Alvensleben, Ludolf-Hermann von

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SS-Gruppenführer von Alvensleben

Ludolf-Hermann Emmanuel Georg Kurt Werner „Bubi“ von Alvensleben, Herr auf Schochwitz, Krimpe und Wils (Lebensrune.png 17. März 1901 in Halle (Saale); Todesrune.png 1970 in Santa Rosa de Calamuchita, Provinz Córdoba, Argentinien) war ein deutscher Offizier, NSDAP-Reichstagsabgeordneter, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS und zuletzt Höherer Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis IV. Er ist nicht zu verwechseln mit dem weitläufig Verwandten Ludolf Jakob von Alvensleben.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft und Ausbildung

Ludolf-Hermann von Alvensleben entstammte der niederdeutschen Adelsfamilie von Alvensleben. Er war der Sohn des preußischen Generalmajors Ludolf von Alvensleben (1844–1912) und dessen Ehefrau Antoinette, geborene Freiin von Ricou (Lebensrune.png 30. Dezember 1870 in Darmstadt; Todesrune.png 23. Mai 1950 in Halle).

Von 1911 bis 1918 gehörte er dem preußischen Kadettenkorps an. 1918 trat er in das Magdeburgische Husaren-Regiment Nr. 10 ein, ohne jedoch noch im Ersten Weltkrieg zum Einsatz zu kommen. 1920 war er für sechs Wochen Mitglied eines Freikorps in Halle (Saale). Zwischen 1923 und Juli 1929 gehörte er dem Stahlhelm an.

Nach Kriegsende absolvierte Alvensleben eine Landwirtschaftslehre. Schon im Dezember 1912 hatte er das seit 1849 verpachtete Rittergut Schochwitz im Mansfelder Seekreis geerbt. Von 1923 bis 1928 pachtete er das Rittergut Storkau in der Altmark. 1928 übernahm er selbst die Bewirtschaftung von Schochwitz, das zu dieser Zeit hochverschuldet war. Er bezeichnete sich selbst als Herr auf Schochwitz, Krimpe und Wils.

Von Alvensleben als SS-Brigadeführer (Kragenspiegel vor 1942)

Am 3. Mai 1924 heiratete er Melitta von Guaita (Lebensrune.png 17. April 1905 in Demmin; NSDAP-Nr.: 963.000). Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Er war ebenfalls aktives Mitglied von Lebensborn e. V.

Mitglied der NSDAP

Am 1. August 1929 trat Ludolf-Hermann von Alvensleben in die NSDAP (Mitgliedsnr. 149.345) und die SA ein. Er leitete bis 1930 die Eislebener Ortsgruppe der NSDAP, zudem war er zwischen 1. Dezember 1929 und dem 25. März 1934 Bezirks- und Kreisleiter im Mansfelder Industriegebiet. Von 1930 bis 1933 gab er die nationalsozialistische Zeitung „Der Mansfelder“ heraus und war Parteiredner der NSDAP. In der SA organisierte er ab Juli 1931 die Motor-SA im Gau von Halle-Merseburg. Im Februar 1932 trat er aus der SA aus. Zwischen 1930 und Januar 1933 wurde von Alvensleben mehrfach politisch verfolgt und von der Justiz der Weimarer Republik verurteilt, unter anderem 1931 wegen „Beleidigung“ des sozialdemokratischen Landrats von Eisleben.

1933 bis 1939

Von Februar 1933 bis zum 31. Mai 1933 war er kommissarischer Landrat von Eisleben. Von März 1933 bis April 1934 war von Alvensleben Mitglied des Kreistages und Kreis-Ausschusses in Eisleben sowie des Provinziallandtages der preußischen Provinz Sachsen. Vom 5. März bis zum 14. Oktober 1933 gehörte er zudem dem Preußischen Landtag an. Ab dem 12. November 1933 war von Alvensleben Mitglied des Reichstages.

In der NSDAP war von Alvensleben von 1933 bis zum 25. März 1934 Gauinspekteur West für den Gau Halle-Magdeburg. Am 5. April 1934 trat er in die SS (SS-Nr. 177.002) ein. Als SS-Obersturmbannführer übernahm er die SS-Standarte 46 in Dresden. Da er wieder in der Nähe seines Gutes Schochwitz sein wollte, übernahm er am 1. Oktober 1935 die Führung der SS-Standarte 26 in seiner Geburtsstadt Halle. Am 20. September 1936 wechselte er zur Führung des SS-Abschnitts X nach Stuttgart, am 1. Juli 1937 in gleicher Funktion zum Abschnitt XXXIII in Schwerin. In der SS erreichte von Alvensleben am 30. Januar 1937 den Rang eines Oberführers, nachdem er schon am 20. April 1936 Standartenführer geworden war.

Vom 14. November 1938 bis zum 31. Januar 1941 arbeitete von Alvensleben als Erster Adjutant des Reichsführers-SS, Heinrich Himmler. Faktisch endete von Alvenslebens Tätigkeit als Adjutant Himmlers bereits am 9. November 1939.[1]

Zweiter Weltkrieg

Im Krieg war von Alvensleben u. a. im Stab des Höheren SS- und Polizeiführers Ost Friedrich-Wilhelm Krüger (Hauptquartier in Krakau), von April bis August 1940 (Westfeldzug) Reserve-Offizier im SS-Regiment „Germania“, anschließend bis Februar 1944 im Persönlichen Stab „RFSS“ sowie SS- und Polizeiführer im Osten für die Bandenbekämpfung, Höherer SS- und Polizeiführer „Schwarzes Meer“ (unter Höchster SS- und Polizeiführer Ukraine Hans-Adolf Prützmann) und Führer des SS-Oberabschnitts „Elbe“, Höherer SS- und Polizeiführer „Elbe“ in den Gauen Halle-Merseburg, Sachsen und im Wehrkreis IV (Hauptquartier in Dresden) sowie auch Gerichtsherr des SS- und Polizeigerichtes V und gleichzeitig Höherer Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis IV.

Nachkriegszeit

Im April 1945 geriet von Alvensleben in britische Kriegsgefangenschaft. Ende 1945 gelang ihm die Flucht aus dem Internierungslager Neuengamme. Nach kurzem Aufenthalt in Schochwitz setzte sich von Alvensleben 1946 mit seiner Familie nach Argentinien ab. Unter dem Namen Carlos Lücke lebte er bis Juli 1956 in Buenos Aires, dann zog er nach Santa Rosa de Calamuchita. Seit dem 27. November 1952 argentinischer Staatsbürger, war er als Inspektor der Fischzucht am Herrero-See hoch angesehen. Die Polen verurteilten ihn in Abwesenheit zu Tode, aber das hatte für den Generalleutnant a. D. keinerlei Konsequenzen.

„‚Er war der Größte‘, sagen sie noch heute über ihn. Etliche von denen, die alt genug wurden oder sich ausreichend informiert glauben, beschreiben Ludolf von Alvensleben, genannt ‚Bubi‘, als stattlich-schlanken Zwei-Meter-Hünen mit dem Schick des geborenen Uniformträgers: ein sympathischer ‚Draufgänger‘, gewandter Windhund, ‚verwandtschaftlich‘ humorvoll, ‚gerissen‘, gleichwohl bewegt von den ‚adeligen Tugenden‘ des uralten Geschlechts, dem er entstammt.“ — aus: Mit „Bubi“ heim ins Reich, Dokumentarfilm von 2000

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Verweise

Fußnoten

  1. Andreas Schulz, Günter Wegmann, Dieter Zinke: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei. Band 2, Biblio-Verlag, Bissendorf, 2005. ISBN 3-7648-2592-8. S. 670
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