Rökk, Marika

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Marika Rökk (1913–2004)
Marika Rökk
Grab von Marika Rökk
Baden b. Wien NÖ), Helenenfriedhof
Aribert Wäscher, Carl Kuhlmann und Marika Rökk (v. l. n. r.)
Marika Rökk und Leo Peukert in dem UFA-Film „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ (1941)

Marika Rökk (Lebensrune.png 3. November 1913 in Kairo; Todesrune.png 16. Mai 2004 in Baden bei Wien) war eine ungarische Filmschauspielerin, Sängerin und Tänzerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Marie Karoline (Marika) Rökk wurde am 3. November 1913 in Kairo geboren, wo ihre Eltern – wegen der Gesundheit ihrer Mutter Maria Karoline Charlotte, geb. Karoly – einige Jahre lebten. Sie wuchs im Ofenpester Stadtteil Pestujhej auf; ihr Vater, der Architekt Eduard Rökk, führte ein erfolgreiches Bauunternehmen. Marika erhielt Tanzunterricht; als sie neun Jahre alt war, arrangierte ihr Vater ihren ersten Tanzabend.

Theater

1924 zog die Familie nach Paris, wo Rökk bei der Exilrussin Rudkowska ihre Tanzausbildung fortsetzte. Nachdem der Vater sein Vermögen verloren hatte, trat Marika Rökk als Elfjährige in die Ballett-Truppe Hoffmann Girls ein.

„Akrobatik wurde zuerst noch ausgeklammert bei mir, die mußte ich erst studieren – und das tat ich. Mein Pensum war unheimlich reichhaltig, aber ich schaffte alles mit unverwüstlicher Gesundheit und einer überschäumenden Lebensfreude.“ (Rökk, 1974)

Mit dem Honorar für ihr Engagement im Moulin Rouge konnte sie die Familie unterstützen. Ende 1925 fuhr die Truppe nach Neuyork, trat am Broadway auf und ging auf Tournee durch die VSA. Danach löste Hoffmann die Truppe auf; Rökk besuchte die Nat-Wayburn-Tanzschule, bekam kleinere Engagements. Ende 1929 kehrte sie nach Europa zurück und trat als Tänzerin, dann auch als Sängerin, in Shows und Revuen in Hamburg, Berlin, Monte Carlo, Cannes, London, Paris, und schließlich auch wieder in Ungarn auf. Sie hatte in Ofenpest in Operetten und musikalischen Lustspielen Erfolg, spielte auch in Wien.

Film

Ihre ersten Filmerfahrungen machte Rökk 1930 mit Auftritten in Monty Banks Kolonialkomödien „Kiss me, Sergeant“ und „Why Sailors Leave Home“. 1933 drehte sie in Ungarn „Kisertetek vonata“. Nach ihrem großen Erfolg in der Bühnenrevue „Stern der Manege“ von Lászlo Bus-Fekete erhielt sie am 14. November 1934 von der UFA einen Zweijahresvertrag. Ihr erster deutscher Film ist die Zirkuskomödie „Leichte Kavallerie“, die Werner Hochbaum im Sommer 1935 inszenierte.

Ab ihrem zweiten UFA-Film, „Heißes Blut“, wurde der Regie-Routinier Georg Jacoby ihr Leibregisseur, mit dem sie bis Ende der 50er Jahre überwiegend zusammenarbeitete und den sie 1940 heiratete. Zu ihrer Gruppe gehörten meist der Kameramann Konstantin (Irmen-)Tschet, die Choreographin Sabine Ress und die Komponisten Franz Grothe und Peter Kreuder. Nach anfangs zögernd einsetzendem Erfolg wurde sie einer der Stars des Unterhaltungskinos des Dritten Reiches.

Zur Ausprägung ihres Star-Rufes gehörte es, die Handlungsideen ihrer Drehbücher nicht allzu sehr zu differenzieren.

In „Der Bettelstudent“, „Gasparone“ (beide nach Millöcker-Operetten) und „Hallo Janine“ bildete sie mit dem holländischen Schauspieler und Sänger Johannes Heesters ein Traumpaar des Revuefilms; danach zog dieser es vor, seine Karriere allein fortzusetzen. 1940 entstand mit „Kora Terry“ Rökks ambitioniertester Film. Sie spielte, unterstützt durch zahlreiche Trickaufnahmen, zwei charakterlich sehr unterschiedliche Schwestern, die jahrelang gemeinsam als Tänzerinnen auftraten. Als die temperamentvolle Maha verunglückte, schlüpfte die bislang stille und zurückhaltende Kora in deren Rolle. Ein Drehbericht zeigt, wie stark Rökk die gesamte Filmherstellung bestimmte:

„Sie steht im Mittelpunkt der Tanzinszenierung mit ihrem großen Aufwand an Menschen und Dekorationen. Die Pause, in der die Beleuchtung umgeändert wird, benutzt sie unermüdlich zu Proben. Immer wieder erörtert sie mit dem Kameramann Konstantin Irmen-Tschet, wie sie die einzelnen Phasen ihres Tanzes am besten den Schwenkungs-Möglichkeiten der Kamera anpassen kann. Die oft gerühmte Arbeitsdisziplin der Rökk zeigt sich auch hier. Wir sahen mehr als zwei Stunden lang den Aufnahmen zu und es gab während der ganzen Zeit kaum eine Minute, in der diese Schauspielerin nicht in irgendeiner Weise aktiv an der Filmgestaltung beteiligt war.“Film Kurier, 6. Juni 1940

Neben Willy Fritsch stand sie 1941 im ersten deutschen Farb-Spielfilm „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ vor der Kamera. Nach der Fertiggestellung des Farbfilms „Die Frau meiner Träume“ erwartete das Ehepaar Rökk/Jacoby im österreichischen Radstadt die Geburt ihres Kindes. Tochter Gabriele (Gaby), die später selbst Schauspielerin wurde, kam am 13. April 1944 in Salzburg zur Welt. Während bis in den März 1945 in Babelsberg die Produktion des Films „Die Puppe“ vorbereitet wurde, versuchte Rökk mit ihrer Familie – neben Jacoby auch ihre Eltern und ihr Korrepetitor Theo Nordhaus – in die Schweiz zu gelangen.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende, das sie im bayerischen Mayrhofen erlebte, machte Rökk zunächst Unterhaltungsabende für die amerikanischen Truppen. 1945 erhielten sie und Jacoby vorübergehend Betätigungsverbot in Deutschland und Österreich. Durch den Prozeß gegen eine Wiener Zeitung, die sie aufgrund einer amerikanischen Veröffentlichung der Spionage verdächtigt hatte, konnte Rökk sich rehabilitieren und wurde 1947 vom Ehrengericht der Österreichischen Schauspielervereinigung freigesprochen. In Wien entstand ihr erster Nachkriegsfilm: „Fregola“. „Kind der Donau“, den Jacoby 1950 als Regisseur und Produzent für die Sovexport-Film herstellte, zeigt Rökk als Werktätige, die in ihrer Freizeit ein künstlerisches Kollektiv gründet. Ab 1951 arbeitete sie auch wieder für den deutschen Film, und setzte dabei – zunächst ausschließlich mit Jacoby als Regisseur – auf die alten Rezepte: „Die Czardasfürstin“, „Die geschiedene Frau“ und „Bühne frei für Marika“ (alle mit Heesters als Partner). „Maske in Blau“ entstand 1952/53 als einziger Film der gemeinsamen Produktionsfirma Röja-Film, Berlin. In einem ihrer letzten Filme, „Die Fledermaus“, war Peter Alexander ihr Partner.

Daneben wendete sie sich wieder mehr der Bühne zu, bestritt – meist mit ihren Tanzpartnern Helmut Ketels und Claus Christofolini – Tourneen und spielte u. a. in Wien, Hamburg, München und Berlin en suite Operetten („Maske in Blau“, „Blume von Hawaii“, „Gräfin Mariza“, „Die Csardasfürstin“). Sie hatte vor allem in der Titelrolle des Musicals „Hello, Dolly“ (1968) und der für sie erarbeiteten musikalischen Komödie „Die Gräfin vom Naschmarkt“ (Theater an der Wien, 1978; auch TV) Erfolg. Am 30. November 1984 gab sie im Deutschen Theater München mit „Ball im Savoy“ ihre offizielle Abschiedsvorstellung. Nach einer mehrjährigen Pause – ausgelöst durch den Tod ihres zweiten Mannes Fred Raul – spielte sie 1986/87 in verschiedenen Städten die Hauptrolle in der Boulevardkomödie „Das Kuckucksei“.

Rökk wußte ihre Popularität und Vitalität auch in der Werbung (Schönheitspräparat „Hormocenta“) und zahlreichen Auftritten im Fernsehen einzusetzen, u. a. gemeinsam mit ihrer Tochter Gaby in der „Peter-Alexander-Show“ und in eigenen Shows wie „Eine Frau in unseren Träumen“ (ZDF, 1970). Ihren 75. Geburtstag beging die ARD mit „Ein Abend für Marika Rökk“. Daneben blieb ihre Hauptrolle als Wienerin im Berlin der Jahrhundertwende in der Fernsehserie „Die Schöngrubers“ (mit Gaby Jacoby) ein Einzelfall. Ihr letzter Film wurde Peter Schamonis Veteraninnentreffen in „Schloß Königswald“ (1986/87), in dem sie ihr Leinwand-Ansehen ironisch wendete. Eine von Radio Bremen produzierte und 1981 in der ARD gesendete Dokumentation der Reihe „Frauengeschichten“ wurde im August 1983 nach einer Intervention Rökks beim Intendanten aus dem Programm des ORF genommen.

Marika Rökk starb am 16. Mai 2004 in Baden bei Wien.

Filmbeiträge

V.S.-Produktion: Schauspielerleben: Marika Rökk (Staffel 13 / Folge 1) (2009)
Zarah Leander und Marika Rökk, 1967
Marika Rökk – Musik, Musik, Musik (Ich brauche keine Millionen), 1939, Deutschlandsender

Filmographie

  • 1941: Tanz mit dem Kaiser
  • 1942: Hab mich lieb
  • 1944: Die Frau meiner Träume (ihr zweiter Farbfilm)
  • 1948: Fregola
  • 1950: Kind der Donau / Das Kind der Donau
  • 1950: Die Csárdásfürstin
  • 1951: Sensation in San Remo
  • 1953: Die geschiedene Frau
  • 1953: Maske in Blau
  • 1957: Nachts im grünen Kakadu
  • 1958: Bühne frei für Marika
  • 1958: Das gab’s nur einmal
  • 1959: Die Nacht vor der Premiere
  • 1960: Mein Mann, das Wirtschaftswunder
  • 1962: Die Fledermaus
  • 1962: Heute gehen wir bummeln
  • 1962: Hochzeitsnacht im Paradies
  • 1973: Die Schöngrubers (Fernsehserie)
  • 1987: Schloß Königswald

Auszeichnungen

Verweise

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