Kollektivierung

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Kollektivierung (von lat. colligere (-ligo, legi, lectum): zusammenbinden, fesseln oder zusammenlesen, aufsammeln, zusammendrängen) bezeichnet die Verschmelzung landwirtschaftlicher Fabrikationsstätten zu genossenschaftlichen oder staatlichen Betrieben. Gemeinschaftliches Wirtschaften wird so gut wie niemals freiwillig, sondern stets zwangsstaatlich (oder in engen religiösen Verbänden) durchgesetzt. Von Wohnungsbaugenossenschaften abgesehen – die rentabel arbeiten können, weil der Anteilseigner freiwillig einsteigt und freiwillig auszusteigen imstande ist –, geht kollektives Wirtschaften fast immer fehl.

An jedem Punkt des ökonomischen Austauschs treten staatliche Akteure ins Geschehen ein, definieren „Bedarf“ oder „Preis“ oder das Recht auf den Marktzugang nach behördlichen Vorgaben und verzerren damit jegliche Kostenrechnung. Während zunächst nur Bürokraten nicht wissen, was irgendeine beliebige Ware oder Dienstleistung (irgendein Transport, irgendeine Veredelung) tatsächlich kostet, bewegt sich das kollektive System sodann auf einen Zustand hin, in welchem jeder unternehmerische Akteur Umverteilungsschnittstellen beansprucht und kein realer Kostenfaktor mehr exakt bestimmt werden kann. Diese Situation führt in direkter Linie den ökonomischen Kollaps herbei.

Inhaltsverzeichnis

Zwangskollektivierung in der DDR

Im Frühjahr 1960 hatte die DDR-Führung rund 400.000 selbstständige Bauern gezwungen, ihren Besitz in Landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaften (LPG) einzubringen. Tausende Landwirte flohen daraufhin in den Westen, andere nahmen sich das Leben.[1] In der Geschichte der Kollektivierung wird zumeist deren Schlußkapitel nicht (oder falsch) erzählt: Nachdem der Verzichtspolitiker Willy Brandt als Bundeskanzler der BRD im Rahmen seiner „Entspannunspolitik“ einen Teil des ökonomischen und moralischen Drucks vom Ulbricht/-Honecker-Regime genommen hatte, verschärften sich dort die Kollektivierungsmaßnahmen gegen freie Handwerksberufe in der frühen Ära Honecker noch bedeutend.

Nicht mehr Kollektivierung, sondern blanke Kleptokratie war dann die Steuerpolitik der späten DDR, die überhaupt alle Eigentümer wertvoller Gegenstände (Möbel, Modelleisenbahnen, Teppiche usw.) flächendeckend per Steuerbescheid enteignete (→ Alexander Schalk-Golodkowski).

Zitate

  • [...] die Proletarisierung im ländlichen Raum zu DDR-Zeiten und die Zwangskollektivierung der Menschen durch das SED-Regime [haben] maßgeblich zur heutigen Gewaltbereitschaft und zum Werteverlust in Ostdeutschland beigetragen[2]Jörg Schönbohm

Literatur

  • Jens Schöne: Frühling auf dem Lande? Die Kollektivierung der DDR-Landwirtschaft. Links-Verlag, Berlin 2005

Verweise

Fußnoten

  1. Rundfunk Berlin-Brandenburg, 25. April 2010: Denkmal für Opfer der Zwangskollektivierung
  2. Ich hatte damals sinngemäß gesagt, dass die die Proletarisierung im ländlichen Raum zu DDR-Zeiten und die Zwangskollektivierung der Menschen durch das SED-Regime maßgeblich zur heutigen Gewaltbereitschaft und zum Werteverlust in Ostdeutschland beigetragen haben.“, Jörg Schönbohm, B.Z. 2. September 2012
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