Eltz-Rübenach, Peter Paul Freiherr von
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Peter Paul Freiherr von Eltz-Rübenach (* 9. Februar 1875 in Köln-Wahn; † 25. August 1943 in Linz am Rhein) war im Dritten Reich Reichsverkehrs- und Postminister.
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[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Jugend
Peter Paul Freiherr von Eltz-Rübenach wurde am 9. Februar 1875 als Sohn des Fideikomißbesitzers und Rittmeisters a. D. Kuno Freiherr von Eltz-Rübenach und seiner Frau Hugoline, geb. Gräfin von Eltz auf Schloß Wahn im Rheinland geboren.
Er besuchte das Humanistische Gymnasium in Siegburg, wo er 1894 sein Abitur ablegte und studierte dann- durch Neigung und Begabung zur Technik hingezogen- Maschinenbau an den technischen Hochschulen Aachen und Berlin-Charlottenburg. Nach einem einjährigen technischen Praktikum in den Eisenbahnwerkstätten des Eisenbahndirektionsbezirks Köln wurde er ab 1903 bei der Eisenbahndirektion Münster als Regierungsbauführer ausgebildet. Für eine Arbeit „Entwurf einer Lokomotivwerkstätte“ erhielt er die Goldene Beuth- Medaille. 1904 machte er seine Prüfung als Regierungsbaumeister. In der Zwischenzeit sammelte er praktische Erfahrungen, so fuhr er monatelang als Lokomotivheizer. 1904 wurde er Regierungsbaumeister bei der Eisenbahndirektion Hannover. 1906-07 machte er eine Studienreise nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Dann wurde er an das Eisenbahnzentralamt Berlin berufen, um seine Erfahrungen dort auszuwerten. Im Jahre 1911 ging er zum zweiten Male nach Amerika und zwar wurde er als technischer Sachverständiger zum Generalkonsultat in New York kommandiert.
[Bearbeiten] Erster Weltkrieg
Bei Kriegsbeginn des ersten Weltkrieges kehrte er nach Deutschland zurück. Bei der ungeheuren Wichtigkeit aber gerade des Feldeisenbahnwesens für die gesamte Kriegsführung, den Nachschub von Menschen, Material, Verpflegung, Munition, war ein Fachmann wie Freiherr von Eltz-Rübenach unentbehrlich. So war er zunächst bei Feldeisenbahninformationen der Westfront tätig, nach dem Eintritt Bulgariens in den ersten Weltkrieg wurde er 1916 zum Reorganisierung der bulgarischen Eisenbahnen nach Sofia kommandiert. 1917 wurde er als Abteilungsleiter zum Chef des Feldeisenbahnwesens im Großen Hauptquartier berufen.
[Bearbeiten] Weimarer Republik
1919 wurde er als Oberbaurat und bald darauf als Ministerialbaurat ins preußische Ministerium für öffentliche Arbeiten, und nach dessen Aufhebung ins Reichsverkehrsministerium. Im Juli 1924 wurde er zum Präsidenten der Reichsbahndirektion Karlsruhe ernannt. Auf diesem Posten hatte er sich um die Entwicklung des südwestdeutschen Eisenbahnverkehrs großé Verdienste erworben. Im Juni 1932, als der damalige Reichskanzler Franz von Papen einen tüchtigen Fachmann für das Reichsverkehrsministerium und as Reichspostministeriums suchte, der möglichst parteipolitisch nicht „vorbelastet“ sein sollte, wurde er auf den Reichsbahndirektionspräsidenten von Eltz-Rübenach aufmerksam. So wurde Peter Paul Freiherr von Eltz-Rübenach Mitglied des Kabinetts von Papen und damit auch wegen seines Namens mit jenem Odium belastet, das diesem Kabinett nun einmal anhing, das im Volksmunde den Namen „Kabinett der Barone“ führte. Er behielt diese Position auch in der Regierung von Kurt von Schleicher und nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten.
[Bearbeiten] Drittes Reich
Am 30. Januar 1937 wollte Hitler seinen aufrechten Kabinettsmitgliedern in die NSDAP inkorporieren. Freiherr von Eltz-Rübenach lehnte ab, weil angeblich die Kirche unterdrückt wird. Er bat um seine Entlassung. Noch im selben Jahr kehrte der Minister a.D. in seine rheinische Heimat zurück und wählte Linz am Rhein als Wohnsitz. An seiner christlichen Gesinnung hielt er ostentativ fest. Aus dem Formular zur gesetzlich vorgeschriebenen Aufnahme zweier Töchter in die Hitlerjugend strich er die Worte „entsprechend der nationalsozialistischen Weltanschauung“, „weil ich die antichristliche Tendenz dieser Weltanschauung ablehne und aus diesem Grund im Jahre 1937 von meinen Ministerämtern zurückgetreten bin.“ Offenbar teilte seine Frau die kompromißlose Haltung. Sie erklärte den zuständigen Funktionären der NSDAP, daß sie auf das Ehrenkreuz für kinderreiche Mütter solange verzichte, „bis das Kreuz Christi wieder geehrt würde.“ Auf Veranlassung des späteren Reichsleiters der NSDAP Martin Bormann wurden zwei Beamte zur Abklärung der Angelegenheit nach Linz geschickt. Zwei Sätze aus dem Bericht sprechen Bände:
- „Diese Ablehnung ist eine eindeutige und endgültige und sie entspricht durchaus der absoluten antinationalsozialistischen Einstellung des Freiherrn von Eltz. In seinem Hause verkehren vorwiegend Geistliche, und der zuständige Kreisleiter erklärte, daß seit dem Zuzug des v. Eltz in seinen Kreis die Aktivität des politischen Katholizismus in Linz eine ganz erhebliche Steigerung erfahren habe.“
Hitler höchstpersönlich wurde eingeschaltet und verfügte, daß Eltz „vorbehaltlich weiterer Maßnahmen“ das Übergangsgeld als Reichsminister, das Ruhegehalt als Reichsbahndirektionspräsident und die ihm nach seinem Rücktritt gewährte Freifahrkarte zu entziehen seien. Doch es fanden sich zahlreiche Helfer, unter ihnen der Trierer Bischof Bornewasser, die der Familie finanziell unter die Arme griffen. Der Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin v. Krosigk und andere hochgestellte Persönlichkeiten appellierten an die Reichsspitze mit dem Erfolg, daß die Zahlungen nach einigen Monaten wiederaufgenommen wurden. An der Einstellung des Freiherrn änderte das freilich nichts. In einer Ansprache, die er anläßlich eines Priesterjubiläums am 17. August 1941 hielt, äußerte er:
- „Nun ist die Kirche allerdings keine irdische Streitmacht, ist nicht Hammer, der Schläge austeilt, sondern Amboß, der sie empfängt. Aber die Bekenntnisfreudigkeit und die Bereitschaft zu aktivem Einsatz der Gläubigen muß diesen Amboß so hart machen, daß der Hammer sich auf ihm abnutzt, rissig wird und schließlich zerspringt.“
Zwei Jahre später starb von Eltz-Rübenach an einem Nierenversagen und fand seine letzte Ruhestätte in Köln-Porz.
