Massaker von Karlstein

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Das Massaker von Karlstein war ein Kriegsverbrechen der von den VSA aufgestellten und geführten Freien Französischen Streitkräfte an Angehörigen der 33. Waffen-Grenadier-Division der SS „Charlemagne“ (französische Nr. 1) in Bad Reichenhall, Ortsteil Karlstein, im Landkreis Berchtesgadener Land am Nachmittag des 8. Mai 1945.

Diese von General Philippe de Hauteclocque (der als Terrorist der Résistance den Tarnnamen Jacques-Philippe Leclerc verwendete) befohlene Bluttat gehört zu den zahlreichen und nie verbüßten Kriegsverbrechen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Der Mord am Kugelbachweg

Quelle
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Nachdem am 29. April 1945 die Reste der 38. SS-Grenadier-Division „Nibelungen“ versuchten, den VS-amerikanischen Streitkräften den Übergang über die Amper- und Isarbrücken bei Moosburg zu versperren, wurde ein Teil des dieser Division zugeteilten Sturm-Bataillons „Hersche“ (→ Dr. Heinrich Johann Hersche)[1] der französischen 33. Waffen-Grenadier-Division der SS „Charlemagne“ (französische Nr. 1) versprengt. Diese französischen Soldaten in deutschen Diensten hatten sich nach den schweren, aber aussichtslosen Kämpfen dann den Amerikanern ergeben. Sie wurden zusammen mit anderen deutschen Kriegsgefangenen in der Kaserne der Gebirgsjäger in Bad Reichenhall interniert. Auf die Nachricht, daß ihre Bewacher von französischen Truppen, der 2. Panzerdivision, am 6. Mai 1945 abgelöst werden sollten, beschlossen sie aus Furcht vor Repressalien die Flucht. Es gelang ihnen auch, durch die Umzäunung der Kaserne in ein nahe gelegenes Wäldchen zu entkommen. Die Flucht wurde entdeckt. Sie wurden kurz darauf von zwei französischen Kompanien umzingelt, wieder gefangengenommen und unter starker Bewachung in die Kaserne zurückgebracht.

Die französischen SS-Angehörigen hatten gegenüber ihren Landsleuten eine besonders trotzige Haltung. Sie hatten einem französischen Offizier, der ihnen vorwarf, sie hätten die Uniform der „Boche“ [deutsche Schweine] angezogen, geantwortet, daß er sich in der Uniform der Amerikaner wohl auch ganz wohl fühle.

Bei diesem Offizier handelte es sich um keinen geringeren als General Jacques-Philippe Leclerc (Kriegsname von Philippe de Hauteclocque) persönlich. Daraufhin befahl der General selbst, ohne vorherige kriegsgerichtliche Verhandlung, die Erschießung seiner mit den Deutschen kollaborierenden Landsleute.

Am Nachmittag des 8. Mai 1945 wurden sie auf LKWs zum Kugelbachweg in Karlstein gebracht. Eines der Opfer hatte Durst, aber man verweigerte ihm jeden Schluck Wasser. Als man sich anschickte, den Männern in den Rücken zu schießen, protestierten diese heftig, worauf sie das Recht erhielten, sich frontal dem Erschießungskommando zu stellen. Alle weigerten sich, sich die Augen verbinden zu lassen. Einer der Gefangenen lehnte den kirchlichen Beistand ab, drei andere erklärten, für ihre Familien keine letzte Nachricht abgeben zu wollen. Unter den übrigen war mindestens einer, der seine Familie bat, den Mördern zu verzeihen.

Die Erschießung geschah in drei Etappen zu je vier Mann. Die letzten sahen all ihre Kameraden vor ihnen fallen. Sie fielen tapfer mit dem Ruf:

Es lebe Frankreich!

Unter den letzten waren Leutnant Paul Briffault (geboren am 8. August 1918 in Hanoi, wohnhaft in Nizza) und wahrscheinlich der SS-Grenadier Raymond Payras. Laut Zeugenaussagen fand diese Erschießung ohne Urteil gegen 17.00 Uhr am 8. Mai 1945 statt – nur wenige Stunden vor Inkrafttreten des Waffenstillstandes. Datei:Massaker von Karlstein.jpg Die Leichen blieben wie befohlen an dem Platz liegen. Sie wurden erst einige Tage später auf Bitten des französischen Militärpaters Maxime Gaume, der den Delinquenten auf Befehl des Militärpfarrers der 2. Panzerdivision, Pater Fouqet, bei der Erschießung geistlichen Beistand geleistet hatte, von amerikanischen Soldaten bestattet. Sie setzten dazu allerdings deutsche Zivilisten ein. Die Gräber wurden mit Holzkreuzen versehen. Die Ermordeten wurden dann am 2. Juni 1949 exhumiert, zum Friedhof St. Zeno in Bad Reichenhall gebracht und dort 1963 ein zweites Mal umgebettet. So fanden sie ihre nunmehr letzte Ruhe neben der Gedenktafel für die im ersten Weltkrieg gefallenen Reichenhaller Bürger. Acht der Toten gelten immer noch als vermißt, da sie ihren Namen nicht nannten – vermutlich weil sie ihre Angehörigen in Frankreich vor Repressalien schützen wollten.

In der Nähe der Erschießungsstelle am Kugelbach war bis in die jüngste Zeit eine Gedenkstelle mit einer Einfriedung und einem Metallkreuz versehen zu finden, dessen Inschrift lautete:

„Hier starben am 8. Mai 1945 12 Soldaten der Division ‚Charlemagne‘. Franzosen und Deutsche haben sich über den Gräbern versöhnt. Mögen die Völker der Welt sich nie mehr als Feinde begegnen.“

Die Gedenkstelle für die zwölf ermordeten Franzosen wurde 2008 vollständig eingeebnet. Das alte Gedenkkreuz („Franzosenkreuz“) mit neuer, mittlerweile der dritten Beschriftung ist jetzt ebenfalls neben ihrer Grabstätte im Friedhof St. Zeno zu finden.

Auf Weisung des bayerischen Innenministeriums hatte der Freistaat Bayern der örtlichen Soldatenkameradschaft 1840 den Pachtvertrag für das Stückchen Land des Staatsforstes am Kugelbachweg gekündigt. Nichts erinnert dort mehr an das grausame Geschehen am letzten Tag des II. Weltkrieges in Bad Reichenhall – quand même, le souvenir reste [die Erinnerung, jedoch, bleibt]!

Quelle: KriegsverbrechenGeocaching.com


Die letzten Aufnahmen der Totgeweihten

Siehe auch

Fußnoten

  1. Während des Zweiten Weltkriegs dienten über siebenhundert Schweizer in der Waffen-SS, mit ihnen Major der Kavallerie Dr. Heinrich Johann Hersche (Lebensrune.png 30.09.1889) von Appenzell, ehemaliger Chefreitlehrer am Eidgenössischen Kavallerie-Remonten-Depot in Bern und frontistischer Nationalratskandidat. Als SS-Standartenführer (d. R.) und zweithöchster Schweizer SS-Freiwilliger kommandierte Dr. Hersche das französische SS-Grenadier-Ausbildungs und Ersatz-Bataillon der Waffen-Grenadier-Brigade der SS „Charlemagne“ (französische Nr. 1). Im Gefolge der Truppe, deren quer durch Deutschland führende Odyssee in der Nacht zum 9. Mai 1945 in der Alpenfestung und in VS-amerikanischer Kriegsgefangenschaft endete, befanden sich auch Dr. Hersches Gattin und Tochter.
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