Nationalsozialismus

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Durch Adolf Hitler geschaffene Hakenkreuzflagge, Nationalflagge des Deutschen Reiches (1935–1945)
Durch Adolf Hitler geschaffene Hakenkreuzflagge, Nationalflagge des Deutschen Reiches (1935–1945)

Der Nationalsozialismus (Abk. NS) ist eine Weltanschauung.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Begriff

Der Nationalsozialismus verbindet völkischen Nationalismus mit Sozialismus.

[bearbeiten] Sozialismus

Da für den Nationalsozialismus das Volk der oberste Wert ist, steht der Sozialismus für eine bestimmte Form der Volksordnung bzw. Volksgenossenschaft. Im NS-Sozialstaat ist jeder Schaffende gleichgeachtet. Den Ideen der Nächstenliebe und Barmherzigkeit setzt der Nationalsozialismus die Pflicht entgegen, mit jedem Opfer für die Gemeinschaft einzutreten. Sozialismus bedeutet für den Nationalsozialismus nicht die Lösung der Arbeiterfrage, sondern die Zusammenordnung aller Deutschen zu einer echten Lebensgemeinschaft.

Der Nationalsozialismus nimmt für sich in Anspruch, den richtigen Weg zur Lösung der sozialistischen Frage gefunden zu haben. Er greift auf die ursprünglichen Lebenswerte zurück und setzt den Menschen als Persönlichkeit wieder in ein vernünftiges Verhältnis zur Gemeinschaft. Er ist die Überwindung individualistischen Denkens und Neuaufbau einer völkischen Gemeinschaft aus gemeinschaftsbewußter Haltung. Dieser Sozialismus wird auch als deutscher Sozialismus bezeichnet.

[bearbeiten] Deutscher Sozialismus

Der deutsche Sozialismus ist nicht auf das Wohl des Einzelmenschen gerichtet. Ausgang und Ziel ist das Volk, seine Erhaltung und Stärkung (siehe Rassenpflege) um die Errichtung einer wahren Volksgemeinschaft, in der der Wert der Einzelpersönlichkeiten nicht nach Herkunft, Vermögen und Stand, sondern allein nach seiner Leistung für die Gemeinschaft bestimmt. Daraus leitet sich das Recht auf Arbeit ab.

Deutscher Sozialismus bedeutet Dienst an der völkischen Gemeinschaft aus nationaler Verpflichtung.

„Wahrer Sozialismus ist höchtes Volkstum.“
- Adolf Hitler

Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit und das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, die Bestrebungen der Deutschen Arbeitsfront und der NS-Volkswohlfahrt, die Errichtung
"Kraft durch Freude" und vor allem das Winterhilfswerk sind Ausdruck sozialistischen, also gemeinschaftsbewußten Wollens von Staat und Partei im Dritten Reich.

[bearbeiten] Die Weltanschauung

Im Mittelpunkt jeder Betrachtung des Nationalsozialismus steht der Begründer Adolf Hitler.
Im Mittelpunkt jeder Betrachtung des Nationalsozialismus steht der Begründer Adolf Hitler.

Der Kern der nationalsozialistischen Weltanschauung ist die Vorstellung vom Volk als dem höheren Wert gegenüber dem einzelnen und dem Staat; der höchste Wert gegenüber Staat und Einzelmensch liegt im Göttlichen. Der Nationalsozialismus sieht im Volk die lebendige Gemeinschaft aus Blut und Boden. Aus dieser Überzeugung heraus gilt das sittliche Gebot Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Seine Auffassung gründet auf dem Gedanken der Volkgsgemeinschaft und der blutsmäßigen Verbundenheit aller Deutschen unter Ablehnung sämtlicher Standes- und Klassengegensätze. Entscheidend für die Stellung des Einzelnen im Nationalsozialismus ist, unabhängig von Herkunft, Besitz und soziale Stellung, die Leistung für die Gemeinschaft.

Der Nationalsozialismus ist eine freiheitliche Weltanschauung. "Freiheit" ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem liberalistischen Begriff der Freiheit, die zu egoistischer Zügellosigkeit ausartet. Der Nationalsozialismus spricht von der inneren Freiheit; Gewissensfreiheit, Freiheit der Seele, Freiheit der vollen Entfaltung der Persönlichkeit zum Nutzen der Gemeinschaft.

Das Ziel des Nationalsozialismus ist das Leben des Menschen in Ehre und Freiheit, der Sicherung und Mehrung des Bestandes des deutschen Volkes, Erweiterung seines Lebens- und Ernährungsbasis und Sicherung der Entwicklung aller friedliebenden europäischen Völker.

In der germanischen Vor- und Frühgeschichte sucht er die deutsche Art zu erfassen.

siehe auch: 25-Punkte-Programm

Reichsparteitag in Nürnberg.
Reichsparteitag in Nürnberg.

[bearbeiten] Totalitätsanspruch

Die nationalsozialistische Bewegung setzt auf den Führergrundsatz. Er bedeutet die Überwindung des parlamentarischen Systems und der Mehrheitsherrschaft auf allen Gebieten des völkischen Lebens. Der Totalitästanspruch bedeutet nicht ein Anspruch auf die totale Macht des Staates (Diktatur), sondern ein Anspruch auf die "Totalität der Idee im Gesamtbereich des politischen Lebens des Volkes." Politischer Führer ist derjenige, der Menschen formen und erziehen kann. In Verbundenheit mit dem Führergrundsatz steht die Kameradschaft, der die Gefolgschaft im Gehorsam und Glauben zu einem verschworenen Orden zusammenschließt. Dabei werden alle Klassen und Stände der Gesellschaft überwunden.

[bearbeiten] Rassegedanken

Der Nationalsozialismus bekennt sich zum Rassegedanken und sieht zwischen Rasse und Volk keine Gegensätze, Rasse sei an die Zeugung gebunden, Volk entsteht als Schicksals- und Blutsgemeinschaft im Ablauf der Geschichte, dem eine Rasse unterworfen ist.

[bearbeiten] Wirtschaft

Der Nationalsozialismus spricht sich gegen eine Eigenständigkeit der Wirtschaft aus, da sie eine dienende Stellung gegenüber dem Volk einzunehmen hat und der Markt nicht für das Kapital da sei. Es gibt im NS-Staat keine aussließlich sich selbst überlassene Wirtschaft. In den Beziehungen zwischen Wirtschaft und Volk sieht der Nationalsozialismus das Volk als das Unverletzliche.

[bearbeiten] Kultur

In der Kultur sieht der Nationalsozialismus die höchste schöpferische Leistung eines Volkes. Folglich sollen alle Bereiche der Kultur von artfremden Einflüssen befreit und geschützt werden.

[bearbeiten] Religion

Der Nationalsozialismus wurzelt in ehrfürchtiger Gotteserkenntnis und anerkennt den göttlichen Ursprung und Sinn des Lebens. Seine Weltanschauung erstrebt die völlige Überwindung des Materialismus und eine Erneuerung, die zur Wiederbesinnung auf das Ewige im Menschen und auf die göttlichen Kräfte führt. So stellen Ehe, Familie und Sippe keinen nur sozialen Zweck dar, sondern bedeuten einen göttlichen Auftrag zur Erhaltung und Steigerung des Lebens. Er wendet sich gegen einen Missbrauch der Religion zu Zwecken der Politik und weist die Kirchen auf ihr religiöses Tätigkeitsfeld zurück, welches er schützt. Er fördert zudem die völkische und arteigene Frömmigkeit, also das Neuheidentum. Im Artikel 24 des Programmes der bekannte sich die NSDAP zum "positiven Christentum", ohne sich damit auf ein Dogma festzulegen.

siehe: Deutsche Glaubensbewegung

[bearbeiten] Erziehungswesen

Die Erziehung im Nationalsozialismus steht unter dem Gesetz, dass die Schule den politischen Menschen zu bilden hat. Dies bildet den völligen Gegensatz der liberalen pädagogischen Auffassung, die grundsätzlich die Politik von der Schule fernhalten will. Der Gegensatz erklärt sich aus der ganz und gar verschiedenen Auffassung des Begriffs "Politik". Politik bedeutete dort Parteigezänk und nörgelnde Kritik der Staatsführung. Der Nationalsozialismus sieht in der Politik ein aufbauendes Erziehungselement und im politischen Menschen einen solchen Menschen, der in allem Denken und Handeln dienend und opfernd in seinem Volke wurzelt und der Geschichte und dem Schicksal seines Staates ganz und unabtrennlich zuinnerst verbunden ist. Charakteristisch für die nationalsozialistische Erziehung ist, dass die körperliche Ertüchtigung neben der Ausbildung geistiger Fähigkeiten an erster Stelle steht.

Im Dritten Reich gab es drei Stufen, die als das deutsche Schulwesen dastehen:

  1. die Volksschule mit vier unteren und vier oberen Klassen,
  2. die Mittelschule mit sechs Klassen,
  3. die Höhere Schule mit acht Klassen.

Die Volksschule sollte den Schülern ein Wissen und Können vermitteln, das sie in jedem Berufe sofort und jederzeit voll einsatzfähig macht. Die Mittelschule sollte einer bestimmten Kategorie von Menschen, die eine über das Mittelmaß hinausreichende, aber vorzugsweise praktisch gerichtete Begabung haben, die Möglichkeit einer gehobenen Schulbildung geben. Sie trug der Tatsache Rechnung, dass es eine Unzahl menschlicher Veranlagungen gibt, für die der Stoffkreis der Höheren Schule eine unzweckmäßige Belastung ist. Die Höhere Schule ist durch die beiden Formen: die deutsche Oberschule und das humanistische Gymnasium vertreten und bildet die Einführung zur Hochschule.

Im Sinne der Förderung der nationalsozialistischen neuen Elite wurden besondere NS-Ausleseschulen, die von unterschiedlichen Flügeln des Nationalsozialismus getragen wurden, gegründet: vor allem die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA, volkstümlich „Napola“), die Adolf-Hitler-Schulen, die Reichsschule der NSDAP, die SS-Junkerschulen und die weiterführenden Ordensburgen. Zur Erziehung im nationalsozialistischen Sinn sollten auch die Deutschen Heimschulen als Internatsschulen beitragen, die vor allem ab 1942 eingerichtet wurden. Zu ihnen gehörte die Deutsche Heimschule Schloß Iburg.

[bearbeiten] Weitere Merkmale

Vom stärksten Eindruck wirkt die Parole Du bist nichts, dein Volk ist alles! bei den gewaltigen Aufmärschen und brillianten Masseninszenierungen.
Vom stärksten Eindruck wirkt die Parole Du bist nichts, dein Volk ist alles! bei den gewaltigen Aufmärschen und brillianten Masseninszenierungen.

Die nationalsozialistische Weltanschauung wendet sich ua. gegen die Ideenwelt der Französischen Revolution von 1789, sowie gegen den Liberalismus, Marxismus und Materialismus. Zudem lehnt er den Imperialismus ab und fordert die Achtung fremden Volkstums. Im Bolschewismus und dem jüdischen Einfluß auf die Weltpolitik sieht er eine Gefahr für Europa. Eine weit verbreitete Meinung ist, daß der Nationalsozialismus eine "deutsche Auflage" des Faschismus durch Hitler wäre. So verwendeten häufig die osteuropäischen Staaten gerne den Kunstbegriff Hitler-Faschismus oder setzten den Nationalsozialismus dem Faschismus ganz und gar gleich. Zwar ist der Nationalsozialismus dem italienischen Faschismus unter Benito Mussolini verwandt im autoritären Aufbau des Staates, in der Ablehnung des Liberalismus und Parlamentarismus und der Bekämpfung des Marxismus, jedoch bestehen große Weltanschauliche Gegensätze. Dem Bekenntnis zum Volk (Gemeinschaft aus Blut und Boden) steht das staatliche Denken des Faschismus gegenüber, der eine entschiedene imperialistische Auffassung vertritt. Der Faschismus arbeitet auf eine kapitalistische Wirtschaftsordnung hin, entgegen einen nationalen Sozialismus. Zudem ist der Faschismus im Allgemeinem stark an die römisch-katholische Kirche gebunden. Die wichtigsten Gesetze zur Zeit des Nationalsozialismus wurden durch Volksabstimmungen legitimiert.

[bearbeiten] Kritik

Der Nationalsozialismus negiert die Existenz der vorausgehenden bürgerlichen Eliten und lehnt das aristokratische Leitbild ebenso ab. Der deutsche Nationalsozialismus kann als direkte Folge der Zerschlagung der Aristokratie und der Eliten im Deutschen Reich infolge des sogenannten Versailler Vertrages gesehen werden. Es entstand ein Vakuum, das nur durch eine völlig neue Antwort auf die Fragen der damaligen Zeit gefüllt werden konnte. Er war die einzig mögliche Antwort auf das grauenhafte Unrecht, das dem Deutschen Volke angetan wurde. Durch die vorhergehende Ausschaltung der Führungsschichten war es nun nur dem Volke selbst, unter dem Banner einer gemeinsamen sozialistischen Idee, möglich, seine Selbstachtung zu erhalten. Dies führte zwangsläufig zu einem teilweisen Zerrbild und der Überhöhung der eigenen Stellung als einziger Möglichkeit des Volkes zur Gegenwehr. Die Geburtsstätte des Nationalsozialismus heißt "Versailles".

[bearbeiten] Geschichte

zur Entstehung des Nationalsozialismus, Drittes Reich usw. siehe: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und Drittes Reich.

Der Nationalsozialismus ordnete das deutsche Leben dem Blut gemäß neu und verband alle Deutschen durch eine einheitliche Weltanschauung, die ihren sichtbaren Ausdruck in der Neuordnung der Volksgemeinschaft (geschaffen durch Auflösung aller Interessensverbände, Verbot und Selbstauflösung der Parteien bzw. politischen Verbänden und Gleichschaltung der Vereine) und ihrer großen sozialen, kulturellen und staatlichen Einrichtungen.

Reichsadler ab 1935
Reichsadler ab 1935

Adolf Hitler führte Deutschland aus der Schmach von Versailles und schuf "das Reich", welches alle Volksstämme deutschen Blutes vereinigte. Der Historiker Ernst Nolte sagte in einem Spiegel-Gespräch:

"...die nationalsozialistische Antwort scheiterte und mit ihr Deutschland. Tragisch? Gewiß."[1]

Die Propagierung und Fortsetzung nationalsozialistischer Ideen und Ziele - auch mit den damaligen Symbolen - gilt heute in vielen Ländern als strafbar.
(siehe auch: Volksverhetzung)
Horst Mahler verteidigte mehrfach das Bekenntnis zum Nationalsozialismus als "Glaubensbekenntnis, das nicht strafbar sein könne. Der Deutsche Gruß sei Manifestation dieses Bekenntnisses."[2]

[bearbeiten] Zitate

  • "Wer Führer sein will, trägt bei höchster, uneingeschränkter Autorität auch die letzte und schwerste Verantwortung." - Adolf Hitler
  • "Der Nationalsozialismus war eine europäische Antwort auf die Frage eines Jahrhunderts. Er war die edelste Idee, für die ein Deutscher die ihm gegebenen Kräfte einzusetzen vermochte. Er war eine echte soziale Weltanschauung und ein Ideal blutbedingter kultureller Sauberkeit." - Alfred Rosenberg, aus einer Schrift, vor den Nürnberger Prozessen in der Gefängniszelle verfaßt
  • "Ich für meine Person will mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun haben." - Sophie Scholl
  • "Mich hat der Teufelsdreck, der sich Nationalsozialismus nennt, den Hass gelehrt. Zum ersten Mal in meinem Leben den wirklichen, tiefen, unauslöschlichen, tödlichen Hass." - Thomas Mann, Erklärung vom 8. November 1945 in BBC London
  • "Der Nationalsozialismus ist weder antikirchlich noch antireligiös, sondern im Gegenteil, er steht auf dem Boden eines wirklichen Christentums." - Adolf Hitler
  • "Für mich aber und aller wahrhaften Nationalsozialisten gibt es nur eine Doktrin: Volk und Vaterland." - Adolf Hitler
  • "Wir haben in der Vergangenheit nicht deutlich gemacht, dass Nationalsozialisten in erster Linie Sozialisten waren und dass Nationalsozialisten Leute waren, die im Großen und Ganzen kollektivistische Lösungen angestrebt und durchgeführt hatten." - Edmund Stoiber, 1979 auf dem Parteitag der CSU; zitiert in Spiegel-online vom 25. März 2007
  • "Auch der neue Staat wird und will nicht Unternehmer sein. Er wird nur den Einsatz der Arbeitskraft der Nation insoweit regeln, als es zum Nutzen aller notwendig ist. Und er wird den Arbeitsprozess nur soweit beaufsichtigen, als es im Interesse aller Beteiligten sein muss." - Adolf Hitler

[bearbeiten] Verweise

[bearbeiten] Literatur


[bearbeiten] Literatur

[bearbeiten] aus der Zeit des Nationalsozialismus

[bearbeiten] über den Nationalsozialismus nach 1945

  • Gerhard Paul: Aufstand der Bilder. Die NS-Propaganda vor 1933, 2. Aufl., Bonn 1992, ISBN 3-8012-5015-6
  • Christian Tilitzki: Die deutsche Universitätsphilosophie in der Weimarer Republik und im Dritten Reich. 2 Teilbände

[bearbeiten] Fußnoten

  1. ^ Der Spiegel vom 3.10.1994: "Ein historisches Recht Hitlers"?
  2. ^ "Der Nationalsozialismus ist eine Weltanschauung. Die Freiheit des weltanschaulichen Bekenntnisses ist unverletzlich. Also kann der Hitlergruß keine Straftat sein."

[bearbeiten] Siehe auch

[bearbeiten] Verweise

Das "Gesetz über Volksabstimmungen vom 14.07.1933" im Wortlaut (documentArchiv.de)

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