Meereskämpfer

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Meereskämpfer war die Bezeichnung für die militärischen Taucher der Deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkrieges – die Geheimwaffe des Reichs im Seekrieg. Die Sondereinheit, eine Waffengattungsart im Rahmen der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine, wurde wie folgt unterteilt: Kampfschwimmer, Torpedomänner, Minentaucher (Sperrwaffentaucher) und Kleinkampfmitteleinheiten (Kommando- und Marinestoßtruppen). Heute ist der Oberbegriff dieser Elitetruppe, die es in abgeänderter, moderner Form bei der Bundeswehr gibt, Waffentaucher.

Der Sägefisch: Symbol der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine und somit ebenfalls der Meereskämpfer. Auch heute noch das Abzeichen der Kampfschwimmer der Bundeswehr.[1]

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Schon im Ersten Weltkrieg gab eine Art Kampftaucher, die vom Deutschen Heer entwickelt wurde und Einsätze für die Kaiserliche Marine tätigte.[2] Mitte 1941 griff die Abwehrstelle II in Hamburg erneut den Kampfschwimmer-Gedanken mit der Aufstellung der beiden ersten deutschen „Marineeinsatzkommandos“ (M.E.K.) auf. Deutsche Kampfschwimmer konnten sich dabei bis Kriegsende auf einen technischen Vorteil stützen. Während die Alliierten ein von Jacques-Yves Cousteau entwickeltes Tauchgerät benutzten, hatte der Tauchpionier Hans Hass aus Deutschösterreich, zusammen mit der Patent-Firma Dräger aus Lübeck, ein Atemgerät mit geschlossenem Sauerstoffkreislauf entwickelt, die sogenannte Dräger-Gegenlunge. Sein Vorteil war, daß es im Betrieb ohne verräterische Atemblasen arbeitete, die von aufmerksamen Wachen hätten entdeckt werden können. Noch heute benutzen Kampfschwimmer weltweit diese Rebreather.

„Wenn ich auf die unter Wasser liegenden Wracks hinabgetaucht war oder in der Abenddämmerung im Hafen umher schwamm, da ließ mich die Idee vom militärischen Einsatz von Schwimmern nie ruhen. Welche Möglichkeit gäbe es da, ungesehen an ein fremdes Schiff oder in einen Hafen hineinzugelangen? Manche Nacht konnte ich nicht schlafen, jede Minute hatte ich eine Idee, eine waghalsiger als die andere: die Idee der Kampfschwimmer.“Alfred von Wurzian, Begründer der deutschen Kampfschwimmer, in seinem Tagebuch, 1942

Ausbildung

Ein Meereskämpfer zwängt sich in seinen Kälteschutzanzug. Informationen sind rar, denn die meisten der noch heute lebenden Veteranen fühlen sich auch 70 Jahre nach Kriegsende an den seinerzeit geleisteten Schwur zur Geheimhaltung gebunden.

Die ersten Gruppen freiwilliger Soldaten aus Marine (insbesondere aus der Wettkampfgruppe Schwimmen[3]), Abwehr und Waffen-SS wurden in Valdagno und dann auf der Insel San Giorgio in Alga bei Venedig ausgebildet. Später hatte die SS auch in Wien-Leopoldstadt (Dianabad) eine zweite Ausbildungsstätte für Kampfschwimmer (SS-Jagdkommando Donau). Zur praktischen Meeresausbildung kamen aber alle nach Italien auf die Insel Alga bzw. in das Kloster auf der Insel San Giorgio in Alga.

Die „Inspektion Meereskämpfer der Marine“ bildete Froschmänner (aber auch andere Spezialeinheiten) an der SS-Junkerschule in Bad Tölz aus, ihre Grundausbildung als Kampfschwimmer und Einmann-Torpedofahrer erhielten sie in der großen Schwimmhalle der Schule. Der damalige SS-Obersturmführer Walter Tripps, Sport-Lehrer (u. a. auch Versehrtensport), berichtete 1976:

Das Kampfabzeichen der Kleinkampfmittel, 2. Stufe, das nach dem ersten K-Einsatz verliehen und am linken Oberarm getragen wurde.
... daß in Tölz mit Beginn des Jahres 1944 die Ausbildung der Kampfschwimmer, in der ganzen Welt Froschmänner genannt, einsetzte.[4] Zahlreiche Freiwillige der damaligen Kriegsmarine sind zu solchen Spezialkursen abgeordnet worden, die aus Gründen der Geheimhaltung an den Ausbildungstagen jeweils von 22.00 bis 6.00 Uhr, d. h. während der Nacht, stattfanden. Von Bad Tölz fuhren diese Einheiten nach zwei Monaten an die Adria weiter, wo sie vor ihren Einsätzen ihren letzten Schliff erhielten. Kein Angehöriger des auf der Junkerschule befindlichen Lehr- und Ausbildungspersonals – mit mir als Ausnahme – erhielten Zugang zu den in ungewöhnlicher Nachtzeit angesetzten Trainings- und Ausbildungsstunden. Die Ausbildungseinheiten dieser Art bestanden zumeist aus 20 bewährten Marineangehörigen, die zugleich hervorragende Wettkampfschwimmer waren. Ein Stabsarzt gehörte zu dieser Elite, insonderheit wegen der steten Herz- und Kreislaufkontrolle als einer gesundheitlich wichtigen Überwachungsfunktion. Immerhin bewältigten diese Kampfschwimmer bei ihrem nächtlichen Training jeweils mehrere Kilometer, anfangs ohne, später in Taucher-Spezialanzügen aus Gummi mit innenseitig besonders präparierten Wollfütterung und unter Anwendung einer Gesichtsmaske, die an ein Sauerstoffgerät angeschlossen war, das wie ein Tornister auf dem Rücken getragen wurde und mit einem Bauchgurt um den Unterleib befestigt wurde. Schwimmflossen und eine Spezialuhr, auf der die Windrose und die jeweilige Wassertiefe angegeben waren, vervollständigten die Einzelausrüstung. ...

Im Zuge der Einführung der Organisationsstruktur in den K-Verbänden erhielt San Giorgio in Alga die Bezeichnung Lehrkommando 701, Valdagno wurde das Lehrkommando 704, und das dritte in Bad Tölz errichtete Ausbildungszentrum erhielt die Bezeichnung Lehrkommando 702. Mit der Einführung der Kommandostruktur der Kampfschwimmer wurden im April 1944 auch die bisher genannten Marineeinsatzkommandos MAREI und MARKO der Abwehr nunmehr in die K-Verbände integriert und erhielten die Bezeichnung M.E.K. 20 bzw. M.E.K. 60. Später folgten noch elf weitere inzwischen einsatzbereite Marineeinsatzkommandos. Es war den Meereskämpfern unter Androhung der Bestrafung wegen Hochverrates verboten, etwas über ihre Tätigkeit außerhalb des Ausbildungszentrums zu erzählen. Selbst ihren wirklichen Dienstgrad durften sie oft nicht tragen. Offiziere trugen außerhalb z. T. nur Unteroffiziersuniformen, manche benutzten grundsätzlich Decknamen.

Valdagno

Foto (v. l. n. r.): Alfred von Wurzian (Lehrer), Rudi Ohrdorf (Kreuzschanzschleuse), Abwehr-Hauptmann Friedrich Hummel (Brandenburger), Karl Kayser (Ornekanal, Ancona), Gerd Schmidt, Richard Reimann (Orne), Gerd Olle (Nimwegen), Heinz Bretschneider (Orne, Nimwegen). Diese Dienstuhren wurden von der Kriegsmarine und der Abwehr für Sondereinsätze eingesetzt.[5] Jeder verdiente Kampfschwimmer erhielt eine wertvolle Taucheruhr mit Gravur von Rolex-Panerai, wobei der Name aus Geheimhaltungsgründen durch Initialen ersetzt wurde.[6]

Valdagno ist eine kleine Stadt am Fuße des Monte Pasubio und nahe dem bekannten Kurort Recoaro Terme. Die großzügigen und modernen Sportstätten, die der einflußreiche Textilunternehmer Gaetano Marzotto in den 1930er Jahren für seine Arbeiter errichtet hatte, waren der Grund, weshalb die Kampfschwimmer nach Valdagno verlegt wurden. Marzotto hatte ein großes, modernes Hallenschwimmbad mit 25-Meter-Bahnen und Sprungturm, ein großes Sportstadion, Turnhallen, regelrecht ein vollständiges, privates Olympiadorf erbauen lassen.

Alle Sporteinrichtungen waren nach dem Fall Achse von der deutschen Kommandantur beschlagnahmt worden und sollten nun den Kampfschwimmern und anderen Sonderkommandos als neue Trainingsstätte dienen. Der Ausbildungskurs der neuen deutschen Kampfschwimmer sollte ebenfalls dort stattfinden, gemeinsam mit den italienischen „Gamma-Kampfschwimmern“ des Fürsten Borghese unter dem Kommando des kampferprobten Volksdeutschen Kapitänleutnant Eugen Wolk.[7]

Im Dezember 1943/Januar 1944 begann die deutsche Kampfschimmerausbildung mit der Aufstellung der Meeresjäger-Abteilung „Brandenburg“ unter Hauptmann Fritz Neitzert (Abwehr) in Valdagno. Zu diesem Zeitpunkt gehörte der Verband dem OKW-Amt Ausland/Abwehr Abt. II an. Alfred von Wurzian wurde Ausbildungsleiter in der neuen Truppe, seine rechte Hand war der Obergefreite Richard („Ritchie“) Reimann. Nach außen hin wurde das Kommando als Soldatenerholungsheim getarnt, in dem Verwundete durch viel Sport und körperliche Ertüchtigung wieder fronttauglich gemacht werden sollten.

Die Schwimmhalle war quasi Sperrgebiet und nach einer Weile die „Wohnstube“ der Meereskämpfer. Sport war auch die hauptsächliche Beschäftigung in Valdagno: Es gab viele Tage, an denen die Kampfschwimmer länger die Schwimmflossen an den Füssen trugen, als Stiefel oder Turnschuhe. Die Soldaten mußten aber nicht nur jeden Tag mehrere Stunden im Hallenbad trainieren, sondern auch auf dem Sportplatz einschließlich Nahkampf (hier „Marinevernichtungssport“ genannt).

Unter dem Befehl des Konteradmirals Hellmuth Heye wurde der neue Kleinkampfverband der Kriegsmarine am 20. April 1944 offiziell aufgestellt. Die Kampfschwimmer feierten den Tag mit einer Parade in Valdagno, sie gehörten nun offiziell zur Kriegsmarine.

Um alle Fertigkeiten, die nicht im Hallenbad geübt werden konnten, im Freigewässer zu vervollkommnen, wurde im Frühjahr 1944 ein geeigneter Ort für ein Meeresausbildungslager an der Adriaküste gesucht. Als neues Lehrgangslager für den zweiten Teil der Meereskämpferausbildung wurde eine kleine Insel innerhalb der Lagune von Venedig ausfindig gemacht: Die kleine Insel San Giorgio in Alga, etwa 3 Kilometer südlich von Venedig gelegen.

Im Sommer 1944 kam es auch rund um Valdagno zu immer mehr terroristischen und mörderischen Partisanenaktivitäten, und für die Kampfschwimmer wurde es immer gefährlicher, sich frei zu bewegen. An einem Sonntag, dem 11. Juni 1944, waren vier der Meereskämpfer auf dem Weg zurück von einer Bergwanderung. Sie liefen durch das Dorf Contrada Borga, eine kleine Ortschaft ganz in der Nähe von Valdagno, sie machten Fotos und waren unbewaffnet. Für den 22jährigen SS-Kampfschwimmer Maat Hermann Georges fand der Ausflug in die schöne Landschaft ein jähes Ende. Im Dorf eröffneten versteckte Partisanen das Feuer auf die vier Deutschen. Georges wurde tödlich getroffen während die anderen in Richtung Valdagno flüchten konnten. Dort angekommen, berichteten die Überlebenden ihrem Kommando von dem feigen Mord an ihrem Kameraden, worauf sich ein Jagdkommando des „SS-Sonderverbandes z. b. V. Friedenthal“ (Nachfolger des „Sonderlehrganges z. b. V. Oranienburg“) unter dem Kommando des Leutnants Joseph Stey (von der „Luftnachrichten-Betriebs-Abteilung (mot) z. b. V. 11“) in Richtung Dorf in Marsch setzte, um Vergeltung zu üben, wie es das Kriegsgesetz vorsah. Alle Männer des Dorfes wurden von Frauen und Kindern getrennt und an eine Böschung gebracht. Die 17 Männer wurden hingerichtet und anschließend die Häuser des Dorfes zur Abschreckung in Brand gesteckt.

Während dieser Vorfall von der heutigen Geschichtsschreibung als „bestialisches Kriegsverbrechen“ verurteilt wird, bleibt das Warum außer acht. Der Kampf gegen Partisanen gehört zu den schwierigsten Aufgaben eines Soldaten und dabei gibt es die meisten unschuldigen Opfer. Nichtsdestotrotz gehören zu einem „Kriegsverbrechen“ meist zwei Seiten. Die meisten als „bestialische Taten deutscher Soldaten“ verurteilten Vorkommnisse beruhen auf einem zuvor erfolgten völkerrechtswidrigen Angriff aus dem Hinterhalt bzw. Kriegsverbrechen des Feindes.

Venedig

Da der Platz der Kampfschwimmer in Valdagno bald zu klein wurde, wurde im Mai 1944 ein weiteres Ausbildungslager der Kampfschwimmer aufgestellt. Als Platz wurde das von der Wehrmacht teilweise sanierte, umgebaute und erweiterte Benediktinerkloster auf der Insel „San Giorgio in Alga“[8], vor den Toren Venedigs, ausgewählt, wo das Stabsquartier des Lehrkommandos (Lehrkommando 700) eingerichtet wurde. Die geheime Kommandoschule, als Erholungsstätte für Kriegsverwundete getarnt, erhielt vorerst die Bezeichnung „Lehrgangslager 701“ und den Decknamen „Rothenburgsort“. Im August 1944 hatte das Meerausbildungslager auf der kleinen Insel eine Stärke von 280 Mann.

Die Kampfschwimmer sollten unter sich und vor allem geheim bleiben. Sie trainierten täglich vor allem am vor Ort liegenden Schiffswrack. Übungsunfälle gab es genügend und sie endeten zuweilen tödlich. Dabei entwickelten sie eine neue Schwimmtechnik. Sie schwammen fast stehend, so daß nur ihr Kopf herausragte. Mit winzigen Flossenschlägen, einem Tarnnetz über dem Kopf und einen Torpedo hinter sich herziehend, schlichen sie durch das Wasser. Erst am Schiffsrumpf des Gegners benutzten sie ihr Tauchgerät. Lautlos übten sie ihre (Übungs-)Aufträge aus. Der Schutz war die Nacht und genau dieser Schutz war auch die größte Gefahr für die Taucher. Viele bekamen Angstattacken im dunklen und trüben Gewässer. Tödlich konnte es ausgehen, wenn man im dunklen Wasser die Orientierung verlor und in den Tod tauchte. Krampfartiges Atmen beim Tauchen unter dem Schiffskörper und feuchter Atemkalk werden zu einer tödlichen Gefahr (Kohlendioxidvergiftung tritt ein, Willenlosigkeit und Schlaf übermannen den Taucher). Dennoch werden sie angetrieben. Man muß die Gefahr suchen um die Gefahr zu umgehen, wie ihr Ausbildungsleiter Alfred von Wurzian ihnen immer eintrichterte.

Geheime „Einsätze“ in den Wasserstraßen Venedigs sollten das Training dinglicher machen. Die Kampftaucher wurden somit auf „Schleichmissionen“ in die Stadt geschickt. Sie tauchten durch die Kanäle, gingen unbemerkt an Land, entwendeten ein wenig Obst von Händlern und kehrten, ohne bemerkt zu werden, zurück. Die Bewohner Venedigs bemerkten dennoch, daß etwas vorging. Die Gerüchteküche brodeltet und man stellte wahnwitzige Vermutungen an, wer die nächtlichen „Streiche“ spielen würde. Anspannung und Angst verbreiteten sich in der kriegsmüden Lagunenstadt. Bei der letzten nächtlichen Schleichübung geschah die Tragödie: Eine Gruppe Kampfschwimmer wurde von einem patrouillierenden Polizist der „Carabinieri“ bemerkt und angerufen, der Meereskämpfer, der dem Gesetzeshüter am nächsten war, blieb regungslos im Wasser und antwortete nicht, wie er das im Meerausbildungslager wenige Kilometer entfernt gelernt hatte. Der Polizist bekam es wohl mit der Angst zu tun, zog seinen Dienstrevolver und schoß auf die dunkle Gestalt im Wasser, bevor die anderen Froschmänner reagieren konnten. Der junge Meereskrieger erhielt einen Lungendurchschuß, dennoch gelang es ihm noch, Tauchgerät und Tauchmesser abzustreifen und zu versenken, um eine Identifizierung zu erschweren oder unmöglich zu machen, wie er es ebenfalls während seiner Ausbildung gelernt hatte. Augenblicke später starb er, wie sein Kampschwimmer-Kamerad und Ein-Mann-Torpedofahrer Horst Achilles berichtete und mit seinen bekannten Worten ergänzte: „Gute Mine zum bösen Spiel.“

Ende November 1944 wurden die beiden italienischen Standorte des Kampfschwimmer-Lehrkommandos, Valdagno und San Giorgio in Alga, endgültig aufgegeben. Die dortigen Meereskämpfer wurden nach List auf Sylt in Marsch gesetzt. Auf der idyllischen Insel, im Lehrgangslager 703 (Ausbildungsdeckname/Tarnname: „Weißkoppel“), trafen nacheinander die Lehrkommandos 600, 700, 701, 704 ein. Was an Personal übrig war, ergab sich am 8. Mai 1945. Einzelheiten zum Verbleib des geheimnisumwitterten Lehrkommandos 800 konnten nicht ermittelt werden.

SS-Jagdkommando „Donau“

Das SS-Jagdkommando „Donau“ (Teil des SS-Jagdeinsatzes Donau) gehörte zu den SS-Jagdverbänden Otto Skorzenys, die Kommandomitglieder waren die Kampfschwimmer des Reichssicherheitshauptamtes. Die Kompanie (Jagdeinsatz genannt) bestand aus Angehörigen der Waffen-SS, der Kriegsmarine sowie ehemaligen Brandenburgern. Friedrich Hummel, ehemaliger Kampfschwimmer der Brandenburger und Major der Abwehr II, Meereskämpfer, Kapitänleutnant der Kleinkampfverbände (K-Verbände) und Kommandeur des Lehrkommandos 700 (Einsatzgruppe Helmers[9]), war in den letzten Kriegsmonaten Einsatzplaner dieser Kampfschwimmer im Rang eines SS-Hauptsturmführers.

Die SS-Kampfschwimmer nahmen an zahlreichen Sondereinsätzen teil, u. a. am Unternehmen „Scherhorn“[10], Unternehmen „Forelle“ und Unternehmen „Greif“.

SS-Kampfschwimmer haben beim Unternehmen „Forelle“ im späten Sommer und Herbst 1944 auf der Donau einen Guerilla-Flußkrieg geführt. Mit vier erbeuteten Motorjachten mit 2-cm-Maschinenkanonen und MGs verzeichneten die SS-Meereskämpfer 30.000 BRT (Bruttoregistertonnen) versenkter Tonnage (Schiffe und Frachtkähne) der Roten Armee.

Chef der SS-Jagdkommandos war SS-Hauptsturmführers Pfriemer, während SS-Untersturmführer d. R. (nach seiner Gefangennahme zum SS-Obersturmführer befördert) Walter Schreiber von September 1944 bis März 1945 Leiter der Kampfschwimmergruppe war. Schreiber geriet am 18. März 1945 in Kriegsgefangenschaft, als er mit sechs weiteren SS-Kampfschwimmern vergeblich versuchte, die Pontonbrücke bei Linz am Rhein zu sprengen. Das Jagdkommando wurde als SS-Jagdeinsatz „Donau“ dem SS-Jagdverband „Südost“ unterstellt. Chef von Südost war ab September 1944 SS-Hauptsturmführer (später SS-Sturmbannführer) Alexander Auch, ein früherer Major der Brandenburger.

Die SS-Kampfschwimmer, welche nicht in Budapest oder am Rhein starben, verblieben beim SS-Jagdverband „Südost“. Sie mußten ihre zerstörte Trainingsstätte Dianabad in Wien-Leopoldstadt Ende März/Anfang April 1945 verlassen. Skorzeny traf auf die Resttruppe der Froschmänner auf seinen Weg zur Alpenfestung und befahl ihnen, sich nach Salzburg durchzuschlagen.

Auftrag und Einsätze

Meereskämpfer vor dem Einsatz mit Kampfschwimmer-Uhr, 1945. Ziel der Froschmänner: Eins werden mit dem Wasser.

Zahlreiche Einsätze der Kampfschwimmer (auch: Kampftaucher) der Kriegsmarine 700 (K.d.K. 700) fanden statt, manche bekannt, die meisten eher nicht, insbesondere die Einsätze an der Ostfront. In Norwegen waren „MEKs“ (Marine-Einsatz-Abteilungen, dann Marine-Einsatzkommandos) zusammen mit Kleinkampfmittel-Einheiten eingesetzt, in Italien u. a. zur Bandenbekämpfung.

Unmittelbar nach der alliierten Invasion im Juni 1944 schwammen deutsche Froschmänner im Ornekanal in der Normandie ihren ersten Einsatz. Im September 1944 zerstörten sie beim Unternehmen „Bruno“ die Schleuse unter dem Kommando von Hans-Friedrich Prinzhorn des Nachschubhafens Antwerpen, die den Alliierten zuvor unbeschädigt in die Hände gefallen war. Niederlande (Brücken von Nimwegen), Deutschland (Brücke von Remagen)[11], Balkan (Split, Dubrovnik und Metkovic) waren weitere Einsatzorte. Insbesondere die tollkühne Zerstörung der vom Feind besetzten und mit allen Mitteln verteidigten Eisenbahnbrücke von Nimwegen in der Nacht vom 28. auf den 29. September 1944 trug zum berechtigten Mythos der Meereskämpfer bei. Die Abwehr (Einsatzleitung: Geheimdienstoffizier Major Friedrich Hummel) plante dieses Unternehmen im Rücken des Feindes, und die 1. Kampfschwimmerkampfgruppe (die Matrosenobergefreiten Olle, Wolchendorf, Jäger und Funkmaat Bretschneider) der insgesamt 12 freiwilligen Einzelkämpfer von San Giorgio in Alga waren erfolgreich, die Explosion der Minen um 6.30 Uhr zerstörte den mittleren Hauptbogen der Eisenbahnbrücke. Gerhard Olle und Adolf Wolchendorf wurden im entlarvenden Morgengrauen von Holländern vor einer Werft entdeckt, mit dem Ruderboot zogen der bewaffnete Werftarbeiter (Name: van der Werf) und dessen ältester Sohn die erschöpften („... bis zum Schlafen im Wasser“) und nur mit dem Kampfmesser bewaffneten deutschen Elitekrieger aus dem Wasser. An Land hatten sich zahlreiche mit Gewehren bewaffnete Holländer versammelt, welche ansetzten, die Meereskämpfer zu ermorden, jedoch haben britische Posten die Ansammlung am Ufer der Werft gesichtet, retteten (laut Gerhard Olle in Hitlers Meereskämpfer) die Deutschen aus den Händen des Mobs und nahmen sie gefangen. Olle und Wolchendorf erlebten das Kriegsende in Kriegsgefangenschaft. Jäger und Bretschneider erreichten am nächsten Tag die deutschen Linien und wurden für ihren Spezialeinsatz mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Die britische Zeitung „Picture Post“ rühmte dieses Kommandounternehmen als „die erstaunlichste Heldentat des Krieges“.

Minentaucher der Deutschen Kriegsmarine

Beim Unternehmen „Uncle Sam“ mußten Meereskämpfer die Front bei Monte Cassino entlasten. Seit Ende April 1944 befand sich eine achtzehn Mann starke Sabotagegruppe von Deutschen und Italienern (Abwehr und Borgheses Decima MAS) in Neapel, dem wichtigsten Nachschubstützpunkt der Alliierten in Italien. Ab Mitte Mai arbeitet diese Gruppe eng mit italienischen Antikommunisten und Widerstandskämpfern zusammen. Vom 20. auf den 21. Mai 1944 erfolgte ein Einsatz einer deutsch-italienischen Sabotagegruppe unter dem Kommando des OVRA-Majors Bertolini (OVRA= Operazione Volontari Repressione Antifascismo; deutsch: Freiwillige Unternehmen gegen die antifaschistische Unterdrückung). Drei Kampfschwimmer (Kapitänleutnant Perugio, Leutnant Gerber und Leutnant Garcia) brachten in den Nachschubhäfen Neapel und Bari bei sechs großen Schiffen Haftsprengladungen an. Parallel zu diesem Einsatz wurde auch ein Anschlag auf die Pipeline vom Ölhafen zur Front vorbereitet. In mehreren gewaltigen Explosionen sanken mehrere Transporter. Leutnant Gerber war zu diesem Zeitpunkt der letzte lebende Deutsche des Sabotagekommandos, seine Kameraden waren zuvor im Kampf gefallen.[12]

Im Juli und August 1944 hatten Kampfschwimmer als Torpedoreiter Erfolg mit bemannten Torpedos, unter anderem wurden der Kreuzer ORP Dragon und der Zerstörer HMS Isis sowie einige andere kleinere Kriegsschiffe versenkt. Bei der Torpedowaffe Neger handelt es sich um einen von der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg eingesetzten bemannten Torpedo, einem sogenannten „Ein-Mann-Torpedo“. Der Name Neger geht auf den Marinebaurat Richard Mohr als geistigen Vater dieser Waffe zurück.

Eine Meldung der Heeresgruppe Weichsel vom 24. Februar 1945 beweist die Zusammenarbeit der Meereskämpfer mit anderen Spezialeinheiten. So heißt es:

„Über das Ergebnis der Sprengbootaktion gegen die Brücken kann nichts mitgeteilt werden. Dabei handelt es sich offensichtlich um den ersten geplanten Einsatz von vier Gruppen der Kleinkampf-Flottille 217. Die Gruppen sind zur Brückenbekämpfung mit Kommando- und Ladungsbooten vom Typ ‚Linse‘ (mit 300 kg Sprengstoff TNT) ausgestattet. In ein paar Tagen werden zwei Sprengbootgruppen der Division Brandenburg und Kampfschwimmer der Kleinkampfgruppe ‚Ost‘ die Marineeinheiten komplettieren. Sie zerstören die Übersetzstellen (u. a. Ponton- bzw. Schwimmbrücken) bei Vogelsang, Zellin und Lebus.“

Endkampf

Ein Unternehmen in Ungarn verlief sehr erfolgreich, zwei in der Nähe von Budapest gelegene Donaubrücken konnten gesprengt werden. Am 29. März 1945 konnte der Wehrmachtbericht noch die Versenkung von vier Flußschiffen durch Sprengboote des Typs „Linse“ bei Neusatz an der Donau melden.

In den letzten Kriegstagen wurden die Verbände der Kampfschwimmer von einem Brennpunkt zum nächsten verlegt, sofern man noch von einer „Verlegung“ sprechen konnte. Die Verwendung als Sturmwikinger (Sprengbootfahrer, die die Landung der Feindschiffe mit letzten Mitteln verhindern sollten) war mäßig erfolgreich, dafür sehr verlustreich. Viele Kampfschwimmer waren in Italien schon in Kriegsgefangenschaft geraten, andere versenkten noch alliierte Versorgungsschiffe, u. a. in Neapel. Manche Meereskämpfer wurden eiligst in vor Ort kämpfende Wehrmachtseinheiten eingegliedert und erlebten dort das Kriegsende. Eine operative zentrale Führung war infolge der unterbrochenen Kommunikationswege nicht mehr möglich, und zumeist strandeten die K-Verbände irgendwo zwischen den Fronten und verblieben dort bis zur endgültigen Niederlage.

Die Anforderung von Kampfschwimmern an der Ostfront oblag aufgrund der immer häufigeren Anforderungen von K-Verbänden der „Kampfschwimmergruppe Ost“. Diese war am 25. Februar 1945 gegründet worden, bestand aus dem Personal des früheren Lehrkommandos 700 und stand unter der Führung von Leutnant Frederick Keller, dem auch das M.E.K. 85 sowie das Sonderkommando „Rübezahl“[13] zugeteilt wurden. Das Marine-Einsatzkommando 85 war an der erfolglosen Sprengung einer Oderbrücke am 25. Februar 1945 bei Vogelsang beteiligt; diese Brücke wurde dann am 13. März durch Linsen des K-Verbandes zerstört.

Informationen zur genauen Anzahl der Einsätze der K-Verbände sowie zu deren Zusammensetzung sind kriegsbedingt verlorengegangen. So waren am 24. April 1945 noch Kampfschwimmer gegen Brücken im Raum Nipperwiese und Fiddichow sowie in Stettin weit im Rahmen der Reichsverteidigung hinter den feindlichen Linien erfolgreich im Einsatz, die Brücken wurden am 25. April 1945 zerstört.

Noch am 11. Mai 1945 bereiteten sich zwei Kampfschwimmer auf die Sprengung einer weiteren Oderbrücke in Stettin vor, als sie von Zivilisten vom Kriegsende erfuhren.

Minentaucher

Franz Lebek: Oberfunkmaat, Bandenbekämpfer und Sprengtruppführer des Marine-Einsatzkommandos 85 beim Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine; am Ende des Krieges hochdekoriert, u. a. mit EK 2 und 1, dem Deutschen Kreuz in Gold und dem Kleinkampfmittelabzeichen.[14]

Ab 1942 ging es vermehrt darum, verminte Häfen und Schleusenanlagen für den eigenen Schiffsverkehr freizuräumen, dies war die Geburtsstunde des modernen Minentauchers.

Korvettenkapitän Peter Popp war der technische Lehrgangsleiter der Sperrschule (Spr.S) in Kiel-Wik (Ende 1943 in Sonderburg auf der Insel Alsen in Dänemark) und wurde mit der Aufgabe der Ausbildung betreut, er gilt somit als Schöpfer der Minentaucher in der Kriegsmarine.

Ausgerüstet wurden die Taucher mit dem Helmtauchgerät DM 20, das einen Einsatz in Wassertiefen von bis zu 20 Metern zuließ. Eine amagnetische Version dieses Gerätes lieferte das Drägerwerk in Lübeck Anfang 1945 an die Truppe. 1944 hatte die Kriegsmarine die Häfen Esbjerg, Hirtshals, Thyborön, Frederikshavn und Skagen für den Invasionsfall vermint.

Nach der Kapitulation erhielt Korvettenkapitän Popp vom britischen Seekommandanten Nordjütland den Auftrag, diese Minen zu beseitigen. Mit Hilfe von Minentauchern wurde diese Arbeit mit Erfolg durchgeführt. Beachtenswert ist die Tatsache, daß es zur damaligen Zeit weder Spezialwerkzeuge noch bekannte Verfahren gab, um Minen zu entschärfen.

Aus den Minen- respektive Sperrwaffentauchern der Kriegsmarine entstand 1945 auf Befehl der alliierten Besatzer der Deutsche Minenräumdienst, der die tödliche Aufgabe übernehmen mußte, deutsches Küstengewässer von Seeminen zu räumen.

Kleinkampfverbände

Ritterkreuzträger und Einzelkämpfer Walther Gerhold in einem „Neger“. Weitere erfolgreiche Negerpiloten waren Heinz Potthast, Horst Berger und Hermann Voigt.

Die „Kleinkampfverbände der Kriegsmarine“ unterstanden Vizeadmiral Hellmuth Heye, dem späteren Wehrbeauftragten der Marine der Bundeswehr. Er war Vater aller K-Verbände, wozu die verschiedensten Klein-U-Boote, Einmanntorpedos und Sprengboote zählten. Schon als Marineoffizier des Ersten Weltkrieges kam er auf die Idee, schnelle, unbemannte Motorboote mit Sprengladungen gegen feindliche Boote zu jagen und beim Aufprall zu zünden. Dadurch wollte er den Verlust an eigenen Soldaten so gering wie möglich halten. Die Marine legte diesen Vorschlag jedoch zu den Akten, und erst die Abwehr griff die Idee wieder auf. Als am 22. September 1943 englische Kleinst-U-Boote – X-Craft genannt – einen erfolgreichen Angriff auf das in einem norwegischen Fjord liegende Schlachtschiff Tirpitz durchführten, entschloß sich Dönitz zur Gründung eines K-Verbandes.

Kapitänleutnant Heinz Schomburg nahm als Verbindungsoffizier erste Kontakte zu den italienischen Kleinkampfverbänden (den „Decima MAS“) und deren Anführer, Fregattenkapitän Fürst Junio Valerio Scipione Borghese (genannt der schwarze Prinz), auf. Nach erfolgreichen Gesprächen schritt man zum Aufstellen des ersten K-Verbandes. Der Oberleutnant der Marineartillerie (MA) Hans-Friedrich Prinzhorn begann im Dezember 1943 mit 30 Offizieren und Mannschaften in einer Baracke am Ostseestrand in Heiligenhafen mit der Bildung der Marine-Einsatz-Kommandos, kurz „M.E.K.“ genannt. Wichtig für die MEKs war von Anfang an, daß sich jeder freiwillig zu diesem Kommando meldete, und die Anmeldungen waren zahlreich.

Ausbildung der MEKs

Zu den Gründern der Marine-Einsatzkommandos (MEK) gehörte neben Admiral Heye auch Korvettenkapitän Bartels. Die Ausbildung erfolgte durch erfahrene Unteroffiziere in den Spezialbereichen Kraftfahrzeug- und Funktechnik und durch Tauchfachleute an Sauerstoffgeräten und Tauchrettern. Auch Sport, Schwimmen und Selbstverteidigung standen auf dem Ausbildungsprogramm. Das Lernen einer gemeinsamen Sprache, der sogenannten „Landsersprache“, befand sich ebenfalls auf dem Lehrplan, denn die Freiwilligen kamen aus allen, somit verschiedenen Wehrmachtsverbänden (z. B. von der Meeresjäger-Abteilung „Brandenburg“ der Abwehr bzw. des Heeres).

Im Frühjahr 1944 konnten die ersten Marine-Einsatz-Kommandos mit Sprengbooten ausgerüstet werden. Die Einheiten erhielten die Bezeichnungen Marineeinsatzkommando (M.E.K.) 60 (Kommandeur Oberleutnant der Reserve Hans-Friedrich Prinzhorn), Marineeinsatzkommando (M.E.K.) 65 (Kommandeur Oberleutnant zur See Karl-Ernst Richard) und Marineeinsatzkommando (M.E.K.) 71, mit je einem Oberleutnant und 22 Mann. Dazu zählten noch Transportfahrzeuge für Mannschaft, Munition und Gerät. Mit drei Funk-, zwei Schwimm- und einem Küchenwagen war der Fuhrpark komplett.

Das letzte Kriegsjahr

Die ersten Einsätze erfolgten nach der Invasion 1944 vor der Küste der Normandie. Bei dem Angriff auf gegnerische Transportschiffe fuhren je zwei Sprengboote und ein Rottenboot mit Fahrer und Funker hinaus. Kurz vor dem Ziel schaltete der Linsenfahrer auf Funksteuerung um (die als Weiterentwicklung zum festgestellten Ruder eingebaut worden war) und sprang über Bord. Das Rottenboot nahm den Mann auf und der Funker steuerte inzwischen das nunmehr führerlose Boot mittels Funkfernsteuerung auf das Ziel. Bei dem Aufschlag löste der gefederte Metallbügel um das Vorschiff eine kleine Sprengladung aus, welche den Bugteil absprengte. Das Boot versank. Unter dem gegnerischen Schiff zündete dann die Hauptsprengladung von 300 bis 400 kg Gewicht nach einer Verzögerung von 2 bis 7 Sekunden. Die Wirkung dieser Ladung entsprach der einer schweren Seemine.

Bei den erfolgreichsten Einsätzen im August 1944 versenkten 48 Sprengboote insgesamt 12 Schiffe, darunter drei Zerstörer, ein Liberty-Schiff und einen Tanker. Die eigenen Verluste: Ein Offizier und sieben Mann kehrten vom Einsatz nicht zurück.

Weitere Einsätze des M.E.K. 71 im Bereich der Heeresgruppe Süd betrafen Brückeneinsätze im Raum Budapest sowie Linsen-Einsätze auf dem Plattensee („Sonderkommando Glatze“), später auch in Zagreb. Das im Januar 1945 aufgestellte M.E.K. 85 mit einer Personalstärke von 90 Mann wurde umgehend nach Swinemünde geschickt, um dort am Unterlauf der Oder bzw. im Oderhaff eingesetzt zu werden.

Sprengboot „Linse“

Der Name „Linse“ für die Sprengboote war eine Tarnbezeichnung, genauso wie z. B. „Neger“ (bemannter Torpedo), „Biber“ (Kleinst-U-Boot) „Hydra“ (Kleinstschnellboot) oder „Seehund“ (Kleinst-U-Boot) für andere Kleinkampfmittel. Die gängigste Größe war eine Länge von 4,14 Meter ü. a., die Länge der CWL (Wasserlinie) betrug 3,84 m. Bei einer Breite von 1,25 m hatte das Boot einen Tiefgang von 35 cm. Als Antrieb dienten hochtourige wassergekühlte Benzinmotoren mit Leistungen von etwa 95 PS. Dieser Antrieb verlieh dem Boot eine Geschwindigkeit von 35 bis 40 Knoten. Weil diese kleinen Holzboote auf verschiedenen Jacht- und Bootswerften nach Marineplänen meist aus Fichtenholz gebaut wurden, sind die angegebenen Maße nicht allgemeingültig.

Für die Fernlenkung übernahm man die Funksteuerung des Sprengladungsträgers „Goliath“. Der Goliath war ein kleines Kettenfahrzeug, das zur Panzerbekämpfung an der Ostfront eingesetzt wurde. Zum Anvisieren besaßen die Sprengboote zwei nach achteraus (hinten oder hinter dem Schiff) leuchtende Lampen, eine grüne vorn und eine rote, etwas tiefer angeordnete Lampe weiter hinten. Wenn die beiden Lampen übereinander gepeilt werden konnten, stimmte die Zielrichtung auf das anvisierte Schiff.

Ausbildungszentren und Lehrkommandos

Ausbildungszentren, Lehrkommandos, Quartiere
Lehrkommandonummer
Einsatzzweck
Zeitraum des Bestehens Ausbildungsort/Standort Ausbildungsdeckname Ausbildungsinhalt Lehrausbilder / Kommandeur
Stabsquartier des Admirals der Kleinkampfverbände Juni 1944 – 8. Mai 1945 Timmendorfer Strand Strandkoppel entfällt Hellmuth Heye
Lehrkommando 200[15] Juni 1944 – 8. Mai 1945 Priesterbeck/Waren Grünkoppel (Ost) Sprengboot Linse Kapitänleutnant Ulrich Kolbe und Helmut Bastian
Lehrkommando 200[16] Juni 1944 – 8. Mai 1945 Plön Netzkoppel Sprengboot Linse Kapitänleutnant Ulrich Kolbe und Helmut Bastian
Lehrkommando 250[17] Juni 1944 – 8. Mai 1945 Lübeck-Schlutup Blaukoppel Biber Korvettenkapitän Hans Bartels
Lehrkommando 300[18] 1944 – 8. Mai 1945 Neustadt Neukoppel Seehund Kapitänleutnant Hermann Rasch
ab Januar 1945 Fregattenkapitän Albrecht Brandi
Lehrkommando 300 1944 – 8. Mai 1945 Wilhelmshaven Graukoppel Seehund Oberleutnant zur See Roß
Lehrkommando 350[19] 1944 – 8. Mai 1945 Torpedoversuchsanstalt Surendorf[20] Dorfkoppel Neger
Marder
Kapitänleutnant Heinz Franke
ab März 1945 Kapitänleutnant Horst Kessler
Lehrkommando 400[21] 1944 – 8. Mai 1945 Torpedoversuchsanstalt Surendorf Dorfkoppel Hecht
Molch
Kapitänleutnant Heinz Franke
ab März 1945 Kapitänleutnant Horst Kessler
Lehrkommando 600[22] Mai 1944 – Oktober 1944 Sesto Calende (Italien)
Oktober 1944 Verlegung nach Sylt
nach Verlegung Weißkoppel M.T.M. (ital. Sprengboot)
M.T.S.M.A. (ital. Schnellboot)
Leutnant zur See Bloomenkamp bis Mai 1944
ab Mai 1944 Oberleutnant zur See Frenzmeyer
Lehrkommando 601[23] Juni 1944 – Oktober 1944 aufgelöst Sesto Calende (Italien) entfällt M.T.M.
M.T.S.M.A.
Leutnant zur See Bloomenkamp
Lehrkommando 602[24] Juni 1944 – Oktober 1944 aufgelöst Stresa (Italien) entfällt M.T.M.
M.T.S.M.A.
Leutnant zur See Bloomenkamp
Lehrkommando 700[25] Dezember 1943 bis März 1944 (Meeresjäger der Division „Brandenburg“), April 1944 bis 8. Mai 1945 (Kampfschwimmer der Kriegsmarine und Waffen-SS) Valdagno (Italien)
Oktober 1944 List
nach Verlegung Weißkoppel Meeresjäger-Abteilung „Brandenburg“ und Kampfschwimmer Hauptmann Fritz Neitzert (Abwehr)
von Dezember 1943 bis 31. März 1944
Alfred von Wurzian (Ausbildungsleiter bis April 1944)
Kapitänleutnant Friedrich Hummel
bis 21. Juni 1944
Marinestabsarzt Dr. Armin Wandel
ab Juni 1944 bis Januar 1945
Korvettenkapitän Hermann Lüdke
von Januar bis 8. Mai 1945
Lehrkommando 701[26] Mai 1944 – 8. Mai 1945 San Giorgio in Alga (Italien)
Oktober 1944 List/Sylt
nach Verlegung Weißkoppel Kampfschwimmer Leutnant zur See Alfred von Wurzian (Ausbildungsleiter)
Lehrkommando 702[27] 1944 – 8. Mai 1944 SS-Junkerschule Bad Tölz entfällt Kampfschwimmer der Waffen-SS (SS-Jagdverbände) unbekannt
Lehrkommando 704[28] 1944 – 8. Mai 1945 Valdagno (Italien)
Oktober 1944 List/Sylt
nach Verlegung Weißkoppel Kampfschwimmer Oberleutnant zur See Fölsch (Oktober 1944 Sylt)
Lehrkommando 800[29] unbekannt unbekannt entfällt Bodenstaffeln und Verbindungsstäbe unbekannt
Wissenschaftlicher Stab[30] 15. Mai 1944 – 8. Mai 1945 Schönberg Raumkoppel Ermittlung und Zusammenstellung aller für den Einsatz relevanten Unterlagen.[31] Dr. Konrad Voppel
Kraftfahrausbildung 1944 – unbekannt Lübeck Steinkoppel Ausbildung der Kraftfahrer für die Zugmaschinen des Molch unbekannt
M.E.K.-Ausbildung[32] 1944 – 8. Mai 1944 Bad Sülze Schwarzkoppel Infanteristische Grundausbildung der M.E.K.-Angehörigen unbekannt
Gruppe AA Juli 1944 – 8. Mai 1945 Cuxhaven/Oxstedt Fischkoppel unbekannt unbekannt
M.E.K. 40 August 1944 – 8. Mai 1945 Mummark/Mommark (Dänemark) Gelbkoppel Ausbildung von Kampfschwimmer und sonstigen Kämpfern des M.E.K. Kapitänleutnant Buschkämper
ab April 1945 Kapitänleutnant M.A. Schulz

Eine weitere Person, die in die Struktur der K-Verbände eingebunden wurde, war Kapitän zur See Wolfgang Lüth, der Kommandeur der Marinekriegsschule in Flensburg-Mürwik.[33] Johann-Otto Krieg, späterer Ritterkreuzträger, Testpilot des ersten Negers und seinerzeit Kommandant auf U 81, brachte durch seine Fronterfahrung als U-Boot-Kommandant wichtige Beiträge zur operativen Durchführung von Angriffen bei der praktischen Ausbildung der Rekruten ein. Krieg wurde schließlich Kommandeur der ersten gegründeten K-Flottille 361. Durch umsichtige Personalpolitik war es Dönitz gelungen, für seine neuen K-Verbände einen leistungsstarken Führungskader aufzubauen, dessen Stammpersonal mit den höchsten Kriegs- und Tapferkeitsauszeichnungen dekoriert war, ein nicht unbeträchtlicher Teil davon mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und seinen weiteren Stufen. Darunter war auch der spätere Brillantenträger Albrecht Brandi. Gleichzeitig schmiedete Dönitz damit eine solide Grund- und Lehrausbildung durch erfahrene und kampfbewährte Ausbilder. Die Rekrutierung von Personal für die K-Verbände sollte durch das Anwerben von Freiwilligen geschehen. Diese sollten nicht nur aus dem Reservoir der Kriegsmarine stammen, sondern sich aus Angehörigen des Heeres, der Kriegsmarine und sogar der Waffen-SS zusammensetzen. Dönitz verbot Anfangs sogar die freiwillige Meldung von U-Boot-Kommandanten, da diese seiner Meinung nach „unabkömmlich“ waren, doch der Mangel an qualifizierten Fachkräften zwang ihn im Dezember 1944 zur Aufhebung dieser Regelung. Logistisch unterstützt wurden die K-Verbände dabei vom K-Regiment (mot).[34]

Tarnbezeichnungen der Kleinkampfverbände

Erinnerungstafel der Marinewaffenschule Kappeln-Ellenberg in Schleswig-Holstein.[35]
Einzelkämpfer der Kriegsmarine zu Besuch bei der Marine der Bundeswehr

Siehe auch

Literatur

  • Michael Jung:
    • Sabotage unter Wasser – Die deutschen Kampfschwimmer im II. WK, E. S. Verlag Mittler, ISBN 3-8132-0818-4
    • Agenten unter Wasser – Schiffsziele im Visier deutscher Kampfschwimmer, E. S. Verlag Mittler, 2006, ISBN 3-8132-0859-1
  • Cajus Bekker:
    • „... und liebten doch das Leben“ – Die fast unbekannt gebliebenen, verwegenen Einsätze deutscher Torpedoreiter, Froschmänner und Sprengboot-Piloten
    • Einzelkämpfer auf See. Die deutschen Torpedoreiter, Froschmänner und Sprengbootpiloten im Zweiten Weltkrieg, Stalling-Verlag, 1968
  • Hartmut Nöldeke / Volker Hartmann: Der Sanitätsdienst in der deutschen U-Boot-Waffe und bei den Kleinkampfverbänden: Geschichte der deutschen U-Boot-Medizin, Mittler, 1996
  • Günther W. Gellermann: Tief im Hinterland des Gegners ..., Bernard & Graefe, 1999
  • Martin Grabatsch: Torpedoreiter. Sturmschwimmer. Sprengbootfahrer. Eine Geheimwaffe im Zweiten Weltkrieg, Verlag Welsermühl (1979)
  • Helmut Blocksdorf: Das Kommando Kleinkampfverbä​nde der Kriegsmarine, Motorbuch Verlag, ISBN 9783613023307
  • Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung – Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg, Ullstein Verlag (2009), ISBN 978-3548268873
  • F. John-Ferrer: Die Todgeweihten – Deutsche Kampfschwimmer im Einsatz, Rosenheimer Verlagshaus (2012), ISBN 978-3475541476

Verweise

Fußnoten

  1. Bereits bei der Aufstellung der Marine der Bundeswehr 1956 wurde geplant, eine Kampfschwimmereinheit aufzustellen. Sie sollte einen Beitrag leisten, amphibische Landungsoperationen im Rücken angreifender Verbände des Ostblocks vorzubereiten. Am 1. August 1958 wurde mit der Ausbildung der ersten Kampfschwimmer in Eckernförde begonnen. Der Aufstellungskader bestand aus Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg in den Kleinkampfverbänden und den Marine-Einsatzkommandos gedient hatten. Zuständig für den Aufbau und erster Kommandeur war Korvettenkapitän Günter Heyden, ein ehemaliger Meereskämpfer der Kriegsmarine und Chef der Einsatzgruppe Heyden. Bisweilen reisen Kampfschwimmer auch im U-Boot an: Heydens Froschmänner waren die ersten Nato-Mariner, die von einem getauchten U-Boot auf sehr unkonventionelle Weise abgesetzt und wieder aufgenommen wurden: durch ein Torpedorohr. Der Spiegel: Kampfschwimmer — Frosch im Sand
  2. Die Idee zur Aufstellung der ersten deutschen Kampfschwimmereinheiten wurde im Verlauf des Ersten Weltkriegs geboren. Ihr Grundkonzept, die Anbringung leichter Haftminen und Sprengladungen an gegnerischen Schiffsrümpfen, stammte nicht aus der Feder der Kaiserlichen Marine, sondern wurde vom Deutschen Heer entwickelt. Der einzige dokumentierte derartige Einsatz im Ersten Weltkrieg wurde am 17. August 1915 durch die 2. Reserve-Pionierkompanie des Stettiner Pionierbataillons durchgeführt. Ziel des Angriffs war ein russisches Wachschiff, das auf der Memel bei Kowno kreuzte und die dortigen deutschen Truppenbewegungen erheblich störte. In der Nacht gelang es einem Kampfschwimmertrio, unentdeckt mehrere Sprengladungen zu Plazieren, die das Schiff so schwer beschädigten, daß es auf Grund lief. Danach verschwanden die ersten Kampfschwimmer der deutschen Marine wieder von der Bildfläche.
  3. Anfang Januar 1944 kamen etwa 20 erstklassige Sportschwimmer der Marine unter Oberfähnrich Fritz Kind im italienischen Valdagno zur Ausbildung als Meereskämpfer an. Darunter waren Herbert Klein (nach dem Krieg mehrfacher Weltrekordler und Olympiasieger), Heinz Bretschneider und Albert Lindner als bekannte Kraulschwimmer, Karl-Heinz Kayser und Werner Bullin als ebenso bekannte Brustschwimmer, Rudi Ohrdorf als Weltrekordhalter, außerdem Gerd Schmid, Manfred Laskowski, Heinz Lehmann, Walter Ernst und Erwin Sietas - fast durchwegs auch Teilnehmer der Olympischen Spielen 1936 in Berlin.
  4. Tagsüber gehört die Schwimmhalle dem SS Kadernachwuchs. Daß nach Sonnenuntergang Marinesoldaten in ihrem Hallenbad trainieren ahnen die SS-Junker nicht. Meist wurde die Halle noch verdunkelt. Einer der wenigen Eingeweihten war Otto Skorzeny, der während des Krieges für sämtliche Kommandotrupps und Geheimkommandos zuständig war. Skorzeny will auch die Kampfschwimmer unter seine Führung bringen, was dann aber von oberster Stelle abgelehnt wurde. Admiral Hellmuth Heye soll gesagt haben, daß dies nicht in Frage kommt und SS eben SS bleibt und Marine bleibt Marine. Somit behält die Marine das Kommando über die Kampfschwimmer. Unter dem Befehl des Konteradmiral Heye wird der neue Kleinkampfverband der Kriegsmarine am 20. April 1944 offiziell aufgestellt. Die Kampfschwimmer feiern den Tag mit einer Parade in Valdagno.
  5. Der Kampfschwimmer und Buchautor Martin Grabatsch (Torpedoreiter, Sturmschwimmer ...) berichtet von einer Begebenheit, von einem Einsatz dreier Kampfschwimmer im Hafen von Neapel am 20. Mai 1944, also aus der Zeit, wo Süditalien schon von den Alliierten erobert worden war und deutsche Agenten in Neapel Sabotage an Schiffslieferungen ausführten: „Leutnant Gerber, der einzige noch verbliebene Deutsche in der ehemals achtzehn Mann starken Sabotagegruppe, warf einen raschen Blick auf seinen Chronometer. Echte Schweizer Qualitätsarbeit mit Zeit-, Tiefen- und Druckmesser und Stoppeinrichtung. Das Neueste auf dem Markt, getragen von allen kriegführenden Nationen, die mit Sekunden und Metern rechnen müssen.“ Der Kampfschwimmer Gerber hat anschließend einen Öltanker im Hafen von Neapel durch Plazieren von Haftladungen gesprengt.
  6. Deutsche Kampfschwimmer und ihre Uhren
  7. Eugen Wolk war eigentlich Rußlanddeutscher und wurde in Tschenokow (Ukraine) geboren. 1917 flüchtete die Familie Wolk wegen der kommunistischen Oktoberrevolution zurück nach Dresden, dann aber weiter über Konstantinopel nach Rom. Wolk absolvierte, nach Drängen seines Vaters, die italienische Marineakademie, dessen Direktor Angelo Belloni ein führender Tauchexperte war und früh Überlegungen zu einer italienischen Kampfschwimmertruppe anstellte, die Wolk schließlich in die Praxis umsetzte und weiterentwickelte. Wolk war einer der Helden von Alexandria, die Kampfschwimmer der Xª Flottiglia MAS (Decima MAS), die die britischen Schlachtschiffe HMS Queen Elizabeth und HMS Valiant als Torpedoreiter versenkten.
  8. San Giorgio in Alga (im Meergras) ist eine annähernd rechteckige Insel in der Lagune von Venedig. Sie liegt zwischen der Giudecca und Fusina und weist eine Fläche von 15.113 m² auf. Auf ihr befinden sich Überreste eines Klosters, das von etwa 1000 bis 1806 bestand, und das von 1810 bis zum Zweiten Weltkrieg als Festungsanlage und als Steinbruch diente.
  9. Hellmer, Helmers, Wimmer und Wimmel waren verschiedene Tarnnamen Friedrich Hummels.
  10. Verwendung von versprengten deutschen Gruppen im Rücken der Roten Armee zur Feindaufklärung.
  11. Auch die Zerstörung der Ludendorff-Brücke in Remagen spielte eine gewichtige Rolle bei den M.E.K.-Einsätzen an der Westfront. Die 9. VS-Panzerdivision hatte am Nachmittag des 7. März 1945 diese intakt besetzt. Die zuvor um 16.00 Uhr angesetzte Hauptsprengung der Brücke durch deutsche Pioniere scheiterte durch die Kappung der Zündschnüre. Schon 24 Stunden nach ihrer Einnahme hatten 8.000 VS-amerikanische Soldaten den Rhein überschritten. Deutsche Artillerie beschoß die Brücke noch mehrere Stunden, ohne sie jedoch zum Einsturz zu bringen. Hitler befahl daraufhin ihre Zerstörung aus der Luft. Doch auch der Luftwaffe gelang es nicht, die Brücke unpassierbar zu machen. Das K.d.K. forderte schließlich den Einsatz der „Maiale-Gruppe Lehmann“ an, des einzigen deutschen K-Verbands, der auf den italienischen bemannten Torpedos vom Typ SLC aufgestellt worden war. Die Gruppe um Lehmann traf am 17. März 1945 in Remagen ein. An diesem Tag feuerte die SS-Werferabteilung 500 vom niederländischen Hellendoorn aus elf V2 in Richtung der Brücke, die schließlich an diesem Tag auch zusammenbrach; allerdings konnte die Kausalität des Fernbeschusses nie gänzlich bestätigt werden. Nach dem Zusammenbruch der Brücke starteten in der Nacht vom 17. auf den 18. März 1945 sieben SS-Kampfschwimmer des SS-Jagdkommandos „Donau“ unter dem Kommando von SS-Untersturmführer Schreiber zu ihrem Einsatz gegen die 17 km Wasserweg entfernt errichtete Pontonbrücke bei Linz am Rhein. Die Wassertemperatur des Rheins lag gerade bei 7 °C, was zur Folge hatte, daß zwei Kampfschwimmer auf ihrem Weg erfroren. Zwei weitere fielen durch Feindbeschuß und die restlichen drei, darunter auch ihr Einsatzleiter Schreiber, gerieten in Gefangenschaft
  12. Quelle: Martin Grabatsch: Torpedoreiter. Sturmschwimmer. Sprengbootfahrer. Eine Geheimwaffe im Zweiten Weltkrieg, Verlag Welsermühl (1979)
  13. Unternehmen gegen jugoslawische Partisanen vom 12. bis 30. August 1944
  14. Auszeichnungen von Franz Lebek; Sein Bruder Richard Lebek (Todesrune.png 7. August 2013) hatte ebenfalls das DKiG am 20. Mai 1944 als Bootsmannsmaat und Seemännischer Unteroffizier auf U 672 erhalten.
  15. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 27, 47, 67, 69, 163, 354
  16. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 27, 47, 67, 69, 163, 354
  17. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 27, 108, 163
  18. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 27, 63, 189, 190, 286
  19. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 27, 63
  20. Die Torpedoversuchsanstalt Surendorf (TVA), offiziell: Torpedoversuchsanstalt Eckernförde-Ost, war im Zweiten Weltkrieg eine Außenstelle der Torpedoversuchsanstalt Eckernförde der Kriegsmarine in Surendorf (Gemeinde Schwedeneck). Seit 1957 ist das Gelände Teil der Wehrtechnischen Dienststelle 71.
  21. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 27, 163
  22. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 58, 60, 164, 165, 170, 172, 272, 279, 280
  23. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 58, 61, 172
  24. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 59.
  25. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 59, 66, 118, 119, 130, 131, 133, 146, 147, 165, 166, 171, 273, 281, 282, 328, 352, 354
  26. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 120, 171, 281
  27. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 120.
  28. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 120, 147
  29. Lawrence Paterson: Waffen der Verzweiflung - Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg. 1. Auflage. Ullstein Verlag, 2009, S. 164.
  30. Helmut Blocksdorf: Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, 2003, ISBN 3-613-02330-X, S. 51.
  31. Der wissenschaftliche Stab bestand aus Geographen, Geologen, Meteorologen, Mathematikern, Kartenzeichnern, Buchbindern, Druckmeister und Ozeanographen, die innerhalb von 20 Stunden nach Bekanntgabe des künftigen Operationsgebietes sämtliche wichtigen Angaben zusammenstellen konnten und diese den K-Flottillen und M.E.K.s zukommen ließ. Die Informationen betrafen sowohl geographische wie auch ozeanische Verhältnisse, Meeresströmungen, günstige Landungsplätze, Deckungsmöglichkeiten und andere erforderliche Angaben. Dazu standen der Mannschaft um Konrad Voppel 250.000 Land- und Seekarten der gesamten Welt zur Verfügung, ferner 30.000 Fachbücher und unzählige Fachzeitschriften und Magazine.
  32. Helmut Blocksdorf: Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, 2003, ISBN 3-613-02330-X, S. 178.
  33. Diese war auch für die theoretische Ausbildung der Rekruten der K-Verbände zuständig. Die Versetzung Lüths geschah durch Dönitz' Einwirken.
  34. Das Regiment ging im Oktober 1944 aus der zuvor getrennt behandelten 3. und 5. Kraftwageneinsatzabteilung hervor. Im März 1945 wurde es um die 4. Kraftwageneinsatzabteilung ergänzt. Ferner waren diesem eine Marinenachrichtenabteilung sowie eine Flakabteilung unterstellt. Kommandeur des Regiments war bis Kriegsende Fregattenkapitän Wert.
  35. Die Ausbildungsabteilung Kappeln ging aus der im Mai 1944 aufgestellten Aufstellungs- und Ausbildungsabteilung hervor, die sich ab November in Kappeln und Sonderburg (Dänemark), die für die Ausbildung des M.E.K. verantwortlich war, aufteilte.
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