Lied der Deutschen

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Erste Niederschrift des „Deutschlandliedes“ noch als „Das Lied der Deutschen“, welches später den offiziellen Titel „Lied der Deutschen“ tragen sollte.

Das Lied der Deutschen (im Volksmund auch Deutschlandlied oder deutsche Nationalhymne) wurde am 26. August 1841 auf der damals zum britischen Machtbereich gehörenden Insel Helgoland von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben verfaßt und ist auf die von Joseph Haydn stammende Melodie der k. u. k. Kaiserhymnen zu singen.

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

Noten zum Lied

Das Lied ist eines von vielen patriotischen Werken des Dichters Hoffmann von Fallersleben. Besungen werden in ihm in Form dreier Strophen die Einheit der Nation gegen die Kleinstaaterei, Besonderheiten der deutschen Kultur sowie das Bekenntnis zur Freiheit und dem brüderlichen Zusammenhalt unter den Deutschen. Ebenso versuchte von Fallersleben mit der ersten Strophe des Liedes, die Grenzen des geschlossenen deutschen Siedlungsgebietes zu umreißen und somit eine Antwort auf die Frage zu geben, was bzw. wo genau Deutschland eigentlich sei.

Das Deutschlandlied erfreute sich im Volk großer Beliebtheit und wurde zur heimlichen Hymne Deutschlands während der 1848er Revolutionsjahre. Hoffmann von Fallerslebens Wunsch, die Hymne möge auch offiziell angenommen werden, erfüllte sich zu seinen Lebzeiten nicht, denn das 1871 gegründete Deutsche Kaiserreich hatte keine offizielle Nationalhymne, nur die Kaiserhymne. Bei offiziellen Anlässen wurde das Lied der Deutschen aber wie andere Lieder benutzt. Das erste Mal geschah dies 1890, als Helgoland an das Deutsche Reich fiel. 1922 erklärte der Präsident des Deutschen Reiches, Friedrich Ebert (SPD) das Deutschlandlied in seiner Gesamtheit zur Nationalhymne des Reiches. In den schlimmen Jahren nach dem großen Krieg und dem Unfriedensvertrag von Versailles gab es auch eine inoffizielle vierte Strophe die mit den Worten „und im Unglück nun erst recht“ endete.

Text des Liedes

Der Patriot und Burschenschafter Hoffmann von Fallersleben 1819 in Altdeutscher Tracht; Gemälde von Carl Georg Christian Schumacher (1797–1869).

1. Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält.
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt.
|:Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!:|

2. Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten, schönen Klang.
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang.
|:Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!:|

3. Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland,
Danach laßt uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand.
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand,
|:Blüh' im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!:|

Textvariante bei der dritten Strophe: „Stoßet an und ruft einstimmig: / Hoch das deutsche Vaterland!“

Entstehung

Völkerschlachtdenkmal (Ansichtskarte) und Aufruf zu deutscher Einigkeit

Bericht Hoffmanns zur Entstehung

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874) wurde auf Helgoland von seinem Hamburger Verleger Julius Campe besucht. Er berichtet darüber:

„Am 28. August kommt Campe mit dem Stuttgarter Buchhändler Paul Neff. Er bringt mir das erste fertige Exemplar des zweiten Teils der ‚Unpolitischen Lieder' [...] Am 29. August spaziere ich mit Campe am Strande. ‚Ich habe ein Lied gemacht, das kostet aber vier Louisdor.‘ Wir gehen in das Erholungszimmer. Ich lese ihm: ‚Deutschland, Deutschland über alles‘ vor, und noch ehe ich damit zu Ende bin, legt er mir vier Louisdor auf meine Brieftasche. Neff steht dabei, verwundert über seinen großen Kollegen. Wir beratschlagen, in welcher Art das Lied am besten zu veröffentlichen ist. Campe schmunzelt: ‚Wenn es einschlägt, so kann es ein Rheinlied werden. Erhalten Sie drei Becher, muß mir einer zukommen.‘ Ich schreibe es unter dem Lärm der jämmerlichsten Tanzmusik ab, Campe steckt es ein, und wir scheiden. Am 4. September bringt mir Campe das Lied der Deutschen mit der Haydn'schen Melodie in Noten, zugleich mein Bildnis, gezeichnet von C. A. Lill.“

Hoffmann von Fallersleben dichtete den Text im Jahre 1841 auf der damals britischen Nordseeinsel Helgoland. Hoffmann war Professor für Germanistik an der Universität Breslau. Er war ein glühender Patriot und setzte sich für die Einheit des damals zersplitterten Deutschlands ein, was sich in seiner vaterländischen Lyrik zeigt. Hoffmann war Mitglied der Göttinger und Bonner Burschenschaft. Er wurde aufgrund seiner freiheitlichen Gesinnung seiner Professur enthoben und des Landes verwiesen. Als Vorlage für die Melodie benutzte er das von Joseph Haydn (1732–1809) 1797 komponierte „Kaiser-Quartett“ (opus 76, Nr. 3), welches er zu Ehren Franz II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, komponierte.

Historischer Hintergrund

Im Exil auf Helgoland war Hoffmann von Fallersleben voll Sehnsucht nach seinem Vaterland, das es eigentlich seit der Niederlegung der Reichskrone 1806 nicht mehr gab, denn der nach dem Siebten Koalitionskrieg 1815 geschaffene Deutsche Bund war ein vom Deutschen Dualismus gespaltener autoritärer Polizeistaat von Metternichs Gnaden, mit Wien als Hauptstadt. Da aber keine Ansätze zu einer echten Reichseinigung getroffen worden waren, wurde der Wunsch nach einem einigen Vaterland und die Wiedererlangung der Reichsherrlichkeit das zentrale Anliegen der fortschrittlichen Kreise, speziell der Burschenschaft. Das Wartburgfest 1817 und das Hambacher Fest 1832 zeigten diese Forderung deutlich.

Textverständnis

Hoffmann von Fallersleben war voller Sorge um des Vaterlandes Schicksal und erfüllt nach einem demokratischen, freien und geeinten Deutschland. Deshalb schrieb er „Deutschland, Deutschland über alles“. Dies war kein Hochmut, keine Überheblichkeit, keine imperialistische Gesinnung oder gar Herrschafts- oder Gebietsanspruch. Es war der ehrliche Wunsch nach Überwindung alles Trennenden und nach der Einigung Deutschlands, das damals aus vielen Einzelstaaten bestand. „Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“ reichten damals die Grenzen des Deutschen Bundes, in dem Menschen lebten, die trotz mannigfaltiger stammesunterschiedlicher Eigenarten Deutsche waren.

Die westliche Grenze des deutschen Raumes bildete die Maas, ein Fluß der in der Hochebene von Langres entspringt, durchs nördliche Lothringen, durch die Ardennen, vorbei an den Städten Namur und Lüttich fließt und mit dem südlichen Rheinarm in Holland in die Nordsee mündet. Dem Niederrhein gegenüber markiert die Maas die westliche Grenze des deutschen Volks- und Sprachgebietes.

Die östliche Grenze des deutschen Raumes bildete die Memel, ein Fluß der südlich von Minsk entspringt, sich unterhalb von Tilsit teilt und in Ostpreußen ins Kurische Haff mündet. Die Memel war für Jahrhunderte auf insgesamt 500 km Länge deutscher Grenz bzw. Binnenfluß. Im südlichen Grenzgebiet des deutschen Raumes fließt die Etsch, ein Fluß der am Reschenpaß entspringt, den Vinschgau durchfließt und am Nordrand des Po-Deltas in die Adria mündet.

Die nördliche Grenze des deutschen Raumes bildete der Belt, genauer gesagt der „Kleine Belt“ zwischen Fünen und Jütland. An diesem endet der Siedlungsraum des deutschen Volkes. „Einigkeit und Recht und Freiheit“ sollten die Grundsäulen eines neuen gesamtdeutschen parlamentarischen Vaterlandes sein: die alten burschenschaftlichen Ideale, die schon am Wartburgfest 1817 erhoben worden waren.

Melodie

Hoffmann von Fallersleben wählte die Melodie der von Joseph Haydn geschaffenen Kaiserhymne: „Gott erhalte Franz den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz“, die sich auf den in Wien residierenden Kaiser Franz II. bezog. Dieser war der letzte deutsche Lothringer-Habsburger Kaiser. Haydn hatte mit dieser Melodie eine der schönsten Hymnen der Welt geschaffen, von der er selbst sagte: „Ich spiele das Lied an jedem morgen und oft habe ich Trost und Ergehung daraus genommen, in den Tagen der Unruhe ... Mir ist herzlich wohl, wenn ich es spiele, und noch eine Weile nachher.“

Weitere Entwicklung

  • 1848: Die Hymne wird bei der Freiheitlichen Revolution von den Teilnehmern der Versammlung in der Frankfurter Paulskirche begeistert gesungen.
  • 1871: Bei der Reichsgründung wird das „Lied der Deutschen“ nicht zur Hymne erkoren, was Hoffmann von Fallersleben sehr enttäuschte. Das bis dahin bereits in Preußen übliche Lied Heil dir im Siegerkranz wurde im Sinne einer Nationalhymne verwendet und die Hymne Hoffmanns von Fallersleben durch die Krone als republikanisch abgelehnt. Beim Volk war zu dieser Zeit dagegen auch Die Wacht am Rhein sehr beliebt.
  • 1914: Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird es in Wien begeistert gesungen; von allen Bevölkerungsteilen und von allen Parteien, auch von den Sozialdemokraten.
  • 1918: Nach der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg wird das Lied der Deutschen von den Besatzern verboten.
  • 1922: Der sozialdemokratische Reichspräsident, Friedrich Ebert, erhob durch einen Erlaß das „Lied der Deutschen“ (offizieller Titel ohne Hinzufügung des ursprünglichen Artikels „Das“) am 11. August 1922 zur offiziellen deutschen Nationalhymne. Er sagte: „So wie einst der Dichter, so lieben wir heute Deutschland über alles.“
  • 1930: Am 18 Februar 1930 verkündete der sozialdemokratische Stadtschulrat für Wien anläßlich der Einführung der Kernstock-Hymne: „Eine der schönsten Melodien Haydns wurde in den ersten Jahren der Republik in den Wiener Schulen weniger geübt. ... Der schönen österreichischen Melodie hat auch Hoffmann von Fallersleben einen Text unterlegt, der als ‚Deutschlandlied‘ der gefühlsmäßige und auch der offizielle Ausdruck des Einheitsbewußtseins des gesamten deutschen Volkes ist. Wir haben als Österreicher und als Deutsche allen Grund, unserer Jugend das Deutschlandlied mit dem Text von Hoffmann von Fallersleben ... näherzubringen. Der Stadtschulrat erwartet, daß dieses Lied in allen Schulen geübt und bei geeigneten Anlässen gesungen wird, um so die nationale und republikanische Erziehung der Jugend zu fördern.“
  • 1933: Die erste Strophe wurde von den Nationalsozialisten zu einem Vorspann für das Horst-Wessel-Lied verwendet. Die zweite Strophe und dritte Strophe traten in den Hintergrund.
  • 1952: Das gesamte Lied wird Hymne des deutschen Teilstaates, der Bundesrepublik Deutschland. In einem Briefwechsel zwischen dem ersten Bundespräsidenten, Theodor Heuss, und Bundeskanzler Konrad Adenauer wurde das Hoffmann-Haydn'sche Lied wieder als Nationalhymne anerkannt. Ausdrücklich bilden alle drei Strophen die Hymne. Bei staatlichen Veranstaltungen soll jedoch nur die dritte Strophe gesungen werden. Gerade ihr Text – „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ – konnte die Lage des gespaltenen Deutschlands lange Zeit eindrucksvoll bewußt machen.
  • 1989: Beim Eintreffen der Nachricht vom Fall der Berliner Mauer wurde es spontan im Deutschen Bundestag gesungen, nur einige Abgeordnete der Grünen flüchteten verstört aus dem Plenarsaal.
  • 1991: In einem Briefwechsel zwischen Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl wird die dritte Strophe des Deutschlandlieds zur Nationalhymne erklärt. Festgehalten ist dies auch im Bundesgesetzblatt Teil I 1991, Seite 2135.
  • 1998: In einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1998 bestätigt der Bundesratspräsident, Gerhard Schröder, daß die dritte Strophe des Deutschlandliedes Nationalhymne bleibt. Es gab Stimmen, bzw. Parteien, die das „Kinderlied“ des Kommunisten Bertolt Brecht als Nationalhymne forderten.
  • 26. August 2016: Die deutsche Nationalhymne wird 175 Jahre alt.

Vergleich mit anderen Hymnen

Jede Dichtung muß man aus der Zeit der Entstehung erklären. Andere Hymnen enthalten oft recht kräftige Formulierungen, wie zum Beispiel: die französische Marseillaise: „... das unreine Blut möge unserer Äcker Furchen tränken ...“ die Hymne der VSA: „... Handgranatenblitze und grellrote Raketen bezeugen durch die Nacht, daß die Flagge noch loht ...“'

Hoffmanns „Lied der Deutschen“ ist, entgegen der Hetze germanophober Kritiker und deutscher Linksextremisten, kein Lied der Macht und des Chauvinismus, sondern ein Lied der Innigkeit und der Sehnsucht.[1]

Ergänzungen

„Vierte Strophe“

Während der sogenannten Weimarer Republik wurde von Albert Matthai eine vierte Strophe hinzugeschrieben, die auf Deutschlands Schmach durch das Versailler Diktat anspielte und betonte, daß nun Deutschland über allen anderen Sachen des Lebens stehen sollte:

Heinrich Gerstenberg: Deutschland über alles. Vom Sinn und Werden der deutschen Volkshymne. Ernst Reinhardt Verlag, München, 1933
Deutschland, Deutschland über alles
Und im Unglück nun erst recht.
Nur im Unglück kann die Liebe
Zeigen ob sie stark und echt.
Und so soll es weiterklingen
Von Geschlechte zu Geschlecht:
Deutschland, Deutschland über alles
Und im Unglück nun erst recht.

Eine Textvariante dazu lautet:

Deutschland, Deutschland über alles,
Und im Unglück nun erst recht,
denn im Unglück kann sich zeigen,
ob die Liebe treu und echt,
und so soll es weiter schallen,
von Geschlechte zu Geschlecht.
Deutschland, Deutschland über alles,
Und im Unglück nun erst recht.

„Fünfte Strophe“

Eine weitere (wohl ebenso nach dem Ersten Weltkrieg verfaßte) Zusatzstrophe lautet:

Deutschland, Deutschland, über alles
trotz des Unglücks, trotz der Not!
Deutschland, du geliebte Heimat,
dir gehör ich bis zum Tod.
Ob du wachest, ob du welkest,
ob das Todeslos dir fällt:
Deutschland, Deutschland, über alles,
über alles in der Welt!

„Sechste Strophe“

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine weitere Zusatzstrophe, die die Teilung Deutschlands in verschiedene Zonen und Länder anprangert, deren Urheber jedoch nicht festgestellt werden kann:

Über Länder, Grenzen, Zonen
hallt ein Ruf, ein Wille nur;
überall, wo Deutsche wohnen,
zu den Sternen dringt der Schwur:
Niemals werden wir uns beugen,
nie Gewalt für Recht anseh'n,
Deutschland, Deutschland über alles
und das Reich wird neu ersteh'n!

Zeitweiliges Verbot

1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht und das Reich wurde besetzt, das Deutschlandlied verboten. 1952 wurde durch einen Schriftwechsel zwischen dem bundesdeutschen Präsidenten Theodor Heuss und dem Kanzler Konrad Adenauer festgelegt, daß alle drei Strophen des Liedes der Deutschen Hymne der BRD sind, aber bei feierlichen Anlässen nur die dritte Strophe zu singen sei. Nichtsdestotrotz wurde zum Beispiel nach dem deutschen Sieg im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 im Stadion die altbekannte erste Strophe angestimmt. Von linken Kreisen und den Massenmedien wurde mit der Zeit und mit Erfolg die Lüge verbreitet, die erste Strophe sei verboten, obwohl sie in Wahrheit offiziell Teil der BRD-Hymne war.[2][3] 1991 gab es einen erneuten Briefwechsel zwischen Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl, in dem festgelegt wurde, daß nur noch die dritte Strophe Hymne der Bundesrepublik sei. Das Volk wurde dazu nicht befragt. Verboten ist damit zur Zeit keine Strophe des Liedes der Deutschen, obschon diese Behauptung immer wieder in den Medien auftaucht.[4][5]

Tondatei

Das Lied zum Anhören:

Manuskript liegt im polnischen Machtbereich

Der Nachlaß des Dichters und Philologen Hoffmann von Fallersleben gelangte 1903 durch dessen Sohn in die Königliche Bibliothek, die heutige Staatsbibliothek zu Berlin. Ein Teil dieses Nachlasses wurde im Zweiten Weltkrieg zum Schutz vor Kriegszerstörung in das schlesische Kloster Grüssau ausgelagert und gelangte nach Ende des Krieges, als das Gebiet östlich von Oder und Lausitzer Neiße unter vorübergehende polnische Verwaltung kam, in polnische Hände. Dieser Teilnachlaß befindet sich derzeit (2014) völkerrechtswidrig in der Biblioteka Jagiellonska in Krakau und gehört dort zu den Berliner Beständen, den sogenannten Berlinka. In dem kleineren Teil des Nachlasses, der weiterhin in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt wird, befindet sich eine eigenhändige Handschrift des Deutschlandliedes mit der Signatur „Nachl. Hoffmann v. Fallersleben 70“.

Ob diese Handschrift, die das eigenhändige Datum 26. August 1841 trägt, die Originalhandschrift (die Urschrift) des Deutschlandliedes ist, läßt sich nicht feststellen. Eine weitere eigenhändige Handschrift des Deutschlandliedes mit der gleichen Datierung findet sich in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund.

Kritik und Lügen

Da die erste Strophe des Deutschlandliedes während der nationalsozialistischen Regierungszeit zusammen mit dem Horst-Wessel-Lied Nationalhymne wurde, gilt das vollständige Lied in der heutigen BRD als „politisch inkorrekt“.

So brachte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine Broschüre namens „Argumente gegen das Deutschlandlied“ heraus. Die Aversion leitender Funktionäre der GEW gegen die deutsche Hymne der Weimarer Republik wird durch den Untertitel „Geschichte und Gegenwart eines furchtbaren Lobliedes auf die deutsche Nation“ offensichtlich. Gerechtfertigt wird der vernichtende Umgang der GEW mit der deutschen Nationalhymne damit, daß deren antideutsch ausgerichtete Argumentation in „Diskussionen über dieses furchtbare Lied“ helfen sollen, „gegen den deutschen Nationalismus“ (S.4) vorzugehen.

Vergessen wurde dabei aber wohl, daß die deutsche Nationalhymne im Gegensatz zu den Hymnen anderer Staaten ohne martialische Untertöne auskommt. Die französische Nationalhymne z. B. hat im Kehrreim den Wortlaut „Zu den Waffen, Bürger! / Schließt die Reihen, / Vorwärts, marschieren wir! / Das unreine Blut / tränke unserer Äcker Furchen!“, während bei dem Lied der Deutschen solch martialische Aussagen nicht zu finden sind. Auch die polnische Nationalhymne ist ein altes Kriegslied, indem die Deutschen und Russen als Feinde dargestellt werden, die die Hand nach polnischen Land ausstrecken. Insgesamt kann man sagen, daß die reichsdeutsche Hymne (wie auch die tschechische oder österreichische) zu den friedlichsten Hymnen Europas gehören und lediglich ihr Land besingen, ohne andere Völker dabei zu verachten. Die zumeist als besonders anstößig empfundene erste Strophe ist dabei rein defensiven Charakters und drückt keineswegs ein oft unterstelltes deutsches Weltherrschaftsstreben aus, wie oft behauptet wird. Auch wird gerne behauptet, die Nennung der Grenzen im Lied sei maßlos. Hierbei bezog sich Hoffmann von Fallersleben jedoch auf den damaligen deutschen Sprachraum und die Grenzen des entstandenen Deutschen Bundes, womit der Vorwurf von Eroberungsplänen historisch inkorrekt ist.

Friedrich Nietzsche schrieb 1884 über den ersten Satz der ersten Strophe der deutschen Nationalhymne:[6]

„Deutschland, Deutschland über Alles – ist vielleicht die blödsinnigste Parole, die je gegeben worden ist. Warum überhaupt Deutschland – frage ich: wenn es nicht Etwas will, vertritt, darstellt, was mehr Werth hat, als irgend eine andere bisherige Macht vertritt! (...)“

Ernst Bertram kommentierte dies 1919:[7]

„Wann hat ein Deutscher je stolzer von deutschem Wesen als deutscher Verantwortung gesprochen? ‚Deutschland über alles – das könnte, das dürfte ihm nur heißen: der Deutsche muß innere Weltweite behalten, jenes einzigartige (in der äußersten Sphäre sich ‚kosmopolitisch‘ darstellende Verantwortlichkeitsgefühl: eine Welt zu sein, ein echter Kosmos mit all seinen werdenden Möglichkeiten; die Last einer Welt, die Zukunft einer Welt zu tragen – nicht ‚dieser‘ Welt, sondern einer ‚anderen‘, einer neuen Welt deutscher Verwirklichung.“

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Quelle: www.deutschlandlied.de
  2. So zum Beispiel mindestens drei Jahre lang durch den Spiegel in seinem „Campus-Wörterbuch“ unter dem Stichwort „Verbindung, studentische“.
  3. Ben Pleasants: When Bukowski was a NaziHollywood Investigator, 2003:
    „In 1978, when Bukowski returned to Germany, he insisted on singing the forbidden German anthem, "Deutschland Uber Alles," and wrote about it proudly in his book Shakespeare Never Did This.“
  4. Nationales Schulungsportal: § 86a StGB | Das Deutschlandlied ist nicht strafbar
  5. Beschluß des Amtsgericht Lüneburg vom 8. Dezember 2003
  6. 96-book.png HTML Friedrich Nietzsche / Paolo D’Iorio (Editor): Digitale Kritische Gesamtausgabe Werke und Briefe, Nachgelassene Fragmente 1884, Gruppe 25, 248, Nietzsche Source
  7. 96-book.png PDF Google-BücherErnst Bertram: Nietzsche. Versuch einer Mythologie, G. Bondi, 1919, S. 84
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