Loben

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Loben

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Oberschlesien
Landkreis: Loben
Provinz: Schlesien
Einwohner (1910): 4.157
Koordinaten: 50° 41′ N, 18° 41′ O
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Loben befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Loben ist eine deutsche Stadt in Oberschlesien. Sie ist auch unter dem Namen Lublinitz bekannt.

Lage

Loben befindet sich am Nordrand der Region Oberschlesien und des Oberschlesischen Industriegebiets. Die Stadt liegt etwa 60 km nordwestlich von Kattowitz und etwa 35 km südwestlich von Tschenstochau. Durch das Stadtgebiet fließen die Malapane und das „Lublinitzer Wasser“.

Geschichte

Loben wurde um 1270 als Lublinitz an einer wichtigen Handelsstraße von Breslau nach Krakau vom Oppelner Herzog Ladislaus I. gegründet. Um das Jahr 1300 wurde die Stadt von Herzog Boleslaus I. von Oppeln mit Magdeburger Stadtrecht versehen und mit einem rechteckigen Ring samt Pfarrkirche ausgestattet.

In dieser Zeit kam die Stadt unter böhmische Herrschaft. Das mittelalterliche Lublinitz sicherten Gräben und Erdwälle sowie drei Stadttore, das Krakauer, Oppelner und Rosenberger Tor. In den folgenden Jahrzehnten erhielt die Stadt zahlreiche Privilegien. Bereits im 15. Jahrhundert erhielt das etwa 200 Einwohner zählende Lublinitz das Braurecht für die Bevölkerung im Umkreis von 7 km. Darauf wurde im Jahre 1500 von Herzog Johann II. von Oppeln festgesetzt, daß in nahegelegenen Gasthöfen nur Lublinitzer Bier ausgeschenkt werden dürfe, was zusammen mit der Erlaubnis zum Abhalten von Wochenmärkten und Viehmärkten zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung führte. Sehr wichtig wurde für die Stadt auch die Verleihung des Zunftrechts, da sich nun die Handwerker zusammenschließen konnten und dadurch eine viel höhere Qualität und Stückzahl der Waren ermöglicht wurde.

Nach der Reformation wurde der Ort im 16. Jahrhundert ein bescheidenes Zentrum des Protestantismus im katholischen Oberschlesien. Im 18. Jahrhundert stieg der Ort zur Kreisstadt auf und war somit Hauptstadt eines der größten Kreise des Oppelner Landes. 1776 kam im Einvernehmen mit dem Grafen von Schlegenberg ein etwa 1.300 ha großes Waldgebiet in den Besitz der Stadt, wodurch die Bewohner mit dem nötigen Holz versorgt werden konnten, ohne teures Holz einzuführen. 1742 fiel die Stadt nach dem Breslauer Frieden an Preußen.

Zu neuer Blüte kam der Ort im 19. Jahrhundert, da sich nahe der Stadt die Eisenbahnlinien Rosenberg–Tarnowitz sowie Oppeln–Tschenstochau kreuzten und der Ort an dieses Eisenbahnnetz angeschlossen war. Im Zuge der Industrialisierung siedelten sich kleine Industriebetriebe in der Stadt an. 1893 wurde das alte Schloß von der preußischen Verwaltung gekauft und dort eine Klinik für die Bevölkerung der Stadt eingerichtet. Von 1895 bis 1896 wurde dann im Schloß die bis heute existierende Psychiatrie eingerichtet.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 wurden im Kreis Lublinitz 15.453 oder 53,1 % der 29.132 Stimmen für den Verbleib beim Deutschen Reich abgegeben, wobei die Stadt selbst mit 88 % für Deutschland stimmte. Das für Polen ungünstige Abstimmungsergebnis nahm Wojciech Korfanty zum Vorwand, in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1921 im nahegelegenen Ort Czarny Las zum Dritten Schlesischen Aufstand aufzurufen. Schließlich wurde skandalöser Weise entschieden, daß Lublinitz wie das restliche Ostoberschlesien an Polen fallen solle, während ein Drittel des Kreises Lublinitz an den Kreis Guttentag angeschlossen wurde. 1941 wurde der bisherige Name der Stadt durch die Bezeichnung Loben ersetzt.

Bekannte, in Loben geborene Personen


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