Weber, Max

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Prof. Dr. jur. utr. Max Weber setzte in den Wissenschaften das Prinzip der Werturteilsfreiheit durch.

Maximilian „Max“ Carl Emil Weber[1] (Lebensrune.png 21. April 1864 in Erfurt; Todesrune.png 14. Juni 1920 in München) war ein deutscher Jurist, Volkswirtschaftler, Wirtschaftshistoriker und Mitbegründer der Soziologie als Wissenschaft.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Max Weber studierte Jurisprudenz, Geschichte, Nationalökonomie und Philosophie in Heidelberg, Straßburg und Berlin. Bereits in seiner Dissertation „Zur Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter“ (1889) und in seiner Habilitationsschrift „Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht“ (1891) untersuchte er den Wirkungszusammenhang von rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren.

Weber war Professor für Handelsrecht in Berlin (1893), für Nationalökonomie in Freiburg im Breisgau (1894–1897) und in Heidelberg (1897–1903). Aus gesundheitlichen Gründen erfolgten ab 1898 häufige Unterbrechungen, 1903 die Einstellung der Lehrtätigkeit, die er erst 1918 in Wien (Professor für Soziologie) fortsetzte. Von 1919 bis zu seinem Tod war Weber Professor in München.

„Max Webers Name ist mit Heidelberg eng verbunden. Er absolvierte hier einen Teil seines Studiums und war von 1897 bis 1903 Professor für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Universität. Nach seinem krankheitsbedingten Rücktritt vom Lehramt im Jahre 1903 blieb er als inaktiver ordentlicher Professor mit dem Titel Honorarprofessor der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg bis zum Jahre 1919 verbunden. Dann verließ er Heidelberg und zog nach München, wo er an der dortigen Universität eine Professur für Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie übernahm und bereits im Juni 1920 starb.“[2]

Ab 1903 war er Herausgeber des „Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“, daneben Mitarbeiter des „Vereins für Socialpolitik“ und Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei.

Webers soziologisches Werk entstand v. a. außerhalb des akademischen Lehrbetriebes (nach 1903) und ist neben sozialhistorischen und religionssoziologischen Arbeiten ein systematischer Versuch, die Soziologie als eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin zu konstituieren, die soziales Handeln deutend verstehen und in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will. Methodologisch strebte Weber nach einer Auflösung des Dualismus von Natur- und Geisteswissenschaften, indem er der Soziologie ein Tätigkeitsfeld zuwies, das den Naturwissenschaften unzugänglich ist: eine über die Beobachtung bestimmter Phänomene hinausgehende Deutung des subjektiv gemeinten Sinnes.

Begrifflich-theoretische Klarheit strebte Weber mit seiner Kategorienlehre an, die vom „bloßen Verhalten“ bis zu komplexen Formen der Vergesellschaftung reicht, durch eine idealtypische Vorgehensweise gekennzeichnet ist und eine Gegenüberstellung von Theorie und Realität ermöglichen sollte. Die idealtypische Methode durchzieht das gesamte wissenschaftliche Werk Webers; die Konstruktion gedachter Zusammenhänge diente ihm als heuristisches Mittel. Im Rahmen seiner Kategorienlehre suchte Weber nach Grundmustern, Regeln und Bestimmungsgründen des Handelns, die er in zweckrational, wertrational, affektuell und traditional untergliederte. Jede beobachtbare Handlung kann mindestens einer dieser Kategorien zugeordnet und in ihrer Abweichung von einem reinen Typus (z. B. der absoluten Zweckrationalität als Grenzfall) beschrieben werden.

Weber war ein politisch engagierter Mensch, plädierte aber für eine Trennung von wissenschaftlichem und politischem Handeln. Sein Postulat der Werturteilsfreiheit (Werturteilsstreit) wissenschaftlichen Tuns richtete sich gegen die von ihm kritisierte „Professorenprophetie“ und repräsentiert seine Position in der Auseinandersetzung mit philosophischen und theoretischen Strömungen, die im „Verein für Socialpolitik“ und der von Weber mitbegründeten Deutschen Gesellschaft für Soziologie aufeinandertrafen.

Zu den bedeutendsten Arbeiten seiner politischen Soziologie gehört die Herrschaftslehre, die v. a. von zwei Aspekten, einer idealtypischen Unterscheidung legitimer Herrschaftsformen (charismatisch, traditional, rational) und der Betonung einer zunehmenden Durchdringung aller Lebensbereiche durch einen Prozeß formaler Rationalisierung (okzidentaler Rationalismus), handelt. Die rationale Herrschaft, deren Legitimitätsanspruch auf dem Glauben an die Legalität gesetzter Ordnungen beruht, wird von Weber aufgrund ihres Auftretens im alltäglichen Verwaltungshandeln auch als bürokratische Herrschaft bezeichnet. Eine hoch entwickelte Bürokratie ist nach Weber ebenso Voraussetzung des modernen Kapitalismus wie die psychische Anpassung des Arbeiters an eine rationale Arbeitsorganisation und Betriebsdisziplin. Eine nicht geringere Bedeutung hat in Webers Theorie die Frage nach dem Zusammenhang von religiösen Glaubensinhalten und wirtschaftlicher Gesinnung. Weber kritisierte und ergänzte die materialistische Geschichtsauffassung durch eine religionssoziologisch begründete Theorie der Entstehung des modernen Kapitalismus, die als Theorie der protestantischen Ethik eine weite Verbreitung fand. Durch seine begrifflich-theoretischen und historisch-soziologischen Arbeiten hat Weber wesentlich zur Ausbildung der Soziologie als eigenständiger Wissenschaft beigetragen und ist einer ihrer bedeutendsten Vertreter geworden.

Familie

Max Weber war der Bruder des Kultursoziologen Alfred Weber und Ehemann der Frauenrechtlerin, Soziologin und Rechtshistorikerin Marianne Weber.

Zitate

Von Weber

  • „Wir können nur ein gemeinsames Ziel haben: aus dem Friedensvertrag [von Versailles] einen Fetzen Papier zu machen! Im Augenblick ist das nicht möglich, aber das Recht auf eine Revolution gegen die Fremdherrschaft läßt sich nicht aus der Welt schaffen!“

Über Weber

  • „Weber war Patriot, er glaubte an Deutschland unter allen Umständen. Illusionslos sah er allerdings die Wirklichkeiten, machte sich kein Traumbild zurecht. Seine rücksichtslos wahrhaftige Kritik dem Vaterland gegenüber war eine Kritik aus Liebe. Niemals konnte man stärker empfinden, was unbedingter Patriotismus sei, als wenn Max Weber nach kritischen Bemerkungen zum Positiven kam und schloß: ‚Ich danke Gott, daß ich als Deutscher geboren bin.‘ “Karl Jaspers, deutscher Philosoph

Werke (Auswahl)

  • Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht (PDF-Datei)
  • Wahlrecht und Demokratie in Deutschland (PDF-Datei)
  • Geistige Arbeit als Beruf, vier Vorträge vor dem freistudentischen Bund (1919) (PDF-Datei)
  • Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, 3 Bände (1920-1921) (PDF-Dateien: Band 2, Band 3)
  • Gesammelte politische Schriften (1921)
  • Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre (1922) (PDF-Datei)
  • Soziologische Grundbegriffe (1922)
  • Wirtschaft und Gesellschaft (1922) (PDF-Datei)
  • Gesammelte Aufsätze zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (1924)
  • Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik (1924)
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Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Nach anderen Quellen war die richtige Namensfolge Karl Emil Maximilian „Max“ Weber
  2. Max-Weber-Institut für Soziologie Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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