Liberalismus

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Der Liberalismus ist eine entschieden individualistische Geisteshaltung, welche in der „freien Entfaltung“ einzelner Personen oder Gruppierungen die alleinige Gewähr für den dauernden Fortschritt auf allen Gebieten menschlichen Zusammenlebens sieht. Liberalismus bedeutet die bindungslose Richtung in der Politik und erstrebt einen Staat, der den pluralistischen Gruppen in einem Volk nur noch einen weitgefaßten formalen Rahmen setzt und sich aus der Lenkung insbesondere der Wirtschaft sowie dem Gemeinwohl sozialverpflichteter Betriebe (wie Bahn, Post, Fernmeldewesen usw.) völlig zurückzieht. Ultraliberalen Akteuren wird oftmals die Forderung nachgesagt oder zugeschrieben, daß sie einen „Nachtwächterstaat“ propagierten. Das liberale Dogma verschleißt bestehende Bindungen, ohne echte (andere, andersgeartete) Bindungen an die Stelle der zerstörten und verschlissenen zu setzen. Diese Beobachtung begründet den Verdacht, daß es eine „liberale Ordnung“ – wie sie rhetorisch oft behauptet wird – in der Wirklichkeit niemals geben kann, da überhaupt alle Ordnungen stets eines fraglosen und eigentlich unangreifbaren Fundaments bedürfen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Wurzel des Liberalismus ist in der Französischen Revolution zu suchen. Die an sich vielfach wertvollen Erkenntnisse der Aufklärung wurden hierbei verzerrt, Vernünftiges wurde – oftmals in rabulistischer Form – entweder überspitzt oder ins krasse Gegenteil verkehrt.

Im Zuge der sich anbahnenden Freiheitsbestrebungen gegen das Metternichsche Meinungsregime bildete sich der Liberalismus als erste ernstzunehmende oppositionelle Kraft heraus. Ihm innewohnend war die Freiheit des Denkens und der Meinungsäußerungen. In der derzeitigen (2015) Groß-BRD würden die liberalen Einstellungen von 1848 als rechtsextrem diffamiert und verfolgt. Später, mit dem Aufkommen der Sozialdemokratie, bildete der Liberalismus eine der Keimzellen des parlamentarischen Konservatismus, der sich gegen den zersetzenden Einfluß der SPD zur Wehr setzte. Hermann Ahlwardt empfahl den Liberalen, sich die Emanzipation der Arbeiterschaft auf ihre Fahnen zu schreiben, damit der Liberalismus überhaupt noch einen Grund habe fortzubestehen. Er behauptete auch, daß derselbe sich, nach allgemeiner Auffassung, längst überlebt habe.

Ziele

Der Liberalismus will wirtschaftliche Anliegen sowie die Freiheitsrechte des Einzelnen fördern. Zudem hat er die Entwicklung des Mehrparteienparlamentarismus seit der Französischen Revolution in Europa und der Revolution von 1848/49 in Deutschland maßgeblich mitbeeinflußt. Menschenrechte sowie „freies Spiel der Kräfte“ sollen im Einklang mit der Volksgemeinschaft stehen. Die Staatsgewalt wird im Liberalismus durch Gewaltenteilung beschränkt. Die freie Marktwirtschaft wird der staatlichen Einflußnahme und der sozialen Gesamtverantwortung (Solidarität) entgegengesetzt. Wesentliche Teile des Liberalismus sind: Individualismus, Milieutheorie (bestimmender Einfluß der Umwelt auf den Einzelnen), Gleichheitslehre und die Lehre vom freien Spiel der Kräfte in Wirtschaft und Gesellschaft. Der Nationalismus kann liberalistischen Lehren die Auffassung vom Staat als Wahrer des Ganzen, als Träger der Volksgemeinschaft, entgegensetzen, es gibt jedoch auch nationalliberale Auffassungsträger. Im 19. Jahrhundert war der Liberalismus die stärkste geistige Triebkraft der abendländischen Welt.

Deutungen des Liberalismus

Was Erik von Kuehnelt-Leddihn den „nihilistischen Liberalismus“ nennt – und darunter aber nicht echte Liberalität versteht – beschreibt Arthur Moeller van den Bruck so:

„Es sind die Zeichen einer geistigen Ansteckung, deren Träger sich durch eine eigentümliche Unempfindlichkeit zu schützen pflegen, während sie die Befallenen völlig zu Grunde richtet. Es ist die zersetzende Anschauungswelt eines Liberalismus, der Auflösung bringt, der eine moralische Erkrankung der politischen Völker verbreitet und in dem Grade, wie er seine Herrschaft in einer Nation antritt, den Charakter derselben verdirbt.
Wir dürfen uns diesen Liberalismus freilich nicht so vorstellen, als ob er an eine bestimmte Partei gebunden sei. Er hat nur seinen Ausgang von derjenigen genommen, die ihm den Namen gegeben hat. Aber er hat in der Folge auf alle Parteien hinübergewirkt, hat die Eindeutigkeit der ursprünglichen Parteistellung verwischt, hat ein zweideutiges, ein zweifelhaftes, ein liberal angeseuchtes Element hineingetragen – und wäre es, daß er die bekannte Gestalt des geschäftigen Parteiführers schuf, der seine Berufung nicht mehr von unbeugsamen Überzeugungen empfängt, die er durchsetzt, sondern seine Aufgabe in einer glatten Vermittlung sieht, die mit sich reden läßt.
Der Liberalismus ist die Freiheit, keine Gesinnung zu haben, und gleichwohl zu behaupten, daß eben dies Gesinnung ist.“[1]

Arthur Moeller van den Bruck klagt in seinem Hauptwerk „Das dritte Reich“ den zersetzenden Liberalismus darüber hinaus an:

„Liberalismus hat Kulturen untergraben. Er hat Religionen vernichtet. Er hat Vaterländer zerstört. Er war die Selbstauflösung der Menschheit.“

Mit flammenden Worten warf er dem Liberalismus vor, seinen Angriff auf alle traditionellen menschlichen Bindungen mit verlogenen Freiheitsparolen zu tarnen. Zur Umwandlung einer gewachsenen Gemeinschaft in eine von bindungslosen Sozialatomen bestimmte Gesellschaft schrieb er:

„Der Liberalismus ist Ausdruck einer Gesellschaft, die nicht mehr Gemeinschaft ist. Jeder Mensch, der sich nicht mehr in der Gemeinschaft fühlt, ist irgendwie ein liberaler Mensch.“

Wenn man unter Liberalismus allgemeine Freiheit bzw. Freiheitlichkeit versteht, kann der Linksextremismus in seiner Wurzel als anti-freiheitlich gewertet werden. Wenn man eine Liberalisierung im Zusammenhang mit der zunehmend internationalisierten Marktwirtschaft als nicht unerhebliches Begleitphänomen der Globalisierung betrachtet, dann dürfte der Linksextremismus mit seiner egalitären Ideologie als Liberalismus schlechthin aufzufassen sein.

Artikel aus dem staatspolitischen Handbuch


Quelle Folgender Text stammt aus dem Staatspolitischen Handbuch, Band 1: Begriffe.

Liberalismus wird abgeleitet vom lateinischen liber – „der Freie“ –, geht aber zurück auf die spanische Parteibezeichnung der liberales, die als die „Freiheitlichen“ die Schaffung einer konstitutionellen Monarchie im Spanien des frühen 19. Jahrhunderts forderten. Zu dem Zeitpunkt hatte der L. schon eine längere Entwicklung hinter sich, beginnend mit der Aufklärung, von deren Grundgedanken er nachhaltig geprägt war, über die Französische Revolution, als er sich zuerst in Gestalt der „Girondisten“ formierte, bis zur Entstehung jener whiggistischen Strömungen in England, die Freihandel, Selbstbestimmung des Individuums und Stärkung der parlamentarischen Macht zu ihrem Programm erklärt hatten, und damit als Prototyp des modernen L. überhaupt wirkten.

Nach diesem Modell bildeten sich im 19. Jahrhundert liberale Strömungen, die, bei aller nationalen Besonderheit, doch die „Religion der Freiheit“ (Benedetto Croce) verband. Liberale standen damit gegen die konservative Rechte einerseits und gegen die jakobinische, dann demokratische und sozialistische Linke andererseits. Sie lehnten das Traditionsprinzip ebenso ab wie den Egalitarismus und verfochten stattdessen ein Konzept, in dem der einzelne, die Vernunft, der Vertrag und der Markt zu Leitvorstellungen wurden, die nicht nur helfen sollten, die Gesellschaft, sondern auch den Staat neu zu ordnen.

Vollständig durchsetzen konnten sich die Liberalen damit nicht, zumal die Bevölkerung – zu ihrer Verblüffung – das liberale Angebot der Emanzipation prompt dazu nutzte, um sich illiberalen Ideologien (Weltanschauung) und Parteien anzuschließen. Deren Bedeutung wuchs mit der Ausdehnung des Wahlrechts, die die Liberalen im 19. Jahrhundert, wenn auch vergeblich, aufzuhalten suchten. In der Folge kam es zu einer deutlicheren Spaltung zwischen Liberalen und Demokraten und dem Versuch der Liberalen, einen Ausgleich mit den alten Mächten von Monarchie und Militär zu erreichen. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs hielt dieser Kompromiß, danach fiel nicht nur das Ancien régime, sondern auch die Stellung der Liberalen als natürliche Mehrheitspartei. Verbunden damit war ein dramatischer Bedeutungsverlust des Bürgertums in den europäischen Staaten und der Aufstieg der Massengesellschaft.

Die wiederum eignete sich den Begriff „L.“ an, um ihren Hedonismus zu rechtfertigen und ansprechend aufzuputzen. Tatsächlich hat dieser „Sieg“ (Ralf Dahrendorf) des L. aber entscheidende liberale Werte nachhaltig in Frage gestellt, angefangen bei der Übermacht des Staates, der mit der Wirtschaft auch die Unabhängigkeit des Individuums zunehmend in Zweifel zog, und endend bei einem sozialen Konformitätsdruck, der keine Selbstentfaltung mehr duldete.

Infolgedessen entstanden immer wieder „neoliberale“ Bewegungen, die zu den ursprünglichen Zielen zurückkehren wollten, und »antiliberale« Bewegungen, die nicht nur darauf hinwiesen, daß der L. von Anfang an falsche Voraussetzungen angenommen hatte – vor allem was die Möglichkeit menschlicher Selbstbestimmung und Rationalität betrifft –, sondern auch geltend machten, daß gerade die Verwirklichung des L. fatale Folgen haben mußte, vor allem durch die Zerstörung der Tradition und der gewachsenen Gemeinschaften.

Zitate

  • „Irgendwann kommt wohl jeder nachdenkende Mensch zu der Erkenntnis, daß das liberale System auf purer Heuchelei beruht. Es ist eine Berufskrankheit von Journalisten und Publizisten, zu glauben, daß die Medien tatsächlich vorrangig die Funktion von Aufklärung, Transparentmachung und Wahrheitsfindung haben und haben sollen. Ich selbst bin unheilbar davon befallen: jedesmal bin ich von neuem empört, daß die Antifa keinen herrschaftsfreien Diskurs mit mir führen will.“Martin Lichtmesz[2]
  • „Es gibt in allen Perioden gewisse Individuen, die man vorzugsweise Zeitindividuen nennen könnte. Sie müssen reden, singen, tanzen, jubeln und sich auf den Kopf stellen, damit man weit und breit erfährt, daß große Ereignisse zur Welt kommen. Sie sind die kapitolinischen Gänse, die das Vaterland durch Geschrei retten; sie sind, mit einem Wort, Zeitindividuen, sie sind Liberale.“Theodor Mundt[3]
  • „Der Liberalismus gegenüber den Tendenzen der Demagogie ist die Form, in welcher die kranke Gesellschaft Selbstmord begeht. Mit dieser Perspektive gibt sie sich selbst auf.“Oswald Spengler[4]
  • „Wo der Liberalismus seine äußersten Grenzen erreicht, schließt er den Mördern die Tür auf. Das ist Gesetz!“Ernst Jünger[5]
  • „Der Liberalismus hat gesiegt, aber dieser Sieg besteht darin, daß er seine Toleranz verloren hat. Es ist ein verfolgender Liberalismus entstanden, der alles Denken unter Radikalismusverdacht stellt, das nach Alternativen zu den bestehenden Verhältnissen sucht [...]. Staatsräson ist zum Kern des Liberalismus geworden, nachdem er den Staat erfolgreich gekapert hat. Heilig ist der Status quo der Bundesrepublik; wer an ihm rüttelt, gilt schon als totalitär. [...] Als Faschist gilt heutzutage jemand schneller, als er blinzeln kann.“Jens Jessen[6]
  • „Was wir am Liberalismus kritisieren, ist sein Denken in abstrakten und universalistischen Postulaten; ein Denken, das schon deshalb unangemessen sein muß, weil die Wirklichkeit stets konkret, niemals universalistisch und niemals ein Postulat ist. Der Versuch, die soziale Wirklichkeit solchen Postulaten anzupassen, wird immer darauf hinauslaufen, Menschen umzuerziehen und ihre Gedanken und Gefühle zu kontrollieren. Was wir am Liberalismus kritisieren ist mithin, daß er nicht liberal ist, sondern in dem Maße, wie er den Boden der Realität verläßt, zur utopistischen Heilslehre verkommt, die mindestens potentiell genauso totalitär ist wie ihr marxistischer Kontrahent.“Manfred Kleine-Hartlage[7]

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Arthur Moeller van den Bruck: Das dritte Reich. Hamburg, Hanseatische Verlagsanstalt 1931 (gepackte PDF-Datei (deutsch), S. 53); (als Nachdruck im deutschen Original zum Bestellen)
  2. Martin Lichtmesz: Macht und Meinungsfreiheit, Sezession im Netz, 13. April 2012
  3. T. Mundt: Moderne Lebenswirren. Briefe und Zeitabenteuer eines Salzschreibers. Reichenbach, Leipzig 1834, S. 29
  4. In: Jahre der Entscheidung, 45.–60. Tsd., C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München, Seite 88 oben
  5. Zitat aus dem Kleinen Staatslexikon (Institut für Staatspolitik)
  6. J. Jessen: Der Liberalismus hat gesiegt ... , in: „Die Zeit“ vom 21. März 2002
  7. Islamkritik und Liberalismuskritik (Sezession, 16. Oktober 2012)
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