Marine-Ehrenmal Laboe

Aus Metapedia

Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Ehrenmal von außen

Das Marine-Ehrenmal Laboe ist eine Gedenkstätte für die deutschen Marinesoldaten, die ihr Leben für Deutschland auf See gelassen haben.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Ausstattung

Querschnitt

Nördlich der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt befindet sich eines der bekanntesten Militärdenkmäler Deutschlands: das Marine-Ehrenmal in Laboe, dessen Turm am nordöstlichen Rand der Kieler Förde die Ostsee um 85 Meter überragt. Zwei Aufzüge oder 341 Stufen führen zu einer Aussichtsplattform, von der aus sich ein einzigartiger Rundblick über Land und Meer öffnet.

Idee

Die Idee und Initiative zum Bau des Ehrenmals stammt von dem Duisburger Wilhelm Lammertz, einem ehemaligen Obermaat der kaiserlichen Marine und 1. Vorsitzenden des Marinevereins Duisburg von 1892. Er beantragte beim Abgeordnetentag 1925 in Erfurt die Errichtung eines würdigen Ehrenmals zu Ehren der 34.836 auf See gebliebenen deutschen Kameraden. Die Gemeinde Laboe befürwortete die Errichtung des Marine-Ehrenmals auf dem Gelände des alten Panzerturms Laboe. Es gab gute Gründe für die heutige Lage des Bauwerkes: sämtliche Marine- und Handelsschiffe, die den Hauptkriegshafen der Reichsmarine in Kiel anliefen oder auf dem Weg zum Kaiser Wilhelm Kanal waren, mußten das Ehrenmal passieren.

Admiräle und Vizeadmiräle als Ehrengäste beim Staatsakt zur Einweihung des Marine-Ehrenmals Laboe am 30. Mai 1936, darunter (vorne von links) Admiral Ehrhard Schmidt, Admiral Paul Behnke, Vizeadmiral Adolf von Trotha, Vizeadmiral Friedrich Boedicker, Vizeadmiral Walter Engelhardt, Vizeadmiral Wilhelm Souchon, Vizeadmiral Ludwig von Reuter, Konteradmiral Magnus von Levetzow, Korvettenkapitän a. D. Felix Graf von Luckner sowie Konteradmiral Ludwig von Schröder.

Gestaltung

Auf einer Gesamtfläche von 5,7 Hektar, nahezu der Größe von acht Fußballfeldern, gehören zu der Anlage neben dem markanten Turm eine unterirdische Gedenkhalle, die Historische Halle mit zahlreichen Schiffsmodellen und anderen marine- und schiffahrtsgeschichtlichen Exponaten sowie eine 7.000 Quadratmeter große, mit Wesersandstein belegte Freifläche.

Einweihung

Das am 30. Mai 1936, dem Tag vor dem 20. Jahrestag der Skagerrakschlacht, von Adolf Hitler und Vizeadmiral Adolf von Trotha eingeweihte Bauwerk erinnert nach Meinung vieler Besucher an den Steven eines Wikingerschiffes. Tatsächlich hatte der Architekt Gustav August Munzer aber nichts Gegenständliches im Sinn, sondern er wollte durch den schwungvoll sich nach oben verjüngenden Turm im Betrachter eine positive Empfindung auslösen.

Bau

Grundsteinlegung

Einweihung

Am 8. August 1927 wurde der Grundstein zum Bau der Anlage durch Admiral Reinhard Scheer gelegt. Bei der Grundsteinlegung sagte Admiral Reinhard Scheer: „Für deutsche Seemannsehr’, für Deutschlands schwimmende Wehr, für beider Wiederkehr“. Aber erst im Juni 1929 begannen die Arbeiten zur Errichtung des Turmes, wobei dieser heute weithin sichtbare Teil der Anlage in nur 101 Tagen fertiggestellt wurde.

Verzögerungen

In den darauffolgenden Jahren pausierten die Arbeiten, da immer wieder Geld gesammelt werden mußte. Erst im Juni 1933 konnte dann mit dem Bau der unterirdischen „Weihehalle“ (heute „Gedenkhalle“) und im Herbst 1934 mit den Arbeiten an der „Ehrenhalle“ (heute Historische Halle) begonnen werden. Die Feierlichkeiten zur Einweihung wurden schließlich am 30. Mai 1936 begangen, bei denen auch der Führer und Reichskanzler, Adolf Hitler, zugegen war. Die Kosten von etwa 700.000 Reichsmark kamen überwiegend aus Spenden der Bevölkerung und von den Mitgliedern der Marineoffizier und Marinevereine.

Nachkriegszeit

Von 1993 bis 1998 wurde die Anlage einer umfassenden Renovierung unterzogen, angefangen mit einem neuen Belag der Freifläche sowie mit der notwendig gewordenen Sanierung und Neuverfugung des geklinkerten Turms. Die dafür erforderlichen Finanzmittel in Höhe von nahezu 4,5 Millionen DM (2,3 Mio €) wurden aus Eintrittsgeldern und Mitgliedsbeiträgen aufgebracht sowie aus Spenden, die über die Hälfte des Gesamtbetrages ausmachten. Öffentliche Gelder standen nicht zur Verfügung.

Parallel zu den baulichen Maßnahmen erfolgte in enger Zusammenarbeit mit kompetenten Historikern eine sorgfältige Überprüfung der inhaltlichen Aussagen des Ehrenmals, um unter Wahrung historischer Zusammenhänge mißverständliche Darstellungen zu präzisieren und die Gesamtaussage in würdig angemessener Form zu aktualisieren. In diesen noch nicht abgeschlossenen, sondern auch in Zukunft einem stetigen Wandel unterliegenden Prozeß fällt auch die 1996 erfolgte Einrichtung der Gedenkstätten für die Deutsche Marine und die Zivile Schiffahrt. Die Historische Halle wird in den kommenden Jahren überarbeitet.

Marine-Ehrenmal

Das Marine-Ehrenmal in Laboe ist als Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Marinesoldaten errichtet worden. Später kam das Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Angehörigen der deutschen Kriegsmarine hinzu.

Deutscher Marinebund

Seit der Übernahme durch den Deutschen Marinebund am 30. Mai 1954 erinnert das Ehrenmal auch an die auf den Meeren gebliebenen Seeleute aller Nationen. Zusammen mit dem nahegelegenen Museums-U-Boot U 995 zieht es zahlreiche Besucher an – im Zeitraum von 1954 bis 2004 haben mehr als 14 Millionen Menschen das Denkmal besucht.

Flaggenraum

Flaggenraum

Im Ausstellungsraum „Flaggen Deutscher Seestreitkräfte“ (Flaggenraum) im Inneren des Denkmals findet sich eine Präsentation authentisch wirkender Kriegsflaggen. Die Reichskriegsflagge der Kriegsmarine mit dem Hakenkreuz des Dritten Reiches, die Reichskriegsflagge des Kaiserreichs, die Dienstflagge der Volksmarine der DDR und die Dienstflagge der Bundesmarine der BRD werden hier in einer Zusammenschau gezeigt.

Marinegeschichte

In diesem Kontext historischer Flaggen deutscher Marinegeschichte wird überdies neben der Kriegsflagge der Reichsflotte (18481852), der Preußischen Seekriegsflagge und der Flagge der Brandenburgischen Seestreitmacht bzw. der Brandenburgisch-Afrikanischen Compagnie („BAC“) auch die Flagge der k. u. k. Kriegsmarine (Österreich-Ungarn) vor 1918 präsentiert.

Nachkriegszeit

Beschlagnahmung

Nach Ende der aktiven Kampfhandlungen 1945 wurde das Ehrenmal von den alliierten Feindmächten „beschlagnahmt“ und sollte gesprengt werden, diese Kulturschändung konnte jedoch verhindert werden.

Rückgabe

Erst im Jahr 1954 wurde das Ehrenmal dem Deutschen Marinebund e. V. – also dem rechtmäßigen Eigentümer – von den Besatzern zurückgegeben und wird seitdem wieder von ihm betreut.

Ehrenbezeugungen

Schiffe aller Marinen bezeugen bis in die Gegenwart beim Passieren des Ehrenmals ihre Ehrerweisung, die Schiffe der Deutschen Marine mit der Ehrerweisung „Front“.

Bildergalerie

Dankestafel der Heimatvertriebenen: Im zähen Ringen retteten Heer und Marine deutsche Flüchtlinge vor einer mörderischen sowjetischen Soldateska. Die Heimatvertriebenen haben es nicht vergessen. Zum Dank brachten sie in dem Marine-Ehrenmal von Laboe diese Tafel an.[1]

Bilder des Inneren während der deutschen Zeit

Bilder 2017

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Wolfram Mallebrein (Hg.): Deutsche National-Denkmale, DSZ Verlag, München 1995, S. 46
Meine Werkzeuge