Onfray, Michel

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Michel Onfray (Lebensrune.png 1. Januar 1959 in Argentan, Normandie) ist ein französischer Philosoph, Schriftsteller und Begründer der „Université populaire de Caen“.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Onfray ist ein radikaler Linker, hebt sich jedoch vom scharlatanischen Stil französischer Philosophen (etwa der Schule Derridas) ab. Onfrays Denken schließt an die antike epikureische und hedonistische Philosophie an. Auf dieser Grundlage übt er Kritik an jeglicher transzendentalen Philosophie und an den Religionen, insbesondere an den monotheistischen. Onfray vertritt die Ansicht, daß der Glaube an Gott nicht nur nicht hilfreich, sondern vor allem schädlich und gefährlich sei. Dagegen setzt er eine erneuerte Philosophie des Hedonismus.

Seine Hauptwerke sind: „Der sinnliche Philosoph. Über die Kunst des Genießens“ (1991), worin eine Philosophie des Riechens und Schmeckens ausgeführt ist, zu der sich bis heute kaum ein verwandtes Beispiel nennen läßt, sowie im neuen Jahrtausend: „Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muß“ (2005), dann das grundlegende Werk: „Anti-Freud. Die Psychoanalyse wird entzaubert“ (2010), und zuletzt: „Im Namen der Freiheit. Leben und Philosophie des Albert Camus“ (2012, dt.: 2013), worin Onfray in exemplarischer Weise tradierte Denkstile gegenüberstellt und die Philosophie (Schopenhauer und Nietzsche vergleichbar) von ihren akademischen Verirrungen zu reinigen unternimmt.

Im besagten Buch Wir brauchen keinen Gott... hat Onfray eine schroffe Distanzierung vorgenommen von der Islam-Anbiederung der allermeisten seiner linken Genossen. Onfray bezeichnet einen „laizistisch-modernen, demokratischen Islam“ als „unhaltbaren Unsinn“. Im Zusammenhang sagt Onfray wörtlich:

„Wie kann man den totalitären und immanenten Gebrauch des Korans legitimieren? Indem man sich selbst zum einzig legitimen Koran-Interpreten erklärt. Denn mit entsprechenden Textausschnitten lässt sich der Islam nach Belieben auslegen. Heute kann man sich auf den Propheten berufen und gleichzeitig Alkohol trinken, Schweinefleisch essen, den islamischen Schleier verweigern, die Scharia verwerfen, Fußball spielen, für die Menschenrechte kämpfen oder von der europäischen Aufklärung schwärmen. Dies jedenfalls behaupten diejenigen, die die muslimische Religion modernisieren und einen laizistisch-modernen, demokratischen Islam und anderen unhaltbaren Unsinn leben wollen. – Nach derselben inhärenten Logik kann man auch Katholik sein und nicht wirklich an Gott glauben, die päpstlichen Bullen verspotten, sich über die Sakramente lustig machen, die Geheimnisse der Eucharistie und die christlichen Dogmen für Schwachsinn halten und sämtliche Konzilslehren in den Wind schlagen. Die Methode der Textauswahl macht es heute möglich, eine von sämtlichen Inhalten befreite Form zum Gegenstand eines Kults zu machen und somit eine leere Hülle zu verehren. Es ist eines der zahlreichen Anzeichen für den Nihilismus unserer Zeit. – Am anderen Ende dieses Spektrums das genaue Gegenteil: akribischer Respekt vor den Lehren des Korans. Die Folgen sind Polygamie sowie ein frauenfeindliches und phallokratisches Verhalten im Alltag. Außerdem wird allen Nichtmuslimen das Recht auf Existenz abgesprochen [...] und der Gebrauch des Verstandes verdammt.“[1]

Werke

  • Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muß. Übersetzt von Bertold Galli. Piper Verlag, München/Zürich 2006, ISBN 3-492-04852-8
  • Le crépuscule d'une idole. L'affabulation freudienne. Editions Grasset & Fasquelle, Paris 2010
  • Anti Freud – Die Psychoanalyse wird entzaubert, Albrecht Knaus Verlag, 2001, ISBN 978-3813504088 [dt. Ausgabe von Le crépuscule d'une idole, 540 S.]

Verweise

Fußnoten

  1. Michel Onfray: Wir brauchen keinen Gott. Warum man jetzt Atheist sein muß. München/Zürich 2006, S. 284 f.
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