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Kommunismus

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Kommunismus (von lat. communis, „gemeinsam“) bezeichnet das politische Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und das erwirtschaftete Sozialprodukt gesellschaftlich angeeignet wird, das heißt, allen Menschen gleicherweise zugänglich sein soll. Er wird häufig als das gegenteilige System zum Kapitalismus bezeichnet; dies trifft aber nur auf Teilbereiche zu, da beide Systeme in ihrer Grundausrichtung materialistisch sind und letztendlich kulturzerstörend wirken.

Kommunismus funktioniert bei staatenbildenden Insekten zu einem hohen Grad, ist aber für Lebewesen mit hoher Individualisierung und weitgehend egoistischer Grundausrichtung nicht praktikabel. Die diesbezügliche Illusion eignet sich aber vortrefflich zur Verführung und Instrumentalisierung der Massen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Der Kommunismus strebt die Gleichheit aller Menschen an und sucht dieses Ideal durch die Herstellung einer neuen gesellschaftliche Ordnung zu verwirklichen, die einen neuen und besseren Menschen ermöglichen soll. Kritiker sehen darin Gleichmacherei, Nivellierung von Wertunterschieden und aufgenötigte Zwangsideale, die bloß von einer Clique von Intellektuellen ausgehen, aber nicht dem Willen des Volkes entsprechen.

Konservative Denker verweisen dagegen darauf, daß der Mensch nicht nur zum Guten befähigt ist und alle Versuche, die Besserung der Menschen durch künstliche Systeme zu erzwingen und die ideale Gesellschaft zu erzeugen nur die Hölle auf Erden geschaffen haben. Die Umsetzung der kommunistischen Ideale ging historisch immer mit massivem Zwang von staatlicher Seite vor sich. Die Angst vor dem Kommunismus verhalf unter anderem dem Nationalsozialismus zum Aufstieg.

Kommunistische Bewegungen konnten sich nur in Gebieten etablieren, die vollkommen wirtschaftlich am Boden lagen, meist durch lange Kriegsperioden. Die Machtübernahme erfolgte quasi stets durch Gewalt, oft durch Bürgerkriege oder auch Zwang durch fremde Armeen. Daß es nirgends gelang, mittels der kommunistischen Planwirtschaft der Bevölkerung einen nennenswerten wirtschaftlichen Wohlstand zu bringen, war mehr noch als die rücksichtslose Unterdrückung der Reise-, Presse- oder Redefreiheit für den Untergang der meisten dieser Regime verantwortlich.
Die kommunistischen Terrorherrschaften unter Lenin und Stalin in der Sowjetunion, unter Mao Tse-tung in China und unter Pol Pot in Kambodscha sind für die größten Massenmorde der Menschheitsgeschichte verantwortlich.

Ursprung des politischen Begriffs

Als „Kommunist“ im Sinne eines politischen Schlagwortes bezeichnete sich zuerst der französische Publizist Étienne Cabet im Jahre 1840.[1] Die Parole zündete und entfesselte eine ungewöhnlich lebhafte Diskussion. Zu den ersten, die sie unter den Deutschen verbreiteten, gehörte der jüdische Schriftsteller Heinrich Heine, der seit 1841 das Thema an zahlreichen Stellen seiner Schriften anschlug und seine Leser seitenlang über Kommunistenregiment, Kommunismus und Kommunisten zu unterrichten wusste.[2]

Opferzahlen kommunistischer Diktaturen

Die Zahlen entstammen dem Schwarzbuch des Kommunismus. Die genannten Zahlen weichen mitunter gravierend von denen anderer Bücher zu diesem Thema und in unterschiedlichen Auflagen voneinander ab.

Staat Tote
China 65 Millionen Tote
Sowjetunion 20 Millionen Tote
Nordkorea 2 Millionen Tote
Kambodscha 2 Millionen Tote
Afrika 1,7 Millionen Tote
Afghanistan 2 Millionen Tote
Osteuropa 1 Million Tote
Lateinamerika 150.000 Tote

Zitate

  • „Der höchste denkbare Grad der Gleichheit, der Kommunismus, ist, weil er die Unterdrückung aller natürlichen Neigungen voraussetzt, der höchste denkbare Grad der Knechtschaft.” - Heinrich von Treitschke
  • „Ich werfe keinem von den kleinen Leuten vor, daß er Kommunist war; vorzuwerfen habe ich es nur einem Intellektualisten: Er wußte, daß ihm die Not Mittel zu einem Zweck war. Betrachtet man dieses Geschmeiß von Bürgertum, dann wird man jetzt noch rot. Die Masse ist den Weg gegangen, der allein möglich ist. Am nationalen Leben hatte der Arbeiter keinen Anteil: Zur Enthüllung eines Bismarck-Denkmals zum Beispiel oder zu einem Stapellauf war nie eine Arbeiter-Delegation eingeladen, man sah da nur Zylinder und Uniformen.“ - Adolf Hitler[3]

Siehe auch

Literatur

  • Franz Ludwig: „Kommunismus, Anarchismus, Sozialismus: Geschichtliches und Kritisches“, Berlin 1908 (PDF-Datei) Für Nicht - VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Verweise

Filmbeiträge

Fußnoten

  1. Vgl. sein damals Aufsehen erregendes Glaubensbekenntnis „Comment je suis communiste et mon crédo communiste“ (Paris 1840) und seine im gleichen Jahre zuerst erschienene kommunistische Utopie „Voyage en Icarie“.
  2. Otto Ladendorf: Historisches Schlagwörterbuch (1906)
  3. In: Monologe im Führerhauptquartier - die Aufzeichnungen Heinrich Heims, herausgegeben von Werner Jochmann, Wilhelm Heyne Verlag, München 1980, ISBN 3-453-01600-9 (Aufzeichnung vom 02.08.1941, Seite 51)
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