Goebbels, Magda
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Magda Goebbels (* 11. November 1901 in Berlin als Johanna Maria Magdalena Behrend; † 1. Mai 1945 in Berlin durch Suizid) war die Ehefrau des deutschen Politikers Joseph Goebbels.
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[bearbeiten] Ehe mit dem Industriellen Günther Quandt
Auf einer Bahnfahrt im Februar 1920 lernte sie den Industriellen Günther Quandt kennen. Sie heirateten am 4. Januar 1921.
Als Magda Quandt war sie auch für die Erziehung der zwei Kinder aus der ersten Ehe von Günther Quandt zuständig, deren Mutter drei Jahre vor der Hochzeit gestorben war. Zehn Monate nach der Heirat kam am 1. November 1921 Sohn Harald zur Welt. Sie wurde in dieser Ehe nicht glücklich, und ihre Bedürfnisse nach kulturellem Leben entsprachen nicht der Lebensführung Quandts.
Günther und Magda Quandt entfremdeten sich immer mehr. Im Sommer 1929 wurde die Ehe geschieden.
[bearbeiten] Zwischen den Ehen
Im Spätsommer 1930 besuchte sie eine Veranstaltung der NSDAP im Berliner Sportpalast. Sie wurde Mitglied der NSDAP-Ortsgruppe Westend, kurz darauf Leiterin der örtlichen NS-Frauenschaft.
Sie meldete sich in der Zentrale der Berliner NSDAP und bot dort ihre Mitarbeit an. Joseph Goebbels war zu diesem Zeitpunkt NSDAP-Gauleiter von Berlin und arbeitete daran Berlin für die NSDAP zu erobern. Er machte sie zur Betreuerin seines Privatarchivs. Sie sammelte und ordnete Zeitungsartikel über Goebbels aus der in- und ausländischen Presse, wobei sie ihre Sprachkenntnisse einsetzen konnte.
[bearbeiten] Ehe mit Joseph Goebbels
Am 19. Dezember 1931 heiratete sie Joseph Goebbels auf Gut Severin bei Parchim in Mecklenburg. Der nun zehnjährige Sohn wohnte der Zeremonie in HJ-Uniform bei. Adolf Hitler war einer der Trauzeugen. Der Katholik Goebbels wurde wegen der Hochzeit mit einer (noch dazu geschiedenen) Protestantin von der Kirche exkommuniziert, der ebenfalls katholische Hitler nur verwarnt. Die Ehe der Goebbels war von Anfang an schwierig und erwies sich abschnittsweise als durchaus belastend.
[bearbeiten] Die Kinder
Aus der Ehe mit Joseph Goebbels gingen sechs Kinder hervor:
Die sechs Kinder wurden (nach gegenwärtigen Erkenntnissen) unter Hilfe durch Magda Goebbels am 1. Mai 1945 durch Gift getötet.
Außerdem hatte sie aus ihrer ersten Ehe einen Sohn Harald Quandt.
[bearbeiten] Magda Goebbels als „deutsche Idealfrau“
Magda Goebbels wurde ein Vorbild für die "deutsche Frau" während der Zeit des Nationalsozialismus. Da Hitler vorerst unverheiratet blieb, übernahm Magda Goebbels die propagandistisch wertvolle Position der ersten Frau im Staate; sie repräsentierte das Dritte Reich bei Empfängen, Bällen und Staatsbesuchen. Als Rednerin trat sie nur einmal öffentlich in Erscheinung: am 14. Mai 1933 hielt sie im Radio eine Rede zum Thema Die deutsche Mutter. Später gab sie der englischen Zeitung Daily Mail ein Interview zu demselben Thema.
Für die vielen Kinder wurde sie 1938 zur ersten Trägerin des von Hitler gestifteten „Ehrenkreuzes der deutschen Mutter“ erkoren, das sie als rassisch und gesundheitlich wertvolle Mutter auszeichnen sollte. Auch ihre Kinder stellte sie in den Dienst der NS-Propaganda. 1938 ließ sie das Leben ihrer Kinder verfilmen. 1942 erreichte die Familienpropaganda einen Höhepunkt, als man die Goebbels-Kinder 34 Mal in der Wochenschau sah. Die Familie Goebbels war die Vorzeigefamilie des Dritten Reiches. Doch anders als dargestellt kümmerte sich Magda Goebbels selten um ihre Kinder. Diese Aufgabe übernahmen meist Kindermädchen und Erzieherinnen; oft war sie wochenlang nicht zu Hause.
[bearbeiten] Ehekrise und Zweiter Weltkrieg
Im Laufe des Jahres 1935 erfuhr sie von den zahlreichen Affären ihres Mannes. Anfangs versuchte sie, Verständnis dafür aufzubringen. Als sie im Sommer 1938 jedoch erfuhr, daß Joseph Goebbels eine Affäre mit der tschechische Schauspielerin Lida Baarova hatte, beschwerte sie sich bei Adolf Hitler über das Verhalten ihres Mannes und konnte nur mit Mühe von ihm dazu überredet werden, sich nicht scheiden zu lassen, um keinen Skandal auszulösen.
Als der Zweite Weltkrieg begann, stellte sie sich und die Kinder erneut in den Dienst der Propaganda. Sie machte eine Ausbildung zur Rotkreuzschwester und pflegte zweimal in der Woche Verwundete.
Wegen der Bombenangriffe durch anglo-amerikanische Terrorbomber auf Berlin zog die Familie im August 1943 von Schwanenwerder nach Lanke. Die Kinder gingen im nahe gelegenen Wandlitz zur Schule. Als Magda Goebbels am 20. Juli 1944 vom Attentat auf Hitler erfuhr, soll sie einen Nervenzusammenbruch erlitten haben. Am Telefon schwor sie ihm ihre „ewige“ Treue und erklärte sich bereit, für ihn zu sterben, „wenn in Berlin die Russen stehen“. Dafür sei sie nun zum „äußersten“ entschlossen.
[bearbeiten] Mord an den Kindern und Selbsttötung
Magda Goebbels zog am Nachmittag des 22. April 1945 mit ihren Kindern in den Führerbunker. Am 28. April 1945 schrieb Magda Goebbels einen Abschiedsbrief an ihren Sohn Harald Quandt (23), der sich in einem Kriegsgefangenenlager in Nordafrika befand. Dieser Brief ist die einzige schriftliche Hinterlassenschaft von Magda Goebbels.
- "Mein geliebter Sohn! Nun sind wir schon 6 Tage hier im Führerbunker, Papa, deine sechs kleinen Geschwister und ich, um unseren nationalsozialistischen Leben den einzig würdigen ehrenvollen Abschluss zu geben ... Du solltest wissen, dass ich gegen den Willen Papas bei ihm geblieben bin, dass noch vorigen Sonntag der Führer mir helfen wollte, hier rauszukommen. Du kennst deine Mutter - wir haben dasselbe Blut, es gab für mich keine Überlegung. Unsere herrliche Idee geht zugrunde, und mit ihr alles, was ich Schönes und Bewundernswertes in meinem Leben gekannt habe. Die Welt, die nach dem Führer und dem Nationalsozialismus kommt, ist nicht mehr wert, darin zu leben, und deshalb habe ich auch die Kinder mitgenommen, denn sie sind zu schade für das nach uns kommende Leben, und ein gnädiger Gott wird mich verstehen, wenn ich ihnen selbst die Erlösung geben werde ... Die Kinder sind wunderbar ..., niemals ein Wort der Klage oder ein Weinen. Die Einschläge erschüttern den Bunker. Die Größeren beschützen die noch Kleineren, und ihre Anwesenheit ist schon dadurch ein Segen, dass sie dem Führer ab und an ein Lächeln abgewinnen. Gott gebe, dass mir die Kraft bleibt, um das Letzte und Schwerste zu schaffen. Wir haben nur noch ein Ziel: Treue bis in den Tod dem Führer. Harald, lieber Junge - ich gebe dir noch das mit, was mich das Leben gelehrt hat: Sei treu! Treu dir selbst, treu den Menschen und treu deinem Land gegenüber ... Sei stolz auf uns, und versuche uns in freudiger Erinnerung zu behalten ..."
Laut Rochus Misch hat Magda Goebbels ihren Kindern Kakao verabreicht, in dem sie vorher ein Schlafmittel aufgelöst hatte. Danach habe sie ihren Kindern die Haare gekämmt und sie anschließend in weiße Nachthemden gesteckt. Während sie dies tat, hätte sie ihren Kindern noch Hoffnungen gemacht, dass sie in ein paar Tagen wieder daheim in Schwanenwerder seien. Dann sei sie zusammen mit den Kindern und einem der Ärzte (vermutlich Dr. Stumpfegger) ins Kinderzimmer gegangen und nach ein bis zwei Stunden weinend wieder heruntergekommen und habe Karten gelegt. Anderen Berichten nach hat Magda Goebbels gänzlich die Ermordung ihrer Kinder den anwesenden Ärzten überlassen. Wieder andere Quellen sagen, dass nicht Dr. Ludwig Stumpfegger die Kinder betäubt hätte, sondern der SS-Arzt Helmut Kunz (siehe DHM), und Magda Goebbels in seinem Beisein (oder mit seiner Hilfe) die Kinder getötet habe.
Am 1. Mai 1945 gegen 22 Uhr töteten sich Goebbels und seine Frau Magda mit Blausäure. Entgegen anderslautenden Gerüchten sind weder Magda noch Joseph Goebbels erschossen worden. Das belegen zumindest angeblich die Obduktionsergebnisse der nur unvollständig verbrannten Leichen, durchgeführt durch die Rote Armee.
Ihre Leichen wurden noch in derselben Nacht von SS-Offizieren (unvollständig) verbrannt. Am nächsten Tag gegen 17 Uhr fanden sowjetische Soldaten das Ehepaar Goebbels nur wenige Meter vom Notausgang des Führerbunkers an der Neuen Reichskanzlei. Die Kinder hatte man bereits zuvor im Kinderzimmer des Führerbunkers vorgefunden. Für Propagandazwecke wurden sie später aus ihren Betten geholt und neben ihre Eltern gelegt, um von sowjetischen Kamerateams der Wochenschau gefilmt werden zu können.
[bearbeiten] Videos
Magda Goebbels und die Kinder:
Heidrun singt das deutsche Lied Maikäfer flieg:

