Nationalbolschewismus

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Nationalbolschewismus (Schwarze Front) ist die Bezeichnung einer politischen Strömung, die zur Zeit der Weimarer Republik eine Anlehnung des Deutschen Reiches an die Sowjetunion anstrebte, aber keine weltweite kommunistische Revolution forderte.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Bezeichnung für eine politische Richtung, die im Gegensatz zum internationalistisch eingestellten Sowjetbolschewismus einen nationalen Kommunismus in Deutschland erstrebte. Dabei sollte eine kommunistische Gesellschaftsform eingeführt, jedoch Staat und Volk erhalten werden. Abwertend wurden als Nationalbolschewisten unberechtigt auch solche deutschen Politiker und Militärs bezeichnet, die in der Weimarer Republik für eine stärkere Zusammenarbeit mit der Sowjetunion eintraten, um unter den Bedingungen des Versailler Vertrages eine bessere politische und militärische Lage Deutschlands zu erreichen, ohne kommunistische Wirtschafts- oder Gesellschaftsformen einzuführen.

Der linke Flügel der NSDAP

Innerhalb der NSDAP gab es einen sogenannten linken Flügel, der sich um die Brüder Gregor Strasser und Otto Strasser sammelte und radikal-sozialistische Forderungen vertrat. Dies hatte zur Folge, daß sich die NSDAP spätestens beim Bamberger Parteitag in zwei programmatische Flügel teilte. Der „linke“ Flügel sammelte sich im Norden um die Strasser-Brüder und der „rechte“ im Süden um Adolf Hitler.

Adolf Hitler, der es stets verstanden hatte, verschiedenste Weltanschauungen innerhalb der NSDAP zu sammeln, sah sich nun nach seiner Rückkehr aus der Festung Landsberg einem starken linken Flügel gegenüber, welcher all zu oft nicht mit dem „großen Manitu“, wie man ihn spöttisch im linksnationalsozialistischen Berlin nannte, konform ging. Von diesem Zeitpunkt an kam es häufig zu Flügelkämpfen in der Partei. Trotz der unterschiedlichen Auffassung der Außenpolitik oder konträren Forderungen in wirtschaftlichen Belangen hielten beide Führer, Gregor Strasser sowie Adolf Hitler, einen Bruch für inopportun.

Otto Strasser, ehemaliges SPD-Parteimitglied, der 1925 der NSDAP beitrat, gebildeter, intelligenter und wendiger als sein Bruder Gregor, konnte nie begreifen, warum sein Bruder auf der Hannoverschen Tagung dem Antrag von Joseph Goebbels, der unverhohlen forderte, den „Kleinbürger Adolf Hitler aus der Partei auszuschließen“, nicht stattgegeben hat.

Auf der Bamberger Tagung, an welcher aufgrund der Entfernung und der damit verbundenen Reisekosten nur zwei Vertreter der Strasserschen Gaue im Norden teilnahmen, erklärten die Hitler-Anhänger alle Beschlüsse der Hannoverschen Tagung für ungültig. Joseph Goebbels, der „aufs tiefste beeindruckt“ von Hitlers Rede war, schlug sich nun auf die Seite der Münchner. Der ihm lebenslang eigene Opportunismus brachte ihm als erstes den Gauleiterposten in Berlin. Gregor, der seit jeher aus persönlichen Gründen am charismatischen Hitler festgehalten hatte, nahm an jenem Tag alle Abstimmungen stillschweigend hin. Seinem Ansehen und dem gesamten „linken“ Flügel der Partei fügte das einen erheblichen Schaden zu.

Von nun an sammelte der „rechte“ Flügel der Partei immer mehr Anhänger und schoß nun immer härter gegen die politische Ausrichtung der „Strasser-Leute“. Doch die Strasser-Brüder und ihr Umfeld (insbesondere Herbert Blank, Richard Schapke und Eugen Mossakowky) ließen nicht locker und publizierten in ihrem 1926 gegründeten Kampf-Verlag weitere Schriften, die Forderungen Hitlers entgegentraten. Besonders Otto Strasser trat als scharfer und unverhohlener Kritiker Hitlers hervor und ließ sich trotz wachsender Feindseligkeiten nicht von seinen sozialistischen Standpunkten abbringen. Er mokierte sich immer wieder über Hitlers Kunstauffassung, dessen Rassenverständnis und seine auf dieser aufgebauten außenpolitischen Forderungen. Hitler, der gezwungen war zu handeln, stellte Otto Strasser zur Rede, um den schwelenden Konflikt zu bereinigen. Doch statt der Versöhnung kam es zum endgültigen Bruch zwischen beiden. Strasser bereitete nun seinen Ausstieg aus der Partei vor. So konnte man am 4. Juli 1930 in den Berliner NS-Zeitungen lesen: Die Sozialisten verlassen die NSDAP. Knapp 30 Personen der NSDAP befanden sich unter den Erstzeichnern der Erklärung, die sich innerhalb weniger Wochen verzehnfachten.

„Mit tiefer Sorge haben wir seit Monaten die Entwicklung der NSDAP verfolgt und mit steigender Befürchtung bemerken müssen, wie immer häufiger und in immer wichtigeren Fragen die Partei gegen die Ideen des Nationalsozialismus verstieß. In zahlreichen Fragen der Außenpolitik, der Innenpolitik und vor allem der Wirtschaftspolitik nahm die Partei eine Haltung ein, die immer schwerer in Einklang mit den 25 Punkten gebracht werden konnte.“

Der Plan Strassers, einer „Unabhängigen Nationalsozialistischen Partei“ scheiterte an dem Zögern für ihn wichtiger Personen wie Gregor Strasser, Graf Ernst zu Reventlow oder dem ostpreußischen Gauleiter Erich Koch, die im letzten Moment den Absprung von Hitler nicht wagten. Otto Strasser gründete nun gemeinsam mit Major Buchrucker und Herbert Blank die „Kampfgemeinschaft Revolutionärer Nationalsozialisten“ und schuf mit den „Vierzehn Thesen der deutschen Revolution“ ein weltanschauliches Programm. In seinem Werk „Aufbau des Deutschen Sozialismus“ (1932 verfaßt, 1936 ergänzt) legt Otto Strasser die Richtlinien für ihre nationalsozialistische Weltanschauung fest.

Trotz besserer Organisation und steigender Mitgliederzahlen konnte die durch Beitritt vieler nationalrevolutionärer Kleingruppen zur „Schwarzen Front“ vergrößerte Bewegung keine nennenswerten Erfolge mehr erzielen. Strassers Hoffnung, die alten Mitkämpfer der Partei auf Berufung auf das „unveränderliche Programm der NSDAP“ aus der Partei herauszubrechen und auf seine Seite zu ziehen, mißlang. Die „deutsche Bartholomäusnacht“ (1934), bei der die Putschpläne des neben dem bereits der Politik entsagenden Gregor Strasser auch die anderer Protagonisten der linken Nationalsozialisten vereitelt wurden, setzte den letzten verbliebenen Kräften des „linken“ Flügels der NSDAP – auf Anordnung Hitlers – ein Ende.[1]

Literatur

Fußnoten

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