Kleinheisterkamp, Matthias

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Matthias Kleinheisterkamp (1893–1945)

Matthias Kleinheisterkamp (Lebensrune.png 22. Juni 1893 in Elberfeld; Todesrune.png vermißt seit 30. April 1945 im Kessel von Halbe) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der SS. Er war zuletzt SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Eichenlaubträger (strittig) im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Matthias Kleinheisterkamp (rechts)
Matthias Kleinheisterkamp (2. v. l.), Eduard Dietl, Oberst der Schutzpolizei Friedrich Hermann Franz und Generalveterinär Dr. Franz Werner

SS-Brigadeführer Kleinheisterkamp, der am 22. Juni 1893 in Elberfeld als Sohn des gleichnamigen Eisenbahnsekretärs und dessen Ehefrau Anna, geb. Rüpper, geboren wurde, war schon durch die Bewährung im Ersten Weltkrieges gegangen. Er war Soldat, als im August 1914 der Krieg ausbrach, Soldat mit Leib und Seele. Er trug als Auszeichnung jenen Völkerringens das Eiserne Kreuz beider Klassen und das Verwundetenabzeichen. Im Freikorps „Lichtschlag“ kämpfte er nach dem Zusammenbruch des alten Regimes für die Erhaltung Deutschlands weiter, war anschließend bis 31. Dezember 1920 im III. Bataillon des Schützenregiments 7 im Garde-Landesschützen-Korps „von Neufville“ und trat, wie es die geradlinige Lebensplanung dieses kompromißlosen Soldaten bestimmte, im Januar 1921 in das 100.000-Mann-Heer ein.

Im Januar 1934 trat er in die SS ein (SS-Nr. 132.399). Als Infanterie-Ausbilder wurde er am 1. April 1935 zur SS-Verfügungstruppe versetzt und der SS-Junkerschule Braunschweig zugeordnet. Nach einem Jahr Lehrtätigkeit wechselte er als Stabsoffizier in Paul Haussers Inspektorat. Ab dem 1. Dezember 1938 kommandierte er den III. Sturmbann der SS-Standarte Deutschland.

Mit diesem Bataillon bildete er im Polenfeldzug eine der drei Gefechtsgruppen der Panzerdivision Kempf, und als erster der Division erwarb er sich hier als Auszeichnung für persönliche Tapferkeit und umsichtige Truppenführung die Spangen zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse.

Als die Divisionen der Waffen-SS neben den Verbänden der neuen deutschen Wehrmacht ihre geschichtliche Feuertaufe im Westen erhielten, war auch SS-Obersturmbannführer Kleinheisterkamp mit seinem III. Bataillon SS „Deutschland“ dabei.

Im Kampf vor Vlissingen drang er allein mit einem Panzerkampfwagen in die Stadt ein und zwang sie zur Übergabe, bevor sie von den deutschen Truppen besetzt werden konnte. Noch während des Westfeldzuges übernahm er am 3. Juli 1940 die Führung des Regiments 3 der SS-Totenkopf-Division, mit dem er auch im Osten antrat, als die Verbände der Waffen-SS ihren bisher größten und schwersten Einsatz begannen. Es folgten Tage und Wochen härtester Kämpfe.

Nach der Verwundung des Divisionskommandeurs, SS-Gruppenführer Eicke, übernahm der 1941 zum SS-Oberführer beförderte Regimentskommandeur vorübergehend die Führung dieser Division. Gerade in den ersten Wochen, in denen er wieder bei seinem Regiment war, machten die Sowjets verzweifelt Durchbruchsversuche. Südlich des Ilmensees, bei Luschno, rannten sieben Schützendivisionen und eine Panzerbrigade gegen sein Regiment und weitere Teile der SS-Division an. In den langen Stunden des Massenansturms und Trommelfeuers der Sowjets zeichnete sich der inzwischen am 9. November 1941 zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS beförderte Ritterkreuzträger Kleinheisterkamp durch seine vorbildliche Kampfführung, durch eigene Ruhe und Entschlossenheit besonders aus.

Unlöslich mit den großen Entscheidungen dieses Feldzuges aber werden die beiden Winterschlachten von Sytschewka und Rshew verbunden bleiben, die eine andere von ihm seit dem 1. Januar 1942 geführte SS-Division gegen eine vielfache feindliche Übermacht und unter schwierigen Witterungsverhältnissen erfolgreich beendete.

Damals im Januar 1942, als der Brigadeführer die Division in der Rusastellung vor Moskau übernahm, hatten die schwersten Winterkämpfe gerade begonnen. Von August 1944 bis Kriegsende war er Kommandierender General des XI. SS-Armee-Korps.

Tod

Je nach Quelle wurde Kleinheisterkamp am 28. April 1945 gefangengenommen und soll am 29. April Suizid begangen haben (bzw. wurde von den Sowjets ermordet), oder er fiel am 2. Mai 1945 im Kessel von Halbe.[1][2] Wiederum nach anderen Quellen wird er seit dem 30. April 1945 vermißt, als beim Ausbruch aus dem Kessel von Halbe sein SPW abgeschossen wurde. Auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge führt SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Matthias Kleinheisterkamp als bei Frankfurt/Oder „vermißt“, was einem Freitod klar widersprechen würde.

Einer einzelnen Quelle zufolge wurden Kleinheisterkamps Gebeine 1990 im ehemaligen Kampfraum Halbe bei Grabungen gefunden, allerdings wurde dies weder Behörden noch Volksbund gemeldet. Immer wieder werden in Brandenburg Gebeine von Soldaten bei der „Schatzsuche“ gefunden und achtlos beiseite geräumt, um an Fundstücke, wie Waffen, Orden oder persönliche Dinge, zu gelangen. Vor allem das Entwenden von Erkennungsmarken der Soldaten läßt viele verzweifeln, denn ohne sie ist die Identifizierung der Gefallenen fast unmöglich – damit auch eine würdige Bestattung.

Eichenlaub zum Ritterkreuz

Am 21. April 1945 schlug Theodor Busse Kleinheisterkamp für das Eichenlaub zum Ritterkreuz vor (am selben Tag auch Generalmajor Joachim von Siegroth) und erhielt die Anweisung, „Dienstwegvorschlag bzgl. Sofortverleihung abwarten“, denn Heinrich Himmler mußte bei Angehörigen der Waffen-SS zustimmen. Per Funkspruch soll ihm am 28. April 1945 das Eichenlaub verliehen worden sein. Die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger des Eisernen Kreuzes e. V. (OdR) erkennt die Verleihung mit der Verleihungsnummer 871 an. Nach Veit Scherzer ist eine Direktverleihung am 28. April 1945 aus dem Führerbunker per Funk über die 9. Armee möglich, aber nicht nachzuweisen.

Familie

Leutnant Kleinheisterkamp heiratete am 27. März 1921 seine Verlobte Ellen Heusing-Esch[3] (Lebensrune.png 4. Juli 1900; Todesrune.png 14. Oktober 1943). Sie hatten drei Söhne: Karl-Ernst, geboren am 11. April 1922; Hans-Joachim, geboren am 12. April 1928 und Heinrich, geboren am 18. September 1937 sowie zwei Töchter: Waltraud, geboren am 15. September 1923 und Marliese, geboren am 11. Dezember 1929.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Fußnoten

  1. James Lucas: Das Reich. The Military Role of the 2nd SS Division, London 1981, S. 214, ISBN 0-304-35199-7
  2. Gregory L. Mattson: SS-Das Reich. The Story of the Second SS Division 1939–45, Staplehurst 2002, S. 180, ISBN 1-86227-144-5
  3. Frau Kleinheisterkamp erkrankte schwer, war schon seit 1941 in klinischer Behandlung und verstarb schließlich 1943 mit nur 43 Jahren.
  4. 4,0 4,1 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn, Berlin 1930, S. 151
  5. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 447, ISBN 978-3-938845-17-2