Münchhausen (Film)

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FILM

Münchhausen (Film).jpg
Filmdaten
Originaltitel: Münchhausen
Produktionsland: Deutsches Reich
Erscheinungsjahr: 1943
Laufzeit: 134 Minuten
Sprache: Deutsch
Filmproduktion: Ufa-Filmkunst GmbH
Erstverleih: Deutsche Filmvertriebs GmbH
IMDb: deueng
Stab
Regie: Josef von Baky
Drehbuch: Erich Kästner
Musik: Georg Haentzschel
Ton: Erich Schmidt
Dialogregie: Fritz Thiery
Kamera: Werner Krien
Optische Spezialeffekte: Konstantin Tschet (Trickaufnahmen),
Theodor Nischwitz (Trickaufnahmen),
Gerhard Huttula (Mitarbeit)
Standfotos: Willi Klitzke,
Lars Looschen
Bauten: Emil Hasler,
Otto Gülstorff
Kostüm: Manon Hahn
Aufnahmeleitung: Veit Massary
Herstellungsleitung: Eberhard Schmidt
Schnitt: Milo Harbich,
Walter Wischniewsky
Besetzung
Darsteller Rolle
Hans Albers Baron Münchhausen
Hans Brausewetter Freiherr von Hartenfeld
Marina von Ditmar Sophie von Riedesel
Käte Haack Baronin Münchhausen
Brigitte Horney Zarin Katharina II.
Ferdinand Marian Graf Cagliostro
Leo Slezak Sultan Abd-ul-Hamid
Hermann Speelmans Christian Kuchenreutter
Hilde von Stolz Louisa La Tour
Ilse Werner Prinzessin Isabella d’Este
Eduard von Winterstein Vater Münch
Wilhelm Bendow Mann im Mond
Michael Bohnen Herzog Karl von Braunschweig
Andrews Engelmann Fürst Potemkin
Waldemar Leitgeb Fürst Grigorij Orlow
Walter Lieck Läufer
Hubert von Meyerinck Prinz Anton Ulrich
Jaspar von Oertzen Graf Lanskoi
Werner Scharf Prinz Francesco d’Este
Armin Schweizer Diener Johann
Marianne Simson Frau im Mond
Gustav Waldau Giacomo Casanova
Franz Weber Fürst von Ligne
Valy Arnheim Haushofmeister am Petersburger Hof
Erwin Biegel Cagliostros Leibjäger
Fritz Busch Theaterdirektor
Fanny Cotta Rosalba Carriera
Erich Dunskus Kurländischer Wirt
Angelo Ferrari Francescos Freund
Ilse Fürstenberg Rieke Kuchenreutter
Irene Fischer Kammerfrau Marfa
Bernhard Goetzke Gesandter Gatti
Karl Harbacher Die Uhr
Harry Hardt Kurier
Trude Heess Fürstin Stroganow
Maria Hofen Ohnmächtige Theaterbesucherin
Victor Janson Yussuf Pascha
Hans Junkermann Kapellmeister Graun
Nikolaj Kolin Großwesir
Leopold von Ledebur Kanzler Panin
Karl-Heinz Peters François Blanchard
Hermann Pfeiffer Eunuch Selim
Anton Pointner Graf Kobenzl
Elena Polewitzkaja Fürstin Daschkin
Erik Radolf Husarenoffizier
Paul Rehkopf Förster
Ernst-Albert Schaah Gesandter de Ségur
Franz Schafheitlin Doge
Franz Stein Leibjäger Rösemeyer
Louis Brody Sir Fitzherbert
Aruth Wartan Pugatschew
Ewald Wenck Vorhangzieher Methfessel
Theodor Michael Leibwedler des Sultans
Helene von Schmithberg

Münchhausen ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1943, der dem Fantasy-Genre zugerechnet werden kann. Er ist der vierte deutsche Farbfilm.

Inhaltsverzeichnis

Auszeichnungen

Prädikate
  • Volkstümlich wertvoll
  • Künstlerisch besonders wertvoll

Handlung

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Dieses ist die wahre und wirkliche Geschichte Münchhausens, die Geschichte einer großen, romantischen Seele und eines abenteuerseligen Herzens. Der Herr Baron von Münchhausen hat sie selbst erzählt – oder viel mehr: Er erzählt sie, teils aus diesen und teils aus jenen Gründen und nicht zuletzt auch deshalb, weil sich ein kleines, temperamentvolles Mädchen in ihn verliebt hat ... er erzählt sie, während Gegenwart und Vergangenheit wundersam sich mischen – und wir sind dabei.

Nach langen Fahrten, die Mars und auch Frau Venus bestimmten, kehrt Münchhausen mit seinem getreuen Diener Kuchenreutter wieder einmal heim nach Bodenwerder. Doch kaum hat er sich mit dem Vater zusammengesetzt, erreicht ihn eine Botschaft des Prinzen von Braunschweig. So reitet er nach der Residenz, wo er geschickt eine delikate Mission erledigt. Damit aber ist seines Bleibens hier nicht länger. Er folgt dem Prinzen nach Petersburg, wo er die Gunst der jungen Kaiserin Katharina gewinnt. Nachdem er sich hier mit dem eifersüchtigen Potemkin duelliert und von dem diabolischen Cagliostro das Geschenk der ewigen Jugend erhalten hat, zieht er als Regimentskommandeur Katharinas mit Kuchenreutter gegen die Türken. Sein unwillkommener Ritt auf einer Kanonenkugel führt ihn ins türkische Lager. An den Hof des mächtigen Abd-ul-Harnid nach Konstantinopel gebracht, weiß sich Münchhausen bald das Vertrauen des Herrschers zu erringen.

Er verschafft dem Sultan in einer wunderbaren und tollkühnen Wette eine Flasche Tokayer aus Maria Theresias Keller und bemächtigt sich darauf der schönen venezianischen Prinzessin d’Este, die Abd-ul-Hamid in seinem Harem gefangenhält. Mit ihr und Kuchenreutter weiß er zu Schiff nach Venedig zu entkommen, wo er Tage seligsten Liebesglückes verbringt. Bald aber gerät Münchhausen in eine männliche Auseinandersetzung mit Isabellas Bruder Francesco. Isabella muß den Schleier nehmen, Münchhausen nach dem Duell die Stadt verlassen. Er besteigt in Begleitung des getreuen Kuchenreutter die lufterobernde Montgolfiere des Herrn Blanchard, die ihn und den Diener zum Mond entführt ... Und hier haucht der brave Kuchenreutter, rasch alternd, seinen Geist aus. Münchhausen aber fand zur Erde zurück. Seine Zeitgenossen verließen ihn, keiner wurde von Freund Hein verschont – er selbst aber, Münchhausen, blieb jung, stark und tatenfroh bis auf den heutigen Tag. – Münchhausen ist unsterblich!


Hintergrund und Besonderheiten

Der mit großem Aufwand, Starbesetzung und in der noch neuen Agfacolor-Technik produzierte Farbfilm wurde von Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels selbst aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der UFA-Filmstudios in Auftrag gegeben. Das Budget betrug rund 6,5 Millionen Reichsmark. Der Film war damit einer der teuersten Filme des Dritten Reiches.

Verfasser des Drehbuchs des von Fritz Hippler produzierten Films war der Schriftsteller Erich Kästner. Kästner – obwohl eigentlich mit Berufsverbot belegt – schrieb das Drehbuch mit einer Sondergenehmigung von Goebbels unter dem Pseudonym „Berthold Bürger“. Dieser Name fand im Vorspann keine Erwähnung. Noch vor der Uraufführung des Films erging die ausdrückliche Anweisung an die Journalisten: „Der Schriftsteller Erich Kästner oder sein Pseudonym Berthold Bürger sind in der Presse nicht zu erwähnen.“

Ferner sind die zahlreichen, gemessen an den damaligen technischen Möglichkeiten spektakulären Spezialeffekte erwähnenswert, für die Konstantin Irmen-Tschet verantwortlich zeichnete. Der Film gilt als einer der Höhepunkte des Schaffens von Hans Albers, der die Hauptrolle spielt. Der Film wurde am 3. März 1943 anläßlich der Feier zum 25jährigen Bestehen der UFA uraufgeführt, die als „Betriebsappell“ im Berliner Ufa-Palast am Zoo stattfand.

Nach einem ersten Rekonstruktionsversuch 1978 konnten erst nach dem Zusammenbruch der DDR mit Hilfe osteuropäischer Archive ein verschollen geglaubter Teil des Films aufgefunden werden. Somit wurde der Film seiner Originalfassung weiter angenähert, jedoch fehlen weiterhin ca. 15 Minuten, die mit der ersten Kürzung im Juni 1943 verloren gegangen und bis dato (Januar 2009) nicht wieder aufgetaucht sind.

In dem Dokumentarfilm „Pagen in der Traumfabrik“, der im März 2002 vom WDR ausgestrahlt wurde, wird das Thema „Schwarze Komparsen im Dritten Reich“ behandelt. In diesem Film wird behauptet, daß die schwarzen Komparsen nur wenige Monate nach dem Abschluß der Dreharbeiten geschlossen in ein Konzentrationslager gefahren sind und dort ermordet wurden. Die Geschichte vom Abtransport der Komparsen nach Abschluß der Dreharbeiten in ein KL und ihre anschließende Ermordung ist eine Behauptung, die nicht belegt werden kann, zumal Theodor Wonja Michael, ein Schwarzer Mitwirkender, noch heute (2013) in Köln lebt.


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