Olympiade

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Eine Olympiade ist ein Zeitraum von vier Jahren zwischen zwei Olympischen Spielen. Er beginnt jeweils in dem Jahr, in dem die Olympischen Sommerspiele abgehalten werden. Die Olympischen Spiele werden oft fälschlicherweise selbst Sommer-Olympiade oder Winter-Olympiade genannt, teilweise von den modernen Medien, historisch unzutreffend, auch nur noch „Olympia“.[1] Von 1922 bis 1934 fand stets zur Halbzeit der Olympiade die Deutschen Kampfspiele statt, da Deutschland als Folge des anhaltenden Antigermanismus’ nach dem Ersten Weltkrieg erst ab den Winterspielen 1928 in St. Moritz wieder teilnehmen durfte, obschon manche Mitglieder des Olympischen Komitees nur widerwillig zustimmten.

Der dreimalige Olympiasieger Alfred Schwarzmann bei der Siegerehrung; Gold für Deutschland, Berlin 1936

Geschichte

Der Ursprung der Olympischen Spiele der Antike liegt vermutlich im 2. Jahrtausend v. d. Z. Die Siegerlisten reichen bis ins Jahr 776 v. d. Z. zurück und wurden im 4. Jahrhundert v. d. Z. rekonstruiert. Die Zählung nach Olympiaden war ein Zeitmaß im gesamten antiken Griechenland. „Olympiade“ ist somit – entgegen einem heute weit verbreiteten Irrtum – nicht synonym mit „Olympische Spiele“, sondern bezeichnet den Zeitraum von vier Jahren, der mit den Spielen beginnt. Die Olympischen Spiele, benannt nach ihrem Austragungsort Olympia im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes, waren Teil eines Zyklus, der drei weitere Panhellenische Spiele umfaßte: Die Pythischen Spiele in Delphi, die Nemëischen Spiele in Nemea und die Isthmischen Spiele auf dem Isthmus von Korinth.[2]

Als Verdeutschungsformen für Olympiade kursierten seinerzeit Vierjahr (von Campe vorgeschlagen) und Jahrviert (in manchen älteren Fremdwörterbüchern, analog zu Jahrzehnt). Herders Conversations-Lexikon (1854–1857) gab unter dem Stichwort Olympiade diese Erläuterung:

„Zeitabschnitt von 4 Jahren, von einer Feier der olympischen Spiele bis zur anderen; darauf gründete sich die Zeitrechnung der alten Griechen, welche als Ausgangspunkt das Jahr 776 v. Chr. annahmen.“

Die Zeitschrift des „Allgemeinen Deutschen Sprachvereins“, quasi die Vorgängerin des Sprachdienstes, enthält indessen noch einen früheren Beleg. Schon 1914 (Heft 11), anläßlich einer Diskussion über die Bezeichnung Olympia, wird von Konrad Eilers erwähnt, daß „zur Bezeichnung der olympischen Spiele, d. h. der einzelnen Veranstaltungen (z. B. die Olympiade 1912 in Stockholm, 1916 in Berlin usw.)“ neben Olympia und Olympien auch der Ausdruck Olympiade gebraucht werde, so „ungeeignet“ er an sich sei.

Die ersten Belege in den Wörterbüchern und Lexika sind im Der Große Brockhaus (Band 13) vermerkt. Er gibt 1932 drei Teilbedeutungen von Olympiade:

  • „1) bei den alten Griechen ein Zeitraum von vier Jahren ...“
  • „2) Im neuen Griechenland die von der Regierung veranstalteten Ausstellungen von Weinen.“
  • „3) Bisweilen auch Bezeichnung der Olympischen Spiele.“

Entsprechend Richard Pekrun in seinem Wörterbuch Das deutsche Wort 1933 und der Sprach-Brockhaus aus dem Jahr 1935: „Olympia, die Olympiade ..., die Olympischen Spiele, alle vier Jahre stattfindende Sportkämpfe“. Der Rechtschreib-Duden reagierte ab 1941 auf den neuen Wortgebrauch und nahm den bestimmenden Zusatz auf: „jetzt: die Olympischen Spiele“.

Regelung

1896 begann die erste Olympiade der Neuzeit in Athen. Das Internationale Olympische Komitee definiert die Olympiade als den Zeitraum von vier Jahren, der jeweils am 1. Januar des Jahres der Sommerspiele beginnt. Die erste Olympiade der Neuzeit begann demnach am 1. Januar 1896, die XXX. Olympiade der Neuzeit am 1. Januar 2012, im Jahr der Olympischen Sommerspiele 2012, die deshalb auch offiziell die Spiele (zur Feier) der XXX. Olympiade hießen. Die Olympiaden werden mit römischen Zahlen numeriert.

Die Zeitrechnung in Olympiaden ist unabhängig davon, ob die Spiele stattfinden oder nicht. Die Olympischen Sommerspiele 1936 waren die (abschließenden) Spiele der XI. Olympiade. Nachdem wegen des Zweiten Weltkrieges 1940 und 1944 keine Spiele ausgetragen wurden, wurde der Brauch 1948 mit den Olympischen Spielen der XIV. Olympiade wieder aufgenommen.

Die Winterspiele werden im Gegensatz zu den Sommerspielen fortlaufend numeriert. Die IV. Olympischen Winterspiele wurden 1936 ausgetragen, die V. Olympischen Winterspiele aber erst 1948.

Markenschutz

Die Begriffe „Olympiade“, „Olympia“ und „olympisch“ sind in der BRD durch das Olympiaschutzgesetz geschützt. Eine Verwendung außerhalb der vom IOC veranstalteten oder genehmigten Anlässe kann zu Schadenersatzforderungen führen. Allerdings wurde die Grundgesetzmäßigkeit des Gesetzes durch das Landgericht Darmstadt in einem zwischenzeitlich rechtskräftigen Urteil (Aktenzeichen 14 O 744/04) angezweifelt, wodurch eine tatsächliche Rechtswirkung fraglich bleibt.

Moderne Anwendung

Der Begriff „Olympiade“ wird seit vielen Jahren zuweilen für nationale und ggf. internationale Wettkämpfe angewendet, die Betitelung eines solchen Wettkampfes oder Wettbewerbs als Olympiade ist nachvollziehbar, jedoch offiziell nicht korrekt, ebenfalls untersteht der Begriff und dessen Gebrauch dem Olympiaschutzgesetz.

Siehe auch

Verweise

Literatur

Fußnoten

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