Bormann, Martin
Aus Metapedia
Martin Bormann (* 17. Juni 1900 in Wegeleben bei Halberstadt; † 2. Mai 1945 in Berlin) war in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus Leiter der Parteikanzlei der NSDAP im Rang eines Reichsministers. Bormann gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Personen und wurde in Abwesenheit am 1. Oktober 1946 in zwei von drei Anklagepunkten schuldig gesprochen und zum Tod durch den Strang verurteilt.
[bearbeiten] Leben
Martin Bormann war Freikorps-Mann und trat 1928 in die NSDAP ein, er war kurzzeitig Fahrer von Gauleiter Fritz Sauckel in Weimar und stieg bereits ein Jahr später in die Führungsriege der NSDAP auf. 1928 übernahm er die SA-Versicherung und baute sie später weiter zur Hilfskasse der NSDAP aus. 1933 wurde er Stabsleiter bei Rudolf Heß, dem Stellvertreter des Führers, und wurde unentbehrlich.
Adolf Hitler ernannte Bormann zum Verwalter seines Vermögens und betraute ihn mit dem Bau und der Aufsicht seines Berghofes Obersalzberg. Bormann trug Mitverantwortung dafür, dass der bisherige persönliche Adjutant Hitlers, SA-Obergruppenführer Wilhelm Brückner, aus seinem Amt und somit dem unmittelbaren Umfeld des Führers verdrängt wurde. Nachdem Rudolf Heß 1941 nach Großbritannien geflogen war, ernannte Hitler keinen neuen Stellvertreter, machte aber Bormann zum Chef der Parteikanzlei mit den Befugnissen eines Reichsministers. Bormann war inoffiziell der mächtigste Mann nach Hitler. Je länger der Krieg dauerte, desto mehr Einfluss konnte er auch darauf nehmen, wer direkten Zugang zu Hitler bekam um seine Anliegen vorzutragen. Am 12. April 1943 erhielt er dann den Titel „Sekretär des Führers“.
Durch die ständige Nähe zu Hitler und dessen immer ausschließlichere Konzentration auf die Kriegsführung, erlangte Bormann eine Machtstellung, die auch einflussreichen Männern wie Hermann Göring, Heinrich Himmler oder Albert Speer Schranken setzte. In seinem Testament bezeichnete Hitler Bormann als den „Treuesten seiner Parteigenossen“. Bormann war, kurz vor deren gemeinsamem Selbstmord, Trauzeuge Hitlers bei dessen Vermählung mit Eva Braun im Führerbunker am 29. April 1945.
Bormann war bei der Verbrennung von Hitlers Leiche anwesend, verschwand Anfang Mai spurlos und wurde 1946 bei den Nürnberger Prozessen in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Zur Zeit des Prozesses war noch keineswegs sichergestellt, dass Bormann bereits tot war, obgleich der frühere Reichsjugendführer Arthur Axmann, der als Zeuge vor das Tribunal geladen worden war, dort aussagte, dass er die Leiche Martin Bormanns in Berlin gesehen hatte.
Anfang Mai 1945 hatten Bormann und Ludwig Stumpfegger, der letzte Leibarzt Hitlers, nach Hitlers Tod zusammen mit anderen Insassen des Führerbunkers einen Durchbruch aus dem damals stark umkämpften Stadtzentrum Berlins versucht. Im Inferno der Kampfhandlungen wurden die beiden jedoch von ihrer Fluchtgruppe getrennt. Nach damaligen Beobachtungen und späteren Aussagen von Arthur Axmann überlebte Martin Bormann, der bei seinem Ausbruchsversuch aus der Reichskanzlei am 1. Mai 1945 zeitweise zu Fuß in einer Gruppe von Panzern mitmarschiert sei, die Explosion eines in seiner Nähe befindlichen Panzers. Er und Stumpfegger begingen dann in der Nacht auf den 2. Mai 1945, vermutlich zwischen 1 Uhr und 3 Uhr, auf der über die Ferngleise des Lehrter Bahnhofs führenden Brücke der Invalidenstraße Selbstmord durch die mitgeführten Giftkapseln, als sie ihre aussichtslose Lage erkannt hatten, aus Berlin zu entkommen. Auf ihrem Fluchtweg entdeckten Arthur Axmann und sein Adjutant Günter Weltzin die beiden nebeneinander liegenden Leichen in den frühen Morgenstunden des 2. Mai 1945 auf der Brücke. Axmann identifizierte die beiden Toten als den Chef der Parteikanzlei, Martin Bormann, und den SS-Standartenführer und Begleitarzt Hitlers, Ludwig Stumpfegger, sie trugen noch Uniformen, jedoch ohne Rangabzeichen. Drei Jahrzehnte hindurch war Arthur Axmann so der Kronzeuge für den Tod Martin Bormanns.
Nachdem Bormanns Leiche nicht gefunden wurde, wurde er am 10. März 1954 vom Amtsgericht Berchtesgaden amtlich für tot erklärt. Seit Mitte der sechziger Jahre ließ die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main aufgrund von Zeitzeugenberichten auf einem in Frage kommenden Gelände in der Nähe des Lehrter Bahnhofs in Berlin Grabungen durchführen, die jedoch ohne Ergebnis blieben. Jahre später half der Zufall: Bei Erdkabelarbeiten der Post am 7./8. Dezember 1972 wurden in der Nähe des Lehrter Bahnhofs im Bereich des früheren Landesausstellungsparks zwei Skelette im Boden entdeckt, die durch die Aussagen des damaligen (1945) Bestatters und durch die anschließenden genauen Untersuchungen durch Gerichtsmediziner, Zahnärzte und Anthropologen Martin Bormann und Ludwig Stumpfegger zugeordnet werden konnten. An beiden Schädeln wurden zwischen den Zähnen Glassplitter von Blausäureampullen gefunden. Für Bormanns Skelett wurde die zweifelsfreie Identifizierung 1998 durch eine zusätzliche DNA-Analyse endgültig bewiesen. Bis zur Auffindung des Skeletts waren Gerüchte kursiert, Bormann sei nach Südamerika geflohen und würde sich dort versteckt halten. Noch heute kann das vermeintliche Versteck Bormanns im argentinischen Urwald in der Nähe des Städtchens San Ignacio besichtigt werden.
Martin Bormann hatte zehn Kinder:
- Adolf Martin Bormann (* 14. April 1930, genannt „Krönzi“; benannt nach seinem Paten Adolf Hitler)
- Ilse Bormann (* 9. Juli 1931, die Zwillingsschwester Ehrengard starb kurz nach der Geburt; 1941 umbenannt in Eike)
- Irmgard Bormann (* 25. Juli 1933)
- Rudolf Gerhard Bormann (* 31. August 1934, 1941 umbenannt in Helmut)
- Heinrich Hugo Bormann (* 13. Juni 1936; „Heiner“, benannt nach seinem Paten Heinrich Himmler)
- Eva Ute Bormann (* 4. August 1938)
- Gerda Bormann (* 23. Oktober 1940)
- Fred Hartmut Bormann (* 4. März 1942)
- Volker Bormann (* 18. September 1943)
