Born, Max

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Prof. Dr. Max Born

Max Born (Lebensrune.png 11. Dezember 1882 in Breslau; Todesrune.png 5. Januar 1970 in Göttingen) war ein jüdischer Mathematiker und Physiker.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Herkunft

Max Born wurde 1882 im schlesischen Breslau geboren. Er wuchs zusammen mit seiner jüngeren Schwester in einer großbürgerlich-kultivierten, assimilierten jüdischen Familie in Deutschland auf. Der Vater Gustav Jacob Born (1851-1900) war Professor für Anatomie und Embryologie an der Universität Breslau, die Mutter Margarethe Gretchen Born (geb. Kauffmann,1856-1886) entstammte einer schlesischen Textilfabrikantenfamilie und war eine Pianistin. Nach dem Tod der Mutter (1886) ging Borns Vater eine zweite Ehe mit Bertha Lipstein ein.

Ausbildung

Nach dem Besuch des humanistischen Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums in Breslau schrieb sich Max Born 1901 an der dortigen Universität ein. Obwohl er ursprünglich Ingenieur werden wollte, folgte er der Empfehlung seines Vaters, sich vor einer Entscheidung zunächst der Allgemeinbildung zu widmen. Nach vier Semestern in Breslau (u. a. Rechtswissenschaft, Moralphilosophie, Literatur, Psychologie, Volkswirtschaft) und zwei Sommersemestern in Heidelberg und Zürich wechselte er 1904 an die Universität Göttingen, wo er bei den renommierten Mathematikern David Hilbert und Felix Klein studierte. Beeindruckt von Borns Fähigkeiten, machte ihn Hilbert 1905 zu seinem Assistenten.[1]

Wirken

Max Born begründete eine neue Atomtheorie und mußte nach den jüdischen Kriegserklärungen an Deutschland 1933 seinen Dienst als Professor in Göttingen quittieren. Er ging nach Britannien, wo er an der Universität von Edinburgh lehrte. 1939 wurde er britischer Staatsbürger.[2] 1954 kam er zurück in die Bundesrepublik Deutschland und erhielt einen Lehrstuhl in Göttingen. 1954 wurde Born, der sich den Quäkern angeschlossen hatte, mit dem Physik-Nobelpreis für seine Forschungen zur Quantentheorie und für seine Theorie der Kristallgitter ausgezeichnet. Seine Schüler waren die „Väter der Atombombe“ Robert Oppenheimer, Edward Teller und Eugene Paul Wigner.[2]

Chronologie

  • 1882 in Breslau geboren
  • 1888 - 1901 Schule, Gymnasium in Breslau
  • 1901 Studienbeginn in Breslau, u. a. Mathematik bei J. Rosanes und F. London
  • 1902 Heidelberg, Beginn der Freundschaft mit James Franck
  • 1903 - 1904 Breslau - Zürich - Berlin
  • 1904 Göttingen
  • Vorlesungen bei Hermann Minkowski (spezielle Relativitätstheorie) und Woldemar Voigt (Kristallphysik und Optik)
  • Seminar bei Felix Klein und Carl Runge über Elastizitätstheorie
  • 1906 Doktorprüfung (magna cum laude) bei Hilbert, Runge, Voigt, Schwarzschild
  • 1906 Aufenthalt in Cambridge, Vorlesungen bei J. Larmor u. J. J. Thomson
  • 1908 Göttingen - Mitarbeiter bei Minkowski
  • 1909 Habilitation über relativistisches Elektron◦ erste Begegnung mit Einstein
  • 1912 - 1913 Arbeiten zur Gitterdynamik
    • 1913 Heirat mit Hedwig Ehrenberg in Berlin - Grünau
  • 1914 Ruf an die Universität Berlin zur Entlastung von Max Planck im Unterricht◦ Extraordinarius für theoretische Physik, Kinetische Theorie fester Körper
  • 1918 Berufung nach Frankfurt auf den Lehrstuhl Max von Laues, der einem Ruf nach Berlin folgte
    • erstes eigenes Institut
    • zwei Assistenten (u. a. Otto Stern)
  • 1922 Ruf nach Göttingen gleichzeitig erhält James Franck den Lehrstuhl für Experimentalphysik
  • 1922 erste Göttinger „Bohr-Festspiele“
  • 1925 Formulierung der „neuen“ Quantenmechanik durch Werner Heisenberg
    • Wahrscheinlichkeitstheoretische Ausdeutung des quantenmechanischen Stoßvorganges durch Max Born
    • Arbeiten zu Anwendungen und Erweiterungen der Quantenmechanik
  • 1933 Verlust aller akademischen Ämter. Emigration
  • 1934 - 1935 Arbeit am Cavendish-Laboratorium in Cambridge (UK)
    • Vorlesung über nichtlineare Elektrodynamik
  • 1936 - 1954 Tait-Lehrstuhl in Edinburgh als Nachfolger von Charles Galton Darwin
  • 1954 Nobelpreis für Physik (statistische Deutung der Quantenmechanik)
  • 1954 Rückkehr nach Deutschland
  • 1955 Initiierung der „Mainauer Kundgebung“ (zur Gefahr der Atomwaffen)
  • 1957 Manifest der „Göttinger Achzehn“, ein gewichtiger, viel beachteter Protest führender Wissenschaftler gegen eine damals diskutierte Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen
  • 1954-1970 Bad Pyrmont /Göttingen

Auszeichnungen (Auszug)

Stokes Medal der Cambridge University (1936), MacDougall-Brisbane Prize, Max-Planck-Medaille der DPG (1948), Gunning-Victoria Jubilee Prize der Royal Society Edinburgh, Hughes Medal der Royal Society London (1950), Hugo-Grotius-Medaille für Internationales Recht, Ehrenbürgerschaft von Göttingen (1953), Nobelpreis für Physik (1954), Gr. Bundesverdienstkreuz (1959)[3]. Ehrendoktorwürden von Bristol, Bordeaux, Oxford, Freiburg/Br., Edinburgh, Stuttgart, Oslo und Brüssel. Zur Erinnerung an das Wirken Borns verleiht die zusammen mit dem britischen jährlich den Max-Born-Preis, außerdem tragen viele Schulen, Institute, Straßen usw. seinen Namen. Ehrenbürger von Göttingen.

Mitgliedschaften

Max Born war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien, u. a. von Göttingen, Berlin, Moskau, Dublin, Kopenhagen, Stockholm, Lima und Bukarest.[4] Außerdem gehörte er der Royal Society of London und der American National Academy of Sciences an.

Familie

Max Born war seit 1913 mit der (halb-jüdischen) Dichterin Hedwig, geb. Ehrenberg[5], einer Enkelin des bekannten deutschen Juristen Rudolf von Jhering und Tochter eines Göttinger Professors der Rechtswissenschaft, verheiratet. Der Ehe entstammten zwei Töchter und ein Sohn. Born starb am 5. Januar 1970 im Alter von 87 Jahren in der Göttinger Universitätsklinik. Trotz seines letzten Wohnsitzes in Bad Pyrmont wurde er auf eigenen Wunsch in Göttingen begraben.

Max Born Stiefmutter war Bertha Born (Lipstein) (Lebensrune.png 1866; Todesrune.png 1937).
Max Born Schwester war Kathe Konigsberger (Born) (Lebensrune.png 1884; Todesrune.png 1953).
Max Born Sohn, Gustav Victor, ist ein Pharmakologe in Großbritannien.
Max Born Tochter war Irene Born (Lebensrune.png 1914; Todesrune.png 2003), sie war die Mutter von Olivia Newton-John (Lebensrune.png 1948)[2], Rona und Hugh.

Eine Enkelin ist Georgina Born (Lebensrune.png 1955).

Siehe auch

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 02/2008
  2. 2,0 2,1 2,2 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  3. Träger des Bundesverdienstkreuzes (Großkreuz).
  4. Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied der Akademie der Wissenschaften der DDR.
  5. Hedwig Martha Ehrenberg (Lebensrune.png 1891; Todesrune.png 1972) war die Tochter des jüdischen Juristen Victor Ehrenberg (Lebensrune.png 1851; Todesrune.png 1929). Ihr Bruder war Rudolf Ehrenberg (Lebensrune.png 1884; Todesrune.png 1969).
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