorff-Ahlefeld. Mit seinen Divisionen, der 12., 32. und 223. Infanterie-Division sowie mit den ihm unterstellten Infanterie-Divisionen 30. und 290. sowie der 3. SS-Panzer-Division „Totenkopf“ verteidigte er bei einer Kälte von durchschnittlich 40 Grad eine Gesamtfrontlänge von etwa 300 km.

Ab Anfang März sickerten zirka 6.000 Mann des sowjetischen 1. Luftlandekorps aus ihrem Bereitstellungsraum um den Ort Wereteika von Norden über den gefrorenen Newij-Sumpf zwischen den Stützpunkten Pustynia und Nory der dünn besetzten deutschen Stellungslinie zwischen der 290. und der 30. Infanteriedivision in das Kesselgebiet ein. Sie sperrten Nachschubwege, überfielen rückwärtige Versorgungseinrichtungen, griffen vom 18. bis 26. März die Stellungen der 30. Infanteriedivision bei Lytschkowo aus dem Kesselinnern an (2. Luftlandebrigade unter Oberstleutnant Wassilenko mit dem zwischenzeitlich nachgeführten 54. Skibataillon) und stießen in der Nacht vom 21. auf den 22. März auf den vermeintlichen Gefechtsstand des II. Armeekorps in Dobrosli vor (der Gefechtsstand wurde am Vortag vorsichtshalber nach Borowitschi östlich Demjansk verlegt), und auf die Feldflugplätze um Demjansk (1. Luftlandebrigade unter Oberstleutnant Tarassow und 204. Luftlandebrigade unter Major Grinjew). Die Angriffe konnten jedoch abgeschlagen werden.

In zähen, sich bis Ende April hinziehenden Verfolgungskämpfen gelang es deutschen Jagdkommandos, die vom Nachschub abgeschnittenen sowjetischen Luftlandetruppen zu vernichten bzw. gefangenzunehmen. Hier wurde zum ersten Mal der neue MKb 42 (H; H für Haenel) verwendet. Der Maschinenkarabiner, der ab 1943 MP 43 und später schlußendlich StG 44 heißen sollte, verschaffte den deutschen Jägern der Infanterie einen waffentechnischen Vorteil.

Die Eingeschlossenen

Kessel Demjansk, Lufttransport der 16. Armee mit Flugzeug Junkers Ju 52 auf verschneitem Feldflugplatz

Folgende Divisionen befanden sich im Kessel eingeschlossen: (Die Reihenfolge der Nennung entspricht der Aufstellung der Divisionen vom Ilmensee bis zum Seligersee vor Beginn des sowjetischen Angriffs am 8. Januar 1942.)

Das Generalkommando des X. Armeekorps (General der Artillerie Christian Hansen) zog sich Ende Januar aus dem sich bildenden Kessel auf Staraja Russa zurück und übernahm dort den Befehl über die Truppen zur Verteidigung der Hauptkampflinie vom Ilmensee über Staraja Russa bis südwestlich der Stadt. Es waren die folgende Truppen: 18. Infanterie-Division (mot.), 81. Infanterie-Division, Luftwaffen-Felddivision „Meindl“, Infanterie-Regiment 368 (281. SD), Polizeiregiment Nord, Sicherungsregiment „Mayer“ und mehrere Kampfgruppen der SS-Division „Totenkopf“.

In der ersten Februarwoche trafen die ersten Einheiten der 5. (leichten) Infanterie-Division aus Frankreich ein. Die drei eingeschlossenen Divisionen des X. Armeekorps wurden am 18. Februar dem im Kessel verbliebenen Generalkommando des II. Armeekorps unterstellt.

Luftbrücke

Der Durchbruch unserer Truppen

Schon am 18. Februar 1942 erhielt der Einsatzstab des LTF (Lufttransportführer) Ost, Oberst (später Generalmajor) Fritz Morzik den Befehl zur Durchführung des Einsatzes, wofür Transportfliegerkräfte der K. Gr. z. b. V. (Kampfgruppe zur besonderen Verwendung) der Luftflotte 1 auf Absprunghäfen konzentriert wurden. Sie wurden später durch weitere abgezogene Kapazitäten der Luftflotte 4 aus dem Südabschnitt der Ostfront und durch neu aufgestellte Verbände ergänzt. Als Absprunghäfen wurden alle in Reichweite befindlichen Feldflughäfen eingesetzt: Pleskau-Süd, Pleskau-West, Korowje-Selo, Ostrow-Süd, Tuleblja, Riga, Riga-Nord, Dünaburg.

35 Kilometer trennten das Einschlußgebiet von der Hauptkampflinie um Staraja Russa. Um die Kampfkraft der eingeschlossenen Truppen aufrechtzuerhalten, war die Zufuhr von täglich mindestens 200 bis 240 Tonnen Versorgungsgütern durch die Luft notwendig. Der Aufbau dieser beeindruckenden Luftbrücke gelang und somit konnte ein Sturmregiment des II. Armeekorps am 20. April 1942 aus dem Kessel heraus Verbindung mit der Stoßgruppe „Seydlitz“ aufnehmen, die im sogenannten „Unternehmen Brückenschlag“ zur Öffnung des Kessels von außen angetreten war.

Der Kessel wurde erfolgreich durch die Luft versorgt, bis deutsche Truppen am 21. April durch einen Entsatzangriff wieder Verbindung aufnehmen konnten.

Stoßgruppe Seydlitz

Kommandant während der Kämpfe war General Walter von Seydlitz-Kurzbach. Die Stoßgruppe „Seydlitz“ setzte sich wie folgt zusammen:

Ärmelschild „Demjansk“

Den teilnehmenden Kämpfern wurde der Demjanskschild gestiftet.

Verluste

Deutsches Reich:

Sowjetunion:

  • Gefallen: 200.000
  • Verwundet: 400.000
  • 408 Fluzeuge, darunter

Literatur

  • Franz Kurowski: Demjansk - Der Kessel im Eis. 14 Tage Abwehrkampf im Nordabschnitt der Ostfront, Podzun-Pallas-Verlag (Inhaltsverzeichnis)
  • Werner Haupt: Demjansk 1942 - Ein Bollwerk im Osten, ISBN: 3895555258

Fußnoten

  1. Jeremenko, Andrej Iwanowitsch: Tage der Bewährung. Deutscher Militärverlag. 1961.
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