Lenau, Nicolaus

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Nikolaus Lenau.jpg
Lenau Unterschrift.gif
Nikolaus Lenau’ Grab
Köln, Friedhof Melaten

Nikolaus Niembsch von Strehlenau, eigentlich Nikolaus Franz Niembsch, gewöhnlich nur mit seinem Dichternamen Nicolaus [Nikolaus] Le[h]nau genannt (Lebensrune.png 15. August 1802 zu Czatad (Lenauheim) in Österreich-Ungarn in der Nähe von Temesvar, Todesrune.png 22. August 1850 in Oberdöbling bei Wien) war ein deutscher Schriftsteller (Banater Schwabe) aus Österreich-Ungarn während der Biedermeierzeit.

Leben

Als Kind schon lernte er das Gitarren- und Geigenspiel. Nach dem frühen Tod des Vaters erzog ihn seine Mutter allein. Er lebte dann mit seiner wiederverheirateten Mutter zunächst in Pest, dann in Tokaj und Pressburg. Früh schon zeigte sich sein musisches Talent. Bereits sein Hauslehrer in Tokaj sagte ihm eine große Zukunft voraus. Als sich nach dem Tod des Stiefvaters die Lebensverhältnisse der Familie wieder verschlechtert hatten, begann eine schwierige Zeit. Zum Teil lebte Lenau in Notunterkünften, wie zum Beispiel in einer Friedhofskapelle. Bald darauf starb auch seine Mutter.

Lenau studierte zu Wien Jurisprudenz und wandte sich dann der Medizin zu. Weiterhin versuchte er sich in Philosophie, Landwirtschaft und Medizin in Wien, Ungarisch-Altenburg, später in Heidelberg. Er lebte dann als freier Schriftsteller. Von früh auf eine eigentümliche, zugleich feurige und melancholisch gestimmte Natur, sprach Lenau die wechselnden Stimmungen seines Inneren und die Zerrissenheit seiner Zeit in lyrischen und lyrisch-epischen Dichtungen aus. Der Lyriker schloss in seiner Wahlheimat Stuttgart, wo er sich als Schwabe heimisch fühlte, auch Bekanntschaft mit schwäbischen Dichtern wie Justinus Kerner und Ludwig Uhland. 1832 trat er eine Reise in die USA an, von der er jedoch schon nach einigen Monaten wieder zurückkehrte.

„Mein Aufenthalt in der neuen Welt,“ sagte er später, „hat mich von der Chimäre von Freiheit und Unabhängigkeit, für die ich mit jugendlicher Begeisterung schwärmte, geheilt. Ich habe mich dort überzeugt, daß die wahre Freiheit nur in unserer eigenen Brust, in unserem Wollen und Denken, Fühlen und Handeln ruht.“

Von da an bis zu seinem geistigen Zusammenbruch 1844 führte er ein unruhiges Pendelleben zwischen Wien und der Wahlheimat Schwaben; mehrere Verlobungen brach er ab. Sein letztbegonnenes und unvollendetes Gedicht: »Don Juan« (im Nachlaß erschienen), schloß sich in der Kompositionsweise völlig dem »Faust« von Johann Wolfgang von Goethe an.

Am 28. Juni 1844 kam Nikolaus Lenau, der kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand, auf Verordnung seines Stuttgarter Arztes nach Baden-Baden. In der Kurstadt wollte er eigentlich seinen "Don Juan" beenden, unternahm statt dessen jedoch Ausflüge in die Umgebung, genoss das Leben eines Urlaubers und traf sich mit Freunden aus dem schwäbischen Dichterkreis. Seine letzte große Liebe entflammte ebenfalls in der Kurstadt. Sobald Nikolaus Lenau Marie Behrend begegnete, verliebte er sich unsterblich in sie und beabsichtigte, sie zu heiraten. Zur Hochzeit sollte es allerdings nicht kommen, da sich Nikolaus Lenaus Gesundheitszustand dramatisch verschlechterte.

Wahrscheinlich hatte Lenau einen Schlaganfall oder eine Nervenentzündung, die zu einer Lähmung führte, denn in einem Brief schrieb er:

„Nach einer Einsicht in die Reinbeck’schen Wirthschaftsbücher hab’ ich mich überzeugt, daß ich selbst in Stuttgart mit weniger als 2000 Gulden rheinisch als verheiratheter Mann nicht bestehen könnte. Wie wenig ich auf meine poetischen Erwerbnisse sicher zählen kann, ersehe ich aus dem bodenlosen Mißmuthe, in welchen mich schon jetzt eine bloße theoretische Berechnung meines wahrscheinlichen künftigen Elends gestürzt hat. Letzten Sonntag, vor vier Tagen, saß ich mit Reinbeck beim Frühstück. Da fiel mir plötzlich das ganze Gewicht meiner Lage auf’s Herz. Ich sprang auf mit einem Aufschrei des höchsten Zorns und Kummers, und im gleichen Augenblick fühlte ich einen Riß durch mein Gesicht. Ich ging an den Spiegel, sah meinen linken Mundwinkel in die Höhe gezerrt, und die rechte Wange war total starr und gelähmt.“

Nach einem darauf folgenden endgültigen Nervenzusammenbruch wurde er in die Irrenanstalt Oberdöbling bei Wien gebracht. Fast sechs Jahre dämmerte er bis zu seinem Tode dahin. Er starb im Alter von 48 Jahren.

Lenau - Der Pechvogel.jpg

In seinem Gedicht „Der Pechvogel“ schrieb er unter anderem:

„Drei Dinge hätt’ ich gern vollbracht:
Gestanden einmal in der Schlacht,
Ein holdes Weib als Braut errungen,
Ein Söhnlein froh im Arm geschwungen.“

Bericht aus der Zeitung Die Gartenlaube aus dem Jahre 1863 über sein Leben:

Nicolaus Lenau - Die Gartenlaube (1863) 164.jpg Die Gartenlaube (1863) 165 Nicolaus Lenau.jpg Nicolaus Lenau - Die Gartenlaube (1863) 166.jpg Nicolaus Lenau - Die Gartenlaube (1863) 167.jpg Nicolaus Lenau - Die Gartenlaube (1863) 168.jpg

Gedichte (Auswahl)

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Ein Schwarzwald-Gedicht:

Wildverwachs'ne dunkle Fichten,
Leise klagt die Quelle fort;
Herz, das ist der rechte Ort
Für dein schmerzliches Verzichten!
Grauer Vogel in den Zweigen,
Einsam deine Klage singt,
Und auf deine Frage bringt
Antwort nicht des Waldes
Schweigen.
Wenn's auch immer Schweigen bliebe,
Klage, klage fort; es weht,
Der dich höret und versteht,
Stille hier der Geist der Liebe.
Nicht verloren hier im Moose,
Herz, dein heimlich Weinen geht,
Deine Liebe Gott versteht,
Deine tiefe, hoffnungslose!

Siehe auch

Schriften (Auswahl)

Literatur

Verweise