Mitscherlich, Margarete

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Margarete Mitscherlich, geb. Nielsen (geb. 17. Juli 1917 in Gravenstein; gest. 12. Juni 2012 in Frankfurt am Main), war eine antideutsche Psychoanalytikerin und Autorin.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Margarete Nielsen wurde am 17. Juli 1917 als Tochter eines dänischen Arztes und einer deutschen Lehrerin in Graasten/Dänemark geboren. Sie wuchs in Dänemark und Deutschland auf. Nach dem Abitur (1937 in Flensburg) studierte sie Medizin und Literatur in München und Heidelberg. 1944 machte Margarete Mitscherlich in Heidelberg Staatsexamen. 1950 promovierte sie in Tübingen zum Dr. med.. Die spätere psychoanalytische Ausbildung absolvierte sie in den 1950er Jahren in Heidelberg, Stuttgart und London.[1]

Wirken

Margarete Mitscherlich wurde durch die Begegnung mit dem Psychoanalytiker und Umerzieher Alexander Mitscherlich[2] mit dem Werk Sigmund Freuds vertraut.[3][4] Ihr späterer Mann weckte in ihr ein dauerhaftes Interesse für die Psychoanalyse, das zu einem lebenslangen Engagement wurde.[5] 1949 kehrte Margarete Mitscherlich aus der Schweiz nach Westdeutschland zurück und arbeitete anschließend gemeinsam mit ihrem Mann an einer psychosomatischen Klinik in Heidelberg. 1967 zog die Familie nach Frankfurt/Main um. Dort praktizierte und lehrte sie Psychoanalyse am 1960 gegründeten Sigmund-Freud-Institut (SFI).

Mit der Schrift „Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft“ gelang es Alexander Mitscherlich 1963 erstmals, ein breites Lesepublikum zu erreichen. An der Erstellung dieses Buches war Margarete Mitscherlich maßgeblich beteiligt. In der Folge arbeitete sie eng mit ihrem Mann zusammen. Zu den Höhepunkten der Gemeinschaftsarbeit zählen das vieldiskutierte und mehrfach neu aufgelegte Buch „Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens“ (1967). Darin wird Mitscherlich Vorwurf an die damalige deutsche Elterngeneration, die Hitlerzeit schon verdrängt und zu wenig »an Trauerarbeit« geleistet zu haben, dargestellt, der dann wesentlich zur Verschärfung des Generationenkonflikts in Deutschland wie zur weiteren innenpolitischen Neurotisierung beitrug.[6]

Margarete Mitscherlich erklärte im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF): »Daß die Deutschen aussterben, so wie sie bisher waren,.. . kann man eigentlich nicht bedauern. Gut deutsch sprechende Gastarbeiter könnten ihren ganzen kulturellen Reichtum einbringen.« [7] Über die Mattscheibe gab sie den Deutschen auch den Rat: »In der Welt gibt es Millionen hungernde Kinder. Die Deutschen würden besser diese adoptieren, anstatt eigene zu bekommen.« Und ähnlich meinte die Psychoanalytikerin: »Ich bin froh, daß das heutige Deutschland viele Millionen ausländische Bürger beheimatet. Sie haben das Land mit aufgebaut (was nicht stimmt, da sie erst nach dem Wiederaufbau kamen, Rolf Kosiek), befruchtet und bei uns eine Lebensvielfalt verwirklicht, die ich nicht mehr missen möchte.« [8]

Margarete Mitscherlich-Nielsen schrieb 1984 im Umweltmagazin „Natur“: »Uns erregt, daß hierzulande zu wenig Kinder geboren werden, daß es im Jahre 2030 in der Bundesrepublik nur noch 38 Millionen Deutsche geben wird. Warum aber müssen es unbedingt deutsche Kinder sein, die geboren werden, wo es schon viel zu viele Kinder auf der Welt gibt? Ist das christlich? Wäre es nicht naheliegend und normal, sich beispielsweise der Türkenkinder in unserem Lande anzunehmen, anstatt sie unbedingt von hier fernzuhalten?«

Auszeichnungen

Mitgliedschaften

Margarete Mitscherlich war Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV), der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IPV), des PEN-Zentrums der BR Deutschland, des Beirats des „Hamburger Instituts für Sozialforschung“ (seit 1983); Kuratoriumsmitglied der antideutschen und mit Fälschungen operierenden Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ (1999, →Antiwehrmachtsausstellung)[9].

Sonstiges

19. September 1999: Die Literaturnobelpreisträger Toni Morrison und Kenzaburo Oe gehörten zu den Teilnehmern der Vortragsreihe „Berliner Lektionen“, im Berliner Renaissance-Theater. Weitere Sprecher waren W. Michael Blumenthal, Klaus Töpfer, André Heller, Margarete Mitscherlich und Eric J. Hobsbawm.

Familie

Margarete Mitscherlich hatte einen Sohn Mathias (geb. 1949).

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 30/1996
  2. 1955 heiratete sie den Psychoanalytiker und Umerzieher Alexander Mitscherlich, der einst Hitler gewählt und im Dritten Reich erfolgreich Karriere gemacht hatte, sich 1945/46 aber dem Sieger-Tribunal als „ärztlicher Mitarbeiter“ zur Verfügung stellte.
  3. 13. Juni 2012: Psychoanalytiker Tilmann Moser über seine Lehrerin Margarete Mitscherlich. Es herrschte ein sehr freies Diskussionsklima – mit der Einschränkung der absoluten Freud-Verehrung.
  4. tagesspiegel.de, 13. Juni 2012: Das Werk Sigmund Freuds habe ihr die Augen geöffnet, bekannte sie später und sie gehörte zu den ersten, die die in Nazi-Deutschland als jüdisch verfemte Therapie nach dem Krieg zurückholte. Sie ließ sich in den 50er Jahren in Heidelberg und Stuttgart ausbilden und kam am Londoner Institut auch mit Anna Freud, der Kinderanalytikerin und Tochter Sigmund Freuds, mit Melanie Klein und Michael Balint in Kontakt.
  5. Alexander, der 1982 mit 74 Jahren starb, und Margarete Mitscherlich gehörten seit den 60er Jahren zu den wichtigen Intellektuellen der Bundesrepublik und galten als Stichwortgeber auch der 68-er Revolte.
  6. Rolf Kosiek: Die Frankfurter Schule und ihre zersetzenden AuswirkungenGrabert/Hohenrain-Verlag 2001 ISBN 978-3891800614
  7. zit. in BILD, 17. Dezember 1986
  8. zit. in Die Welt, 29. November 1999
  9. 24. Juni 1999: Die Trägerschaft der Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ wurde ab 1. August 1999 von einem Verein übernommen. Die prominenten Kuratoriumsmitglieder sind Ignatz Bubis, Burkhard Hirsch, Hans Koschnick, Margarete Mitscherlich-Nielsen, Hans-Jochen Vogel und Franz Vranitzky. Mit Hilfe eines Beirats von 22 Historikern soll die Ausstellung ständig dem Forschungsstand angepaßt werden.
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