Kleinruten

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Kleinruten

Staat: Deutsches Reich
Gau: Ostpreußen
Landkreis: Ortelsburg
Provinz: Ostpreußen
Einwohner (1939): 97
Bevölkerungsdichte: 17 Ew. p. km²
Fläche: 5,63 km²
Flucht.jpg
Kleinruten befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Kleinruten ist ein deutscher Ort in Ostpreußen im Bezirk Allenstein, Kreis Ortelsburg. Der Ort hatte im Jahre 1939 insgesamt 97 Einwohner. Kleinruten befindet sich im derzeit polnisch besetzten Teil Ostpreußens.

Lage

Kleinruten liegt nördlich des Malshöfer See, 18,5 km westlich von Ortelsburg.[1]

Geschichte

Klein Ruttken im Kleinen Patranken zählt mit Grammen und Lehlesken zu den ältesten Ordensgründungen im Amte Ortelsburg. Gründer des Dorfes ist Hochmeister Zöllner von Rotenstein, der im Jahre 1383 vier Kölmern fünf kulmische Hufen zur Bewirtschaftung überließ. Über die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes im 15. und 16. Jahrhundert schweigen die Quellen. Die Ortelsburger Amtsrechnung 1558 verzeichnet fünf Kölmer auf Zinshufen. Beim Tatareneinfall 1656 wurde Klein Ruttken in eine Wüste verwandelt. In der Ortelsburger Amtsrechnung 1687 findet sich die Notiz, "daß die fünf Bauernhuben ganz wüst seien". 1698 ist die Dorfgemarkung zwischen Adam Smora und Georg Tannenberg geteilt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts sind im Dorf vier Kölmer vorhanden (Hufenschoßprotokolle 1717). Die Ortelsburger Prästationstabelle erwähnt die Erbverschreibung "wüster Huben" an drei Assekuranten (Johann Dominik, Johann Olschewski und Martin Todzi). 1785 (2. Juni) erwarb die Dorfschaft bei der Separation der Napiwoddaer Forst 20 H 12 M 160 R (Scheffelplätze). In den Bereisungsprotokollen (Ortelsburger Prästationstabelle 1787) werden die wirtschaftlichen Verhältnisse der sieben Wirte (vier Kölmer und drei Assekuranten) als mittelmäßig bezeichnet. Sie besaßen zusammen 22 Pferde, vier Fohlen, einen Bullen, acht Ochsen, 17 Kühe, 31 Stück Jungvieh, 105 Schafe und 25 Schweine. Sie mußten einige Fuder Heu von Polen kaufen.

Nach Abschluß der Separation 1840 wohnten in der Dorfgemarkung (1334 M 11 R preuß.) sechs Kölmer, vier Assekuranten, zwei Eigenkätner und ein Schullehrer (Schimanski). Es gab im Dorfe neun landwirtschaftliche Betriebe (2: 0,5-5 ha, 1: 12 ha, 5: 20-100 ha, 1: über 100 ha). Die Schule war 1910 erbaut.

Ein schweres Schicksal traf die Landgemeinde am Ende des Zweiten Weltkrieges. Beim Einmarsch der Russen wurden ermordet: Frau Herrmann (Scheufelsmühle), August Neumann, Friderike Neumann, Julius Skischally, Nieszorek, Pimann. Die Ermordeten konnten erst fünf Wochen später in aller Heimlichkeit von einigen beherzten Frauen beerdigt werden. Das Grab befindet sich auf einer Anhöhe im Garten des Bauernhofes von August Neumann. Sieben Einwohner starben auf der Flucht, zwei Kleinruter sind als Wehrmachtangehörige gefallen.[2]

Fußnoten

  1. KleinrutenBildarchiv Ostpreußen
  2. Max Meyhöfer: Die Landgemeinden des Kreises Ortelsburg



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