Litauen

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Lietuvos Respublika
Republik Litauen
Flagge
Wappen
Flagge Wappen
Amtssprache Litauisch
Hauptstadt Wilna
Staatsform parlamentarische Republik
Regierungssystem semipräsidentielle Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident Dalia Grybauskaitė
Regierungschef Andrius Kubilius
Fläche 65.301 km²
Einwohnerzahl 3.244.000 ((Januar 2011)
Bevölkerungsdichte 45 Einwohner pro km²
Währung Euro (EUR)
Unabhängigkeit 16. Februar 1918 (Erklärung)
11. März 1990 (Wiedererlangung)
Nationalhymne Tautiška giesmė
Zeitzone UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (März bis Oktober)
Kfz-Kennzeichen LT
ISO 3166 LT, .LTU, 440
Weltnetz-TLD .lt
Telefonvorwahl +370

Litauen (litauisch Lietuva; lat. Lituania) ist ein Staat im Baltikum. Er grenzt an die Ostsee, das Deutsche Reich, Polen, Lettland und Weißruthenien.

Inhaltsverzeichnis

Name

Die erste Erwähnung des Namens Litauen bzw. lateinisch Litua steht im Zusammenhang mit der christlichen Missionierung: In der mittelalterlichen Chronik der „Quedlinburger Annalen“ wird unter dem Jahr 1009 notiert, daß der Missionsbischof Brun von Querfurt, genannt Bonifacius, zusammen mit seiner Gefolgschaft im Grenzgebiet von Rußland und Litauen erschlagen wurde („in confinio Rusciae et Lituae“).

Bekannte Städte

Geschichte

Mittelalter

Im Laufe seiner Geschichte war Litauen zeitweise unabhängig oder auch Teil Polens und Rußlands. Anfänglich in viele kleine Teile unter Häuptlingen zerfallend, war das Land zum Teil russischen Fürsten tributpflichtig. Mit dem Sinken der Macht Kiews und den Angriffen der Litauer auf die benachbarten russischen Fürstentümer trat Litauen im 12. Jahrhundert in das Licht der Geschichte.

Die erste historische Persönlichkeit Litauens ist der Großfürst Mindowe (oder Mindaugas), wogegen dessen Vater Ringold noch sagenhaft erscheint. Mindowe hatte das Bestreben, Litauen zu einem Reich zu vereinigen, trat vorübergehend zum Christentum über, um sich die Hilfe des Deutschen Ordens zu gewinnen, starb aber als Heide 1263, ohne sein Ziel erreicht zu haben. Nach seinem Tod begann ein Vordringen russischer Heerestruppen. Gedimin (oder Gediminas, 1316-41), der sich schon König der Litauer und „vieler Russen“ nannte, begünstigte die Russen, indem er sie als Beamte und Feldherren verwendete. Unter ihm und seinen Söhnen Olgerd und Kejstut breitete sich das Großfürstentum Litauen über Polozk, Weiß- und Schwarzrußland (Schwarzruthenien), Wolhynien und Kiew aus. Olgerds Sohn Jagello (Jogaila) verband 1380 Litauen mit Polen, dessen Thron er bestieg. Allerdings behielt Litauen besondere, von den polnischen Königen ernannte Großfürsten. Die Vereinigung wurde angebahnt, als 1413 in Horodlo festgesetzt wurde, daß sich die polnische und litauische Ritterschaft zur Wahl der Könige und Großfürsten gemeinschaftlich beraten sollte.

Neuzeit

Unter Sigismund II. August wurde schließlich 1569 auf dem Reichstag zu Lublin die völlige Union beider Länder beschlossen und bestimmt, daß abwechselnd zwei Reichstage in Warschau und der dritte in Grodno gehalten werden sollten.

In seiner Zeit als ein mit Polen verbundenes Großherzogtum bestand Litauen vor der Teilung Polens nun aus drei Ländermassen:

  1. aus dem eigentlichen Litauen oder Litwa, welches die Woiwodschaften Wilna und Troki bildete
  2. aus dem Herzogtum Samogitien (oder Schemaitien, Niederlitauen), und
  3. aus dem litauischen Rußland oder den Woiwodschaften, die Litauen in früherer Zeit den Russen abgenommen hatte, nämlich dem alten Polessen (Woiwodschaft Brzesc), Schwarzrußland oder Nowogrodek und Weißrußland oder Minsk, Mscislaw, Witebsk, Smolensk, Polock und (seit 1625) Livland.

Durch die Teilungen Polens fiel dieser etwa 275.900 km² umfassende Länderstrich an Rußland, welches daraus die sechs Gouvernements Kowno, Wilna, Grodno, Mohilew, Witebsk und Minsk bildete. Die Gebiete Samogitiens und Trokis links der Memel fielen bei der dritten Teilung 1795 an Preußen als ein Teil der Provinz Neuostpreußen, kamen 1807 an das Herzogtum Warschau und Ende 1812 an Rußland.

20. Jahrhundert

Zwischenkriegszeit

Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 errang Litauen erneut seine Unabhängigkeit. Von Beginn an dominierten territoriale Streitigkeiten mit Polen die Außenpolitik. Von 1920 bis 1939 wurde Wilna von den Polen annektiert. Während dieser Zeit war Kauen die Hauptstadt Litauens. Offenbar als „Ausgleich“ annektierte Litauen daraufhin im Jahre 1923 das deutsche Memelgebiet, das aufgrund der Entwaffnungsvorschriften des Versailler Friedensdiktates wehrlos war. Am 22. März 1939 wurde das Memelland von der litauischen Regierung an das Deutsche Reich zurückgegeben. Die Rückkehr nach Deutschland wurde sowohl von der deutschen Bevölkerung als auch von den oftmals einen litauischen Dialekt sprechenden Memelländern begrüßt, u. a. weil sie von der Politik Litauens enttäuscht waren.

Durch den sogenannten Hitler-Stalin-Pakt erpreßte Stalin vom deutschen Reich das Zugeständnis, daß das Baltikum unter sowjet-bolschewistischen Einfluß geraten sollte. Diese Entscheidung fiel umso schwerer, als sich das Deutsche Reich den baltischen Ländern gegenüber traditionell sehr verbunden fühlte. Nach der Befreiung vom Bolschewismus gehörte Litauen zum deutsch verwalteten Reichskommissariat Ostland.

Im Oktober 1944 wurden im Zuge der Schlacht um Ostpreußen Litauen und das Memelland durch die damalige Sowjetunion annektiert, die es der damaligen sogenannten litauischen Sowjetrepublik angliederte.

Das Wappen unter dem Namen „Litauische SSR“ innerhalb der UdSSR

Nach dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu einem Partisanenkrieg gegen die sowjet-bolschewistischen Okkupanten. Diese erwiderten den Kampf mit einem rücksichtslosen Ausrottungskrieg gegen die litauische Bevölkerung, die zu Hunderttausenden nach Rußland deportiert wurden. Um den Partisanen die Versteckmöglichkeit zu nehmen, wurden riesige Waldflächen durch den Abwurf von Brandbomben eingeäschert.

„Erst am 17. März 1965 wurde einer der letzten bewaffneten Widerstandskämpfer, Antanas Kraujelis, verraten und in seinem Erdbunker umstellt. In aussichtsloser Lage erschoß er sich, um einer Gefangennahme zu entgehen. Der Verantwortliche, der jüdische KGB-Major Nachman Duschanski, entkam 1989 nach Israel und wurde in Abwesenheit verurteilt, jedoch bis zu seinem Tode nicht ausgeliefert. Am 6. Juli 1965 fiel mit der Waffe in der Hand Pranas Koncius, bis 1971 hielt sich als letzter Benediktas Mikulis bewaffnet in den Wäldern versteckt, 1980 wurde er zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Der damalige Volkskommissar für Justiz, Pranas Kuris, wurde übrigens 1994 von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zum litauischen Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewählt.“[1]

Nachwendezeit

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eignete sich das nunmehr unabhängige Litauen das deutsche Memelland zum wiederholten Male völkerrechtswidrig an. Das Deutsche Reich kann aufgrund seiner gegenwärtigen Handlungsunfähigkeit einen Anspruch nicht geltend machen, weshalb somit von einer treuhänderischen Verwaltung dieses deutschen Gebietes durch Litauen ausgegangen wird.

Litauen trat am 1. Januar 2015 als 19. Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) bei. Die EU-Staaten hatten bei ihrer Ministerratssitzung Mitte Juli 2014 die Aufnahme endgültig beschlossen. Die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) hatten dem baltischen Kleinstaat Anfang Juni 2014 bescheinigt, alle Beitrittskriterien zu erfüllen. Die EZB hatte vorher noch Bedenken zur Nachhaltigkeit der Inflationsbekämpfung in Litauen geäußert. Litauen ist als EU-Staat auch Mitglied der Euro-Bankenunion, das Land führte deshalb den Euro als Zahlungsmittel ein: Der Umtauschkurs für die Landeswährung wurde mit 3,45280 litauischen Litas pro Euro festgelegt.

Ukraine-Krise

Im Zuge der sogenannten Ukraine-Krise hat Litauen Anfang 2015 beschlossen, die Wehrpflicht wieder einzuführen, so daß ab September 2015 die ersten Rekruten einzogen werden.[2]

Verweise

Literatur

  • Wilhelm Wollner: Litauische Volkslieder und Märchen aus dem preußischen und dem russischen Litauen. Straßburg 1882 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Fußnoten

  1. Junge Freiheit 4/10, S. 17: Die zähe Guerilla in den Wäldern Litauens
  2. Junge Freiheit, 14/15, S. 9
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