Schultze, Norbert

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Norbert Schultze (1911–2002)

Norbert Schultze (Lebensrune.png 26. Januar 1911 in Braunschweig; Todesrune.png 14. Oktober 2002 in Bad Tölz), mit bürgerlichem Namen Norbert Arnold Wilhelm Richard, war ein deutscher Komponist und Dirigent. Er verwendete bei seinen Kompositionen auch die Pseudonyme Frank Norbert, Peter Kornfeld und Henri Iversen. Seine bekannteste Melodie ist die des Liedes „Lili Marleen“, gefolgt von der Melodie der Filmmusik „Bomben auf Engelland“.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

In Braunschweig stand das Geburtshaus des Komponisten. Mit 17 Jahren durfte er – zum Jubiläum seiner Schule – seine erste Bühnenmusik zu Shakespeares „Was ihr wollt“ schreiben. Es wurde eine Oper. Sie dauerte fünf Stunden, davon allein die Ouvertüre zwanzig Minuten. Er entwarf auch selbst das Bühnenbild, spielte und sang und führte mit Hilfe eines Lehrers Regie.

Zunächst sollte Norbert Schultze Philologe werden. Sein Vater aber besann sich eines besseren: er erkannte das Talent seines Jungen und schickte ihn auf die Staatliche Hochschule für Musik in Köln. Bald saß der Zwanzigjährige in der Meisterklasse seines verehrten Lehrers Professor Hermann Abendroth. Der Anfang war gemacht. Die großen Träume waren da: Opernkapellmeister und dann freischaffender Komponist. Bei der Wigman-Tanzschule in Köln begann Norbert Schultze als begleitender Pianist, dann assistierte er als Regie-Volontär am Kölner Opernhaus und wurde dann einer der „Vier Nachrichter“ in München. Mit den Nachrichtern zog er nun durch ganz Deutschland. Er komponierte und dirigierte für das neue Unternehmen. Seine Frau, die Schauspielerin Vera Spohr, lockte ihn von den Nachrichtern weg. 21 Jahre alt, gründete Norbert Schultze schon einen eigenen Hausstand. Als Chordirektor und Korrepetitor in Heidelberg erreichte er sein erstes sehnsüchtiges Ziel: er stand nun „am Pult“, dirigierte „Fidelio“ und „Der fliegende Holländer“.

Singstunde im Hause Norbert Schultzes. – Der junge Komponist mit seiner Gattin und dreien seiner vier Sprößlinge beim Studium eines neuen Singspiels für Kinder

1933 war Schultze am Landestheater in Darmstadt, 1934 am Volkstheater in München, 1935 in Berlin als Aufnahmeleiter und Programmbeirat bei Telefunken.

1936 gelang ihm an der Hamburger Staatsoper der große musikalische Erstlingserfolg mit seiner Oper für kleine und große Leute „Schwarzer Peter“. Innerhalb von sechs Wochen schrieb Schultze in Hamburg die ganze Opernpartitur neu. „Schwarzer Peter“ wurde ein stürmischer Erfolg für den jungen Komponisten. In vielen Städten durfte er nun seine Oper selbst am Pult betreuen, in Berlin und Hamburg dirigierte er fast alle Vorstellungen.

Nach „Schwarzer Peter“ entstanden zwei Tanzspiele: „Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“.

Norbert Schultze kam später nach vielen Bemühungen, die alle fehlschlugen, eines Tages gleich zu drei Filmmusik-Aufträgen. Immer war sein Ideal, für den Film eine neue musikalische Form zu suchen. Schultze war sich im klaren darüber, daß dieser Vorstoß nur mit einem gleichdenkenden Regisseur erfolgen könne. In Paul Verhoeven fand Norbert Schultze einen Filmregisseur, der gleich in der ersten Gemeinschaftsarbeit, „Renate im Quartett“, die musikalischen Absichten verwirklichte. „Gold in New Frisco“ und „Aus erster Ehe“ sind weitere Filme, die Schultze und Verhoeven in enger Zusammenarbeit schufen. Helmut Käutner, auch einer der „Vier Nachrichter“, übergab ihm die musikalische Gestaltung des Films „Frau nach Maß“. Zwei große abendfüllende Kulturfilme, „Der Stern von Tetuan und „Das neue Asien“, tragen die packende orchestrale Signatur Norbert Schultzes.

Seine größte Filmkomposition aber heißt „Feuertaufe“. In diesem Hans-Bertram-Film vom Einsatz der deutschen Luftwaffe während des Polenfeldzuges war es möglich, lange Strecken durchzukomponieren. In diesem Film braust das Lied „Bomben auf Polenland“ auf. Es heroisiert die Tapferkeit und den Angriffsgeist der deutschen Bombenflieger. Norbert Schultze hat es mit männlicher Kraft und motivischem Schwung komponiert. Dann rief ihn die Tobis zur Fertigstellung der Musik für den „Bismarck“-Film nach Berlin. Sie ist vollendet und durch ein der Vergessenheit entrissenes Ballett von Leo Delibes, das 1866 entstand, zur Skizzierung der historischen Kulisse bereichert worden.

Schultze wurde im Rahmen der „Entnazifizierung“ als „Mitläufer“ eingestuft, d. h., nach Zahlung einer „Verfahrensgebühr“ von DM 3.000,– bekam er eine sofortige Arbeitserlaubnis. Da die genannten Lieder bis zum heutigen Tag der Gema-Gebührenordnung unterliegen, hat Schultze testamentarisch verfügt, daß sämtliche Tantiemen seiner von 1933 bis 1945 entstandenen Werke, also auch die seiner Märchenoper „Schwarzer Peter“, dem Deutschen Roten Kreuz zufließen. Dies geschieht bis in die Gegenwart.

Schultze leitete von 1953 bis 1968 seinen eigenen Musikverlag und Bühnenvertrieb. Er blieb seinem Metier treu und schrieb weiterhin zahlreiche Opern, Operetten (z. B. „Regen in Paris“), Musicals, Ballette (darunter „Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“ [Verfilmung 1956]), Filmmusiken und Lieder.

Schultze wurde 1961 zum Präsidenten des Verbandes deutscher Bühnenschriftsteller und -komponisten gewählt, von 1973 bis 1991 war er Vorstandsmitglied im Deutschen Komponistenverband. Bis 1996 bekleidete er Ämter im GEMA-Aufsichtsrat, im Kuratorium der GEMA-Sozialkasse und bei der Versorgungsstiftung der deutschen Komponisten. Seinen Lebensabend verbrachte der Tonsetzer mit seiner dritten Frau Brigitt Salvatori (Hochzeit Ostern 1992) vor allem auf Mallorca, pendelte aber auch oft nach Bayern.

Überblick über sein Schaffen

Titel des Komponisten (Auswahl)

  • Ich möchte so sein wie du mich willst
  • Bomben auf Engeland
  • Panzer rollen in Afrika vor
  • Von Finnland bis zum Schwarzen Meer
  • Lied der Panzergruppe Kleist
  • Lili Marleen
  • Nimm mich mit, Kapitän, auf die Reise (hier stammt auch der Text von Norbert Schultze)
  • Kleine weiße Möwe
  • Ach ich hab in meinem Herzen darinnen
  • Oh signorina-rina-rina
  • Trippel-trappel Pony

Bühnenwerke

  • 1934: Urlaub vom Alltag, musikalisches Lustspiel
  • 1936: Schwarzer Peter, Märchenoper, in Hamburg uraufgeführt
  • 1937: Der Struwwelpeter, Ballett-Pantomime mit Gesang
  • 1937: Maria im Walde, Krippenbild mit Ballett und Gesang
  • 1938: Max und Moritz, Ballett-Pantomime mit Gesang
  • 1939: Der Teufel ist los, Singspiel für Kinder
  • 1943: Das kalte Herz, Märchenoper
  • 1949: Wir können uns das leisten, Revue
  • 1950: Käpt’n Bye-Bye, Musical
  • 1953: Junge Spatzen, Lustspiel mit Musik (nicht aufgeführt)
  • 1955: Die Prinzessin auf der Erbse, Märchen mit Musik
  • 1957: Regen in Paris, Operette
  • 1964: Die Schneekönigin, Märchen mit Musik
  • 1964: Kurzschluß, Lustspiel mit Musik (nicht aufgeführt)
  • 1964: Peter der Dritte, Oper
  • 1978: Schneewittchen, Oper
  • 1980: Das tapfere Schneiderlein, Oper
  • die erfolgreiche Oper „Kaspar“ ist durch Kriegsverlust verschollen

Filmmusik

Schriften

Ehrungen und Auszeichnungen

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