Neue Reichskanzlei

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Eingangsbereich

Die Neue Reichskanzlei in Berlin war von 1939 bis 1945 der Sitz der Amtsstelle des Führers und Reichskanzlers des Deutschen Reiches. Die Errichtung des Gebäudes in den Jahren 1938/39 lag in den Händen des Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt, Architekt Albert Speer.

Inhaltsverzeichnis

Der Bau

Am 11. Januar 1938 wurde der Neubau der Neuen Reichskanzlei an der Wilhelm-/Ecke Voßstraße beschlossen. Mitte März 1938 konnte der Architekt Albert Speer mit dem eigentlichen Neubau beginnen. Am 10. Januar 1939 sollte der Bau von 421 Metern Länge vollendet sein, da der Führer Adolf Hitler an diesem Tag beim diplomatischen Neujahrsempfang die Botschafter des Auslandes bereits im Neubau begrüßen wollte.

In nur neun Monaten schufen Albert Speer und sein Stab, Architekten, Künstler, Arbeiter und Handwerker aus dem ganzen Deutschen Reich das Werk, das in klassisch-moderner Form das Deutsche Reich repräsentieren sollte. Als Hoheitszeichen des Reiches bekrönte ein Adlerrelief mit Hakenkreuz das Hauptportal, geschaffen von der Hand des Bildhauers Kurt Schmid-Ehmen. Josef Thorak schuf die Plastik eines Pferdes, aufgestellt vor der Gartenfront des Gebäudes.

Die Neue Reichskanzlei erstreckte sich über die gesamte Länge der Voßstraße und war mit dem Altbau der Reichskanzlei durch einen Übergangsbau verbunden. Die Erweiterung von Eduard Siedler aus dem Jahre 1930 wurde nicht abgerissen, sondern mit einer Durchfahrt versehen, die in den Ehrenhof des Neubaus führte, der der Auftakt zu einer Abfolge mehrerer repräsentativer Räume war, die als Achse von Osten nach Westen durch das Gebäude führten und bis zum Arbeitszimmer des Führers eine Länge von rund 250 Metern hatten.

Ehrenhof

Skulpturen von Arno Breker im Ehrenhof

Der rundum geschlossene Ehrenhof, der nur nach oben hin offen war, war der Auftakt zu der repräsentativen Hauptachse des Gebäudes. Am westlichen Ende des Hofes standen, den Eingang flankierend, zwei Skulpturen von Arno Breker: „Die Wehrmacht“ und „Die Partei“.

Mosaiksaal

Hinter dem Ehrenhof folgte nach einem Foyer als Eingangsbereich der erste Repräsentationsraum, der Mosaiksaal, ein vollkommen fensterloser Saal, der ausschließlich über ein kassettiertes und vierfach zurückgestaffeltes Oberlicht belichtet wurde und dessen Wände und Fußboden vollständig mit Saalburger Marmor verkleidet waren. Die Wände waren mit Mosaiken des Künstlers Hermann Kaspar geschmückt, die paarweise angeordnete Adler und verschiedene andere Motive, teilweise allegorisch, darstellten. Den Fußboden bedeckten Platten aus Saalburger Marmor im Format von 1,80 x 1,80 m, die von ornamentalen gold-grauen Mosaikbändern gefaßt waren. Der Mosaiksaal wurde nach der Fertigstellung des Neubaus bis 1945 für zahlreiche Veranstaltungen genutzt, z. B. für Reden, Versammlungen, Ehrungen und Trauerfeiern (z. B. die Trauerfeier für Reinhard Heydrich) und war der wichtigste Veranstaltungssaal in der Neuen Reichskanzlei.

Runder Saal

Als nächster Raum folgte in der Achse der Runde Saal. Dieser kreisrunde Saal löste auf geschickte Weise das Problem des „Knicks“, der notwendig war, um die folgende Hauptachse der Raumfolge auf die Voßstraße auszurichten; er diente als Gelenk, um diesen in der Raumfolge optisch zu verbergen. Vom Runden Saal, der ebenfalls durch ein, in diesem Fall kreisrundes, Oberlicht belichtet wurde, führte die Achse weiter in die Marmorgalerie.

Marmorgalerie

Des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler Arbeitszimmer mit 390 Quadratmetern in der Neuen Reichskanzlei

Die Marmorgalerie diente als Durchgangsraum und erstreckte sich über den gesamten Mitteltrakt des Gebäudes. Mit 146 Metern Länge, 12 Metern Breite und 9,50 Metern Höhe war diese Galerie der größte Raum der Neuen Reichskanzlei und endete im Großen Empfangssaal, der bei der Eröffnung des Bauwerkes noch nicht seine endgültige Gestaltung erhalten hatte und, wegen des 1939 von England entfesselten europäischen Krieges, der durch den Eintritt der VSA zum Weltkrieg wurde, auch nicht mehr erhalten sollte.

An den Wänden zwischen den Türen, die zu den verschiedenen Zimmern führten, hingen große Gobelins aus verschiedenen deutschen Museen und Galerien lediglich als Zwischenlösung. Die eigentlich für diese Wandflächen geplanten Gobelins des Malers Werner Peiner, je 5,40 Meter hoch und 10 Meter breit, die wichtige Schlachten der deutschen Geschichte darstellen sollten (u. a. die Ungarnschlacht auf dem Lechfeld und die Schlacht von Kunersdorf) wurden wegen der Niederlage niemals fertiggestellt. Die hellen Wände bestanden aus Stuckmarmor, die großen Wandleuchter waren aus vergoldeter Bronze.

Auf halber Länge der Marmorgalerie führte eine Tür in den eigentlichen Arbeitsraum Adolf Hitlers. Diese Tür zum Arbeitszimmer des Reichskanzlers war sechs Meter hoch und, wie die übrigen Türen der Galerie, aus Mahagoniholz.

Arbeitszimmer des Führers

Ansicht der Ministerplätze in der Neuen Reichskanzlei

Das Arbeitszimmer des Reichskanzlers war 27 Meter lang und fast 15 Meter breit. Der Raum war fast 10 Meter hoch und war das Zentrum der Reichskanzlei. Die Wände bestanden aus dunkelrotem, ostmärkischem Marmor, die Wandfelder aus dunkelbraunem Ebenholz.

Der Fußboden war ebenfalls aus Marmor, wurde aber weitgehend von einem einzigen sehr großen Teppich bedeckt, die Kassettendecke war aus Palisanderholz. 6 Meter hohe Fenstertüren führten links zum Säulenvorbau der Gartenseite.

Gegenüber dem Schreibtisch hing ein Gemälde von Franz von Lenbach, das den Reichsgründer Otto von Bismarck darstellt. Der Führer hat den Neubau der Reichskanzlei ausschließlich für politische, militärische und gesellschaftliche Anlässe genutzt, seine Dienstwohnung befand sich weiter in der Alten Reichskanzlei, die über einen Verbindungsflügel mit dem Neubau verbunden war.

Weitere Räume

Zu den weiteren bedeutenden Räumen in der Neuen Reichskanzlei gehörten der Kabinett-Saal (in dem niemals das Reichskabinett getagt hat), der mit Holztäfelungen an den Wänden und Parkettfußböden versehen war, um eine besonders gute Akustik zu schaffen und der Speisesaal, im Garten war ein großes Gewächshaus errichtet worden.

Ab 1943 wurde im Garten der Neuen Reichskanzlei auch der Kanzleibunker angelegt. Dieser Bunker, der inoffiziell auch als „Führerbunker“ bezeichnet wird, ist nicht mit dem Bunker unter der Neuen Reichskanzlei identisch, wird aber mit diesem häufig verwechselt. Letzterer wurde im Rahmen der Errichtung der Neuen Reichskanzlei gebaut, ersterer erst während des Krieges.

Adolf Hitler plante die Neue Reichskanzlei nur für einige Jahre selbst zu verwenden, der endgültige Amtssitz des Führers des Großdeutschen Reiches war das am Großen Platz geplante Führerpalais, das ebenfalls von Albert Speer entworfen, aber aufgrund der Kriegsumstände nicht begonnen wurde.

Rezeption und Bedeutung im nationalsozialistischen Staat

Der Neuen Reichskanzlei kam als „erstes Haus des Großdeutschen Reiches“ eine überragende Bedeutung in der Außenwirkung des nationalsozialistischen Staates zu, die sich in der massiven Verwendung des Bauwerks in der damaligen Propaganda zeigt. So wurde die Neue Reichskanzlei nicht nur in dem NS-KulturfilmDas Wort aus Stein“ gezeigt, sondern es erschienen im Buchhandel Prachtbände über den Bau, in denen das Gebäude ausführlich beschrieben und erklärt wurde. Auch in den Wochenschauen wurde das Gebäude so oft wie möglich gezeigt, so daß es bereits nach kurzer Zeit zu einem Symbol des nationalsozialistischen Deutschlands wurde – eine Rolle, die dem Bau zum Verhängnis werden sollte.

Bildergalerie

Nach dem Zusammenbruch

1945 wurde die Reichskanzlei durch anglo-amerikanische Terrorbomber beschädigt, aber dank der massiven Konstruktionsweise blieb der Bau in seinen wesentlichen Bereichen in einem wiederaufbaufähigen Zustand erhalten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Bau dann aber auf Veranlassung der sowjetischen Besatzungsmacht absichtlich zerstört, und damit nicht nur ein Bauwerk von größter zeitgeschichtlicher Bedeutung, sondern eines der letzten Meisterwerke der deutschen Baukunst mutwillig vernichtet.

Legenden, daß die Steine der Neuen Reichskanzlei für den Bau des sogenannten sowjetischen Ehrenmals in Berlin-Treptow zur Verherrlichung der kommunistischen Okkupanten verwendet wurden, konnten von neueren Untersuchungen nicht bestätigt werden. Auch der braunrote Marmor aus dem Mosaiksaal (in einer anderen Version aus der Marmorgalerie) fand, anders als behauptet, keine Verwendung als Wandverkleidung des U-Bahnhofes Mohrenstraße, dessen Eingang sich direkt neben der ehemaligen Reichskanzlei befindet. Die dortigen Natursteinplatten wurden nachweislich erst in der DDR-Zeit aus einem Thüringer Steinbruch in Tegau geliefert und eingebaut.

Durch den Bau der Berliner Mauer durch das SED-Regime befand sich das Gelände, auf dem die Neue Reichskanzlei gestanden hatte, größtenteils für viele Jahrzehnte im Todesstreifen und war weder von Westen noch von Osten aus erreichbar. Lediglich auf dem östlichen Abschnitt der Straße entstand in den 1980er Jahren eine neue Wohnbebauung im Plattenbaustil der DDR, auf die Geschichte des Ortes und die verschwundene Reichskanzlei wies zu Zeiten der SED-Diktatur nichts hin. Mit dem Fall der Mauer 1989 und der Wiedervereinigung von West- und Mitteldeutschland 1990 war das gesamte Gelände an der Voßstraße wieder der Öffentlichkeit zugänglich und sollte ursprünglich der Standort der Vertretungen aller Bundesländer der BRD werden.

Wegen der angeblichen historischen Belastung durch die frühere Reichskanzlei wurde der Plan aber weitgehend fallengelassen, nur auf dem Gelände des Gartens der Reichskanzlei entstanden Ländervertretungen (Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg). Auf dem Gelände der Kanzlei selber, an der Voßstraße, wurden in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts mehrere banale und architektonisch unbedeutende Bürobauten errichtet, ein Teil des Geländes ist nach wie vor unbebaut bzw. wird als Parkplatz genutzt. Auf den früheren Standort der Reichskanzlei weisen einige Tafeln hin, die aber ausnahmslos ein vollkommen verzerrtes und verfälschtes, antideutsches Geschichtsbild im Sinne der Umerziehung und des Schuldkults vermitteln und von Shoaismus-Beauftragten aufgestellt wurden.

Filmbeitrag

Siehe auch

Literatur

  • Albert Speer: Die Neue Reichskanzlei (pdf-Datei, 35 MB) – über den Bau der Neuen Reichskanzlei von Adolf Hitler (1940)
  • Arndt-Verlag, Hg.: Hitlers Neue Reichskanzlei, „Haus des Großdeutschen Reiches“ 1938–1945 (Klappentext)
  • Mortimer G. Davidson: Kunst in Deutschland 1933–1945, Bd. 3 Architektur, Grabert-Verlag, Tübingen 1995, ISBN 978-3-87847-111-0 [Repräsentatives Standardwerk; Atlasformat, 624 Seiten, 1012 Abbildungen. Beschreibung auf der Netzpräsenz des Buchdienstes Hohenrain]
  • Thomas Fischer: Die Verteidigung der Reichskanzlei 1945: Kampfkommandant Mohnke berichtet (2007)
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