Mosen, Julius

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Julius Mosen, eigentlich Moses (* 8. Juli 1803 in Marieney im Vogtland; † 10. Oktober 1867 in Oldenburg) war ein deutscher Schriftsteller, der vor allem als Dichter des Andreas-Hofer-Liedes bekannt wurde. Er starb nach langem Rheumaleiden.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Familienname und seine Änderung durch Dresdner Ministerialerlaß in Mosen im Jahr 1844 war Anlaß, ihm eine jüdische Abstammung nachzusagen. Sein Vater und Großvater aber waren in Marieney bzw. Arnoldsgrün evangelische Pfarrer und Kantoren. In Marieney gab es zudem auch gar keine jüdische Gemeinde, in welcher der Vater von Julius Mosen gewirkt haben könnte. Jedoch fand sich die ursprünglich jüdische Familie Mitte des 16. Jahrhunderts in Prag und zog dann weiter ins Vogtland. Da sich eine Zahl von Werken auffallend mit dem Judentum beschäftigen, dies vor allem in seinem „Ahasver“ (Die Sage vom ewigen Juden) kann es sich bei Mosen um einen Krypto-Juden gehandelt haben. Dort schreibt er:

Die Sage von Ahasver ist mit meinen frühesten Jugenderinnerungen verwebt. Ich war fast noch ein Kind, als sich in meinem Geburtsorte das wunderliche Gerücht verbreitete, daß der ewige Jude durch das Dorf gegangen wäre. Er wurde geschildert als ein Mann von mittleren Jahren, von rüstiger Gestalt und nachdenklich entschlossenem Ansehen. Er soll mit einem Reisemantel bekleidet und sein Haupt mit einem breitkrämpigen, grauen Hute bedeckt gewesen sein. Ein abergläubiger Schäfer wollte mit ihm gesprochen haben. Aus der Verwunderung des Reisenden, daß auf der Stelle, wo er vor tausend Jahren nichts als Wald gefunden habe, jetzt ein großes Dorf mit Feldern und Wiesen liege, machte jener den Schluß, daß dieser Fremde kein anderer als eben nur der ewige Jude gewesen sein müsse.[1]

Andernorts heißt es zu einer jüdischen Herkunft:

Andere deutsche Dichter jüdischer Abkunft. Julius Mosen, ein Sachse, Verfasser zahlreicher Dramen, Romane und Epen, wurde durch seine Gedichte „Andreas Hofer“, „Der Trompeter an der Katzbach“ u. a. volkstümlich.[2]

Nach Abschluß des Jurastudiums arbeitete er von 1828 bis 1830 als Rechtsanwaltsgehilfe und ließ sich 1835 als Rechtsanwalt in Dresden nieder. Während seiner Zeit in Dresden bildete sich auch ein literarischer Kreis um ihn mit so bekannten Namen wie Theodor Echtermeyer und Michail Bakunin. Im Jahre 1843 trat Mosen in die Freimaurerloge „Zum goldenen Apfel“ in Dresden ein.


Zu seinem Wirken heißt es:[3]

Julius August Mosen geb. am 8. Juli 1803 zu Marieney im Voigtlande als Sohn des dortigen evangelischen Kirchschullehrers, wurde nach Ablegung seines juristischen Examens (1828) Advokat, lebte als solcher seit 1834 in Dresden und wurde 1844 zum Dramaturgen des Hoftheaters in Oldenburg und zum Hofrate ernannt. Lange hatte er unter einer seine amtliche und dichterische Wirksamkeit lähmenden Krankheit zu leiden, der er erst am 10. Oktober 1867 zu Oldenburg erlag. - Dramen: „Heinrich der Finkler“ (1836), „Otto III.“ (1839), „Der Sohn des Fürsten“ (1858). Epen: „Das Lied vom Ritter Wahn“ (1831), „Ahasver“ (1838). - Novellen: „Der Gang nach dem Brunnen“ (1825), „Die blaue Blume“ (1840), „Das Heimweh“ (1844), „Bilder im Moose“ (1846). - Roman: „Der Congreß von Verona“ (1842). - „Gedichte“ (1836, 1843 u.a., darunter: „Zu Mantua in Banden“ (1832), „Zu Warschau schwuren Tausend auf den Knieen“ (1836), „Der Trompeter an der Katzbach“, „Die letzten Zehn vom vierten Regiment“).


Kurze Einführung in Leben und Werk:[4]

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Werke (Auswahl)

  • Gedichte (PDF-Datei)
  • Heinrich der Finkler, König der Deutschen: Ein historisches Schauspiel in fünf Acten (PDF-Datei)
  • Herzog Bernhard: Historische Tragödie (PDF-Datei)
  • Ahasver, ein episches Gedicht (PDF-Datei)
  • Die Dresdener Gemälde-Galerie (PDF-Datei)
  • Der Gang zum Brunnen: Eine Novelle (PDF-Datei)
  • Der Sohn des Fürsten: Trauerspiel (PDF-Datei)
  • Das Lied vom Ritter Wahn: eine uraltitalische Sage (PDF-Datei)
  • Georg Venlot: Eine Novelle mit Arabesken (PDF-Datei)
  • Der Congress von Verona: ein Roman (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
  • Bilder im Moose: Novellenbuch (PDF-Dateien: 1, Band 2)
  • Theater (PDF-Datei)
  • Erinnerungen (PDF-Datei)

Literatur

  • „Schriftenreihe Große Sachsen - Diener des Reiches“, Heft 08 - „Julius Mosen, ein deutscher Dichter und Volksmann“ von Fritz Alfred Zimmer
  • Die Gartenlaube, Heft 50, S. 789–791, 1867: „Erinnerung an Julius Mosen“ (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. zitiert in: Leonhard Neubaur: „Die Sage vom ewigen Juden“, 1893, S. 28 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. Hugo Fuchs: „Lehrbuch der jüdischen Geschichte“, 1922, S. 215 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  3. Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationallitteratur herausgegeben von Gustav Könnecke (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  4. Adolf Bartels: Geschichte der deutschen Literatur: bd. Die neuere Literatur, 1905, S. 166ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
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