Kopisch, August

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August Kopisch.jpg

August Kopisch (Lebensrune.png 26. Mai 1799 in Breslau; Todesrune.png 6. Februar 1853 in Berlin) war ein deutscher Maler und Schriftsteller. Er ist der Erfinder der Heinzelmännchen und entdeckte die Blaue Grotte auf Capri im Jahre 1826.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Zu seinem Wirken heißt es:[1]

August Kopisch, geb. 26. Mai 1799 zu Breslau, wurde Maler, ging 1823 nach Italien, wo er namentlich auch Volkspoesie studierte. Bei längerem Aufenthalte in Neapel entdeckte er die blaue Grotte von Capri. Er kehrte 1828 nach Deutschland (Breslau) zurück, wurde 1833 vom Kronprinzen Friedrich Wilhelm IV. im Hofmarschallamte in Berlin angestellt, erhielt 1844 den Titel Professor und nahm 1847, um die ihm aufgetragene Geschichte der Schlösser und Gärten bei Potsdam zu schreiben, dauernden Aufenthalt in Potsdam. Er starb auf einer Besuchsreise in Berlin den 6. Februar 1853. „Gedichte“ (1836), „Die göttliche Comödie des Dante Alighieri metrisch übersetzt“ (1842), „Agrumi, volksthümliche Poesien aus Italien“ (1828), „Allerlei Geister, Gedichtsammlung“ (1848). Von seinen launigen Gedichten ist „Als Noah aus dem Kasten war“ (1824) das bekannteste geblieben.

Kurze Einführung

Kurze Einführung in Leben und Werk:[2]

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Werk

Gedichte

Zwei Gedichte:[3]
Die Heinzelmännchen & Friedrichs des Zweiten Kutscher

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Malerei

Der Sonnenuntergang in den pontinischen Sümpfen:

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Nachruf in Bezug auf sein Schaffen als Maler

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

August Kopisch, dessen plötzlicher Tod die mannigfachsten Kundgebungen einer aussergewöhnlichen Theilnahme in den weitesten Kreisen erregt hat, ist nicht allein durch seine schriftstellerische, sondern auch durch seine künstlerische Thätigkeit so bekannt geworden. Freilich begegnet man unter Künstlern öfters der Ansicht, nach welcher Kopisch nur als Dilettant betrachtet wird; doch dulden seine Leistungen als Maler ein solches Urtheil entschieden nicht. Er bestimmte sich früh speciell für die Malerei, bezog im 16. Lebensjahre zu seiner künstlerischen Ausbildung die Akademie zu Prag, ging später zu demselben Zwecke nach Wien und Dresden und dann nach Italien, wo er etwa vier Jahre, mit künstlerischen Studien beschäftigt, verweilte. Allerdings haben zwei Dinge ihn von der alleinigen Beschäftigung mit der bildenden Kunst abgehalten: einmal sein Uebel an der rechten Hand — in Folge eines Sturzes auf dem Eise —, sodann seine ausgedehnten klassischen Studien, die er fortwährend zugleich betrieb. Aber dennoch hat Kopisch nie aufgehört, die Malerei als seine Aufgabe zu betrachten und sich zu den Künstlern zu zählen. Vergegenwärtigen wir uns seine Arbeiten, mit welchen er seit einer Reihe von Jahren die hiesigen Kunstausstellungen beschickte; so werden wir den Grund zu jenem Urtheil, welches ihm nicht unter den Künstlern, sondern unter den Dilettanten seinen Platz anweist, wohl angeben können. Eins der ersten seiner Bilder, welches durch höchst eigenthümliche Auffassung allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog, war „der Sonnenuntergang in den pontinischen Sümpfen“. Es ist dies eine Landschaft mit so feurigrothem Himmel und glühenden Reflexen auf jedem Halme der sumpfigen, durch die Windungen eines Flusses und viele Gräben durchschnittenen Ebene, dass wir durch die Intentionen dieses Bildes nur an einen Maler der neueren Zeit, der solche Auffassungen gezeigt hat, an Eduard Hildebrandt erinnert werden. Der wesentliche Unterschied zwischen diesem und Kopisch hierbei ist der, dass Hildebrandt mehr Meister seiner Kunst ist, um solche Stoffe bewältigen zu können. Dem Streben nach dem Aussergewöhnlichen begegnen wir bei Kopisch überall, auch auf den anderen Gebieten seiner Thätigkeit. Aber, wiewohl ein solches Streben sehr wohl einer künstlerischen Natur conform ist, so ist es erfahrungsmässig doch zugleich häufig ein Kennzeichen untergeordneter Talente oder des Dilettantismus. Das erwähnte Bild, um bei diesem stehen zu bleiben und daran unsere Ansicht zu entwickeln, giebt uns indess nicht Veranlassung, in dem Streben des Malers ein solches Kennzeichen zu finden, wohl aber bietet es Gelegenheit, dergleichen darin zu suchen. Die Motive zu dieser Landschaft nämlich, die im Mittelgrunde stehende umlaubte Ruine, das in der Ferne sichtbare Vorgebirge der Zauberin Kirke, monte cirrello, die den Fluss durchschwimmende Büffelheerde, darum die Ruhe der weiten, saftigen Grasfläche, bieten ein so poetisches Ganze, dass wir ihm die künstlerische Conception nicht absprechen dürfen. Dagegen zeigt sich in der Technik nicht der Grad der Ausbildung, der namentlich bei den Beleuchtungs-Effektstücken erforderlich ist. Aber selbst in diesen Mängeln war Kopisch so geistreich, dass mancher Künstler ihm, trotz grösserer technischer Ausbildung, nachstand. Uebrigens hat gerade das erwähnte Bild doch solchen Beifall gefunden, dass Kopisch es mehrmals auf Bestellung copirt hat. Eine dieser Copieen befindet sich in Sanssouci. Seine anderen Bilder, der Wasserfall von Terni, der Golf von Neapel, die blaue Grotte, Mondschein an der Küste gegenüber dem Vesuv (aus einer beleuchteten Grotte gesehen), eine Aussicht über Potsdam, zur Zeit des grossen Kurfürsten, eine Landschaft mit Nilpferden, unter dem Titel Afrika, eine ovale, sicilianische Küstenlandschaft, sind fast alle in dem Charakter der erstangeführten, mit der Absicht auf ungewöhnliche Lichteffekte, gemalt. Indem wir hier ganz übergehen, was sich principiell gegen diese Richtung im Allgemeinen sagen lässt, müssen wir noch einer seiner Landschaften erwähnen, in welcher er freilich auf dem gefährlichen Fußsteige zwischen dem Sublimen und Sonderbaren einen offenbaren Fall gethan hat, der ihm sehr schadete: wir meinen die Darstellung eines Feuerwerks bei Glieneke, mit bengalischer Beleuchtung der Architektur, der Fontaine am Fusse des Babelsberges u. s. w. Man verzeiht aber dem sonst so fein fühlenden Geiste diesen falschen Griff gern. Noch zwei seiner Landschaften, die Terrassen von Sanssouci und das Belvedere beim Neuen Palais, gehören zu seinem historischen Werke über Potsdam und sind in Stahl gestochen worden. In letzter Zeit malte Kopisch auch ein Brustbildniss seiner Frau. Ausserdem existirt von ihm ein kleines, colorirtes Modell in Gyps von der Insel Capri, auf einer blauen Glasplatte aufgestellt. Es ist, so wie mehrere seiner Landschaften, im Besitze S. M. des Königs und soll sehr sauber ausgeführt sein. Auch machte er einen Versuch, die blaue Grotte, deren Entdecker er bekanntlich war, zu modelliren und den blauen Reflex künstlich zu erzeugen, was ihm mit überraschender Naturähnlichkeit gelang. Zuletzt war er mit einem Modell der Sireneninseln in nassem Sand, zu späterer Ausführung in Gyps, beschäftigt. — Wenn es dem Verewigten nicht vergönnt war, eine Stufe der Ausbildung in seiner Kunst zu erreichen, die ihn bedeutenderen Meistern unserer Zeit an die Seite gesetzt hätte, so ist es doch zweifellos, dass sein plötzlicher Tod, schon wegen der vielfachen Elemente künstlerischer Anregung, die von ihm ausging, als ein Verlust für die Künstlerwelt sehr zu beklagen ist.

Quelle: Deutsches Kunstblatt Stuttgart: Zeitschrift für bildende Kunst Band 4, Nr. 19, 1853, S. 159f. (PDF-Datei)


Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

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  • 1840 in den Königlichen Kunstbeirat bestellt
  • 1844 von Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. den Professorentitel erhalten
  • In Breslau wurde im Jahre 1902 an dem Geburtshause des Dichters der „Heinzelmännchen“ in der Junkerstraße 3 eine Erinnerungstafel angebracht.

Werke (Auswahl)

  • Gedichte (PDF-Datei)
  • Agrumi, volksthümliche Posien aus allen Mundarten Italiens und seiner Inseln, gesammelt und übersetzt (PDF-Datei)
  • Der Träumer (mit Bildschmuck von Wilhelm Repsold) (PDF-Datei)
  • Die göttliche Komödie des Dante Alighieri. Metrische Uebersetzung (PDF-Datei)
  • Allerlei Geister, Gedichte (PDF-Datei)
  • Die königlichen Schlösser und Gärten zu Potsdam von der Zeit ihrer Gründung bis zum Jahre MDCCCLII auf allerhöchsten Befehl Sr. Majestät des Königs (PDF-Datei)
  • Entdeckung der Blauen Grotte auf der Insel Capri (HTML-Version)
  • Gesammelte Werke (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3, Band 4)

Fußnoten

  1. Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationallitteratur herausgegeben von Gustav Könnecke (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. A. Hentschel, Karl Linke: „Illustrierte deutsche Litteraturkunde in Bildern und Skizzen für Schule und Haus“, 1889, S. 250ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  3. Hausbücherei der deutschen Dichter-Gedächtnisstiftung, Balladenbuch Band 2 Aeltere Dichter, 1907. S. 326ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
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