Lilienthal, Otto

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Otto Lilienthal im Alter von 40 Jahren

Karl Wilhelm Otto Lilienthal (Lebensrune.png 23. Mai 1848 in Anklam; Todesrune.png 10. August 1896 in Berlin nach einem Absturz mit einem seiner Flugapparate) war ein deutscher Flugpionier und „Vater der Luftfahrt“. Er ist der Entdecker des Segelfluges und Wegbereiter des ersten Motorfluges durch Gustav Weißkopf.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gleitflug Otto Lilienthals vom „Fliegeberg“ in Berlin-Lichterfelde am 29. Juni 1895. Von Lilienthal stammt auch der Begriff „Flugplatz“.

Abstammung

Otto-Lilienthal-Denkmal von Peter Breuer (1914), Bäkestraße 14a in Berlin-Steglitz (Lichterfelde Ost). Der „geflügelte Mensch“ wurde später auch das Erkennungssymbol des Nationalsozialistischen Fliegerkorps

Als armer Leute Kind wurde Otto Lilienthal am 23. Mai 1848 in Anklam/Pommern geboren. Sein Vater war Tuchhändler. Dem Anschein und dem Namen nach könnte sein Vater jüdischer Abstammung gewesen sein, denn es gab damals im Reich kaum deutsche Tuchhändler, da dies eine Spezialität der Juden war, die, aus Galizien kommend, Deutschland heimsuchten. Nach jüdischem Verständnis wäre er allerdings, da er keine jüdische Mutter hatte, ein Nichtjude. Eine angeblich jüdische Abstammung väterlicherseits findet sich auch ausschließlich in einigen wenigen jüdischen Publikationen.[1] Nach deutschem Recht wäre Otto Lilienthal demnach Halbjude. Da eine solche Abstammung in deutschen Publikationen jedoch zu keinem Zeitpunkt thematisiert wurde und diesbezüglich weder Beweise noch ernsthafte Indizien existieren, ist uneingeschränkt anzunehmen, daß es sich bei Otto Lilienthal um einen Deutschen handelt.

Kindheit und Jugend

Schon als Bub unternahm Otto mit seinem Bruder Gustav erste Versuche, „in die Luft zu gehen“, was mit prompten und unsanften Landungen auf dem Hinterteil endete. Gleichwohl kann man sagen, daß er bereits als 14jähriger den ersten Flugapparat in der Geschichte der Technik konstruierte.

1860 begann – in den Worten Gustav Sichelschmidts – der Weg Otto Lilienthals, des Pioniers der Luftfahrt; jenes Mannes, der mit seinem Erfindungsreichtum und Wagemut die Eroberung des Luftraums einleitete und der erste Mensch mit einem Flugzeug im Reich der Lüfte war.

Mit Feuereifer stürzte sich der junge Mann in das Studium der Aerodynamik, stets davon träumend, „frei wie der Vogel über lachende Gefilde, schattige Wälder und spiegelnde Seen dahinzugleiten“, wie er später selbst schrieb.

Wege in die Selbständigkeit

Mit bescheidensten Mitteln in seiner kleinen Werkstatt widmete sich Otto Lilienthal der Verwirklichung seines Wunschtraumes. 1870 wurde seine Forschungsarbeit unterbrochen. Er rückte als Soldat des Garde-Füsilier-Regiments, einem Infanterieregiment des Garde-Korps der Preußischen Armee, an die Front im Deutsch-Französischen Krieg.

Der gelernte Mechaniker und studierte Konstruktionszeichner sowie Ingenieur machte sich bald darauf beruflich selbständig. Manch erstaunliche Erfindung ohne Bezug zum Flugwesen kam dabei zustande. Unter anderem Kleinmotoren, der nach ihm benannte Lilienthal-Röhrenkessel sowie der Ankersteinbaukasten gehen auf ihn zurück. Lilienthal brachte es zum Chef einer eigenen Maschinenfabrik in Berlin-Lichterfelde. Er hatte eine ausgeprägte soziale Ader, empörte sich über Ausbeutermethoden skrupelloser Unternehmer und führte für seine Arbeiter die Gewinnbeteiligung ein.

Auf dem Weg zum Menschenflug

1889 erschien Lilienthals bahnbrechendes Werk „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“. Es wurde unter fachkundigen Zeitgenossen heftig diskutiert. Ab Sommer 1891 gelang dem Pionier der Luftfahrt der Durchbruch mit seinen und seines Bruders Flugversuchen in der Umgebung von Berlin. Otto Lilienthal hatte nach 23jähriger wissenschaftlicher Arbeit die ersten wiederholbaren Flugversuche auf dem Windmühlenberg von Derwitz-Krielow erfolgreich erprobt. Von dieser Initialzündung hatte er nachfolgend an weiteren Orten seine Flugversuche um ein vielfaches gesteigert und weiterentwickelt.

Als erster Mensch schaffte Otto Lilienthal Gleitflüge von anfangs 25, später bis zu 300 Metern. Er war der erste, der die Theorie des Auftriebs am Flügel mit dem halsbrecherischen Wagnis des selbstriskierten Gleitfluges verband. Unter Benutzung von 18 verschiedenen selbstgebauten Apparaten unternahm er Tausende Absprünge, Gleit- und Segelflüge. Als besonders tauglich erwiesen sich dabei seine Ein- und Zweidecker-Hängeflugzeuge. Auch konstruierte er ein mit 1,6 PS motorgetriebenes Flugzeug.

Tod

Die Brüder Lilienthal hatten bei ihren waghalsigen Versuchen manches verstauchte Glied und viele Hautabschürfungen zu erleiden. Doch lebensgefährliche Verletzungen waren bis zu jenem Tage nicht zu beklagen, als den Vater der Luftfahrt unmittelbar vor seinem entscheidenden Schritt vom Gleitflug zum Dauerflug der Tod im Dienste der großen Sache ereilte. Es war der 9. August 1896 auf dem 110 Meter hohen Gollenberg in der Mark Brandenburg. Gustav Sichelschmidt schrieb darüber:

„Wieder ziehen an diesem Tag die Störche in majestätischer Gelassenheit an einem stahlblauen Himmel dahin. Schon ist der erste Flug zur Zufriedenheit abgeschlossen, und auch der zweite Start verläuft planmäßig. Da erhebt sich plötzlich eine örtliche Sonnenbö und bringt den Apparat zum Stehen. Lilienthal wendet all seine Kraft darauf, die Beine nach vorn zu werfen, um wieder Fahrt zu gewinnen. Aber schon kippt die Maschine vornüber und stürzt aus 15 Metern senkrecht zu Boden.“

Am folgenden Tag erlag der Pionier der Luftfahrt seinen schweren Verletzungen. „Eine große Sache erfordert einen ganzen Menschen, neben vielen Opfern auch das der gesamten Persönlichkeit“, hatte er einmal geschrieben.

Grabstätte

Das Grab Otto Lilienthals und seiner Ehefrau Agnes befindet sich auf dem Berliner Friedhof Lankwitz. Es ist ein Ehrengrab des Landes Berlin.

Werke (Auswahl)

  • Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst. Ein Beitrag zur Systematik der Flugtechnik, 1889 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Literatur

  • Paul Karlson: Otto Lilienthal, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hrsg.): Die großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Vier Bände, Propyläen Verlag, Berlin 1935–1937, Bd. 4, S. 273–288

Fußnoten

  1. vgl.: The Jewish year book 1907, S. 284 (PDF-Datei) und ebenso in: The Jewish encyclopedia: a descriptive record of the history, religion, literature, and customs of the Jewish people from the earliest times to the present day, Band 8, 1912, S. 87 (PDF-Datei) Beide Dateien Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
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