Pössinger, Michael

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Michael „Michl“ Pössinger (Lebensrune.png 18. Januar 1919 in Ettal, Landkreis Garmisch-Partenkirchen; Todesrune.png 23. Mai 2003 in Garmisch-Partenkirchen) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Major der Reserve der Gebirgsjäger und Eichenlaubträger des Zweiten Weltkrieges sowie zuletzt Oberstleutnant der neu geründeten Bundeswehr (von 26. April 1956 bis 31. März 1975) und Weltmeister im Bobfahren.

Werdegang

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„Michael Pössinger trat am 1. Oktober 1937 in die 6. Kompanie des Gebirgsjäger-Regiments 98 ein, wurde am 1. April 1939 zum Unteroffizier befördert und nahm als Zugführer im Panzerjägerzug der 16. Kompanie am Polenfeldzug teil. Am 20. April 1940 zum Leutnant befördert, nahm er am Westfeldzug teil und zeichnete sich als Zugführer am 6. Juni 1940 bei der französischen Gegenoffensive besonders aus, als er innerhalb von 40 Minuten sieben feindliche Panzer abschoß. Hierfür wurde ihm am 19. Juli 1940 das Ritterkreuz verliehen. Am 1. Oktober 1940 zum Oberleutnant befördert, nahm er im April 1941 am Balkanfeldzug teil und kämpfte ab Juni 1941 als Chef der 6. Kompanie in Rußland. Ende Dezember 1941 erhielt er vom Kommandeur der 1. Gebirgsdivision den Auftrag, eine Ski-Kompanie aufzustellen. Diese führte er zwei Monate lang hinter den feindlichen Linien und führte sie im Februar 1942 wieder zu den eigenen Linien. Er führte die Kompanie weiter und wurde im Sommer 1942 im Kaukasus schwer verwundet. Nach seiner Genesung kehrte er zu seiner Kompanie zurück. Hier erhielt er den Befehl, mit einer Kampfgruppe am Kluchorpaß einen Flankenstoß gegen die russischen Linien zu führen. Dabei wurde seine Einheit eingekesselt und konnte sich erst nach drei Tagen zu den eigenen Linien zurückkämpfen. Am 16. Februar 1943 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 1. Oktober 1943 wurde er zum Hauptmann befördert und Kommandeur des I. Bataillons des Gebirgsjäger-Regiments 98. Dieses führte er weiter auf dem Balkan und wurde am 1. Oktober 1944 zum Major befördert. Gleichzeitig wurde er Kommandeur des II. Bataillons des Grenadier-Regiments 1123. Für seinen selbständigen Entlastungsangriff und Durchbruch bei Allenstein wurde ihm am 28. Februar 1945 das Eichenlaub verliehen. Anfang Mai 1945 erhielt er die Nahkampfspange in Gold. Bei Kriegsende übergab er die Stadt Garmisch-Partenkirchen den Amerikanern und wurde am 12. Mai 1945 aus der Gefangenschaft entlassen. Nach dem Krieg war er Kaufmann und wurde am 26. April 1956 als Major in die Bundeswehr übernommen und am 1. Juni 1958 zum Oberstleutnant befördert. Von Oktober 1961 bis Oktober 1965 war er Lehrgruppenkommandeur an der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald und anschließend bis März 1975 Kommandeur des VKK (Verteidigungskreiskommando) 653 in Murnau. Am 31. März 1975 wurde er aus dem Heeresdienst entlassen.“[1]

Zweiter Weltkrieg

Garmisch-Partenkirchen 1945

Der Ritterkreuzträger mit der Nahkampfspange in Gold Pössinger, der sich an der Westfront, Ostfront, an der Eismeerfront und im Balkan (bei der Bandenbekämpfung) hervorragend ausgezeichnet hatte, hatte im Endkampf um Deutschland gemeinsam mit Oberst Ludwig Hörl (unterstützt von Franz Pfeiffer) den Befehl zur Verteidigung verweigert und die Waffen gestreckt, wofür er in der BRD öffentlich als „Retter von Garmisch-Partenkirchen“ am nördlichen Tor zur Alpenfestung bezeichnet wurde.

„Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen wurde am 29. April 1945 gegen den Befehl der vorgesetzten Dienststelle der einrückenden 7. Amerikanischen Armee kampflos übergeben. Hierdurch wurde von der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen Zerstörung und unnützes Blutvergießen abgewendet. Zum Stabe des Herrn Oberst Hörl gehörten die Herren Major Pössinger, Leutnant Grabichler und Oberleutnant Licht. Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und der gesamte Landkreis Werdenfels dankt den genannten Herren für ihr mutiges Auftreten.“ — Landrat Dr. Hans Ritter, 15. Juni 1945

Viererbob

Als Sportler gewann er während des Krieges 1941 eine Silbermedaille bei den „Ski-Weltmeisterschaften“ im italienischen Cortina d’Ampezzo. Im Viererbob gewann er bei den Weltmeisterschaften 1951 in Alpe d´Huez Gold, 1953 in Garmisch-Partenkirchen Bronze (geteilt mit Schweden), 1954 in Cortina d’Ampezzo Silber. 1956 bei den Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo erreichte die Mannschaft den sechsten Platz.

Auszeichnungen (Auszug)

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Bildergalerie

Schriften (Auswahl)

  • Die letzten Kriegsjahre – Bericht eines Zeitzeugen mit Fronterfahrung, 1995

Literatur

  • Josef Bader: Michl Pössinger – Lebensbilder eines Gebirgsjägers (1998), ISBN 978-3000020391

Verweise

Fußnoten

  1. Lexikon der Wehrmacht: Pössinger, Michael