Mittelalter

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Das Mittelalter war der große Zeitraum der Geschichte, der zwischen dem „klassischen Altertum“ und der „Neueren Zeit“ liegt. Es wird in Früh-, Hoch- und Spätmittelalter unterschieden, wobei die jeweiligen zeitlichen Grenzen nicht ganz präzise bestimmt werden können bzw. verschiedenste Auslegungen existieren, welches Ereignis man als jeweiligen Wendepunkt in der Geschichte betrachtet; eher läßt sich daher von bestimmten Übergangsphasen sprechen.

Zeitskala mit den Übergangsphasen zwischen Früh-, Hoch- und Spätmittelalter

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

Die etwa 1000jährige Periode des Mittelalters war insbesondere ein Zeitalter des Mönchtums und erreichte kulturell im Abendland ihren Höhepunkt im 12. und 13. Jahrhundert. Damals gelangte in allen abendländischen Staaten das Lehnsystem zur vollständigen Herrschaft. In der Kirche war die Monarchie des Papsttums vollendet und erreichte das Übergewicht zu weltlichen Gewalten und bestimmte im wesentlichen das Weltbild. Der Ritterstand bot einen europäischen Adel. Der Herrschaftsanspruch der Päpste führte zu einem anhaltenden Kampf mit den Kaisern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Dauer

Der Beginn des Mittelalters wird meist mit dem Untergang des weströmischen Reiches im Jahre 476 festgesetzt, bei dem Übergang zur Neuzeit setzt man meist die Zeit um das Jahr 1500 als Zäsur. Historiker wie etwa der an der Münchner LMU tätige Knut Görich vertreten jedoch die Ansicht, daß man den Beginn der Neuzeit nicht an konkreten Jahreszahlen (wie etwa der Wiederentdeckung Amerikas im Jahre 1492) festmachen sollte, sondern der Übergang durch die durch den Buchdruck ausgelöste Medienrevolution vollzogen wurde und somit fließend ist. Durch die neuen Publikationswege hätten sich völlig neue Möglichkeiten geboten, die stärker als alle anderen Ereignisse um diese Zeit herum nachwirkten.

Zu beachten ist bei der Einteilung allerdings, daß vieles aus dem Mittelalter in der Frühen Neuzeit und sogar auch später noch vorhanden war, wie etwa die ständische Ordnung, die der Großteil der Bevölkerung immer noch als natürlich und nicht ungerecht ansah.

Untergliederung des Mittelalters

Im deutschsprachigen Raum hat seit dem 19. Jahrhundert die von der Nationalidee beeinflußte, an der fränkischen und deutschen Herrschergeschichte orientierte Geschichtsschreibung das europäische Mittelalter vornehmlich in drei Hauptphasen gegliedert:

  • Frühmittelalter (6. Jahrhundert bis Anfang/Mitte des 11. Jahrhunderts), die Epoche der Merowinger, Karolinger und Ottonen
  • Hochmittelalter (Anfang/Mitte des 11. Jahrhunderts bis ca. 1250), die Zeit der Salier und Staufer
  • Spätmittelalter (ca. 1250 bis ca. 1500), in der älteren Forschung auch als der „Herbst des Mittelalters“ bezeichnet, nach dem Scheitern der klassischen Kaiseridee (→ Habsburger und Luxemburger)

Diese Trinität (Dreizahl, Dreiheit) war an der Vorstellung von Aufstieg, Blüte und Verfall ausgerichtet, wird in der neueren Forschung aber sehr viel differenzierter betrachtet. Durch veränderte Fragestellungen, insbesondere auch die Berücksichtigung wirtschafts-, sozial- und kulturgeschichtlicher Aspekte, ging man allmählich von dem an der Herrschergeschichte ausgerichteten Ordnungsmodell ab und betonte die Veränderungen des 11./12. Jahrhunderts als entscheidende Zäsur des als Mittelalter bezeichneten Jahrtausends. Oft führt das dazu, daß man nur noch das frühere vom späteren Mittelalter unterscheidet. Von einzelnen Forschern vorgenommene abweichende Ein- und Zuordnungen sind auch von unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen beeinflußt.

Namensherkunft

Der Name Mittelalter ist als Bezeichnung einer Übergangsperiode von der antiken, zuletzt im Römischen Reich geeinigten Welt zu dem jetzigen Staatensystem aufzufassen. Er wurde geprägt von dem Hallenser Prof. Christoph Keller (meist zu Cellarius latinisiert; Todesrune.png 1707), der für seine Lehrbücher eine Dreiteilung vornahm, damit es den Schülern leichter fiel, sich zeitliche Zusammenhänge der Geschichte besser zu merken. Diese Einteilung in Antike, Mittelalter und Neuzeit wurde dann von anderen Historikern übernommen und ist bis heute fest in der Geschichtsforschung etabliert.

Kunst im Mittelalter

Dichtung und Wissenschaft sowie Bildende Künste erreichten im Mittelalter eine eigene Ausprägung, und die Künstler erfuhren wieder mehr Anerkennung. Die Baukunst gipfelt in den romanischen und gotischen Domen.

Rezeption

Bis heute wird das Mittelalter ambivalent bewertet. Die einen betrachten es als eine finstere Zeit, oft auch als „finsteres Mittelalter“ bezeichnet, in der die schlimmsten sozialen und hygienischen Zustände herrschten und durch die Allmacht der Kirche keine besonders großen Fortschritte erzielt wurden, während andere das Mittelalter als eine goldene Zeit der Blüte, vor allem durch die damalige Ritterkultur und Dichtkunst, bezeichnen. Letztere Sichtweise war vor allem während der Zeit der deutschen Romantik verbreitet, als man sich wieder nach einfachen Lebensgestaltungen sehnte und das Mittelalter als eine untergangene Idylle verklärte. Auch heute hält diese Verklärung durch Mittelaltermärkte und die Verbreitung sogenannten Mittelalter-Rocks in der Musik an. Die Geschichtswissenschaft hält eher eine Position zwischen diesen beiden Extremen für eine zutreffende Betrachtungsweise.

Für das deutsche Nationalbewußtsein stellt die positive Rezeption der Zeit des (deutschen) Mittelalters zudem eine wichtige Identitätsstiftung dar, da sich Deutschland in dieser Zeit erst langsam entwickelte. Seit dem 15. Jahrhundert berief man sich auch gerne auf die deutschen Helden der mittelalterlichen Heldendichtung sowie das deutsche Rittertum, das – entgegen der tatsächlichen Begebenheiten – als Idealtyp angesehen wurde. Die Geburtsstunde Deutschlands wird meist auch Mitte des 10. Jahrhunderts angesetzt.

Siehe auch

Literatur

Verweise

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