Brody, Louis

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Louis Brody (1892–1951)

Louis Brody (* 15. Februar 1892 in Douala, Deutsch-Kamerun als (Ludwig) M'bebe Mpessa; † 11. Februar 1951 in Berlin) war ein afrikanischer Schauspieler in Deutschland.

Leben

Ludwig M´bebe Mpessa, der sich später Louis Brody nannte, wurde am 15. Februar 1892 in Duala/Kamerun geboren. Wie er nach Deutschland kam, ist unbekannt. Mit 23 Jahren bekam er seine erste Rolle in dem mittlerweile verschollenen Film von Joe May „Das Gesetz der Mine“. Dort spielte er einen „riesenhaften Neger“, der einen Weißen tötet. Diese Rolle blieb ihm zeitlebens erhalten. Immer wieder trat er in Abenteuerfilmen als bedrohlich-exotischer „schwarzer Mann“ auf. Ende der Zwanziger Jahre nahm der junge Schauspieler für Bühnenauftritte den Künstlernamen „Brody-Alcolson“ an – eine Hommage an den amerikanisch-jüdischen Schauspieler Al Jolson, der den Ton im Kino eingeführt hatte; in einer sogenannten blackface-performance hatten die dort auftretenden weißen Musiker sich die Gesichter mit Schminke schwarz gefärbt.

Das Dritte Reich bedeutete für Louis Brody keinen Bruch in seiner Karriere. Für das neue Genre der Kolonialfilme wurden schwarze Schauspieler gebraucht. So entstand die Situation, daß die wenigen schwarzen Schauspieler in Deutschland mehr verdienten als ihre weißen Kollegen. Bruce erhielt z. B. bis zu 100 Mark pro Drehtag, das entsprach dem halben Monatslohn eines damaligen Spitzenverdieners. Am bekanntesten wurde er in der Rolle des bösen Häuptlings im Spielfilm „Ohm Krüger“ von 1941. Brody gehörte zu den wenigen schwarzen Darstellern, denen auch Sprechrollen zugestanden wurden.

Außerhalb des Films trat Brody gelegentlich als Ringer auf. Seine vielseitige Begabung und seine großen Sprachkenntnisse sicherten ihm bis zum Kriegsende seinen Lebensunterhalt. 1938 heiratete er die schwarze Erika Diek aus Danzig, deren Vater ebenfalls aus Kamerun stammte. Das Ende des Dritten Reiches erlebte Brody in Berlin.

Nach dem Krieg setzte er seine Schauspielerkarriere bei der Deutsche Film AG (DEFA) fort. Außerdem trat er als Sänger und Schlagzeuger der „Mc Allen Band“ in der Pinguin Bar in der Bülowstraße auf. Noch 1950 ging er mit dieser Formation auf Tournee.

Am 11. Februar 1951 starb Louis Brody in Berlin und wurde auf dem Friedhof Berlin-Hohenschönhausen beerdigt. Sein Grab existiert heute nicht mehr.

Filmographie

  • 1915 - Das Gesetz der Mine
  • 1919/20 - Die Herrin der Welt - mehrere Teile
  • 1920 - Genuine - malayischer Diener
  • 1921 - Das indische Grabmal: Der Tiger von Eschnapur - schwarzer Diener
  • 1921 - Das Geheimnis von Bombay
  • 1921 - Der Kleine Muck
  • 1921 - Die Verschwörung zu Genua
  • 1921 - Der müde Tod - Mohr
  • 1921 - Die Insel der Verschollenen
  • 1922 - Lebenshunger
  • 1922 - Wildnis
  • 1922 - Homo sum
  • 1922 - Lebenshunger
  • 1925 - The Pleasure Garden
  • 1926 - Die Boxerbraut
  • 1927 - Mata Hari, die rote Tänzerin
  • 1931 - Calais-Douvres
  • 1932 - Der Weiße Dämon
  • 1932 - Peter Voss, der Millionendieb
  • 1932 - Stupéfiants
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