Kolberg (Film)

Aus Metapedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Kolberg
Filmdaten
Deutscher Titel: Kolberg
Produktionsland: Deutsches Reich
Erscheinungsjahr: 1945
Stab
Regie: Veit Harlan
Drehbuch: Veit Harlan, Alfred Braun, Thea von Harbou
Produktion: Ufa
Musik: Norbert Schultze
Kamera: Bruno Mondi
Schnitt: Wolfgang Schleif
Besetzung
Rollen Darsteller
Maria Kristina Söderbaum
Joachim Nettelbeck Heinrich George
Loucadou Paul Wegener
Gneisenau Horst Caspar
Schill Gustav Diessl
Frau von Voss Greta Schröder
Bauer Werner Otto Wernicke
Bauer Claus Kurt Meisel
Adjutant Loucadous Otz Tollen
Königin Luise Irene von Meyendorff
Friedrich Wilhelm III. Claus Clausen
Prinz Louis Ferdinand Jaspar von Oertzen
Reeder Jakob Tiedtke
Rektor Paul Bildt
Fanselow Franz Schafheitlin
Zaufke Hans Hermann Schaufuss
Major in Königsberg Paul Henckels
Franz Josef Dahmen
General Loison Theo Shall

Der Film Kolberg des Regisseurs Veit Harlan mit Kristina Söderbaum und Heinrich George in den Hauptrollen wurde am 30. Januar 1945, dem 12. Jahrestag des nationalsozialistischen Wahlsiegs, gleichzeitig in Berlin und in der umkämpften und eingekesselten Atlantikfestung La Rochelle (U-Boot-Hafen) uraufgeführt.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Handlung

Im Herbst 1806 belagerten Napoleons Truppen nach einem erfolgreichen Feldzug in Deutschland die Festung Kolberg. Die Franzosen haben Berlin besetzt, und der Ortskommandant Loucadou will kapitulieren. Doch der couragierte Bürgerrepräsentant Nettelbeck gibt nicht auf und organisiert Bürgerwehren, damit die gesamte Bevölkerung sich am Kampf beteiligen kann. Der junge Major Gneisenau wird neuer Stadtkommandant und feuert die Bevölkerung zum heldenhaften Kampf an. Daher beschießt die französische Armee die Festung mit Artillerie. Doch die Bevölkerung gibt nicht auf, und so geht diese schließlich als Sieger aus dem Kampf hervor.

Um die Belagerung Kolbergs als historisches Beispiel für einen erfolgreichen Endkampf zu deuten, wurde eine Rahmenhandlung (zu Beginn und am Ende des Films) in das Jahr 1813 gelegt. Darin überzeugt Gneisenau den preußischen König Friedrich Wilhelm III. durch die Schilderung der Rettung Kolbergs davon, sein Volk zum Kampf gegen Napoleon im Sinne der Einheit von Volk und Armee aufzufordern.

[bearbeiten] Besonderheiten

Der Farbfilm war mit 8,8 Millionen Reichsmark Produktionskosten der teuerste Film in der Zeit des Nationalsozialismus. Das wären heute umgerechnet 170 Millionen Euro. Es wirkten tausende Wehrmachtssoldaten als Statisten sowie mehr als tausend Pferde mit, was angesichts der schwierigen Kriegslage einen gewaltigen Aufwand bedeutete[1][2]. Um das Drehen von Schneeszenen im Sommer zu ermöglichen, wurden einmal 100 Eisenbahnwaggons mit Salz an den Drehort in Pommern gebracht. Goebbels hat den Film nach Fertigstellung erheblich gekürzt, weil er in Anbetracht der verheerenden anglo-amerikanischen Terror-Bombenangriffe auf deutsche Städte und deren Zivilbevölkerung die aufwendigen Szenen, in denen Kolberger Bürger von der übermächtigen Artillerie Napoleons dahingemetzelt werden, dem deutschen Zuschauer nicht zumuten wollte. Dem Schnitt fiel allerdings auch die Todesszene des Prinzen Louis Ferdinand zum Opfer, was im Abspann in der Eile der Fertigstellung nicht mehr berücksichtigt werden konnte, denn dort werden sein Name und der des Darstellers Jasper von Oertzen noch genannt. Zur Premiere im eingekesselten La Rochelle mußte eine Kopie des Films mit dem Fallschirm abgeworfen werden.

Später wurde der Film auch in den eingeschlossenen deutschen Städten Königsberg, Breslau, Danzig und anderen Großstädten aufgeführt. Er wurde in den Jugendfilmstunden der Hitlerjugend sowie vor Rekruten der Wehrmacht und der Waffen-SS gezeigt. In Berlin lief der Film wie auch Münchhausen bis in den April hinein in zwei Großkinos mit über 2000 Plätzen. Er kam jedoch viel zu spät, um noch die erhoffte Propagandawirkung zu erzielen. Goebbels untersagte es, die Eroberung Kolbergs durch sowjetische und polnische Invasoren am 18. März 1945 im Wehrmachtsbericht zu erwähnen.

Nach der sogenannten "Befreiung" im Jahre 1945 kam der Film dann im Jahre 1965 mit dem Titel Kolberg – Der 30. Januar 1945 neu in die deutschen Kinos. Die Neufassung war nun mit dokumentarischen Einschüben versehen. Im Begleitmaterial wurde Veit Harlan mit angeblich unwahren Behauptungen zur Entstehung des Films (direkte Weisung Hitlers, Verschweigen der Vorlage von Paul Heyse), zur Zahl der Statisten (angeblich 187.000 Mann oder 18 Wehrmachtsdivisionen) und zum historischen Hintergrund (angebliche Besetzung Kolbergs durch die Franzosen nach dem Tilsiter Frieden) zitiert, die seither in anderen Veröffentlichungen ungeprüft weitergegeben werden. Diese Fassung ("Alliiertenversion") wurde jedoch nach kurzer Zeit infolge zahlreicher Proteste der deutschen Zuschauer wieder abgesetzt. Erst 1998 wurde die Originalfassung im elitären Fernsehsender ARTE ausgestrahlt. Mit dem Nationalsozialismus als Staatsidee hatte der Film aber nichts zu tun und nichts gemein, so wie es immer wieder die Medien behaupten. Szenen, in denen sich die künstlerischen Gesetze gegen die politische Ideologie durchsetzten, wurden nicht aus dem Film entfernt. Claus beispielsweise, der Bruder von Georges Filmpatentochter Maria, der in Straßburg Musik studiert hatte und während der kritischsten Augenblicke in Kolberg unbeteiligt Geige spielte und sich demonstrativ offen als Weltbürger bezeichnete, passte ideologisch und propagandistisch wenig in das Bild der Nationalsozialisten. So wie Paul Wegener, der als erster Stadtkommandant Lucardur nichts mit dem traditionsbewussten und traditionellen preußisch-deutschen Offizier gemein hatte und somit das Nationalsozialistische Klischee mit Sicherheit nicht verkörperte. Schon die Tatsache, daß beiden aus diesem Film keine Kriegsverdächtigen oder Standesrechtlichen Konsequenzen aus ihrem Verhalten erwuchsen, sollte den eifernden Geschichstklitterern der Politischen Korrektheit zu denken geben, was aber leider nur allzu selten geschieht.

[bearbeiten] Prädikate

  • Film der Nation
  • staatspolitisch besonders wertvoll
  • künstlerisch besonders wertvoll
  • kulturell wertvoll
  • volkstümlich wertvoll
  • anerkennenswert
  • volksbildend
  • Jugendwert

[bearbeiten] Video

Kolberg (in der zensurfreien ARTE-Version)
allerdings mit französischen Untertiteln

[bearbeiten] Literatur

[bearbeiten] Verweise

[bearbeiten] Fußnoten

  1. ^ Filmhistoriker Gert Koshofer in der Dokumentation Münchhausen – Ein Mythos in Agfacolor, enthalten auf der DVD Münchhausen. Transit Classics – Deluxe Edition
  2. ^ Auch Artikel auf www.dhm.de und www.preussen-chronik.de sprechen von 5.000 Soldaten.
Persönliche Werkzeuge