Mainz

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Mainz

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Provinz: Pfalz
Einwohner (2008): 197.420
Bevölkerungsdichte: 2.014 Ew. p. km²
Fläche: 98 km²
Höhe: 88 m ü. NN
Postleitzahl: 55116–55131
Telefon-Vorwahl: 06131, 06136 (Ebersheim)
Kfz-Kennzeichen: MZ
Koordinaten: 50° 0′ N, 8° 16′ O
Mainz befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Bürgermeister: Jens Beutel (SPD)
Kriegsmahnmal und Symbol des zerstörten Mainz: Die Ruine der Christophskirche

Mainz, gegenüber des Mainzuflusses am Rhein gelegen, ist Landeshauptstadt und zugleich die größte Stadt des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Mainz ist Sitz einer Universität, eines römisch-katholischen Bistums sowie mehrerer Fernseh- und Rundfunkanstalten, wie etwa die des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Main ist die Hochburg der Pfälzer Fastnacht. Die größte Nachbarstadt ist die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Mainz liegt im sogenannten „Rhein-Main-Gebiet“ mit dessen Großstädten Darmstadt, Frankfurt/Main, Offenbach, Groß-Gerau und dem nahen Taunus mit seinen Prominenten-Wohnorten wie Kronberg, Homurg etc.

Mainz ist eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz und bildet mit Wiesbaden ein länderübergreifendes Doppelzentrum. Die Einwohnerzahl der Stadt Mainz überschritt im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts die Grenze von 100.000, wodurch die Stadt zur Großstadt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Festungsbauten

Aus der Festungszeit der Stadt sind noch Bauten erhalten, so das Palais des Festungskommandanten, das mit der Zitadelle über der Stadt thront. Doch auch frühere Teile der alten römischen und mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch vorhanden und zumindest in ihrem Mauerwerk noch original. Am Rhein erheben sich der Holzturm und der Eisenturm, die ihre Torfunktion jedoch durch die Aufschüttung des Rheinufers im 19. Jahrhundert und die dadurch bedingte Straßenniveauhebung verloren haben. Spätere Zeugen des Festungsbaus sind das Fort Malakoff im Süden der Stadt sowie das große, im Krieg nicht zerstörte, Proviant-Magazin in der Schillerstraße gegenüber dem Erthaler Hof.

Erster Weltkrieg

Fliegerangriffe waren im Ersten Weltkrieg relativ selten und nahezu wirkungslos. In der Mainzer Neustadt kamen am 9. März 1918 in Mainz bei einem völkerrechtswidrigen britischen Luftangriff elf Menschen zu Tode.[1] In der Adam-Karillon-Straße erinnert eine in den Boden eingelassene Markierung an dieses Kriegsverbrechen[2].

Zweiter Weltkrieg

Mainz wurde im Zweiten Weltkrieg mehrfach zwischen 1941 und 1945 Ziel von britischen und vs-amerikanischen Luftangriffen. Dabei kam es zu unzähligen Todesopfern unter der Zivilbevölkerung und großen Zerstörungen im Stadtgebiet.

Übersicht größerer Luftangriffe auf die Region Mainz

  • Altstadt (11./12. und 12./13. August 1942)
  • Bischofsheim (9. September 1942, Herbst 1944, 13. und 27. Januar 1945, 27. Februar 1945)
  • Ginsheim (23./24. April 1944)
  • Gonsenheim (Kathen-Kaserne: 19. Oktober 1944)
  • Gustavsburg (besonders 9., 15. September 1944 und 27. Februar 1945)
  • Kastel (besonders 8. September 1944)
  • Kostheim (Herbst 1944)
  • Neustadt (11./12. und 12./13. August 1942, 20. Dezember 1943, Herbst 1944, 1. Februar und 27. Februar 1945)
  • Weisenau (besonders 19. Oktober 1944, 1. Februar und 27. Februar 1945)

1939 bis 1941

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges mit der Kriegserklärung Englands und Frankreichs gegen Deutschland 1939 blieb es bis September 1941 nur bei kleineren Sprengbombenabwürfen durch die britische Royal Air Force. Der erste größere britische Luftangriff traf am 13. September 1941 den Mainzer Hauptbahnhof. 22 Menschen starben bei dem eigentlich Frankfurt am Main geltenden Angriff.

1942 und 1943

Bis August 1942 kam es nur zu kleineren Angriffen, am 11. August 1942 starteten in England 158 britische Bomber zu einem Großangriff auf Mainz im Rahmen der neuen Area Bombing Directive. In der folgenden Nacht warfen sie rund 200 Tonnen Bomben ab, darunter auch Phosphorbomben. In der nächsten Nacht flogen 133 Bomber einen weiteren Angriff. Erneut wurden etwa 180 Tonnen Bomben abgeworfen. Die Bomben trafen zum großen Teil die Altstadt und den Mainzer Dom, aber auch Teile der Neustadt brannten ab. St. Stephan wurde schwer beschädigt. Hunderte Menschen starben in den Flammen. Trotzdem blieben in der Innenstadt noch Wohnviertel bewohnbar. Am 9. September 1942 bombardierten alliierte Bomber Bischofsheim. Im Jahr 1943 wurde lediglich am 20. Dezember ein Angriff auf die Innenstadt geflogen.

1944

Im Laufe des Jahres 1944 nahm die Intensität des Luftkrieges zu. Ein kleiner britischer Notabwurf führte in der Nacht vom 23. auf den 24. April zu Bränden in Teilen von Ginsheim. Dabei brannte auch die evangelische Kirche nieder. Im Herbst häuften sich die gezielten Angriffe auf die Stadt. Am 8. September wurde Kastel schwer getroffen, am 8. und 15. September erneut Gustavsburg. Auch Teile Kostheims am 8. September und Weisenaus am 19. Oktober wurden bombardiert. Am gleichen Tag wurde auch die Kathen-Kaserne in Gonsenheim durch Bombentreffer und Feuer zerstört. Über den ganzen Herbst verteilt gab es immer wieder Luftalarme aufgrund vorüberfliegender Bomberverbände.

Januar 1945

Am 13. und 27. Januar wurden Bahnanlagen in Bischofsheim und Gustavsburg von der 8. amerikanischen Bomberflotte bombardiert. Für den 1. Februar war ein Großangriff auf Mainz geplant. Doch der groß angelegte britische Luftangriff schlug fehl, die Bomben landeten meist auf dem Großberg bei Weisenau.

Luftangriff am 27. Februar 1945

Am 27. Februar 1945 flogen 435 Bomber der britischen Royal Air Force einen Angriff auf die Stadt. Zwischen 16:29 Uhr und 16:45 Uhr wurden 1.500 Tonnen Bomben abgeworfen. Die Bomben trafen weite Teile der Neustadt. Die 1942 bombardierte Altstadt wurde nicht getroffen. Ein starker Feuersturm breitete sich über eine große Fläche aus. Auch Weisenau, Gustavsburg und Bischofsheim wurden schwer getroffen. Verbranntes war laut Augenzeugenberichten bis nach Gonsenheim geflogen. Die Zahl von 1209 Toten war im Vergleich zu anderen Städten vergleichsweise niedrig. Einige von ihnen wurden auf dem Waldfriedhof in Mombach begraben. Das eigentliche Ziel, die Bahnanlagen, blieben unbeschädigt. Schon drei Tage nach dem Angriff konnten dort wieder Züge fahren.

Einmarsch der VS-Amerikaner und französische Besatzung

Am 22. März 1945 war für das zu 80 Prozent zerstörte Mainz der Krieg zu Ende. Deutsche Wehrmachts- und Volkssturm-Einheiten in Mainz zogen sich über den Rhein zurück oder kapitulierten kampflos vor der 3. US-Armee unter General George S. Patton. Bis Juli 1945 blieb Mainz unter amerikanischer Verwaltung, danach wurde Mainz unter französische Administration gestellt.

BRD

Wiederaufbau nach dem Krieg

Der Wiederaufbau nach dem Krieg verlief sehr schleppend. Während Städte wie Frankfurt am Main längst wiederaufgebaut waren, gab es in Mainz nur unkoordinierte Einzelaktionen. Dies lag unter anderem daran, daß die Franzosen Mainz zu einer Modellstadt ausbauen wollten (siehe: Marcel Lods#Mainz, modernste Stadt der Welt). Das allererste Interesse der Einheimischen galt der Wiederherstellung von Wohnraum. Dem entgegen stand auch nach dem Scheitern der Modellstadt-Pläne die Initiative der Franzosen (Gründung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Erhebung von Mainz zur Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, auch die frühe Wiederaufnahme der Mainzer Fastnacht), die der Stadt entscheidende Impulse für die positive spätere Entwicklung nach dem Krieg gab. Erst der May-Plan von 1958 ließ einen geregelten Wiederaufbau zu. Zur Zweitausendjahrfeier 1962 war die Stadt weitgehend neuaufgebaut. Um 1970 gab es aber noch vereinzelt Ruinen. 1950 wurde Mainz Hauptstadt des neuen Rheinland-Pfalz und ab 1963 Sitz des neuen ZDF.

Am 21. Oktober 2010 wurde Mainz aufgrund seiner besonders linientreuen und anpasserischen Politik vom BRD-Regime offiziell zum „Ort der Vielfalt“ erklärt[3].

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1850 30.000
1908 100.000
2008 197.420

Bekannte, in Mainz geborene Personen

  • Otto Abt (1874–?), Jurist und Präsident der Reichspostdirektion in Trier
  • Heinrich Betz (1873–?), Generalkonsul in Berlin
  • Franz Bopp (1791–1867), Sprachwissenschaftler, Begründer der Indogermanistik
  • Julius Buckler (1893–1960), Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und Träger des Ordens Pour le Mérite
  • Gerhard Eckert (1880–1951), Jurist und Generalstaatsanwalt
  • Bernhard Gericke (1908–1967), Politiker
  • Curt Goetz (1888–1960), Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur
  • Johannes Gutenberg (um 1397–1468) (eigentlich Gensfleisch zur Laden), Nach ihm ist die Johannes Gutenberg-Universität Mainz benannt. (Geburtsdatum willkürlich auf 1400 festgelegt)
  • Karl Henkell (1888–1944), Unternehmer
  • Georg Jacoby (1882–1965), Schauspieler und Filmregisseur
  • Erich Jung (1866–1950), Rechtswissenschaftler, Rechtsphilosoph und Professor für Bürgerliches Recht
  • Georg Keppler (1894–1966), SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Ordnungspolizei sowie Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Alexander Kolb (1891–1963), Generalleutnant des Zweiten Weltkrieg.
  • Richard Metzger (1912–1982), Major und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Martina Renner (geb. 1967), BRD-Politikerin (Die Linke)
  • Karl Renninger (1881–1951), Fabrikant und von 1933 bis 1945 Oberbürgermeister von Mannheim
  • Franz Renz (1900–1968), Politiker (NSDAP), Abgeordneter des Landtags des Volksstaates Hessen in der Weimarer Republik, sowie Bundespräsident der deutschen Friseure
  • Albanus Schachleiter (1861–1937), Geistlicher
  • Georg Schaub (1885–?), Unternehmer, Direktor und Präsident der Industrie- und Handelskammer in Nürnberg
  • Günther Scheel (1921–1943), Leutnant und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Heinz Schenk (1924–2014), Moderator, Unterhaltungskünstler und Schauspieler
  • Maria Schott (1878–1947), Politikerin (DNVP)
  • Joseph Karl Stieler (1781–1858), Maler
  • Toni Tetzlaff (1871–1947), Schauspielerin
  • Karl Freiherr von Thüngen (1893–1944), Offizier und Beteiligter am Putschversuch am 20. Juli 1944
  • Heinrich von Vietinghoff (1887–1952), Generaloberst des Zweiten Weltkrieges
  • Karl Zörgiebel (1878–1961), Politiker und Staatsbeamter
  • Harald Martenstein (geb. 1953), Journalist und Autor

Nichtdeutsche

Literatur

  • Heinz Leiwig: Der Tag, als Mainz unterging - 27. Februar 1945. Wartberg Verlag, 2004. ISBN 3-8313-1476-4
  • Heinz Leiwig: Bomben auf Mainz. 27. Februar 1945. Fakten, Hintergründe, Augenzeugen mit bisher unveröffentlichten Fotos und Dokumenten . Wartberg Verlag, 1995. ISBN 3-9288-4902-6
  • Ludwig Falck: Mainz - ehemals, gestern und heute. Eine Stadt im Wandel der letzten 60 Jahre. J.F. Steinkopf Verlag, Stuttgart 1984. ISBN 3-7984-0599-9
  • Dieter Busch: Der Luftkrieg im Raum Mainz während des Zweiten Weltkrieges 1939-1945., Mainz 1988.
  • Hans-Jürgen Kotzur: Mainz 27. Februar 1945. Zeitzeugen berichten, Mainz 1995.
  • Richard Kurtz: Mainz in Flammen. Ein Tatsachenbericht über den Luftangriff am 27. Februar 1945, Mainz 1951.
  • Friedrich Schütz: Mainz vor 50 Jahren. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Heft 3 1992 Seite 129-132.
  • Friedrich Schütz: Da wurde Mainz zur Frontstadt. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Heft 4 1994.
  • Friedrich Schütz: Bis zum bitteren Ende ... In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Heft 1 1995.
  • August Schuchert: Luftschutzmaßnahmen, Fliegerschäden und Wiederherstellungsarbeiten am Mainzer Dom 1939/45, in: JbBistumMainz 1, 1946, Seite 24-53
  • August Schuchert: Fliegergeschädigte Kirchen, Pfarrhäuser und Klöster im Bistum Mainz 1939-1945. Ein Dokumentarbericht, in: JbBistumMainz 6, 1951/54, Seite 15-53

Verweise

Fußnoten

  1. http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/epik/vogt.doc - Jochen Vogt: „Was aus dem Mädchen geworden ist. Kleine Archäologie eines Gelegenheitstextes von Anna Seghers“
  2. Landesamt f. Denkmalpflege: Kulturdenkmäler des Landes Rheinland-Pfalz, Bd. 2.1 Stadt Main, Stadterweiterungen des 19. und 20, Jahrhunderts; Düsseldorf, 1985; ISBN 3-590-31032-4
  3. Vgl.: Anti-Rechts-Propagandaseite des BRD-Regimes: „orte-der-vielfalt.de“
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