Pohl, Oswald

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Oswald Pohl (1892–1951)

Oswald Ludwig Pohl (Lebensrune.png 30. Juni 1892 in Duisburg; Todesrune.png 7. Juni 1951 in Landsberg) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Marine, der Freikorps, der Reichsmarine (bis 1934 als Oberleutnant zur See sowie Marine-Stabszahlmeister) und der SS, zuletzt SS-Obergruppenführer, General der Waffen-SS und Leiter des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft und Werdegang

SA-Sturmführer Pohl mit SA-Marine-Sturm 1 (auch: Marine-SA-Sturm 1) in Kiel, 1932

Oswald Pohl wurde am 30. Juni 1892 in Duisburg als Sohn des Werkmeisters Otto Emil Pohl und dessen Frau Auguste Seifert geboren. 1912 trat Pohl in den Dienst der Kaiserlichen Marine. Seine Ausbildung erfolgte u. a. in Wilhelmshaven, Kiel, in der Südsee und beim Ostasiengeschwader. Pohl war während des Ersten Weltkrieges in der Ostsee und an der flandrischen Küste stationiert.

Nach dem Besuch der Marineschule in Kiel wurde Pohl am 1. April 1918 Marine-Zahlmeister. Den größten Teil seiner Marinezeit verbrachte er in Marinekommandos an Land, zumeist in Kiel, wo er erste praktische verwaltungstechnische Kenntnisse und Erfahrungen erwarb. Gleichzeitig begann Pohl ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, welches er jedoch nicht abschloß. Nach eigenen Angaben war er zudem Anfang der zwanziger Jahre an Aktivitäten des Freikorps Brigade „von Loewenfeld“ als Regimentszahlmeister beteiligt.

Am 30. Oktober 1918 heiratete er. Wie andere Teilnehmer am Lüttwitz-Kapp-Aufstand wurde auch Pohl in der Weimarer Republik in die Reichsmarine übernommen. Im Jahr 1922 wurde Pohl Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 30.842). Die Marine kommandierte ihn 1924 nach Swinemünde (Pommern). In die SA trat er 1925 ein, am 22. Februar 1926 erfolgte sein Wiedereintritt in die aufgrund des Hitlerputsches zwischenzeitlich verbotene NSDAP.

Zunächst machte Pohl Karriere in der SA: Im Januar 1932 wurde er zum Scharführer, im März desselben Jahres zum Truppführer, im April zum Sturmführer ernannt. Dem schlossen sich am 1. Juni 1933 die Berufung zum Obersturmführer und am 2. August 1933 zum Sturmbannführer der SA an. Ferner wurde Pohl 1930, nachdem er Stadtverordneter der NSDAP in Kiel geworden war, die Leitung der Marine-SA in dieser Stadt überantwortet.

Laufbahn in der SS

Am 9. September 1933 wechselte Oswald Pohl zur SS über (Mitgliedsnr. 147.614), wo er 1935 SS-Brigadeführer und 1937 SS-Gruppenführer werden sollte. Über Vermittlung durch Admiral Canaris lernte Pohl den Reichsführer-SS Heinrich Himmler kennen, dem Pohls bemerkenswertes organisatorisches Talent auffiel und ihn im darauffolgenden Jahr mit dem Amt des Verwaltungschefs des SS-Hauptamtes betraute. 1939 wurde dieser Kompetenzbereich in zwei Hauptämter unterteilt, welche beide Pohl in Personalunion unterstanden. Pohl war ab Ende der 1930er Jahre Mitglied des Freundeskreises Reichsführer-SS und wurde durch Himmler mit der Verwaltungsleitung des Lebensborn e. V. beauftragt.

Das Amt „Verwaltung und Wirtschaft“ des SS-Hauptamtes unter Pohl hatte die Aufgabe, die der SS von der NSDAP zukommenden Zuschüsse verwaltungstechnisch einzusetzen und wirtschaftliche Unternehmungen durchzuführen.

Das Amt „Haushalt und Bauten“ der SS im Reichsinnenministerium, welches Pohl als Ministerialdirektor leitete, diente vorranig dazu, die finanziellen Zuschüsse des Reichsfinanzministeriums zur Aufrüstung und Ausstattung der kämpfenden Truppe der Verfügungstruppe – der späteren Waffen-SS – zu erwirken und zu nutzen, so zur Besoldung der Truppen. Zu den Bauaufgaben zählten SS-Kasernen.

Das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt

Beide oben genannten Hauptämter wurden am 1. Februar 1942 im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt zusammengelegt. Das WVHA gliederte sich zunächst in vier Amtsgruppen (A, B, C, W), am 3. März dieses Jahres erfolgte eine Erweiterung um die Amtsgruppe D, welche eine formelle Eingliederung der „Inspektion der Konzentrationslager“ (IKL) unter das WVHA darstellte. Pohl selbst wurde 1942 zum SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS befördert.

Nachkriegszeit

Oswald Pohl (stehend) und Franz Eirenschmalz
(hintere Reihe links mit Kopfhörern)
vor dem Nürnberger Tribunal

Nach der Kapitulation der Wehrmacht hielt sich Oswald Pohl bei seiner Familie auf und wurde am 27. Mai von den Engländern bei Verden verhaftet. In den ersten Tagen seiner Haft in Bad Nenndorf bei Hannover wurde Pohl schwer mißhandelt und blieb Tag und Nacht gefesselt. Er gab an, er sei von Posten getreten und verprügelt worden und habe dabei zwei Zähne eingebüßt. Ferner sei ihm während einer Vernehmung durch englische und amerikanische Verhöroffiziere das Gesicht zerschnitten und die Wunden mit Salz eingerieben worden, um eine Belastung des im Nürnberger „Hauptkriegsverbrecherprozeß“ unter Anklage stehenden Reichswirtschaftsminister Walter Funk zu erlangen.

Da Pohl, ebenso wie Rudolf Höß, die bis heute als Kronzeugen für die „Holocaustforschung“ gelten, während der Nachkriegsverhöre ihre „Geständnisse“ unter Anwendung exzessiver Foltermethoden abgaben, ist der Quellenwert dieser Zeugenaussagen als praktisch wertlos zu erachten.

WVHA-Prozeß

Im Siegerprozeß gegen das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS (siehe WVHA-Prozeß) vom 13. Januar bis zum 3. November 1947 standen neben Oswald Pohl siebzehn weitere Mitarbeiter des WVHA vor einem VS-Tribunal unter Anklage.

Während die Klageführung im Prozeßverlauf hetzerisch bemüht war, Pohl zum „Alleinherrscher über das KZ-System“ und zum „größten Menschenschinder der Geschichte“ zu diffamieren versuchte, stellte Pohls Verteidiger Dr. Alfred Seidl in seinem Schlußplädoyer sachlich fest:

„Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß sich die Verantwortung des Angeklagten Pohl nach der Eingliederung der Inspektion der Konzentrationslager in das Wirtschafts-Verwaltungshauptamt auf die einheitliche Lenkung des Arbeitseinsatzes der Häftlinge beschränkte. Trotzdem hat der Angeklagte Oswald Pohl in seiner Eigenschaft als Chef des Wirtschafts-Verwaltungshauptamtes Anstrengungen gemacht, um in sinnvoller Auslegung und freiwilliger Ausdehnung seines Auftrages die Lebensbedingungen der Häftlinge zu verbessern. So gingen seine Bemühungen unter anderem dahin, Lagerkommandanten, die kein ausreichendes Verständnis für eine menschliche Gestaltung des Arbeitseinsatzes zu besitzen schienen, aus ihren Dienststellungen zu entfernen und durch andere geeignete Führer zu ersetzen. Aus dieser Feststellung heraus sind die Vorschläge des Angeklagten Pohl zu verstehen, die er dem Reichsführer-SS Himmler gemacht hat und die sich auf die Versetzung gewisser Lagerkommandanten bezogen.“

Pohl warf der Anklagebehörde vor, von jüdischen Vertretern dominiert und von Rachsucht und blindem Haß erfüllt gewesen zu sein. Er habe 33 Jahre lang seinem Vaterland makellos gedient und sei sich keines Verbrechens bewußt. Am 3. November 1947 wurden Oswald Pohl und drei Mitangeklagte zum Tode verurteilt, elf Angeklagte erhielten langjährige Freiheitsstrafen, drei wurden freigesprochen.

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Das Nachkriegsschicksal des SS-Generals Oswald Pohl

Hinrichtung durch Siegerjustiz

Nach dem Urteil

Oswald Pohl wurde nach dem Urteilsspruch des Siegertribunals in die Justizvollzugsanstalt Landsberg überführt. Unter Einfluß des Gefängnispfarrers konvertierte Pohl dort zum katholischen Glauben. In der Haft verfaßte er seine Bekenntnisschrift „Credo. Mein Weg zu Gott.“ und der Papst ließ ihm den erbetenen „Apostolischen Segen“ aussprechen. Das „Credo“ erschien 1950 mit kirchlicher Druckerlaubnis in einer Druckauflage von 9.000 Exemplaren.

Oswald Pohl schrieb in seinen letzten Aufzeichnungen vor seiner Ermordung:

„Noch gemeiner war die Methode meiner Vernehmer (z.B. des Herrn Rapp) ,30 Millionen Menschen haben Sie umgebracht', ,3 Millionen Menschen haben Sie sterilisiert!' Mit solchen und ähnlichen Behauptungen mühten sich die Vernehmer, mich in den Verhören weich zu machen, obwohl sie genau wußten – denn sie besaßen ja alles an Dokumenten, was es über mich gab! –, daß ihre Behauptungen unwahr und Tricks waren.“

Neben der Kirche setzten sich auch Vertreter der Bundesregierung für eine Begnadigung der verbliebenen Todeskandidaten in Landsberg ein. Am 9. Januar 1951 begab sich eine Abordnung des Deutschen Bundestages zu dem amerikanischen Hohen Kommissar John Jay McCloy: Bundestagspräsident Hermann Ehlers (CDU), Peter Altmeier (CDU, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz), Carlo Schmid (SPD) sowie Walter Strauß (CDU, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz). Auch ihre Bitte um Amnestie blieb erfolglos.

Obwohl die Todesstrafe kraft Grundgesetz seit 1949 abgeschafft worden war, wurde Oswald Pohl am 7. Juni 1951 in Landsberg durch die VS-Siegermächte völkerrechtswidrig exekutiert. Die Hinrichtungen fanden im Schlossereigebäude des Gefängnisses statt.

Seine letzten Worte lauteten:[1]

„Ich habe mehr als 30 Jahre meinem Vaterland als Berufssoldat treu gedient. 22 Jahre davon in der Marine. Während dieser langen Soldatenzeit konnten die Amerikaner nicht nachweisen, daß ich irgendwelche Initiative ergriffen habe oder irgendwelche Befehle oder Anweisungen gegeben habe, welche zur Verfolgung, Hinrichtung oder Mißhandlung von Menschen, insbesondere von Juden, geführt haben. Ich danke der allerheiligsten Dreifaltigkeit für alles, an das zu glauben, was mich die katholische Kirche gelehrt hat. Gott schütze meine liebe Familie und meine treue Frau und bewahre mein deutsches Vaterland vor seinen falschen Freunden. Und Dich heilige Gottesmutter bitte ich, stehe mir bei in dieser Stunde.“

Auch nach seinem Tod fand Oswald Pohl nicht die letzte Ruhe. Der Versuch Eleonore Pohls, den Leichnam ihres Mannes nach Halfing am Chiemsee zu überführen und dort bestatteten zu lassen, scheiterte an einem Beschluß des Halfinger Gemeinderates. Die Auswirkungen alliierter Umerziehungs-Politik werden deutlich, indem ein Gemeinderatsmitglied feststellte, von ihm aus könne Pohls Leiche auf den Misthaufen geworfen werden.[2]

Oswald Pohl mußte deshalb namenlos auf dem Spöttinger „Kriegsverbrecherfriedhof“ beigesetzt werden. Die Grabnummer seiner Bestattungsstätte bezeichnet Kreuz 420.

Filmbeitrag

Subsequent Nuremberg Proceeding Case #4 Pohl, 8. Juni 1951

Auszeichnungen (Auszug)

Stilisiertes Gemälde, das Pohl als Gralsritter zu Ehren einer SS-Beförderung zeigt[3], möglicherweise zum Obergruppenführer. Genaues Entstehungsdatum und Maler unbekannt.

Werke

  • Credo. Mein Weg zu Gott, Landshut 1950

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Heinrich Pflanz: Die Hingerichteten von Landsberg und der Spöttinger Friedhof, Bublies Verlag, Beltheim-Schnellbach 2004
  2. Heinrich Pflanz: Die Hingerichteten von Landsberg und der Spöttinger Friedhof, Bublies Verlag, Beltheim-Schnellbach 2004, S. 352
  3. Siehe auch: [1]
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