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Albright, Madeleine

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Madeleine Albright mit Obama

Madeleine Korbel Albright, geborene Marie Jana Korbelová (* 15. Mai 1937 in Prag) ist eine jüdische Politikerin. Sie war die erste Frau im Amt des Außenministers der Vereinigten Staaten.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

„Nichts freut die Israelis mehr als die Entdeckung, daß irgendwelche berühmten Leute jüdischer Abstammung sind“, schrieben die „Israel Nachrichten“ (Tel Aviv) am 4. Februar 1997, als bekanntgeworden war, daß die neue US-Außenministerin Madeleine Albright „ein Reis vom alten Stamme Davids“ ist, wie es das israelische Blatt formulierte. Frau Albright bekundete, bis dahin selber nichts über ihre jüdische Herkunft gewußt zu haben; Einzelheiten seien ihr erst aus der Presse bekanntgeworden. Als Tochter des Joseph Körbel (später Korbel) ist sie 1937 in Prag zur Welt gekommen.[1]

Ihr Vater, Diplomat in Diensten der ČSR, war zum Katholizismus konvertiert; er wirkte als Prager Abgesandter auf dem Balkan, emigrierte 1939, war im Auftrage der tschechischen Exilregierung in London für Radiopropaganda zuständig, diente nach 1945 dem kommunistischen Prager Regime Beneschs als Botschafter und ging 1949 mit der Familie in die VSA, wo er als Professor lehrte. Tochter Madeleine studierte Politik und Recht. Ihrer politischen Karriere stand der Sicherheitsberater des US-Präsidenten Carter, Brzezinski, Pate. 1993 wurde Frau Albright UNO-Botschafterin der VSA.[1]

Wie auch später als Außenministerin (bis 2001) vertrat sie vor dem Forum der Vereinten Nationen mit Entschiedenheit den Anspruch der VSA auf Führerschaft in der Welt und setzte sich energisch für israelische Belange ein. Von 1959 bis zur Scheidung 1983 war sie mit dem Zeitungsverleger Joseph Medill Patterson Albright verheiratet, das Paar hatte drei Töchter, die Zwillinge Alice und Anne (* 17. Juni 1961) sowie Kathrine (* 5. Juni 1967). 1998 hieß es in Medien, sie lebe nun mit dem jüdischen Diamantenhändler Maurice Tempelsman zusammen, der früher „ständiger Begleiter“ der Präsidenten- bzw. Reederswitwe Jacqueline Kennedy-Onassis war.[1]

Madeleine Albright spricht neben Tschechisch und Englisch auch Französisch perfekt, daneben kann sie sich auch gut auf Russisch, Polnisch und Serbisch verständigen.[2] Als Markenzeichen gelten ihre Broschen, die gelegentlich auch zur Übermittlung politischer Botschaften genutzt wurden.

Albright unterstützte die Ehefrau von Bill Clinton, Hillary Clinton, bei deren Kandidatur zur Präsidentschaftswahl 2008.

Politische Laufbahn

Seit den 1970er Jahren ist sie in der Politik der Demokratischen Partei engagiert.

Von 1976 - 1978 beriet sie den US-Senator Edmund S. Muskie, von 1978 - 1981 war sie Mitglied des US-amerikanischen Nationalen Sicherheitsrats und des Stabs von Präsident Jimmy Carter. In den Präsidentschaftswahlkämpfen der 1980er Jahre beriet sie 1984 die demokratischen Kandidaten Walter Mondale und 1987/88 Michael Dukakis. Ab 1993 vertrat sie die USA als Botschafterin bei der UNO. Am 23. Januar 1997 wurde Albright als 64. Außenminister der USA vereidigt. Sie behielt diesen Posten bis zum Ende der Amtszeit Präsident Clintons 2001.

Madeleine Albright war die erste Außenministerin und die bis zu dieser Zeit formal mächtigste Frau in der Geschichte der VSA und aufgrund des enormen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Machtstatus der VSA auch die mächtigste Frau der Welt.

Karriere danach

Nach ihrem Ausscheiden, aus dem Staatsdienst, hat Albright eine Politikberatungs-Firma (Consulting) in Washington gegründet, die Politik- und Strategie-Beratung anbietet.

Madeleine Albright lehrt an der „Georgetown School of Foreign Service“ und ist Vorstandsmitglied des „National Democratic Institute for International Affairs“ (NDI) mit Hauptsitz in Washington. Das NDI begleitet „demokratische Entwicklungsprogramme“ in dutzenden Staaten weltweit (Globalisierung).

Im September 2008 nahm der Ex. BRD-Außenminister Joschka Fischer einen Beratervertrag (Senior Strategic Counsel) bei der Madeleine Albright gehörenden Firma The Albright Group LLC an[3][4].

Bereicherung aus Völkermorderbe

Der Abgeordneten Dipl.-Ing. Hofmann, Dr. Graf, Jung und Kollegen an den Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten betreffend die menschenrechtswidrige Gesetzgebung in der Tschechischen Republik und die eigenartige Auffassung der US – Außenministerin Madeleine Albright, geb. Körbel, hinsichtlich Mein und Dein

...

Wie das ÖVP - Organ „Neues Volksblatt“ in seiner Ausgabe vom 6. Juli 1999 berichtet, wurde die Familie Nebrich, eine der angesehensten Familien Prags, 1945 durch die berüchtigten Benesch - Dekrete entschädigungslos enteignet. Der damalige tschechoslowakische Außenminister Jan Masaryk bedachte mit dem Raubgut unter anderem den Diplomaten in US-amerikanischen Diensten, Josef Körbel.

Als die Kommunisten 1947 schließlich die Macht an sich rissen, verließ Körbel das Land in Richtung der Vereinigten Staaten, nicht jedoch ohne sich die der Familie Nebrich gehörenden beweglichen Besitztümer, zu denen unter anderem wertvolle Bilder von Klimt, Mucha und Bachhuyzen zählten, anzueignen. In den Vereinigten Staaten nannte sich Körbel fürderhin Korbel und verwischte auf diese Weise bis vor kurzem erfolgreich seine Spur.

Nach langer vergeblicher Suche gelang es der Familie Nebrich, von der inzwischen zwei Töchter in Oberösterreich als österreichische Staatsbürger ansässig sind, die Spur aufzunehmen. Sie fand heraus, daß die Tochter des Josef Körbel, die heutige US - Außenministerin Madeleine Albright, ebenfalls im Besitze zumindest eines Gemäldes des rechtmäßigen Eigentümers Nebrichs sein soll. Um möglichen Rechtsansprüchen der Familie Nebrich zu entgehen, ließ die Familie Korbel vorsorglich im Prager Außenamt Erkundigungen einholen, dessen Antwort einer gewissen Brisanz nicht entbehrt: Die tschechische Regierung bestätigt danach, daß ihrer Auffassung nach das Nebrich Eigentum 1945 auf Grund des Benesch - Dekretes Nummer 108 als „feindliches Eigentum" konfisziert worden sei. Daher, so heißt es wörtlich, „gibt es keine Grundlage für die Geltendmachung von Ansprüchen der Nebrich - Familie auf das von ihr geforderte Eigentum. ...

Die Außenministerin soll selbst im Besitze zumindest eines dieser Bilder sein und denkt offensichtlich nicht daran, dieses Bild dem rechtmäßigen Eigentümer auszufolgen. Als besonders pikantes Detail erscheint in diesem Zusammenhang auch, daß gerade der US - Kongreß sich in einer Resolution (H. Res. 562 vom 13.10.1998) an ehemals totalitäre Staaten wendet und von diesen die Rückgabe von beschlagnahmtem Eigentum an die ehemaligen Besitzer fordert.

Im übrigen vertreten die Anfragesteller die Ansicht, daß der im Sachverhalt dargestellte Vorfall weniger eine Angelegenheit darstellt, die Österreich und die Tschechei betrifft, sondern daß es sich hier vielmehr um eine Frage handelt, die zwischen Österreich und den USA zu klären wäre.

In diesem Zusammenhang richten die unterfertigten Abgeordneten an den Bundesminister für Auswärtige Angelegenheiten folgende A n f r a g e :

1. Was hat die Republik Österreich im einzelnen bislang auf internationaler Ebene unternommen, um zu erreichen, daß die menschenrechtswidrigen Benesch - Dekrete abgeschafft werden?

2. Was wird die Republik Österreich auf internationaler Ebene unternehmen, um zu erreichen, daß die menschenrechtswidrigen Benesch - Dekrete abgeschafft werden?

3. Was hat die Republik Österreich bislang auf zwischenstaatlicher Ebene unternommen, um zu erreichen, daß die menschenrechtswidrigen Benesch - Dekrete abgeschafft werden?

4. Was wird die Republik Österreich auf zwischenstaatlicher Ebene unternehmen, um zu erreichen, daß die menschenrechtswidrigen Benesch - Dekrete abgeschafft werden?

5. Welche moralische Bedeutung messen Sie der genannten Resolution des US - Kongresses bezüglich der Benesch - Dekrete bei?

6. Wird die Bundesregierung nach diesem ungeheuren Vorfall endlich die Frage des EU-Beitrittes der Tschechischen Republik von der Frage der Abschaffung der Benesch-Dekrete abhängig machen? Wenn nein, warum nicht?

7. Welche moralische Bedeutung messen Sie der genannten Resolution des US-Kongresses im Lichte der Haltung der tschechischen Regierung im Fall der Familie Nebrich bei?

8. Welche moralische Bedeutung messen Sie der genannten Resolution des US - Kongresses im Lichte der Haltung der US - Außenministerin im Fall der Familie Nebrich bei?

9. Wird die Republik Österreich Schritte unternehmen, um zu erreichen, daß die von der US - Außenministerin Albright und deren Familie widerrechtlich zurückgehaltenen Bilder den Angehörigen der Familie Nebrich zurückerstattet werden? Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, wann und welche Maßnahmen werden sie konkret setzen?

10. Sehen Sie im konkreten Fall die Möglichkeit, für die Geschädigten (österreichische Staatsbürger) einen inländischen Gerichtsstand zu begründen?

11. Sehen Sie eine Veranlassung, den konkreten Fall, der stellvertretend für viele andere steht, zum Gegenstand von Verhandlungen mit den USA zu machen?

10. Werden Sie im Falle der Weigerung der Außenministerin Albright, die Bilder den rechtmäßigen Eigentümern zurückzuerstatten, über diese ein Einreiseverbot verhängen, um zu beweisen, daß es der Republik Österreich in Fragen der Menschenrechte ernst ist? Wenn nein, warum nicht?

Schriften

  • Madam Secretary. Die Autobiographie. München: C. Bertelsmann, 2003. - ISBN 3-570-00729-4
  • Der Mächtige und der Allmächtige. Gott, Amerika und die Weltpolitik. München: Droemer/Knaur, 2006. - ISBN 3-426-27399-3

Auszeichnungen (Auszug)

  • 1997: Großkreuz des tschechischen Ordens des „Weißen Löwen“ (Höchster tschechischer Orden)

Mitgliedschaften / Ämter

Madeleine Albright ist Mitglied verschiedener akademischer Gesellschaften und Gremien, darunter das Council for Foreign Relations, die American Political Science Ass., das Atlantic Council und die American Ass. for the Advancement of Slavic Studies. Sie saß in diversen Aufsichtsräten und Vorständen, u. a. bei der Washington Urban League (1982-1984), beim Atlantic Council (1984), beim Wellesley College (1983-1989) und beim Center for National Policy (1989-1993) sowie im Verwaltungsrat der New York Stock Exchange (ab 2003).

Familie

1959 heiratete Madeleine Albright den Journalisten und Zeitungserben Joseph Albright, von dem sie 1983 geschieden wurde. Sie hat drei Töchter: die Zwillinge Anne Korbel und Alice Patterson (geb. 1961) sowie Katharine Medill (geb. 1967) und sechs Enkel. Madeleine Albright spricht Französisch, Tschechisch, Russisch, Serbisch und Polnisch. Mit symbolträchtigem Schmuck in Tiergestalt (Schlange, Friedenstaube, Spinne etc.) setzte sie Signale bei Verhandlungen. In ihrer Freizeit geht sie regelmäßig ins Sport-Studio.

Filmbeitrag

David Duke: How Nations Die! (en.)


Fußnoten

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