Oberste Heeresleitung

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Der spätere Erster General-Quartiermeister Erich Ludendorff mit seinem Vorgesetzen Paul von Hindenburg (sitzend), der spätere Chef der Dritten Obersten Heeresleitung während der Schlacht bei Tannenberg. Gemälde von Professor Vogel

Die Oberste Heeresleitung (OHL) war die höchste Kommandoebene des Deutschen Heeres im Ersten Weltkrieg und unterstand offiziell dem Kaiserlichen Großen Hauptquartier.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Stab des Generalfeldmarschalls von Hindenburg (er hatte als Oberbefehlshaber Ost seit 1. November 1914 das Oberkommando über alle deutschen Truppen der Ostfront, bis auf die Heeresgruppe Mackensen; später Chef der Obersten Heeresleitung, vorne, mittig) mit Erich Ludendorff, Max Hoffmann (rechts von Hindenburg), Alfred von Vollard-Bockelberg (ganz rechts) und andere

Oberster Befehlshaber des Heeres war zwar laut Gesetz Kaiser Wilhelm II., jedoch entschied die aus Generälen bestehende OHL (erweiterter Großer Generalstab) unabhängig.

Erste und Zweite OHL

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges war Helmuth von Moltke Chef des Generalstabs. Dieser mußte jedoch nach der gescheiterten Offensive an der Marne abtreten. Sein Nachfolger wurde der preußische Kriegsminister Erich von Falkenhayn. Doch auch dessen Konzept der Abnutzungsschlacht, wie es bei der Schlacht um Verdun zum Einsatz kam, scheiterte.

Dritte OHL

Die dritte und letzte OHL wurde ab August 1916 vom überaus populären, konservativen, späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg als Chef des Generalstabes des Feldheeres und dessen Stellvertreter Erich Ludendorff (früher Stabschef des Oberbefehlshaber Ost) angeführt. Als besondere Dienststellung wurde für Ludendorff die Funktion des Ersten Generalquartiermeisters geschaffen, um diesen faktisch gleichberechtigt neben Hindenburg zu stellen. Innerhalb der OHL, so der Historiker Erich Eyck, fiel Ludendorff aufgrund seiner überlegenen rhetorischen Fähigkeiten gegenüber von Hindenburg mehr und mehr die Rolle des intellektuellen Drahtziehers zu.

Chef des Generalstabs des Feldheeres

Der Chef des Generalstabs des Feldheers verkörperte somit die OHL und wurde vom Begriff her immer mehr mit ihr gleichgesetzt. Im weiteren Sinne verstand man unter der OHL auch sein Führungsorgan, den Generalstab des Feldheeres, der mit der Mobilmachung aus dem Großen Generalstab entstand. Die OHL bildete den wichtigsten Bestandteil des Großen Hauptquartiers, dem die militärischen und politischen Spitzen Deutschlands bzw. deren Vertreter sowie die Verbindungsoffiziere der verbündeten Staaten angehörten.

Auslandsabteilung der OHL

Die Auslandsabteilung der OHL (OHLA) war eine Propagandaabteilung der deutschen Obersten Heeresleitung zur Beeinflussung der alliierten Presse während des Ersten Weltkrieges. Die Abteilung entstand auf Befehl des Generalleutnants Erich Ludendorff. Ihr Leiter war Oberst Hans von Haeften. Die Abteilung wurde zu einer Keimzelle der Jungkonservativen. Unter den Mitarbeitern der Abteilung waren zahlreiche prominente Schriftsteller und Lyriker, u. a. Waldemar Bonsels, Herbert Eulenburg, Hans Grimm, Friedrich Gundolf, Börries Freiherr von Münchhausen und Arthur Moeller van den Bruck.

Chef der OHL

  • 1. OHL: Generaloberst Helmuth von Moltke (1848–1916), Chef des Generalstabs des Feldheeres vom 2.8. bis 14.9.1914 (die offizielle Ablösung erfolgte am 3.11.1914);
  • 2. OHL: Generalleutnant/General der Infanterie Erich von Falkenhayn (1861–1922), Chef des Generalstabes des Feldheeres vom 14.9.1914 (offiziell ab 3.11.1914) bis 29.8.1916;
  • 3. OHL: Generalfeldmarschall Paul von Beneckendorff und von Hindenburg (1847–1934), Chef des Generalstabes des Feldheeres vom 29.8.1916 bis 9.11.1918, Oberbefehlshaber des Feldheeres vom 9.11.1918 bis 3.7.1919. An seiner Seite stand General Erich Ludendorff (1865-1937), Erster Generalquartiermeister vom 29.8.1916 bis 26.10.1918, danach Generalleutnant Wilhelm Groener (1867-1939), Erster Generalquartiermeister vom 29.10.1918 bis 3.7.1919. Sitz der OHL waren vor allem Luxemburg, Charleville-Mézières, Pleß, Kreuznach und Spa.

Organe

Die wichtigsten Organe des Generalstabschefs waren:

  • die eigentlichen Führungsabteilungen, insbesondere die Operationsabteilung;
  • der für die Versorgung des Feldheers verantwortliche Generalquartiermeister mit seinem Stab;
  • die zugeteilten bzw. unterstellten Chefs der obersten Waffenbehörden und technischen Spezialdienste;
  • die so genannten Außenstellen der OHL (u. a. der stellvertretende Generalstab in Berlin und die deutschen Verbindungsoffiziere bei den verbündeten Heeresleitungen).

Die OHL, insbesondere die 3., vertrat weitreichende Kriegsziele im Westen und Osten zur Verbesserung der strategischen Lage: Beherrschung Belgiens mit dem Besitz von Lüttich und eines Stützpunkts an der flandrischen Küste sowie Annexion des französischen Erzbeckens von Briey und eines polnischen „Grenzstreifens“ von Schlesien bis Ostpreußen unter Aussiedelung der polnischen Bevölkerung. Außerdem verlangte sie die Schaffung eines großen mittelafrikanischen Kolonialreiches. Generalleutnant Groener vereinbarte am 10. November 1918 mit dem Vorsitzenden des Rats der Volksbeauftragten, dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert (1871-1925), die Niederschlagung des kommunistischen Novemberputsches 1918/19.

Auflösung

Am 3. Juli 1919 wurde die OHL (Sitz in Kolberg) aufgelöst; für einige Zeit (September/Oktober 1919) blieb noch eine so genannte Befehlsstelle für den Grenzschutz Ost bestehen. Aufgrund des Versailler Vertrages erfolgte am 1. Oktober 1919 die Auflösung des Großen Generalstabs der Armee.

Siehe auch

Literatur

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