Militärgeschichte

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Die Schlacht zwischen Germanen und Römern am Rhein, ein Gemälde mit militärgeschichtlichem Hintergrund von Friedrich Tüshaus aus dem Jahre 1876. Hier zeigt der deutsche Künstler den Germanenfürsten Ariovist (mit Flügelhelm) und seine Krieger bei der letzten Schlacht am Rhein gegen die Legionen Cäsars.

Militärgeschichte (in den Anfangsjahren der Königlich Preußischen Kriegsakademie noch Kriegshistorie genannt) ist die Dokumentation und Erforschung von kriegerischen Ereignissen in der Menschheitsgeschichte und den Militärapparaten der einzelnen Völker. Sie erstreckt sich von Meinungsverschiedenheiten unter Volksstämmen über zwischenstaatliche Konflikte bis zu Weltkriegen. Außerhalb dieser Auseinandersetzungen beschäftigt sich die Kriegsgeschichte mit der militärischen Rüstung und den Heeren bzw. Armeen sowie Waffengattungen der einzelnen Nationen.

Inhaltsverzeichnis

Militärwissenschaft

Die Wehrmedizin der Schutztruppe als Instrument des Heils fremder Völker

Eng verbunden mit der Militärgeschichte ist die Militärwissenschaft (auch: Wehrwissenschaft bzw. Kriegswissenschaft). Sie ist die Wissenschaft zur Gewinnung von Erkenntnissen über den Charakter und die Gesetze des Krieges, insbesondere des bewaffneten Kampfes im Krieg, über die Vorbereitung der Streitkräfte und des Landes auf den Krieg und die Methoden der Kriegsführung.[1]

Sie umfaßt die gesamte Theorie der Kriegskunst und ist die Gesamtheit der Gesetzesaussagen über den Krieg als organisierter bewaffneter Kampf, über die an ihm teilnehmenden Kräfte und Mittel sowie der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Prinzipien, Formen und Methoden der Vorbereitung und Führung des Krieges. Militärwissenschaft ist aber auch übergreifend, da sie Disziplinen aus dem Bereich der Gesellschafts-, der Natur- und der technischen Wissenschaften vereint.

„Kriegswissenschaften, Militärwissenschaften: Alles, was sich auf die Kunst, Wissenschaft und Geschichte des Krieges bezieht. Eine systematische Entwicklung der Gesetze der Kriegskunst umfaßt die Lehre von den Kriegszwecken (Kriegspolitik), von den Kriegsmitteln (Organisation, Verwaltung, Bewaffnung und Ausrüstung der Truppen, Festungen, Marine usw.) und, auf beides gestützt, die Lehre von der Anwendung der Kriegsmittel zur Kriegsführung. Diese zerfällt in die Strategie (Leitung des Kriegs im großen) und die Taktik (Ausführung der einzelnen Anordnungen durch die Märsche und Gefechte der Truppen). Beide schöpfen ihre Lehren aus der Kriegsgeschichte. Neben diesen eigentlichen Kriegswissenschaften sind die anderen nur Hilfswissenschaften, die Fortifikation, Waffenlehre etc. Als solche bezeichnet man auch diejenigen Teile anderer Wissenschaften, deren Kenntnis dem Militär nötig ist, und spricht daher von einer Militärgeographie, von militärischem Aufnehmen etc. Zahlreiche Einzelschriften und Sammelwerke behandeln einzelne oder alle Teile der Militärwissenschaften; eines der größten älteren Sammelwerke ist die in Berlin von 1828 bis 1840 in 12 Bänden erschienene ‚Handbibliothek für Offiziere oder populäre Kriegslehre für Eingeweihte und Laien‘.“Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, 1888–1890

Teilgebiete

Portrait zweier Vettern der Familie von Scheuren als freiwillige Offiziere der Jäger des 1. Kurhessischen Infanterie-Regimentes „Kurfürst“ während der Befreiungskriege, vermutlich zur Zeit des Sommerfeldzuges von 1815. Der linke Vetter trägt als Ausdruck des antifranzösischen deutschen Nationalgefühls und als Symbol des vaterländischen Freiheitskampfes einen Umhang über der Uniform und ein ziviles Barett der altdeutschen Tracht.

Ebenso wie die Definition sind die Teilgebiete der Militärwissenschaften nicht abschließend festgelegt. Insbesondere gibt es große Schnittmengen zur Politikwissenschaft, hier der Sicherheitspolitik, Konfliktforschung und Strategischen Studien. Oft sind spezielle militärische Spezialisierung eines Faches, zum Beispiel Wehrmedizin oder Militärgeographie, Teil der Militärwissenschaften:

  • Strategische Studien
  • Konfliktforschung
  • Militärgeschichte
  • Militärische Strategie (Operationsführung und Taktik)
  • Militärpädagogik
  • Militärsoziologie
  • Kriegssoziologie
  • Militärgeographie
  • Festungsbau
  • Wehrmedizin
  • Wehrtechnik und Rüstung
  • Militärische Logistik (Nachschub)

Militärhistoriker

Ein Militär- oder Kriegshistoriker ist ein Wissenschaftler bzw. Geschichtswissenschaftler, der sich mit der Erforschung und Darstellung der Militärgeschichte beschäftigt.

Die Militärgeschichte ist eine Unterkategorie der Geschichte. Ein Militärhistoriker stellt kriegerische Auseinandersetzungen dar und analysiert diese. Der Historiker erhält seine Informationen durch historische schriftliche Quellen, aber auch durch Ausgrabungen. Er zeigt den Verlauf eines Konfliktes auf und stellt die Situation der Kriegsparteien dar. Zu seiner Arbeit gehört auch die Erstellung von Biographien militärhistorisch bedeutender Personen.

Militärhistorische Studiengänge werden meist an den Universitäten der Streitkräfte angeboten. Die DDR hatte auf ihren Offiziershochschulen der NVA einen eigenen Fachbereich Militärgeschichte.

Bundesrepublik Deutschland

In der BRD werden militärgeschichtliche Forschungen in besonderer Weise am Militärgeschichtlichen Forschungsamt der Bundeswehr in Potsdam betrieben. Seit Ende der 1990er Jahre wird ein Lehrstuhl für Militärgeschichte vom Bundesministerium der Verteidigung gestiftet. Seit 2007 bietet die Universität Potsdam mit Unterstützung des MGFA einen Masterstudiengang zur Militärgeschichte und zur Militär- bzw. Kriegssoziologie an.

Siehe auch

Literatur

  • Robert Greene: 33 Gesetze der Strategie. Kompaktausgabe. Ein Joost Elffers Buch [Buch-Gestaltung]. Aus dem Englischen von Ingrid Proß-Gill [Originalausgabe: The 33 Strategies of War. London, Profile Books Ltd. 2008] Carl Hanser Verlag, München 2015, ISBN 978-3-446-43873-6 [Enthält zahlreiche klassische Zitate zum Thema als Marginaliendruck]
  • Trevor N. Dupuy: Der Genius des Krieges – Das deutsche Heer und der Generalstab 1807–1945, übersetzt von Franz Uhle-Wettler, Graz, Ares, 2009, ISBN 978-3902475510

Fußnoten

  1. Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte, 1. Auflage. Berlin 1985, S. 629, Lizenz-Nr 5 P/189/84
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