Molau, Andreas

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Andreas Molau (* 1968 in Braunschweig) ist ein deutscher Politiker (NPD). Er ist seit 2005 Vorsitzender der Gesellschaft für Freie Publizistik und von 2006 - bis zu seinem Rücktritt im Oktober 2008 - Mitglied im Bundesvorstand der NPD, zuständig für Bildung. Er ist Stellvertreter im Landesvorstand Niedersachsen der NPD und wissenschaftlicher Berater des NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt.

Er studierte in Braunschweig Deutsch, Geschichte und Politik. Als Publizist leitete er den Kulturteil der Wochenzeitung Junge Freiheit und war als Chefredakteur der Deutschen Geschichte tätig. Nach einer achtjährigen Unterbrechung der publizistischen Tätigkeit als Oberstufen- und Klassenlehrer an der Freien Waldorfschule Braunschweig arbeitete Molau als stellvertrenden Chefredakteur der Deutschen Stimme und jetzt als Pressesprecher der NPD-Fraktion in Schwerin. Molau ist Vorsitzender der Gesellschaft für freie Publizistik (GFP).

[bearbeiten] Leben

Molau studierte Deutsch und Geschichte auf Lehramt in Göttingen und schloß sein Studium mit einer Staatsexamensarbeit über Alfred Rosenberg. Der Ideologe des Nationalsozialismus ab. Diese Arbeit wurde 1993 bei dem rechten Verlag Siegfried Bublies veröffentlicht.

Schon während seines Studiums arbeitete Molau als verantwortlicher Kulturredakteur bei der Jungen Freiheit und schrieb seit Anfang der 1990er Jahre als Mitglied der Deutschen Hochschulgilde Trutzburg-Jena zu Göttingen auch für den Göttinger Zirkel, ein Organ schlagender Burschenschafter, und auch für Nation und Europa. Aufgrund fehlender Distanz zu Positionen von Revisionismus in einem Beitrag aus seinem Ressort und wegen eines Richtungsstreits in der Redaktion musste er 1994 die Junge Freiheit verlassen und arbeitete daraufhin als verantwortlicher Redakteur bei der Zeitschrift Deutsche Geschichte des Verlegers Gert Sudholt. Ende 1996 beendete Molau die Autorenschaft für diese Blätter.

1995 hatte Molau den bei der Verlagsgesellschaft Berg erschienenen Sammelband Opposition für Deutschland herausgegeben. Neben Molau selbst sind in dem Band unter anderem auch sein späterer Kollege im sächsischen Landtag Karl Richter sowie Huwald Fröhlich, Hartmut Hesse, Ansgar Hofacker, Winfried Knörzer, Hans-Ulrich Kopp, Klaus Kunze, Carl Meyerson, Harald Neubauer, Germar Rudolf, Hans B. von Sothen, Franz Uhle-Wettler und Claus Wolfschlag mit Beiträgen vertreten. Hier äußerte er auch die Grunddevise seines politischen Handelns, „alle Rechten, Konservativen, Nationalen, Nationalkonservativen usw. gedanklich an einen Tisch zu bringen“.

Von 1996 bis 2004 war Molau als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Waldorfschule in Braunschweig angestellt, ohne dass seine politische Einstellung der Schulleitung bekannt war. Nachdem er einen Antrag auf Beurlaubung eingereicht hatte, um seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der kurz zuvor, am 19. September 2004, in den sächsischen Landtag eingezogenen Fraktion der NPD antreten zu können, wurde ihm von der Schulleitung die Lehrgenehmigung entzogen und ihm ein Hausverbot für das Schulgelände erteilt. Dabei wurde im November 2004 auch seiner elfjährigen Tochter und dem achtjährigen Sohn der Schulbesuch an der Braunschweiger Waldorfschule untersagt. Sowohl die Kündigung als auch die neue Anstellung Molaus, aber auch die Entlassung der beiden Kinder etwa zwei Wochen später sorgten für bundesweites Aufsehen. In rechtsextremen Medien wie der NPD-Zeitung Deutschen Stimme (DS), der National Zeitung (NZ) und in der nationalkonservativen Jungen Freiheit (JF) wurde übereinstimmend von „Sippenhaft“ gesprochen.

Danach arbeitete Molau als parlamentarischer Berater der sächsischen NPD-Fraktion (bis Anfang 2006) und stellvertretender Chefredakteur der NPD-Parteizeitung Deutsche Stimme (bis April 2007). Er ist Pressesprecher des Unterbezirks Braunschweig und verantwortlich als Sprecher in Wolfenbüttel. Zur Bundestagswahl 2005 trat er für die NPD als Direktkandidat im Wahlkreis Salzgitter-Wolfenbüttel an. In einem Artikel in der „Wolfenbütteler Zeitung“ vom 2. Februar 2006 teilt Molau als Sprecher der örtlichen NPD mit, daß eine flächendeckende Kandidatur bei den Kommunalwahlen in der Stadt und im Landkreis Wolfenbüttel vorgesehen sei (die allerdings mangels Kandidaten und Unterstützungsunterschriften nicht zustande kam) und er Vorträge organisieren wolle, „wie dies in Wolfenbüttel noch üblich war, als ich zu Abiturzeiten zur JN stieß“. Zu den Kommunalwahlen am 10. September 2006 kandidiert Andreas Molau auf der Liste der NPD für den Wolfenbütteler Kreistag im Wahlbereich IV (Samtgemeinden Asse, Oderwald, Schöppenstedt). Andreas Molau wurde bei der Wahl nicht in den Kreistag gewählt, die NPD erhielt aber einen Sitz. Nach dem Rückzug des Abgeordneten Kupferschmidt ist Molau am 16. Dezember 2007 in den Wolfenbüttler Kreistag nachgerückt.

2006 nahm er mit einer Zeichnung am Teheraner Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb teil.[1]

Seit Mai 2007 ist Andreas Molau als Leiter des Amtes Bildung beim NPD-Parteivorstand und als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Parteivorsitzenden Udo Voigt tätig. Zu seinem Rang als vermeintlichem „Chefideologen“ der Partei bemerkt der Politikwissenschaftler Richard Stöss: „Doch um die Intellektualisierung der NPD ist es schlecht bestellt. Im Augenblick gilt ja Andreas Molau als Chefideologe der Partei. Bislang ist er aber nicht gerade durch seine theoretischen Abhandlungen aufgefallen - aber vielleicht kommt das ja noch.“[2]

Bei der Niedersächsischen Landtagswahl 2008 war er Spitzenkandidat seiner Partei und Direktkandidat im Wahlkreis Wolfenbüttel-Süd/Salzgitter, wo er zwei Prozent der Erststimmen erhielt.

Am 6. Oktober erklärte Molau seinen Rücktritt von allen Bundesämtern, da er nach den "Ereignissen um die Veruntreuung von Geldern durch den ehemaligen NPD-Schatzmeister Erwin Kemna", die "Parteiführung nicht mehr uneingeschränkt unterstützen" könne.

[bearbeiten] Video

Schlusswort GFP-Kongress 2008 (Ausschnitt)

[bearbeiten] Veröffentlichungen

  • Molau, Andreas: Alfred Rosenberg - Der Ideologe des Nationalsozialismus. Eine politische Biografie; Verlag Siegfried Bublies, Koblenz, 1993
  • Molau, Andreas (Hrsg.): Opposition für Deutschland - Widerspruch und Erneuerung; Verlagsgesellschaft Berg, Berg, 1995
  • Altstedt, Thomas (Pseudonym): Joseph Goebbels - Eine Biographie in Bildern; Druffel-Verlag, Berg, 1999
  • Altstedt, Thomas (Pseudonym): Dr. Goebbels - Hitlers Propagandaminister in Bilddokumenten und Selbstzeugnissen; Druffel & Vowinckel-Verlag, Inning und Stegen/Ammersee, 1998
  • Molau, Andreas: Europäische Idee oder Ideen Europas; in: Deutsche Annalen 1994 - Jahrbuch des Nationalgeschehens; Druffel-Verlag, Berg, 1994
  • Molau, Andreas: Die Entdeckung des Alexander Kern - Roman; Walknut-Verlag Haasler, Seifhennersdorf, 2008
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