Feindflug (Luftwaffe)

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Nach den Rumpfbändern der Reichsluftverteidigung stellt das Kunstwerk entweder das JG 11 oder das JG 5 dar.

Feindflug ist die Bezeichnung der deutschen Fliegertruppe, der Marineflieger, der Luftwaffe und der Seefliegerverbände der Kriegsmarine für einen Einsatzflug (Kampfauftrag) gegen Jäger, Bomber oder sonstige taktische Ziele des Feindes im Ersten Weltkrieg, im Spanischen Bürgerkrieg (→ Legion Condor) und im Zweiten Weltkrieg.

Feindflug[1] mit Bf 109 eines Jagdgeschwaders im Rahmen der Reichsverteidigung

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

Flugzeugführer mit mindestens fünf Abschüssen von feindlichen Militärflugzeugen, unabhängig von der Anzahl der Feindflüge, wurden als Flieger-Asse bezeichnet. Auch die Feldpiloten der Luftfahrttruppe der kaiserlichen und königlichen Armee verwendeten den Begriff „Feindflug“.

Hannes Trautloft in einer Fw 190 mit der JG 54 beim Luftkampf an der Ostfront, 1943

Orden und Ehrenzeichen (Zweiter Weltkrieg)

Die Anzahl der erfolgreich absolvierten Feindflüge entschied im Zweiten Weltkrieg auch über die Verleihung von Orden und Ehrenzeichen an das fliegende Personal (Besatzungen). Ein kleines Beispiel für die Wertung ist möglich, wenn auch nicht verbindlich, da es auch auf die Umstände ankam:

Reichsluftverteidigung gegen die Terrorflieger des Feindes, 1945

Luftkampf

Ein Luftkampf ist der Kampf gegnerischer Luftfahrzeuge mit Abschußabsicht, in der Regel im Krieg. Er wird von den Jagd-, Schlacht- oder Kampfliegern der Luftstreitkräfte ausgefochten. Luftkämpfe finden in erster Linie statt, um:

  • Lufthoheit zu erringen, was für den Einsatz von Luftnahunterstützung als erforderlich angesehen wurde, und
  • Bomber abzufangen, die strategische oder taktische Aufgaben durchführen sollten.

Dicta „Boelcke“

Egon Mayer feiert seinen Luftsieg über einen feindlichen Terrorflieger
Jeder Luftsieg mußte genauestens dokumentiert werden; hier eine beispielhafte Abschußmeldung von Walter Schuck.

Oswald Boelcke, der jüngste Hauptmann unter reichsdeutscher Fahne und selbst eigentlich Einzelflieger, fügt mehrere Jäger zur Staffel zusammen. Auf diese Weise schafft er eine revolutionär neue Form des Luftkampfes. Sein Schüler Manfred von Richthofen führt die Taktik nach dem Tode des Meisters weiter. Boelcke legte größten Wert auf eine gute Ausbildung seiner Flugzeugführer. Die wichtigsten Regeln des Luftkampfes seiner Ära faßte er in der Dicta „Boelcke“ zusammen:

  • Sichere Dir die Vorteile des Luftkampfes (Geschwindigkeit, Höhe, zahlenmäßige Überlegenheit, Position), bevor Du angreifst. Greife immer aus der Sonne an.
  • Wenn Du den Angriff begonnen hast, bringe ihn auch zu Ende.
  • Feuere das MG aus nächster Nähe ab und nur wenn Du den Gegner sicher im Visier hast.
  • Lasse den Gegner nicht aus den Augen.
  • In jeglicher Form des Angriffs ist eine Annäherung an den Gegner von hinten erforderlich.
  • Wenn Dich der Gegner im Sturzflug angreift, versuche nicht dem Angriff auszuweichen, sondern wende Dich dem Angreifer zu.
  • Wenn Du Dich über den feindlichen Linien befindest, behalte immer den eigenen Rückzug im Auge.
  • Für Staffeln: Greife prinzipiell nur in Gruppen von 4 bis 6 an. Wenn sich der Kampf in lauter Einzelgefechte versprengt, achte darauf, daß sich nicht viele Kameraden auf einen Gegner stürzen.

Reichsluftverteidigung

Insbesondere die Reichsverteidigung gegen die alliierten Bomber des Zweiten Weltkrieges mit ihrem mörderischen Terror gegen die Zivilbevölkerung war geprägt von heldenhaften Luftkämpfen der Tag- und Nachtjäger der deutschen Luftwaffe.

Luftsieg

Als Luftsieg (Nachtluftsieg bei der Nachtjagd) bezeichnet man im Luftkrieg den Abschuß eines Gegners in der Luft. Dabei ist es unerheblich, ob es sich bei dem abgeschossenen Gegner um ein Jagdflugzeug, einen Bomber, ein Sturzkampfflugzeug, einen Zerstörer, einen Transporter oder z. B. einen Ballon oder ein Luftschiff (Erster Weltkrieg) oder etwa auch um V1-Flugkörper (Zweiter Weltkrieg) handelt.

Abschußbestätigung

Im Ersten Weltkrieg mußten deutsche Luftsiege nicht nur von mindestens zwei Augenzeugen verifiziert werden, das feindliche Flugzeugwrack mußte von den eigenen Bodentruppen gefunden und protokolliert werden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden deutsche Abschüsse von der MG-Kamera dokumentiert und/oder aber von Staffelkameraden bestätigt, die den Luftkampf beobachten konnten. Beim Gegner, hier insbesondere VS-Amerikaner und Rote Luftwaffe, reichte eine „glaubhafte Darstellung“ eines Abschusses, um als Luftsieg gezählt zu werden.

Die Militärhistoriker Raymond F. Toliver und Trevor J. Constable haben in ihrem Standardwerk „Das waren die deutschen Jagdflieger-Asse 1939–1945“ genau aufgezeigt, wie penibel und korrekt die deutschen Abschußlisten waren.

Siehe auch

Literatur

  • Fritz Dettmann: 40.000 Kilometer Feindflug – Über Polen, Norwegen, Frankreich auf England! Ein Kriegsberichter der Luftwaffe erzählt, Deutscher Verlag, 1940

Fußnoten

  1. Feindflug der II. Gruppe/JG 27 (vormals Jagdgeschwader z. b. V.) bei der Reichsluftverteidigung am 19. Juli 1944 südlich von München. Am Boden eine abgeschossene P-38 „Lightning“. Bei der Luftschlacht an diesem Tag konnte die Jagdgruppe insgesamt 47 alliierte Kampfflugzeuge und Terrorbomber vom Himmel holen.
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