Müller-Scheld, Wilhelm

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Wilhelm Müller-Scheld, in: „Das Deutsche Führerlexikon“

Wilhelm Müller-Scheld (Lebensrune.png 31. Juli 1895 in Grebenroth; Todesrune.png 1970) war ein deutscher Kaufmann, Reserveoffizier des Deutschen Heeres, Journalist, Schriftsteller, Gaupropagandaleiter und von 1933 bis 1937 Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda sowie später Präsident von der Deutschen Filmakademie Babelsberg.

Werdegang

Dr. Goebbels besichtigt das Modell der Filmstadt Babelsberg am 28. Oktober 1938, rechts von ihm Dr. Kurt Benz, Bürgermeister von Babelsberg, ganz rechts, vor dem Stadtplan, Präsident Müller-Scheld, ganz links Dr. Werner Naumann, Leiter des Ministerbüros im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda.

Nach Abitur und Kaufmannslehre war Müller-Scheld Kriegsfreiwilliger beim Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großherzoglich Hessisches) Nr. 116 an der West-, dann Ost- und schließlich wieder Westfront, ab Juli 1916 als Leutnant der Reserve war er Kompanieführer und zuletzt Bataillonsadjutant, dabei wurde er zweimal schwer verwundet. Nach der Demobilisierung erfolgte das Studium in Leipzig, Gießen und München.

In der Zwischenkriegszeit war er bei der NSDAP-Propaganda aktiv, ebenfalls bei der SA, sowohl als SA-Sturm- und schließlich SA-Sturmbannführer. Trotz des Scheiterns der Filmakademie, auch weil viele potentielle Mitarbeiter einberufen wurden und somit der Lehranstalt fehlten, genoß Müller-Scheld weiterhin Goebbels’ Wohlwollen, wie die exponierten Dienststellungen danach aufzeigen.

Zweiter Weltkrieg

Müller-Scheld war nach dem Unternehmen „Weserübung“ bis 1943 als Film- und Theaterkommissar Leiter der Kunstabteilung in der Hauptabteilung Volksaufklärung und Propaganda in Oslo im Reichskommissariat Norwegen. Mit Unterstützung des Regisseurs Leif Sinding (1940 schon 11 Filme, ein geachteter Filmveteran) gelang es Müller-Scheld, VS-amerikanische Produktionen in den norwegischen Kinosälen zu verbieten, dafür wurden deutsche und norwegische Filme gefördert, ebenfalls beschlossen die beiden, das städtische Kinosystem abzuschaffen. Leif Sinding hatte klare Vorstellungen vom norwegischem Film, der seiner Meinung nach eine Industrie war, die mit unverantwortlichen Amateuren bevölkert war, die sich auf das Trinken beziehen und ohne die Mittel, etwas zu bekommen. Unter Leif Sindings Führung wurde die norwegische Filmindustrie nach deutschem Muster reorganisiert mit dem Ziel, norwegischen Filmen eine wirtschaftliche und technische Grundlage zu geben, damit die Produktion sowohl quantitativ als auch qualitativ gesteigert werden konnte.

Ab 1944 war Müller-Scheid Leiter der Kulturabteilung des Deutschen Propagandabüros. Ab 1945 stand er auf der roten Liste der VS-amerikanischen OSS (Office of Strategic Services) Art Looting Intelligence Unit (ALIU), die Kunstraub aufklären sollte.

Zitate

  • „Wer diese Hakenkreuzfahne antastet, Volksgenossen, er muß gnadenlos zusammengeschlagen werden.“ — Müller-Scheld am 29. April 1933
  • „Bei der Filmakademie gesprochen. Über die Ziele und Aufgaben der Filmkunst. Aber was Müller-Scheld sich da als Nachwuchs ausgesucht hat, ist mehr Ausschuß. Keine gute Aussicht.“ — Joseph Goebbels, Tagebucheintrag vom 15. November 1938
  • „Filmakademie hat zu wenig Schüler und kostet zuviel. Wird stillgelegt. Müller-Scheld hat auch offenbar seine Aufgabe nicht verstanden.“Joseph Goebbels, Tagebucheintrag vom 23. Februar 1940

Mitgliedschaften

Auszeichnungen (Auszug)

Werke (Auswahl)

  • „Im Westen nichts Neues“ – Eine Täuschung, Studie, Idstein 1929
  • Fall Lampel – eine Studie, Idstein im Taunus 1930
  • Ein Deutscher namens Stein – Schauspiel in acht Bildern, Langen/Müller, Berlin 1935
  • Schach dem Zaren – Eine Stunde weitgeschichtlicher Entscheidung
    • Inhaltlich befaßt sich das Stück in sieben Bildern mit dem Rußlandfeldzug Napoleons von 1812; Uraufführung des Schauspiels in Frankfurt am Main am 8. Februar 1936
  • Anna Maria, Langen Müller Verlag, Berlin 1937
  • Novemberballade 1632, Langen Müller Verlag, Berlin 1939
  • Tanais – ein Schauspiel, Langen Müller Verlag, Berlin 1943
  • Ich meine nur – Anregungen zu einer zukünftigen deutschen Geschichtsschreibung, 1964

Literatur