Legion Condor

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Die Legion „Condor“ war eine deutsche Militärmission und faktisch ein Expeditionskorps der deutschen Wehrmacht an der Seite von General Franco im Spanischen Bürgerkrieg.

Die Legion „Condor“ in Berlin am 6. Juni 1939, nach ihrer Rückkehr aus Spanien.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Kommandeur Generalmajor Wolfram Freiherr von Richthofen (Mitte) bei einer Parade für die Legion Condor zum Abschied aus Spanien 1939, rechts SS-Oberführer Willi Köhn im Gespräch mit dem Chef des Stabes Hans Seidemann.

Im Jahre 1936 überschlugen sich im seinerzeit ohnehin unruhigen Spanien die Ereignisse. Nach dem Wahlsieg der linken Volksfront im Februar ergoß sich eine Welle blutigster Gewalt über das Land. Der Befehlshaber der Marokkanischen Armee, General Francisco Franco, sah sich daher im nationalen Interesse Spaniens gezwungen, einzugreifen und die von Kommunisten dominierte Regierung zu stürzen, da diese offensichtlich nicht in der Lage war, Sicherheit und Ordnung im Lande zu gewährleisten. Da Franco jedoch auf dem afrikanischen Kontinent festsaß und aus eigener Kraft nicht vermochte, nach Spanien überzusetzen, bat er den deutschen Reichskanzler Adolf Hitler um Hilfe.

Legion Condor

Verleihungszeremonie des Spanienkreuzes in Gold mit Brillanten in Hamburg am 31. Mai 1939. Insgesamt soll es 28 Empfänger gegeben haben. Personen auf dem Bild v. l. n. r.: Oberleutnant Otto Bertram, Oberleutnant Joachim Schlichting, Hauptmann Harro Harder, Hauptmann Werner Mölders, Hauptmann Wolfgang Schellmann, Oberleutnant Walter Oesau, Major Martin Harlinghausen und Major Karl-Heinz Wolff

Dieser – gleichfalls in Sorge über die politischen Verhältnisse auf der iberischen Halbinsel und das dort drohende Unheil – sandte ihm daraufhin Transportflugzeuge, Waffen und Munition. Außerdem wurden am 31. Juli auf dem Flugplatz Döberitz die ersten 86 – vorher aus der Luftwaffe ausgegliederten – Freiwilligen verabschiedet, die den Grundstock jener Truppe bilden sollten, die ab November den Namen Legion Condor trug. In Spanien wurden sie mit neuen Uniformen ausgestattet. Ohne ihren Einsatz in den folgenden drei Jahren – und darüber besteht in der wissenschaftlichen Diskussion weitgehend Einigkeit – hätte der Staatsstreich Francos keine Aussicht auf Erfolg gehabt.

In der öffentlichen Darstellung findet sich dagegen – entsprechend der gängigen Praxis, die historische Forschung über die Zeit des Dritten Reiches als retrospektive Zweckforschung zu betreiben und demzufolge auf eine fundierte Ursachenforschung zu verzichten – meist nur ein von Denkschablonen geprägtes und verzerrtes Bild der damaligen Ereignisse und insbesondere der deutschen Soldaten.

Ruchlosigkeit und Barbarei sind auch der Grund dafür, daß der Name der kleinen baskischen Stadt Guernica noch heute, mehr als 60 Jahre nach dem angeblichen Vorfall, zum Synonym deutscher Ruchlosigkeit und Barbarei stilisiert wird. Aufgrund propagandistischer Verzerrungen und Falschmeldungen wurde lange Zeit ein tatsachengerechtes Verständnis der zeitgeschichtlichen Vorgänge verhindert und der Bombenangriff der Legion Condor vom 26. April 1937 zum Anlaß genommen, die deutsche Luftwaffe als Terrorwaffe abzustempeln. Die Rotspanier bedienten sich des Vorfalls, um über die Einschaltung der Weltpresse daraus erhebliches propagandistisches Kapital zu schlagen und antideutsche Ressentiments zu bedienen. Die Schlagzeilen von New York bis Paris lauteten beispielsweise: „Infamer Überfall deutscher Luftpiraten auf friedliche spanische Stadt“ oder „Empörungsschrei der zivilisierten Welt: Guernica“. Noch Jahrzehnte nach Beendigung des spanischen Bürgerkrieges wird – selbst in deutschen Medien – der Mythos gepflegt, in Guernica habe es „das erste heimtückische und feige Bombardement der Zivilbevölkerung“ gegeben. Dabei hatten Flugzeuge der rotspanischen Luftwaffe bereits zuvor verschiedene Städte abseits der Front wie Saragossa, Valladolid, Cordoba, Melilla und andere Wohnsiedlungen bombardiert und dadurch Hunderte von Menschen getötet oder verletzt – ohne daß die Weltöffentlichkeit dies zur Kenntnis genommen hätte.

Ehrenmal für gefallene Flieger der Legion Condor: Acht deutsche Helden liegen auf dem Almudena-Friedhof in Madrid

Die Legion Condor erhielt den von Franco genehmigten Operationsplan für die Einnahme Bilbaos am 20. März 1937. Danach war ein Angriff von Osten her vorgesehen, wobei die Verbände der navarresischen Karlisten und eine italienische Division durch deutsche Artillerie und Panzer sowie durch fliegende Verbände der Legion Condor, der Spanier und der Italiener unterstützt wurden. Zunächst sollte das Vorfeld zum sogenannten „Eisernen Ring“, einem Festungs- und Sicherungssystem um Bilbao, überwunden werden und anschließend der „Eiserne Ring“ selbst.

Im Zusammenhang mit dem Großangriff der nationalspanischen Streitkräfte auf das Baskenland wurde eine Brücke bei Guernica, dem 23 Kilometer östlich von Bilbao liegenden kulturellen und religiösen Zentrum der Region, am 26. April 1937 bombardiert und dabei auch die Stadt teilweise zerstört. Dieses historiographisch am heftigsten umstrittene Ereignis des Bürgerkrieges hat zu einer historisch-politischen Frontbildung geführt, die bis in die Gegenwart nichts von ihrer Schärfe verloren hat.

Organisation

Fliegertruppen

Die Legion war zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung im November 1936 wie folgt gegliedert:

136 Flugzeuge insgesamt, dazu noch

  • LN/88: Luftnachrichtenabteilung mit zwei Kompanien
  • F/88: Flugabwehrabteilung mit sechs Batterien in Sevilla-Tablada bzw. im Einsatz an der Madrider Front:
    • vier Batterien mit 8,8-cm-Flak (16 Geschütze)
    • zwei Batterien mit 2,0-cm-Flak (20 Geschütze)
  • P/88: zwei Luftwaffen-Betriebskompanien in Ávila

Im Verlauf der folgenden zweieinhalb Jahre kam es zu kleineren Veränderungen, so wurde die 4. Staffel der J/88 später aufgelöst, dafür wurde der Jagdgruppe 88 eine mit Ju 87 ausgerüstete Sturzkampfbomberstaffel, die 5. Staffel der J/88, angegliedert. Im Laufe der Zeit wurde das fliegende Gerät durch moderne Typen ersetzt. Die ersten Einsatzbeurteilungen erfolgten durch extra aufgestellte Versuchsstaffeln (VB/88, VJ/88). So ersetzte die Bf 109 ziemlich bald die ersten He 51, die He 111 löste die Ju 52/3m in ihrer Rolle als Bomber („Kampfflugzeug“) ab und Do 17 kamen u. a. als Aufklärer zum Einsatz.[1]

Bodentruppen

Das Bodenkontingent der Legion Condor trug die Bezeichnung „Gruppe Imker“ und umfaßte bis zu drei Panzerkompanien („Gruppe Drohne“), ein PaK-Kommando und einige Unterstützungstruppenteile sowie Ausbilder verschiedener Waffengattungen an mehreren Militärschulen. Die Offiziere und Unteroffiziere der Panzerkompanien rekrutierten sich überwiegend aus Personal des Panzer-Regiments 6 der 3. Panzer-Division der Wehrmacht. Diese bildeten im Wechsel spanische Mannschaften aus und führten ausgebildete Truppen an der Front.

Bildergalerie


Personen

Eine Junkers Ju 52/3m der Kurier-Staffel des Stabes (S/88) der Legion „Condor“

Kommandeure

Nachlaß eines Inhabers des Panzertruppenabzeichens der Legion Condor mit Feldspange; die Spanische Feldzugsmedaille links unten, in der Mitte der Bruststern des Kriegskreuzes, das am 29. März 1938 als einzige Klasse des Ordens gestiftet wurde (2003 reformiert)

Chef des Stabes

Bekannte Angehörige (Auswahl)

Meißner Porzellan (Gedenkteller)

Lieder

Bombenfliegermarsch der Legion Condor

Verfilmungen

Siehe auch

Literatur

  • Walther L. Bernecker: Krieg in Spanien 1936–1939. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, ISBN 978-3-534-08021-2.
  • Kai Biermann, Erhard Cielewicz: Flugplatz Döberitz. Geburtsort der militärischen Luftfahrt in Deutschland. Berlin 2005, ISBN 978-3-86153-371-9.
  • Stefanie Schüler-Springorum: Krieg und Fliegen. Die Legion Condor im Spanischen Bürgerkrieg. Schöningh, Paderborn 2010, ISBN 978-3-506-76747-9.
  • Karl Georg Stackelberg: Legion Condor. Deutsche Freiwillige in Spanien, Verlag die Heimbücherei (1939)
  • Heinz Kiehl: Kampfgeschwader Legion Condor 53. Sonderausgabe. Eine Chronik. Berichte, Erlebnisse, Dokumente 1936–1945, Motorbuch Verlag (1996), ISBN 978-3879439478

Verweise

Fußnoten

  1. Heribert García i Esteller: L'Aeròdrom de la Sénia (in spanischer und katalanischer Sprache), CEIBM y Patronat del Camp d'Aviació de la Sénia, 2008; ISBN 978-84-612-7666-0.
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