Beutekunst

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Zeitungsmeldung vom 7. Juni 1944 über den Umgang deutscher Truppen mit fremdem Kulturgut:
Vor Zerstörung bewahrt und übergeben!

Beutekunst nennt man Kulturgüter, die sich jemand in einem Krieg oder kriegsähnlichen Zustand widerrechtlich (entgegen Art. 56 der Haager Landkriegsordnung) aneignet. Nach den Regeln der Komposita-Bildung im Deutschen, müßte es eigentlich „Kunstbeute“ heißen, da es sich um erbeutete Kunst handelt und nicht etwa um eine künstlerische Darstellung von Beute oder die Kunst, Beute zu erlangen. Der Begriff „Beutekunst“ hat sich jedoch in dieser Form eingebürgert.

Inhaltsverzeichnis

Beutekunst der Alliierten

Beutekunst in den USA

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in großem Stil Kunstwerke aus Deutschland abtransportiert. Vieles davon ist noch immer verschollen.

Mehrfach kam es vor, daß alliierte Soldaten persönlich sich an Stücken bereicherten oder sie als „Souvenir“ mitnahmen. Sol Chaneles, ein 1990 verstorbener Kunstraubforscher und Professor für Kriminalrecht der Rutgers University in New Jersey berichtete über ein großes mit deutschem Kulturgut vollgestopftes Transportflugzeug, das im Sommer 1945 von München in die USA geflogen ist – was daraus geworden ist, ist bis heute ungeklärt.

Beutekunst in Russland

Von 1945 bis 1947 wurden in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands durch sowjetische „Trophäenkommissionen“ zahlreiche deutsche Kulturgüter beschlagnahmt und in die Sowjetunion verbracht. Zwar wurden 1955 die in der Sowjetunion gelagerten Bilder der Dresdner Gemäldegalerie zurückgegeben, doch erst 1992 hob die russische Regierung die jahrzehntelange strenge Geheimhaltung der in geheimen Magazinen versteckten Beutekunst-Bestände auf. In einem deutsch-russischen Vertrag wurde vereinbart, „unrechtmäßig verbrachte Kulturgüter an den Eigentümer“ zurückzugeben. In der Folgezeit führte in Rußland die Behandlung des Beutekunst-Problems zu massiven innenpolitischen Auseinandersetzungen. Mehrfach erklärte die Duma gegen den Widerstand von Präsident Boris Jelzin die Beutekunst zum ständigen Eigentum Rußlands. Die Beutekunstfrage gilt als ein wesentliches, derzeit noch immer ungelöstes Problem in den deutsch-russischen Beziehungen.

In den 1990er Jahren gingen das Puschkin-Museum und das Historische Museum in Moskau sowie die Eremitage in Sankt Petersburg dazu über, Beutekunst-Bestände aus den Geheimlagern herauszuholen und in Ausstellungen öffentlich zu zeigen. So zeigte 1995 die Eremitage französische Gemälde des 19. Jahrhunderts aus den Sammlungen Friedrich Carl Siemens, Eduard von der Heydt, Alice Meyer, Otto Gerstenberg, Otto Krebs, Bernhard Koehler und Monica Sachse. Ein Jahr später folgte dort die Ausstellung mit Meisterzeichnungen aus deutschen Privatsammlungen. 1996 zeigte das Puschkin-Museum den so genannten Schatz des Priamos und 2007 die merowingerzeitlichen Funde aus dem Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte, darunter die Schwertscheide von Gutenstein. Auch der bronzezeitliche Goldschatz von Eberswalde wird noch in Geheimlagern russischer Museen vermutet.[1] Weitere bedeutende Objekte der Beutekunst in Russland sind umfangreiche Bestände der Kunsthalle Bremen (u. a. die so genannte Baldin-Sammlung), die Nachlässe von Ferdinand Lassalle und Walther Rathenau, Bestände der Gothaer Bibliothek und der fürstlichen Bibliothek in Wernigerode sowie die Rüstkammer der Wartburg. 2008 wurde bekannt, dass im Museum der ukrainischen Stadt Simferopol 87 Gemälde des Suermondt-Ludwig-Museums Aachen ausgestellt werden, die bis 2005 als verschollen galten.

Seit Jahren wird vergeblich über die Rückgabe der Baldin-Sammlung an die Kunsthalle Bremen verhandelt.

Beutekunst in Polen

Als Berlinka (polnisch für „aus Berlin stammend“) wird die umfangreichste Sammlung deutscher Kulturgüter u. a. aus kostbaren Originalhandschriften, darunter Briefe von Johann Wolfgang von Goethe und Ludwig van Beethoven, bezeichnet, welche sich heute in polnischem Besitz befindet. Nachdem diese am Ende des Zweiten Weltkrieges aus der Preußischen Staatsbibliothek zu Berlin in ein schlesisches Kloster ausgelagert worden waren. Spezialisten bewahrten die Bestände vor einem möglichen Verfall, heute werden sie in der Jagiellonenbibliothek in Krakau verwahrt. Polnisches Luftfahrtmuseum Krakau, welches zu seinen Schätzen auch Stücke aus der ehemaligen „Göring-Sammlung“ zählt.

Verweise

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Fußnoten

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