Zelle, Margaretha Geertruida

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Die von Dr. Schragmüller angeworbene Margaretha Geertruida, in deutschen Akten als Margarete/Margarethe Gertrude Zelle geführt, erhielt die Tarnbezeichnung „H 21“ und von Major Walter Nicolai den Decknamen „Schönheit“.

Margaretha „Margreet“ Geertruida Zelle (während ihrer Ehe verwendete sie auch die Namen Marguerite Campbell und Lady Gretha MacLeod; Lebensrune.png 7. August 1876 in Leeuwarden, Provinz Friesland; Todesrune.png 15. Oktober 1917 in Vincennes) war eine niederdeutsche Tänzerin unter dem Pseudonym Mata Hari und Kundschafterin für das Deutsche Kaiserreich, die am 13. Februar 1917 verhaftet und später wegen Doppelspionage und Hochverrats zum Tod verurteilt wurde. Leiterin der deutschen Spionageabteilung bzw. -schule Antwerpen im Nachrichtendienst der Obersten Heeresleitung war Dr. Elisabeth „Elsbeth“ Schragmüller, Oberleutnant (nach anderen Quellen zuletzt Hauptmann) des Deutschen Heeres und Ritterin des Eisernen Kreuzes I. Klasse.

Leben

Mata Hari.jpg
Margaretha „Margreet“ Geertruida Zelle III.png

Zelle war die Tochter des holländischen Geschäftsmannes Adam Zelle (1840–1910). Ihre jung verstorbene Mutter Antje, geb. Johannes van der Meulen (1842–1891), entstammte einer sozial höhergestellten Familie. Nach ihrer Ausbildung zur Lehrerin heiratete sie und lebte von 1897 bis 1902 auf Java und Sumatra, wo sie die Kunst des asiatischen Tanzes erlernte. Nach der Trennung von ihrem Mann ließ sie sich 1905 in Paris nieder und begann, zuerst unter dem Namen „Lady MacLeod“, als professionelle Tänzerin zu arbeiten.

Nach ersten Erfolgen gab sie sich dann den Künstlernamen „Mata Hari“ – ein malaysischer Ausdruck für die Sonne, der wörtlich „Auge des Tages“ bedeutet. Durch ihre Tätigkeit wurde sie mit vielen einflußreichen Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft bekannt und verbrachte ab 1914 die meiste Zeit in Belgien und in den Niederlanden. Im Frühling 1916 soll ihr während eines Aufenthalts in Den Haag Geld für Informationen aus Frankreich geboten worden sein.

„Ihre Mutter starb früh, ihr Vater ließ sie im Kloster erziehen. Nach einer frühen, chaotischen Ehe mit einem holländischen Offizier schottischer Abstammung namens Mac Leod und einem Java-Aufenthalt lässt sie sich 1900 scheiden und wird drei Jahre später Nackttänzerin. Es folgt ein Triumphzug durch Europa. Dennoch ist Mata Hari, die eine Wohnung in Paris hat, bei Kriegsausbruch 1914 hoch verschuldet. Sie bietet sich als Spionin an. Vom 22. bis zum 29. März 1916 wird Mata Hari im Hotel Frankfurter Hof in Frankfurt/Main auf ihren Einsatz vorbereitet. Ihre Lehrer: ein Hauptmann Roepell alias ‚Leper‘ und Dr. Schragmüller, die sich als ‚Frl. Dr. von Antwerpen‘ vorstellt. H 21 habe ‚Verständnis in der Erfassung der militärischen und politischen Gesamtlage‘ gezeigt, bescheinigt die Schragmüller. In der Öffentlichkeit wisse sie sich als ‚Grande Dame‘ zu benehmen, ‚obwohl ihre exzentrische Persönlichkeit und die ausgesuchte Eleganz ihrer Kleidung Aufsehen erregt‘. [...] Dr. Schragmüller [...] bescheinigte ihr, sie sei ‚ganz außergewöhnlich geeignet‘ gewesen. Wenn ihre Leistungen trotzdem nicht den in sie gesetzten Erwartungen entsprachen, so lag dies an nicht vorauszusehenden Dingen: Entzifferbarkeit der ‚H-Tinte‘ und ‚Verrat des Codes des Auswärtigen Amtes‘. H 21 war mit dem ‚besten damals vorhandenen Geheimschriftmittel‘ ausgerüstet worden, beschreibt ‚Frl. Doktor‘. Mit 30 000 Reichsmark wurde Mata Hari ins Gefecht geschickt. Weitere 20 000 folgten.“[1]

Bei ihrem Aufenthalt in Frankreich wurde sie wegen des Verdachts der Spionage verhaftet und ließ sich darauf ein, für den französischen Geheimdienst in den von Deutschland befreiten Gebieten zu spionieren, doch sie blieb der deutschen Seite treu. Im Februar 1917 soll der französische Geheimdienst aus englischen Quellen von ihrer doppelten Spionagetätigkeit erfahren haben. Die genauen Umstände ihrer Spionagetätigkeit sind bis heute (2015) weitgehend ungeklärt, da die Akten erst 2017 freigegeben werden.

Um ein Exempel zu statuieren und kriegsmüde Franzosen von der Zusammenarbeit mit Deutschland abzuschrecken, wurde sie am 25. Juli 1917 von einem französischen Militärgericht, knapp zwei Wochen vor ihrem 41. Geburtstag, zum Tode verurteilt. Am 29. September 1917 bat das niederländische Außenministerium die französische Regierung um Begnadigung, was vom französischen Staatspräsidenten Raymond Poincaré jedoch abgelehnt wurde.

Tod

Am 15. Oktober 1917 wurde Margaretha Geertruida Zelle als Opfer des französischen Kriegswahns erschossen.

„Ich persönlich glaube, daß sie bestimmt sehr gut beobachtet und gemeldet hat; denn sie war eine der klügsten Frauen, die ich je kennengelernt habe. Spionage zugunsten Deutschlands hat sie bestimmt getrieben, und ich bin der Meinung, daß sie von den Franzosen – leider – zu Recht erschossen wurde.“ — Hauptmann, später Major Paul von Roepell, Leiter der Kriegsnachrichtenstelle West in Düsseldorf, letzter Führungsoffizier von „Mata Hari“

Ruhestätte

Ihre Leiche wurde dem Pathologischen Institut zur Verfügung gestellt. Dort verschwand sie Jahre später auf mysteriöse Weise.

Familie

Mata Hari heiratete den schottischstämmigen niederländischen Offizier (Hauptmann der Infanterie) Rudolph „McLeod“ MacLeod (1856–1928), aus der geschiedenen Ehe entsprossen die Kinder Norman John MacLeod und Louise Jeanne MacLeod. Rudolph heiratete später Elizabeth Martina Christina van der Mast, aus der Ehe sind zwei weitere Kinder entsprossen.

Literatur

  • Enrique Gómez Carrillo: Mata Hari. Das Geheimnis ihres Lebens und ihres Todes, 1927
  • Friedrich Wencker-Wildberg: Mata Hari. Tänzerin, Kurtisane, Spionin, 1936
  • Eugen Baron von Sass: Mata Hari. Die Meisterspionin des Weltkriegs, 1930

Verweise

Fußnoten

  1. Exzentrische Grande Dame, Hamburger Abendblatt, 21. Januar 2000